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Freiberufliche Tätigkeit anmelden: Was musst Du beachten?

Jeannine Klein
Jeannine Klein Mai 2021 20 Min

Inhaltsverzeichnis

Es gibt zahlreiche Gründe, sich selbstständig zu machen. Einer der häufigsten Gründe ist sicher der Wunsch, unabhängig von einem Arbeitgeber seine Tätigkeit auszuführen, sein eigener Herr zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Selbstständige und Soloselbstständige gelten vor dem Gesetz zunächst als Gewerbetreibende. Ausnahme von der Regel und eine ganz besondere Form bilden Selbstständige, die sich als Freiberufler anmelden. Sie unterscheiden sich in rechtlichen und steuerlichen Aspekten maßgeblich von Gewerbetreibenden. Die Rechtsform eines Unternehmens spielt keine Rolle, um Freiberufler zu werden.

Was ist ein Freiberufler?

Selbstständigkeit ist nicht gleich Selbstständigkeit. In Deutschland unterscheidet das Gesetz zwischen Gewerbetreibenden und Freiberuflern. Entscheidend, um sich als Freiberufler anmelden zu können, ist die Tätigkeit, die ein Selbstständiger ausübt. § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) legt genau fest, welche Tätigkeiten als freie Berufe, zu den sogenannten Katalogberufen zählen. Dabei handelt es sich um selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten. Der Definition zufolge ist für die Zuordnung, um freiberuflich zu arbeiten, eine besondere Qualifikation nötig und die ausgeübte Tätigkeit trägt zum Wohl der Allgemeinheit bei. Wer eine kammerpflichtige Freiberuflichkeit anmeldet, ist zudem verpflichtet, seine Qualifikation bei den berufsständischen Kammern nachzuweisen.

Zu den Jobs, in denen Du Dich als Freiberufler anmelden kannst, zählen beispielsweise:

  • Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Tierärzte
  • Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte
  • Vermessungsingenieure
  • Architekten
  • Handelschemiker
  • Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Beratende Volks- und Betriebswirte, Vereidigte Buchprüfer, Steuerbevollmächtigte
  • Journalisten, Bildberichterstatter (Fotografen), Dolmetscher, Übersetzer
  • Lotsen

Im Gegensatz zum Gewerbetreibenden zeichnet sich ein Angehöriger der freien Berufe dadurch aus, dass er weder etwas herstellt noch verkauft und somit kein Warenaustausch stattfindet.

Wer als Freiberufler arbeitet, genießt viele Vorteile wie:

  • eine freien Zeiteinteilung
  • Unabhängigkeit
  • ortsunabhängiges Arbeiten
  • eine höhere Motivation
  • mehr Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit

Auf der anderen Seite bist Du wie jeder Selbstständige auch als Freiberufler selbst für Deine soziale Absicherung im Alter, im Krankheitsfall oder bei Arbeits- und Berufsunfähigkeit verantwortlich. Selbstständige, die freiberuflich arbeiten, haben keinen Anspruch auf Urlaub – ebenso wenig auf mögliche freiwillige zusätzliche Leistungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Nebenberuflich als Freiberufler anmelden

Bist Du im Angestelltenverhältnis tätig, hast Du die Möglichkeit, Dich zunächst auch mit einer freiberuflichen Tätigkeit im Nebenberuf selbstständig zu machen. In diesem Fall musst Du Deine Freiberuflichkeit beim Finanzamt anmelden, sparst Dir aber die Beiträge zur Sozialversicherung. Voraussetzung hierfür ist, dass die Stunden, die Du freiberuflich arbeitest, eine bestimmte Grenze nicht überschreiten und Du mindestens 50 Prozent Deines Einkommens mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erzielst.

Was ist ein Freelancer?

Der Begriff Freelancer stammt aus dem Englischen und meint übersetzt freier Mitarbeiter oder freier Angestellter. Freelancer arbeiten häufig projektbezogen, für verschiedene Auftraggeber für einen fest definierten Zeitraum. Sie agieren unabhängig und selbstverantwortlich und gelten daher Selbstständige.

Unterschied: Als Gewerbetreibender oder Freiberufler anmelden?

Als Freiberufler anmelden Balkon Laptop Frau

Zunächst einmal zählen Gewerbetreibende und Freiberufler zur Gruppe der Selbstständigen. Aber woher weißt Du, wer sich als Freiberufler anmelden darf? Welche selbstständig ausgeführte Tätigkeit zu den Katalogberufen und somit als freiberufliche Tätigkeit zählt, regelt § 18 des EstG. Ein wesentliches Merkmal freier Berufe ist, dass der Freiberufler „auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig wird.“

Im Einkommensteuergesetz ist von Katalogberufen sowie „ähnlichen Berufen“ die Rede. Die Definition ist nicht immer ganz eindeutig. Um sicherzugehen, dass Deine Arbeit als freiberufliche Tätigkeit anerkannt wird, sprich mit Deinem zuständigen Finanzamt. Eine vorherige Klärung ist notwendig, da für Freiberufler besondere rechtliche und steuerliche Vorgaben gelten. Sie sind beispielsweise von der Gewerbesteuer befreit und nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet.

Die Voraussetzungen, um sich als Freiberufler anzumelden, sind

  • eine staatliche Fachausbildung
  • ein staatlich anerkannter Berufsabschluss
  • eine nicht staatliche Ausbildung
  • langjährige Berufserfahrung
  • eine berufliche Zulassung

Wer keinen der sogenannten Katalogberufe oder einen ähnlichen Beruf mit seiner Selbstständigkeit ausübt, zählt zu den Gewerbetreibenden. Als Gewerbe wird jede wirtschaftliche Tätigkeit bezeichnet, die auf eigene Rechnung und eigene Verantwortung ausgeführt wird. Die ausgeführte Tätigkeit dient der Absicht, auf Dauer mit dem Gewerbe Gewinne zu erzielen. Diese Absicht verfolgst Du als Angehöriger der freien Berufe natürlich auch. Der Unterschied ist, dass Du als Freiberufler Deine Gewinne weder durch die Herstellung von Produkten noch ihrem Verkauf erzielst und kein Warenaustausch stattfindet.

Du gehörst zu den Gewerbetreibenden, wenn Du:

  • ein Gewerbe betreibst
  • Ware produzierst
  • Handel betreibst
  • eine Tätigkeit als Berater o. Ä. ausübst, die keinen Hochschulabschluss erfordert
  • als Vermittler, Makler, o. Ä. tätig bist
  • als Verleger oder Veranstalter arbeitest

Als Gewerbetreibender bist Du verpflichtet, Gewerbesteuer zu zahlen. Entsprechend musst Du vor Aufnahme Deiner Tätigkeit Dein Unternehmen beim zuständigen Gewerbeamt anmelden, um einen Gewerbeschein zu erhalten. Rechtsgrundlage ist die Gewerbeordnung (GewO).

Zu den Pflichten von Gewerbetreibenden zählen:

  • die Anmeldung beim Gewerbeamt
  • Zahlung von Gewerbesteuer
  • kostenpflichtige Mitgliedschaft bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer
  • Eintrag in das Handelsregister
  • Pflicht zur doppelten Buchführung

Wie kannst Du Dich als Freiberufler anmelden?

Selbstständige, die sich als Freiberufler anmelden, profitieren von zahlreichen Vorteilen. Sie sind von der Zahlung der Gewerbesteuer befreit. Darüber hinaus profitieren sie von einer vergleichsweise wenig aufwendigen Unternehmensführung. So ist beispielsweise eine einfache Buchhaltung ausreichend. Als Angehöriger der freien Berufe genießt Du sogar in Punkto Sozialversicherung arbeitnehmerähnliche Vorteile. Voraussetzung, um diese Vorteile nutzen zu können, ist die Anerkennung Deiner freiberuflichen Tätigkeit durch das Finanzamt.

Finanzamt: Freiberufliche Tätigkeit anmelden

Der erste Schritt auf Deinem Weg als Freiberufler führt Dich also zum Finanzamt. Erkennt das Finanzamt Deine Selbstständigkeit als freiberufliche Tätigkeit an, gelten für Dich steuerrechtliche Besonderheiten. Um Dich beim Finanzamt anzumelden, füllst Du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus. Im Anschluss an dir Prüfung Deiner Angaben, erhältst Du Deine Steuernummer. Da Du als Freiberufler von der Gewerbesteuer befreit bist, ist die Gewerbeanmeldung nicht notwendig. Die Anmeldung im Handelsregister ist nur in Ausnahmefällen notwendig.

Für Freiberufler, deren Tätigkeit nicht kammerpflichtig ist, ist eine Anmeldung beim Finanzamt ausreichen. Freiberufler, die einen kammerpflichtigen Beruf ausüben, müssen ihre Qualifikation zusätzlich bei der entsprechenden Standeskammer nachweisen.

Freiberufler und Gewerbe: Kann das zusammen gut gehen?

Wer unsicher ist, ob er mit seiner aktuellen Tätigkeit oder einem zukünftigen Projekt beide Formen, also ein Gewerbe und eine freiberufliche Tätigkeit miteinander vermischst, kann zur Sicherheit zwei Unternehmen – eines als Gewerbe und eines als Freiberufler anmelden. In diesem Fall musst Du eine getrennte Buchhaltung führen, getrennte Konten eröffnen, getrennte Meldungen beim Finanzamt einreichen und auch getrennte Meldungen zur Gewinnermittlung für das Finanzamt erstellen.

Stuft das Finanzamt Deine freiberufliche Tätigkeit auch als Gewerbe ein, wird sie beide Tätigkeiten als Gewerbe behandeln. Wenn nicht, profitierst Du steuerlich bei Deiner freiberuflichen Tätigkeit von der Befreiung der Gewerbesteuerpflicht sowie von einer vereinfachten Buchhaltung.

Einzelunternehmer oder als Freiberufler anmelden?

Während der Einzelunternehmer eine Rechtsform für ein Unternehmen ist, handelt es sich beim Freiberufler nicht um eine Rechtsform, sondern eher um eine Unterscheidung in Bezug auf steuerrechtliche Bestimmungen. Als Freiberufler kannst Du ein Einzelunternehmen gründen. Als Einzelunternehmer zählst Du aber nicht automatisch zu der Gruppe der Freiberufler, da dies von der Art Deiner Tätigkeit, nicht von der Rechtsform Deines Unternehmens abhängt.

Freiberufliche Tätigkeit anmelden: Welche Versicherungen brauchst Du?

Grundsätzlich sind Freiberufler wie alle anderen Selbstständigen selbst für ihre soziale Absicherung verantwortlich.

Kranken- und Rentenversicherung

Wer als Freiberufler eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit ausübt, kann sich zudem über die Künstlersozialkasse kranken- und rentenversichern. Freiberufler mit einer kammerpflichtigen Tätigkeit, sind dazu verpflichtet, sich bei einem Versorgungswerk der entsprechenden Kammer anzumelden. Freiberufler, die nicht zur Mitgliedschaft im Versorgungswerk verpflichtet sind, haben bei ihrer Krankenversicherung und Rentenversicherung die Wahl, sich freiwillig in den gesetzlichen Kassen zu versichern oder eine private Versicherung abzuschließen. Wer aber nicht privat für seine Rente sorgen möchte, kann sich auch freiwillig im Versorgungswerk anmelden.

Betriebliche Risiken absichern

Da Du mit Deiner Anmeldung als Freiberufler für Dein Handeln selbst verantwortlich bist, empfiehlt es, sich eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen, um Deine Existenz im Falle eines Schadens nicht zu gefährden. Die Preise für eine Berufshaftpflichtversicherung fallen sehr unterschiedlich hoch aus. Generell bewegen sie sich zwischen monatlich 10 und 20 Euro, wobei die Zahlung meist jährlich fällig wird. Wichtige Kriterien für eine gute Versicherung sind eine Absicherung bis zu einem hohen Betrag und möglichst eine niedrige Selbstbeteiligung. Des Weiteren solltest Du als Freiberufler darauf achten, wie sich die Beträge mit steigendem Umsatz erhöhen. Die Anbieter fordern in der Regel eine Umsatzmeldung am Ende des Geschäftsjahres von Dir ein, um den Preis entsprechend anzugleichen.

Je nach Deiner Tätigkeit kann es sinnvoll sein, eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung sowie einer Versicherung für Personen- und Sachschäden abzuschließen, um freiberuflich zu arbeiten. Letztere wird in der Regel aber auch durch die private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Hier profitieren Freiberufler von der Tatsache, dass viele Anbieter eine Kombination von Berufshaftpflicht und privater Haftpflicht anbieten.

Firmenwagen versichern

Wie bei einem privaten PKW musst Du auch Deinen Firmenwagen versichern. Der Abschluss einer KFZ-Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Darüber hinaus empfiehlt sich je nach Alter und Wert des Fahrzeugs eine Teil- oder Vollkaskoversicherung.

Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft

Den meisten Freiberuflern steht es frei, sich gegen Unfälle zu versichern. Für einige freiberufliche Tätigkeiten gilt allerdings eine Versicherungspflicht in der Berufsgenossenschaft als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Je nach Beruf und Branche sind unterschiedliche Berufsgenossenschaften zuständig. Eine Übersicht der zuständigen Berufsgenossenschaften findest Du beim DGUV, dem Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherung..

Als Freiberufler anmelden und ein Geschäftskonto eröffnen

Grundsätzlich gilt, dass die Führung eines Geschäftskontos ausschließlich für Kapitalgesellschaften in Deutschland verpflichtend ist. Du kannst Dich also als Freiberufler anmelden und Dein privates Girokonto auch als Geschäftskonto nutzen. Allerdings wird es von Banken nur sehr ungern gesehen, wenn Du Dein privates Girokonto auch für geschäftliche Zwecke nutzt. Unabhängig von der Verpflichtung, ein Geschäftskonto zu führen, empfiehlt es sich auch für Freiberufler, private von geschäftlichen Ausgaben zu trennen. Damit verschaffst Du Dir eine bessere Übersicht, erleichterst Dir die Buchhaltung und Deinem Steuerberater die Arbeit bei der Steuererklärung.

Online Geschäftskonto von Penta

Penta bietet Freiberuflern ein Online Geschäftskonto an, das optimal an ihre Bedürfnisse angepasst ist und zahlreich Vorteile bietet: Es ist hundert Prozent digital. Du sparst Zeit bei der Eröffnung: Die Anmeldung als Freiberufler in nur 15 Minuten erledigt. Mit der Penta App nutzt Du Dein Geschäftskonto auch unterwegs mit dem Smartphone oder Tablet. Du kannst Belege scannen und somit in Zukunft papierlos arbeiten und Dir die Buchhaltung so erheblich erleichtern. Außerdem kannst Du jederzeit Deine Einnahmen und Ausgaben einsehen.

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  • Lastschriften einziehen ? Zahlungen mittels Lastschrift sind sowohl mit dem SEPA-Basislastschriftverfahren als auch mit dem SEPA-Firmenlastschriftverfahren möglich. Diese Zahlungen sind kostenfrei und unbegrenzt. Der Lastschrifteinzug ist im SEPA-Basislastschriftverfahren möglich. Es werden 0,30 € pro eingezogener Lastschrift berechnet. Fehlgeschlagene oder zurückgeschickte Lastschrifteinzüge werden mit je 3 € berechnet.
  • Komplette DATEV-Integration und weitere Buchhaltungs-Tools ? Synchronisiere Deine Transaktionen und hochgeladenen Belege mit DATEV Unternehmen online, sodass Dein Steuerberater direkt Zugriff auf Deine Einnahmen und Ausgaben hat.

Übrigens kannst Du bei Penta als Freiberufler auch online einen Kredit beantragen und von flexiblen Finanzierungsformen profitieren.

Buchhaltung und Rechnungen schreiben

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt Deiner freiberuflichen Tätigkeit ist es, Rechnungen als Freiberufler zu schreiben. Die Rechnung muss den Nettobetrag und die Umsatzsteuer getrennt ausweisen. Zahlst Du keine Umsatzsteuer, ergänze um Missverständnisse zu vermeiden, einen entsprechenden Hinweis oder nutze als Freiberufler ein Muster für die Rechnung ohne Umsatzsteuer. Neben Deinen persönlichen Angaben wie Adresse, Steuer-Identifikationsnummer und der Kontonummer Deines Geschäftskontos, musst Du die fortlaufende Rechnungsnummer, das Rechnungsdatum, die erbrachte Leistung sowie das Zahlungsziel aufführen.

Darüber hinaus musst Du den Preis für Deine Leistung (Stundenlohn, Tagessatz, Stückpreis) aufführen. Als Freiberufler kannst Du Dir das Schreiben von Rechnungen mit Vorlagen erleichtern. Anhand der fortlaufenden Rechnungsnummer kann das Finanzamt die Rechtmäßigkeit und Reihenfolge Deiner Rechnungen nachvollziehen kann. Das Zahlungsziel meint, dass eine Rechnung normalerweise innerhalb von vier Wochen vom Kunden beglichen werden muss. Allerdings kannst Du hier auch einen kürzeren Zeitraum festlegen.

Bei Deiner Buchhaltung ist die einfache Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ausreichend. Für die Steuererklärung nutzt Du das Formblatt vom Finanzamt, um Deine Einnahmen und Ausgaben zu erfassen.

Einnahmen: Was verdienen Freiberufler?

Als Freiberufler kannst Du Deinen Stundensatz selbst festlegen. Allerdings solltest Du diesen Deiner Erfahrung, Deinem Alter, der Qualität Deiner Arbeit, Deiner Branche sowie dem Projekt und dem üblichen Stundensatz anpassen. Der übliche Stundensatz kann je nach Region in Deutschland variieren. Laut Freelancer Kompass 2020 liegt der durchschnittliche Stundensatz eines Freelancers bei zirka 94,28 Euro Netto. Bleib realistisch, aber verkaufe Dich auch nicht unter Wert. Bei einem niedrigen Anfangssatz wird es häufig schwierig, diesen zu steigern – insbesondere bei Bestandskunden.
Bedenke dabei, dass Du als Freiberufler keine finanzielle Unterstützung beispielsweise in Form von Arbeitslosengeld erhältst und kalkuliere so, dass Du Rücklagen bilden kannst. Übrigens: Kunden, die einen Auftrag zurückziehen, schulden Dir ein Ausfallhonorar.

Ausgaben: Welche laufenden Kosten haben Freiberufler?

In den Köpfen vieler braucht man als Freiberufler eigentlich nichts weiter als einen Arbeitsplatz, ein Smartphone, einen Laptop, eine Internetverbindung und Strom. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Welche Kosten auf Dich zukommen, hängt natürlich von der Art Deiner freiberuflichen Tätigkeit ab. Gegebenenfalls kommen zum Start Investitionen auf Dich zu, um Dein Geschäft als Freiberufler aufzubauen. Dazu zählt beispielsweise der Erwerb einer teuren Softwarelizenz, die Du zur Erstellung einer eigenen Homepage oder einem Onlineshop benötigst. Diese Ausgaben werden fachspezifisch als Sachgemeinkosten bezeichnet.

Wer über keine steuerrechtlichen Kenntnisse verfügt oder das Risiko hoher Nachzahlungen aufgrund fehlerhafter Steuererklärungen vermeiden möchte, muss beim Anmelden als Freiberufler noch Kosten für einen Steuerberater einplanen. Wer regelmäßig für Ordnung in seiner Buchhaltung sorgt, Rechnungen und Belege sauber sortiert und aufbewahrt, erspart seinem Steuerberater Arbeit, und kann die Kosten so möglichst gering halten.

Ein weiterer Posten bei Deinen laufenden Kosten, den Du als Freiberufler auf jeden Fall mit einplanen musst, ist Dein eigenes Gehalt. Läuft Dein Unternehmen und Du willst eigenes Personal einstellen, kommen Personalkosten sowie gegebenenfalls Kosten für die Erstellung der Lohn- und Gehaltsabrechnungen hinzu.

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Steuern für Freiberufler: Welche Steuerarten sind relevant?

Zu den wichtigsten Steuerarten, die Du als Unternehmer kennen solltest, gehören die Einkommensteuer, die Gewerbesteuer und die Umsatzsteuer. Beschäftigst Du Mitarbeiter, ist die Lohnsteuer ebenfalls relevant. Für Kapitalgesellschaften sind statt der Einkommensteuer die Körperschaftsteuer sowie die Kapitalertragssteuer von Bedeutung.

Um freiberuflich zu arbeiten, meldest Du Dich vor Aufnahme Deiner Tätigkeit beim Finanzamt an und erhältst eine Steuernummer. Als Freiberufler bist Du von der Zahlung der Gewerbesteuer befreit. Bei der Anmeldung gibst Du im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung die Höhe Deines voraussichtlichen Einkommens an. Bis zu einem jährlichen Einkommen von 9.696 Euro bist Du von der Zahlung der Einkommensteuer ebenfalls befreit. Alles was Du über diesen Steuerfreibetrag für Freiberufler hinaus verdienst, musst Du als Freiberufler in Deiner Steuererklärung versteuern.

Die Höhe Deiner Einkommensteuer hängt von der Höhe Deiner Einnahmen ab: Je höher Dein Einkommen, desto höher sind auch die Steuern, die Du als Freiberufler zahlen musst. Gegebenenfalls musst Du im Rahmen der Steuervorauszahlung bereits die Einkommensteuer an das Finanzamt zahlen. Andernfalls wird die Höhe der Einkommensteuer mit Deiner Steuererklärung festgesetzt. Um am Ende des Jahres böse Überraschungen zu vermeiden, behalte jederzeit einen guten Überblick über Deine Finanzen. So kannst Du die Höhe Deines zu erwartenden Einkommens realistisch einschätzen.

Musst Du als Freiberufler Umsatzsteuer zahlen?

Im Umsatzsteuergesetz ist festgelegt, das Unternehmen auf alle Umsätze, die durch ihre Geschäftstätigkeit im Inland erzielt wurden, Steuern zahlen müssen. Entsprechend sind auch Freiberufler grundsätzlich verpflichtet, Umsatzsteuer in Höhe von regulär 19 Prozent oder ermäßigt von 7 Prozent auf ihre Einnahmen zu zahlen und müssen eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt einreichen. In den ersten zwei Jahren Deiner Tätigkeit musst Du die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich abgeben. Danach gibst Du sie nur noch vierteljährlich ab.

Umsatzsteuerbefreiung für Freiberufler

Wer sich als Freiberufler anmeldet, kann sich unter bestimmten Voraussetzungen genau wie alle anderen Kleinunternehmer, Selbstständigen oder Soloselbstständigen, mithilfe der Kleinunternehmerregelung von der Pflicht zur Zahlung der Umsatzsteuer befreien lassen. Um diese Regelung als Freiberufler gemäß § 19 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG) in Anspruch zu nehmen, darf Dein Umsatz im Vorjahr nicht über 22.000 Euro gelegen haben und der erwartete Umsatz darf die Grenze von 50.000 Euro im laufenden Geschäftsjahr nicht übersteigen. Die Befreiung beantragst Du beim Finanzamt. Bedenke bei Deiner Entscheidung, dass die Regelung für die nächsten fünf Geschäftsjahre gilt und Du bei der Befreiung von der Umsatzsteuer entsprechend keinen Vorsteuerabzug auf gekaufte Waren geltend machen kannst.

Steuern absetzen: Freiberufliche Tätigkeit anmelden und Steuern sparen

Selbstständige, die sich als Freiberufler anmelden, erwarten Ausgaben beispielsweise für die Miete eines Büros, die Büroausstattung, die technische Ausstattung, Büromaterial, Fahrtkosten etc.. Während Angestellte Ausgaben, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit anfallen, als Werbungskosten absetzen, machen Freiberufler diese Kosten im Rahmen ihrer Steuererklärung als Betriebskosten geltend.

Zu den Betriebskosten zählen alle Ausgaben, die Du als Angehöriger der freien Berufe tätigst, um Geld zu verdienen.

Dazu zählen beispielsweise Ausgaben für

  • Kosten für Deinen Arbeitsplatz: Büromiete, Ausgaben für die Nutzung eines Coworking Spaces, Betriebs-und Renovierungskosten oder Anschaffungen von Büromöbeln. Wer ein privates Arbeitszimmer nutzt, kann Kosten nur dann absetzen, wenn der Raum ausschließlich beruflich genutzt wird.
  • Arbeitsmittel: Laptop, Bildschirm, Drucker, Büromaterial, Fachliteratur
  • Kommunikationsmittel: Internet-Verbindung, Mobilfunkvertrag
  • Reisekosten: Verpflegungsmehraufwand bei Dienstreisen, BahnCard, Fahrtkosten für Kundenbesuche, Fortbildungen etc.
  • Kaffee, Getränke, Klopapier
  • berufstypische Arbeitskleidung
  • Geschäftsessen
  • Marketingmaterialien
  • Fortbildungen und Schulungen

Wer Ausgaben für Dienstleistungen und Güter angibt, die er prinzipiell auch privat verwenden kann, muss begründen, warum er sie zum großen Teil zum freiberuflichen Arbeiten benötigt. Man spricht hier von einer notwendigen Betriebsausgabe. Voraussetzung ist, dass Du alle Rechnungen sorgfältig aufbewahrst, um diese Ausgaben in der Steuererklärung nachweisen zu können. Hier hilft Dir die Penta App, die über eine Schnittstelle mit einer Buchhaltungssoftware verbunden ist. So kannst Du als Freiberufler mithilfe einer Buchhaltungssoftware von lexoffice, Debitoor, Billomat, Papierkram oder Buchhaltungs Butler Belege einscannen und über die Schnittstelle hinterlegen und einfach zuordnen.

Penta verbindet Banking und Buchhaltung

Wer als freiberuflich als Künstler, schriftstellerisch oder wissenschaftlich arbeitet oder nebenberuflich Freiberufler ist, profitiert von einer Betriebsausgabenpauschale für Freiberufler und kann bis zu 30 Prozent seiner Betriebsausgaben pauschal geltend machen.

Auto als Freiberufler anmelden: Firmenwagen oder Privatwagen?

Benötigst Du einen Firmenwagen, um freiberuflich zu arbeiten, hast Du mehrere Optionen bei der Anschaffung: Du kannst einen Firmenwagen leasen, ihn kaufen oder Deinen privaten PKW als Firmenwagen nutzen. Von dieser Entscheidung hängt es ab, ob ein Firmenwagen zum notwendigen Betriebsvermögen, dem gewillkürten Betriebsvermögen oder zu Deinem Privatvermögen zählt.

Notwendiges oder gewillkürtes Betriebsvermögen?

  • Beim notwendigen Betriebsvermögen liegt die Anzahl der betrieblichen Fahrten bei über 50 Prozent.
  • Beim gewillkürten Betriebsvermögen ist es Dir überlassen, ob Du Deinen Wagen in das Privat- oder das Unternehmensvermögen schreibst, wenn die Anzahl der betrieblichen Fahrten bei 10 bis 50 Prozent liegt.
  • Zum Privatvermögen zählt der Firmenwagen, wenn die Anzahl der betrieblichen Fahrten bei weniger als 10 Prozent liegt.

Bist Du Dir nicht sicher, welche Kategorie steuerlich am besten geeignet ist, kannst Du mithilfe eines Fahrtenbuchs, private und berufliche Fahrten notieren und später gemeinsam mit Deinem Steuerberater die beste Lösung finden.

Nutzt Du Deinen Firmenwagen auch für private Fahrten, musst Du die private Nutzung entsprechend mit der 1-Prozent-Regelung versteuern oder ein Fahrtenbuch führen. Allerdings kann es durchaus sehr mühsam sein, ein manuelles Fahrtenbuch zu führen, was bedeutet, vor und nach jeder Fahrt den korrekten Kilometerstand in das Fahrtenbuch einzutragen. Abhilfe können Apps schaffen wie Vimcar.

Entschließt Du Dich zum Kauf eines Firmenwagens, kannst Du diesen sechs Jahre lang abschreiben lassen. Bei älteren Gebrauchtwagen wird einfach das Alter des Wagens von der Abschreibungszeit abgezogen. Die minimale Abschreibungsdauer beträgt dann zwei Jahren.

Du kannst Dich auch als Freiberufler anmelden und Dein eigenes, privates Fahrzeug Deinem Unternehmen überschreiben. Damit gilt es dann als Sacheinlage.

Laufende Kosten

Neben dem Anschaffungspreis kannst Du weitere Ausgaben rund um Deinen Firmenwagen steuerlich geltend machen wie:

  • Tankkosten
  • Reparaturen
  • Ölwechsel
  • Winter- und Sommerreifen
  • Parkkosten
  • Mautgebühren
  • Versicherungen

Alternativ kannst Du freiberuflich arbeiten und nach Absprache Deine Fahrtkosten Deinen Kunden in Rechnung stellen.

Als Freiberufler anmelden: Die Vor- und Nachteile

Im Vergleich zum Gewerbetreibenden ist die Tätigkeit als Freiberufler nicht nur mit steuerlichen Vorteilen verbunden. Selbstständige, die sich als Freiberufler anmelden, profitieren von einem vergleichsweise geringen administrativen Aufwand sowie von geringeren Kosten bei Gründung und im laufenden Betrieb.

Vorteile, Freiberufler zu werden

Freiberufler arbeiten nicht nur frei und unabhängig. Sie genießen es auch, frei von vielen verschiedenen Vorschriften zu sein. Dazu gehört beispielsweise die Befreiung von der Gewerbesteuer oder einer Zwangsmitgliedschaft bei einer IHK. Außerdem sind Freiberufler von der doppelten Buchführungspflicht befreit und müssen zum Abschluss des Geschäftsjahres auch keine Bilanz aufstellen. Für die Buchhaltung reicht es vollkommen aus, die sogenannte Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) durchzuführen und mit der Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen.

Je nachdem, welcher Berufssparte Freiberufler angehören, profitieren sie sogar von arbeitnehmerähnlichen Vorteilen. Als Teil der gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland ermöglicht die Künstlersozialversicherung (KSV) freischaffenden Künstlern und Publizisten einen Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Im Gegensatz zu freiwillig versicherten Selbstständigen zahlen Freiberufler in der Künstlersozialkasse (KSK) nur einen Beitrag, der dem Arbeitnehmeranteil entspricht.

Nachteile, Freiberufler zu werden

Freiberuflich zu arbeiten findet häufig an der Grenze zwischen Freiheit und Überforderung statt. Einerseits genießt Du viele Freiheiten, andererseits musst Du aber auch alles selber machen, selber entscheiden, selbst leiten und die Verantwortung für Dein Handeln übernehmen. Nicht jeder Freiberufler verfügt über Kenntnisse in Buchhaltung, Steuerrecht, Strategie, Marketing und rechtlichen Themen.

Mit einem modernen Geschäftskonto wie dem Online Geschäftskonto für Freiberufler kannst Du Dir das Leben als Freiberufler leichter machen. Mit zahlreichen innovativen Funktionen und Produkten, die Du auch unterwegs über die App am Smartphone oder Tablet nutzen kannst, wird Banking zum Kinderspiel. Du behältst Deine Finanzen jederzeit im Blick und Dir kannst über Schnittstellen Deine Buchhaltung wesentlich erleichtern. Wer die Möglichkeit nutzt, seinem Steuerberater einen eigenen Zugang einzurichten, spart sich nicht nur Arbeit und Zeit, sondern im besten Fall auch Geld. Darüber hinaus erleichtert Penta Dir mit dem Amazon Web Services Willkommenspaket den Einstieg in das Leben als Freiberufler. Probiere es einfach aus!

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Freiberufliche Tätigkeit anmelden: Eine gute Wahl – aber keine freie Entscheidung

Die Herausforderungen, mit denen Du als Freiberufler zu kämpfen hast, unterscheiden sich im Wesentlichen nicht von denen aller Selbstständigen. Du bist Dein eigener Herr, aber damit auch für alles selbst verantwortlich. Geht etwas schief, haftest Du allein. Entsprechend solltest Du Dich um einen ausreichenden Versicherungsschutz kümmern.

Als Freiberufler profitierst Du aber auch von einer Reihe an steuerlichen und rechtlichen Vorteilen. Du zahlst keine Gewerbesteuer und kannst unter bestimmten Voraussetzungen die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und Dich so von der Umsatzsteuer befreien lassen. Neben den Betriebskosten kannst Du viele Ausgaben auch als Sachgemeinkosten steuerlich geltend machen. Freiberufler sind nicht zur doppelten Buchhaltung verpflichtet – die einfache Buchführung in Form der EÜR ist ausreichend. Je nachdem, welchen Beruf Du ausübst, erhältst Du sogar über die Künstlersozialkasse Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung und zahlst nur die Hälfte der Versicherungsbeiträge.

Allerdings handelt es sich um keine freie Entscheidung, freiberuflich zu arbeiten. Ob Du Freiberufler werden kannst, um von den steuerlichen und rechtlichen Vorteilen zu profitieren, hängt davon ab, ob Deine Tätigkeit vom Gesetzgeber als freiberuflich eingestuft wird.

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