Freiberufliche Tätigkeit anmelden in nur 5 Schritten

Oliver
Oliver August 2022 Fintech Content Editor 10 Min

Inhaltsverzeichnis

Die Freiberuflichkeit ist eine besondere Form der Selbstständigkeit. Der Freiberufler grenzt sich in rechtlichen und steuerlichen Aspekten maßgeblich von Gewerbetreibenden ab. Er profitiert von einer vereinfachten Buchführung und ist von der Pflicht, Gewerbesteuer zu zahlen, befreit.

Willst Du eine freiberufliche Tätigkeit anmelden, musst Du zwingend eine Voraussetzung erfüllen: Du musst einen sogenannten Katalogberuf ausüben. Welche Berufe dazu zählen und wie Du Dich als Freiberufler anmeldest, erfährst Du in diesem Blogbeitrag.

Wer kann Freiberufler werden?

Du kannst nur Freiberufler werden, wenn Du einen Katalogberuf oder einen katalogähnlichen Beruf ausübst. Welche Berufe als freiberufliche Tätigkeit zählen, ist in § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt. 

Ein wesentliches Merkmal freier Berufe ist, dass Freiberufler „auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig werden.“

Welche Berufe zählen zu den freiberuflichen Tätigkeiten?

Zu den freien Berufen zählen selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten sowie die selbstständige Berufstätigkeit von 

  • Ärzten, Zahnärzten, Heilpraktikern, Dentisten, Krankengymnasten, Tierärzten
  • Rechtsanwälten, Notaren, Patentanwälten
  • Vermessungsingenieuren
  • Architekten
  • Handelschemikern
  • Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, beratenden Volks- und Betriebswirten, vereidigten Buchprüfern, Steuerbevollmächtigten
  • Journalisten, Bildberichterstattern (Fotografen), Dolmetschern, Übersetzern
  • Lotsen

Im Einkommensteuergesetz ist von Katalogberufen sowie „katalogähnlichen Berufen“ die Rede. Die Definition ist nicht immer ganz eindeutig. Um sicherzugehen, dass Deine Arbeit als freiberuflich anerkannt wird, sprich vor Aufnahme Deiner Tätigkeit mit Deinem zuständigen Finanzamt. Eine vorherige Klärung ist notwendig, da für Freiberufler besondere rechtliche und steuerliche Vorgaben gelten: 

  • Freiberufler erzielen ihre Gewinne weder durch die Herstellung von Produkten noch ihrem Verkauf
  • Es findet keinen Warenaustausch statt 
  • Freiberufler sind von der Gewerbesteuer befreit
  • Freiberufler sind nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet
  • Für den Jahresabschluss ist eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ausreichend

Welche freien Berufe sind kammerpflichtig?

Zu den kammerpflichtigen freien Berufen zählen 

  • Ärzte
  • Apotheker
  • Architekten
  • beratende Ingenieure
  • Notare
  • Patentanwälte
  • Psychotherapeuten
  • Rechtsanwälte
  • Steuerberater
  • Tierärzte
  • Wirtschaftsprüfer
  • Zahnärzte

Weitere Voraussetzungen, um Freiberufler zu werden

Um eine freiberufliche Tätigkeit anzumelden, musst Du zudem einen Nachweis über

  • eine staatliche Fachausbildung
  • einen staatlich anerkannten Berufsabschluss
  • eine nicht staatliche Ausbildung
  • langjährige Berufserfahrung
  • eine berufliche Zulassung

in den entsprechenden Berufen erbringen.

Freiberufler vs. Gewerbetreibender

Als Gewerbe wird jede wirtschaftliche Tätigkeit bezeichnet, die auf eigene Rechnung und eigene Verantwortung ausgeführt wird und die Absicht verfolgt, auf Dauer mit dem Gewerbe Gewinne zu erzielen. Diese Absicht verfolgen Angehörige der freien Berufe natürlich auch. Der Unterschied ist, dass sie ihre Gewinne weder durch die Herstellung von Produkten noch durch ihren Verkauf erzielen und kein Warenaustausch stattfindet. Im Gegensatz zum Freiberufler ist der Gewerbetreibende dazu verpflichtet, sein Unternehmen beim Gewerbeamt anzumelden und Gewerbesteuer zu zahlen und ein Unternehmen beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Rechtsgrundlage ist die Gewerbeordnung (GewO). Je nach Rechtsform muss ein Gewerbe in das Handelsregister eingetragen werden und ist damit zur doppelten Buchführung verpflichtet. Zudem ist die kostenpflichtige Mitgliedschaft bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer Pflicht.

Als Freiberufler anmelden in 5 Schritten

Da Du als Freiberufler von der Gewerbesteuer befreit bist, ist die Gewerbeanmeldung nicht notwendig. Die Anmeldung im Handelsregister ist meist auch nur in Ausnahmefällen notwendig.

Erfüllst Du die Voraussetzungen, um eine freiberufliche Tätigkeit anzumelden, erwarten Dich dennoch ein paar formale Schritte, bevor Du als Freiberufler durchstarten kannst. 

Schritt 1: Anmeldung der freiberuflichen Tätigkeit beim Finanzamt

Der erste Schritt auf Deinem Weg als Freiberufler führt Dich zum Finanzamt. Erkennt das Finanzamt Deine Selbstständigkeit als freiberufliche Tätigkeit an, gelten für Dich steuerrechtliche Besonderheiten.

Um Dich beim Finanzamt anzumelden, füllst Du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus. Im Anschluss an die Prüfung Deiner Angaben erhältst Du Deine Steuernummer

Wer unsicher ist, ob er mit seiner aktuellen Tätigkeit oder einem zukünftigen Projekt beide Formen, also ein Gewerbe und eine freiberufliche Tätigkeit miteinander vermischst, kann zur Sicherheit zwei Unternehmen – eines als Gewerbe und eines als Freiberufler anmelden. In diesem Fall musst Du die Buchhaltung Deiner Unternehmen trennen, getrennte Konten eröffnen, getrennte Meldungen beim Finanzamt einreichen und auch getrennte Meldungen zur Gewinnermittlung für das Finanzamt erstellen.

Stuft das Finanzamt Deine freiberufliche Tätigkeit auch als Gewerbe ein, wird sie beide Tätigkeiten als Gewerbe behandeln. 

Schritt 2: Qualifikationen nachweisen

Für Freiberufler, deren Tätigkeit nicht kammerpflichtig ist, ist eine Anmeldung beim Finanzamt ausreichend. Freiberufler, die einen kammerpflichtigen Beruf ausüben, müssen ihre Qualifikation zusätzlich bei der entsprechenden Standeskammer nachweisen.

Schritt 3: Versicherungen für Freiberufler abschließen

Grundsätzlich sind Freiberufler wie alle anderen Selbstständigen selbst für die Absicherung privater und betrieblicher Risiken verantwortlich.

Kranken- und Pflegeversicherung

Die Kranken und Pflegeversicherung zählt in Deutschland zu den Pflichtversicherungen. Als Selbstständige haben Freiberufler die Wahl, freiwillig einer gesetzlichen Krankenversicherung beizutreten oder sich privat zu versichern. Hier lohnt sich ein sorgfältiger Vergleich, um die für Dich passende oder günstigste Möglichkeit zu finden. 

Rentenversicherung

Freiberufler mit einer kammerpflichtigen Tätigkeit, sind dazu verpflichtet, sich bei einem Versorgungswerk der entsprechenden Kammer anzumelden.

Freiberufler, die nicht zur Mitgliedschaft im Versorgungswerk verpflichtet sind, haben bei ihrer Rentenversicherung die Wahl, sich freiwillig in den gesetzlichen Kassen zu versichern oder eine private Versicherung abzuschließen. Wer aber nicht privat für seine Rente sorgen möchte, kann sich auch freiwillig im Versorgungswerk anmelden.

Künstlersozialkasse

Wer als Freiberufler eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit ausübt, kann sich über die Künstlersozialkasse (KSK) kranken- und rentenversichern. Die Versicherungsbeiträge werden vergleichbar mit dem Angestelltenverhältnis zur Hälfte von der KSK und zur Hälfte vom Freiberufler übernommen.

Betriebliche Risiken absichern

Da Du mit Deiner Anmeldung als Freiberufler für Dein Handeln selbst verantwortlich bist, empfiehlt es, sich eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen, um Deine Existenz im Falle eines Schadens nicht zu gefährden.

Die Preise für eine Berufshaftpflichtversicherung fallen sehr unterschiedlich hoch aus. Generell bewegen sie sich zwischen monatlich 10 und 20 €, wobei die Zahlung meist jährlich fällig wird.

Wichtige Kriterien für eine gute Versicherung sind eine Absicherung bis zu einem hohen Betrag und möglichst eine niedrige Selbstbeteiligung. Des Weiteren solltest Du als Freiberufler darauf achten, wie sich die Beträge mit steigendem Umsatz erhöhen. 

Je nach Deiner Tätigkeit kann es sinnvoll sein, eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung sowie einer Versicherung für Personen- und Sachschäden abzuschließen. Letztere wird in der Regel aber auch durch die private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Hier profitieren Freiberufler von der Tatsache, dass viele Anbieter eine Kombination von Berufshaftpflicht und privater Haftpflicht anbieten.

4. Firmenwagen versichern

Wie bei einem privaten Pkw musst Du auch Deinen Firmenwagen versichern. Der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Darüber hinaus empfiehlt sich je nach Alter und Wert des Fahrzeugs eine Teil- oder Vollkaskoversicherung.

Schritt 4: Bei Berufsgenossenschaften für Freiberufler anmelden

Freiberufler, die selbstständig im Gesundheitsdienst oder in der Wohlfahrtspflege beispielsweise als Hebammen, Physiotherapeuten oder Logopäden tätig sind sowie Hausgewerbetreibende und Selbstständige in der Landwirtschaft sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft anzumelden. 

Den meisten Freiberuflern steht es frei, sich in der Berufsgenossenschaft als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung gegen Unfälle zu versichern. Je nach Beruf und Branche sind unterschiedliche Berufsgenossenschaften zuständig.

Eine Übersicht der zuständigen Berufsgenossenschaften findest Du beim DGUV, dem Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherung.

Schritt 5: Geschäftskonto für Freiberufler eröffnen

Grundsätzlich gilt, dass die Führung eines Geschäftskontos ausschließlich für Kapitalgesellschaften in Deutschland verpflichtend ist. Du kannst Dich also als Freiberufler anmelden und Dein privates Girokonto auch als Geschäftskonto nutzen. Allerdings wird es von Banken ungern gesehen, wenn Du Dein privates Girokonto auch für geschäftliche Zwecke nutzt.

Unabhängig von der Verpflichtung, ein Geschäftskonto zu führen, empfiehlt es sich auch für Freiberufler, private von geschäftlichen Ausgaben zu trennen. Damit verschaffst Du Dir eine bessere Übersicht, erleichterst Dir die Buchhaltung und Deinem Steuerberater die Arbeit bei der Steuererklärung.

Online Geschäftskonto von Penta

Penta bietet Freiberuflern ein Online-Geschäftskonto an, das optimal an ihre Bedürfnisse angepasst und 100 % digital ist. Die Anmeldung als Freiberufler ist in nur 15 Minuten erledigt und mit der Penta App nutzt Du Dein Geschäftskonto auch unterwegs mit dem Smartphone oder Tablet. Übrigens kannst Du bei Penta als Freiberufler auch online einen Kredit beantragen und von flexiblen Finanzierungsformen profitieren.

Nebenberufliche Freiberuflichkeit anmelden

Bist Du im Angestelltenverhältnis tätig, hast Du die Möglichkeit, Dich zunächst auch mit einer freiberuflichen Tätigkeit im Nebenberuf selbstständig zu machen. In diesem Fall musst Du Deine Freiberuflichkeit beim Finanzamt anmelden, sparst Dir aber die Beiträge zur Sozialversicherung.

Voraussetzung hierfür ist, dass die Stunden, die Du freiberuflich arbeitest, eine bestimmte Grenze nicht überschreiten und Du mindestens 50 % Deines Einkommens mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erzielst.

Freiberuflichkeit anmelden: Welche Steuern werden fällig?

Die Einnahmen, die Du mit Deiner freiberuflichen Tätigkeit erzielst, sind einkommensteuerpflichtig. Liegt Dein jährliches zu versteuerndes Einkommen unter dem Einkommensteuerfreibetrag von 9.696 €, bist Du von der Zahlung der Einkommensteuer befreit.

Einnahmen, die über diesen Steuerfreibetrag hinausgehen, werden in der Einkommensteuererklärung versteuert. Die Höhe der Einkommensteuer hängt von der Höhe Deiner Einnahmen ab und wird mit Deiner Steuererklärung festgesetzt.

Zudem bist Du als Freiberufler dazu verpflichtet, Umsatzsteuer auf Deine im Inland erzielten Einnahmen zu zahlen. Dazu reichst Du monatlich oder vierteljährlich die Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt ein.

Lag Dein Umsatz im Vorjahr unter 22.000 € und wird im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 € betragen, kannst Du gemäß § 19 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG) von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen und Dich von der Pflicht zur Zahlung der Umsatzsteuer befreien lassen. Bedenke bei Deiner Entscheidung, dass die Regelung für die nächsten fünf Geschäftsjahre gilt und Du bei der Befreiung von der Umsatzsteuer entsprechend keinen Vorsteuerabzug auf gekaufte Waren geltend machen kannst.

Beschäftigst Du eigene Mitarbeitende, ist die Lohnsteuer ebenfalls relevant.

Finanzierung kann auch einfach sein! Mit Penta findest Du Kredite in Höhe von 1.000 € – 250.000 €.

Vor- und Nachteile der Freiberuflichkeit

Die Anmeldung als Freiberufler ist nicht nur mit steuerlichen Vorteilen verbunden. Selbstständige, die eine freiberufliche Tätigkeit anmelden, profitieren von einem vergleichsweise geringen administrativen Aufwand sowie von geringeren Kosten bei Gründung und im laufenden Betrieb.

Vorteile, Freiberufler zu werden

Freiberufler arbeiten nicht nur frei und unabhängig. Sie genießen es auch, frei von vielen verschiedenen Vorschriften zu sein. Dazu gehört beispielsweise die Befreiung von der Gewerbesteuer oder einer Zwangsmitgliedschaft bei einer IHK. 

Außerdem sind Freiberufler von der doppelten Buchführungspflicht befreit und müssen zum Abschluss des Geschäftsjahres auch keine Bilanz aufstellen. Für die Buchhaltung reicht es vollkommen aus, die sogenannte Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) durchzuführen und mit der Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen.

Je nachdem, welcher Berufssparte Freiberufler angehören, profitieren sie sogar von arbeitnehmerähnlichen Vorteilen. Als Teil der gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland ermöglicht die Künstlersozialversicherung (KSV) freischaffenden Künstlern und Publizisten einen Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Im Gegensatz zu freiwillig versicherten Selbstständigen zahlen Freiberufler in der Künstlersozialkasse (KSK) nur einen Beitrag, der dem Arbeitnehmeranteil entspricht.

Nachteile, Freiberufler zu werden

Freiberuflich zu arbeiten findet häufig an der Grenze zwischen Freiheit und Überforderung statt. Einerseits genießt Du viele Freiheiten, andererseits musst Du aber auch alles selber machen, selber entscheiden, selbst leiten und die Verantwortung für Dein Handeln übernehmen.

Zum einen ist hier der zeitliche Aufwand sehr hoch. Zum anderen verfügt nicht jeder Freiberufler über Kenntnisse in Buchhaltung, Steuerrecht, Strategie, Marketing und rechtlichen Themen.

Fazit: Freiberufliche Tätigkeit anmelden: Eine gute Wahl, aber keine freie Entscheidung

Die Herausforderungen, mit denen Du als Freiberufler zu kämpfen hast, unterscheiden sich im Wesentlichen nicht von denen anderer Selbstständiger. Du bist Dein eigener Herr, aber damit auch für alles selbst verantwortlich. Geht etwas schief, haftest Du allein. Entsprechend solltest Du Dich um einen ausreichenden Versicherungsschutz kümmern.

Als Freiberufler profitierst Du aber auch von einer Reihe an steuerlichen und rechtlichen Vorteilen. Du zahlst keine Gewerbesteuer und kannst unter bestimmten Voraussetzungen die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und Dich so von der Umsatzsteuer befreien lassen. Neben den Betriebskosten kannst Du viele Ausgaben auch als Sachgemeinkosten steuerlich geltend machen. 

Freiberufler sind nicht zur doppelten Buchhaltung verpflichtet – die einfache Buchführung in Form der EÜR ist ausreichend. Je nachdem, welchen Beruf Du ausübst, erhältst Du sogar über die Künstlersozialkasse Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung und zahlst nur die Hälfte der Versicherungsbeiträge.

Allerdings handelt es sich um keine freie Entscheidung, freiberuflich zu arbeiten. Ob Du Freiberufler werden kannst, um von den steuerlichen und rechtlichen Vorteilen zu profitieren, hängt davon ab, ob Deine Tätigkeit vom Gesetzgeber als freiberuflich eingestuft wird.

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Häufig gestellte Fragen zu Freiberuflern

Ein Freiberufler übt einenKatalogberuf oder einen katalogähnlichen Beruf aus. Welche Berufe als freiberufliche Tätigkeit zählen, ist in § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt.

Als Freiberufler kannst Du Deinen Stundensatz selbst festlegen. Allerdings solltest Du diesen Deiner Erfahrung, Deinem Alter, der Qualität Deiner Arbeit, Deiner Branche sowie dem Projekt und dem üblichen Stundensatz anpassen. Der übliche Stundensatz kann je nach Region in Deutschland variieren. Laut Freelancer Kompass 2020 liegt der durchschnittliche Stundensatz eines Freelancers bei circa 94,28 € Netto.

Das deutsche Steuerrecht unterscheidet bei Selbstständigen zwischen Freiberuflern und Gewerbetreibenden. Freiberufler unterscheiden sich in der Hauptsache von Gewerbetreibenden darin, dass sie ihre Gewinne weder durch die Herstellung von Produkten noch ihrem Verkauf erzielen und auch kein Warenaustausch stattfindet.

Als Freiberufler hast Du die Wahl, freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen oder Dich privat zu versichern. Das gilt jedoch nur für Freiberufler, die keinen kammerpflichtigen Beruf ausüben. Freiberufler mit einer kammerpflichtigen Tätigkeit sind dazu verpflichtet, sich bei einem Versorgungswerk der entsprechenden Kammer anzumelden.

Freiberufler, deren Umsatz im Vorjahr nicht über 22.000 € lag und im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 € betragen wird, können die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und sich von der Zahlung der Umsatzsteuer befreien lassen. Damit sind sie gleichzeitig vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen.

Grundsätzlich dürfen Freiberufler eigene Mitarbeitende beschäftigen. Allerdings zeichnet sich der Freiberufler dadurch aus, dass er leitend und eigenverantwortlich tätig wird. Stellst Du zu viele Fachkräfte ein, die Dir diese Arbeit abnehmen, läufst Du Gefahr, dass das Finanzamt Dir den Status als Freiberufler aberkennt.

Freiberufler, die eigene Mitarbeitende beschäftigen, müssen bei der Agentur für Arbeit eine Betriebsnummer beantragen. Unternehmen werden in Deutschland über die Betriebsnummer (BBNR)  eindeutig identifiziert. Das ist notwendig, um Meldungen zur Sozialversicherung für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte an die Sozialversicherungsträger zu übermitteln.

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