Überweisung ins Ausland: Alles Wichtige im Überblick

Oliver
Oliver Mai 2022 Fintech Content Editor 8 Min

Inhaltsverzeichnis

Für den Geldtransfer innerhalb der EU wird die SEPA-Überweisung genutzt. Das SEPA-Verfahren hat dazu beigetragen, dass wir Geld mittlerweile unkompliziert in das europäische Ausland überweisen können. Für Geldüberweisungen ins Ausland außerhalb der EU gelten allerdings andere Regelungen. Hier gibt es Unterschiede in Bezug auf die Dauer, die Kosten und die Abwicklung. 

Geldüberweisung ins Ausland auf einen Blick

  • Innerhalb des SEPA-Raums wird die SEPA-Überweisung genutzt.
  • SEPA-Überweisungen sind meist kostenlos und werden schnell ausgeführt.
  • Bei Auslandsüberweisungen in Fremdwährungen in Drittstaaten fallen höhere Gebühren an und sie dauern länger.
  • Alternativ zur Banküberweisung können Geldtransferdienste oder Online-Bezahldienste für Auslandsüberweisungen genutzt werden.

Wie funktioniert eine Überweisung ins Ausland?

Wird Geld auf ein Konto im Ausland überwiesen, handelt es sich um eine Auslandsüberweisung. Hierbei wird zwischen Überweisungen innerhalb der EU und Überweisungen in Drittstaaten unterschieden.

EU-Überweisungen 

EU-Überweisungen werden seit 2014 ausschließlich über das SEPA-Verfahren abgewickelt. Kunden profitieren von günstigeren Preisen und einer schnellen Geldüberweisung unabhängig von ihrem Wohn- oder Standort. Innerhalb der EU werden Auslandsüberweisungen im Laufe eines Bankarbeitstages abgewickelt.

Die SEPA-Überweisung ins Ausland darf dabei nicht mehr kosten als eine innerstaatliche Geldüberweisung. Die tatsächlichen Kosten für SEPA-Überweisungen in das europäische Ausland hängen allerdings von den individuellen Konditionen Deiner Bank ab.

SEPA-Überweisungen werden ausschließlich in Euro abgewickelt. Voraussetzung für eine Auslandsüberweisung per SEPA ist, dass sowohl der Sender als auch der Empfänger ein Bankkonto bei einem Finanzinstitut innerhalb der EU oder des Europäischen Währungsraums (EWR) besitzt. Um Geld auf ein Konto im europäischen Ausland zu überweisen, benötigst Du neben dem Vor- und Nachnamen des Zahlungsempfängers lediglich seine IBAN.

IBAN

Die IBAN (International Bank Account Number) ersetzt im SEPA-Verfahren die Kontonummer. Sie besteht aus insgesamt 20 Zahlen: der Kennzahl des jeweiligen Landes, der Bankleitzahl sowie der Kontonummer.

Neben den EU-Mitgliedern nehmen weitere Staaten, die ebenfalls den Euro als Währung führen, am SEPA-Verfahren teil. Hierzu zählen

  • Andorra
  • Island
  • Liechtenstein
  • San Marino
  • Monaco
  • Norwegen
  • die Schweiz
  • der Vatikanstaat

Geld in Drittstaaten überweisen

Sind Fremdwährungen im Spiel oder befindet sich der Empfänger in einem Drittstaat, nutzt Du die Auslandsüberweisung. Dazu benötigst Du die folgenden Daten vom Zahlungsempfänger:

  • seinen vollständigen Namen
  • gegebenenfalls seine Anschrift
  • die IBAN oder eine Kontonummer des Zahlungsempfängers
  • die Internationale Bankleitzahl (BIC) der Bank des Empfängers

Zudem musst Du angeben, in welcher Währung die Überweisung ausgeführt werden soll.

Tipp: Weitere Infos zum Eröffnen eines Auslandskontos findest Du in unserem Ratgeber.

BIC

Der BIC (Business Identifier Code) entstand auf Betreiben der SWIFT, der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, um den internationalen Zahlungsverkehr bzw. die internationale Überweisung zu vereinheitlichen und zu vereinfachen. Man spricht daher auch von einer SWIFT-Überweisung. Der BIC oder auch SWIFT-Code besteht aus elf bis zwölf Stellen und setzt sich aus dem Kürzel für die Bank, dem Länderkürzel und einer Buchstabenkombination der Filiale zusammen.

Welche Geldüberweisungen ins Ausland muss man melden?

Auslandsüberweisungen in Euro sowie in Fremdwährungen unterliegen gemäß § 11 Außenwirtschaftsgesetz (AWG) in Verbindung mit §§ 67 ff. Außenwirtschaftsverordnung (AWV) ab einem Betrag von 12.500 € oder dem Gegenwert in anderen Währung der AWV-Meldepflicht. Sowohl eingehende Zahlungen aus dem Ausland sowie wie ausgehende Überweisungen in das Ausland, die diese Grenze überschreiten, sind meldepflichtig.

Die Meldung muss bis zum siebten Kalendertag des nachfolgenden Monats nach Eingang bei der Deutschen Bundesbank eingehen. Diese Meldepflicht gilt für Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen, Geldinstitute und öffentliche Stellen in der Bundesrepublik Deutschland und dient statistischen Zwecken. Steuerrechtlich hat die Meldung keine Relevanz. 

Die Meldung erfolgt in elektronischer Form auf der Website der Deutschen Bundesbank. Unternehmen benötigen eine Meldenummer, Privatpersonen können ihre Zahlungen über eine kostenlose Hotline melden.

Ausgenommen von der Meldepflicht bei Auslandsüberweisungen sind Aus- und Rückzahlungen von Krediten und Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit bis zu zwölf Monaten. Bei Zahlungen für Wareneinfuhren und Ausfuhrerlöse entfällt die Meldepflicht ebenfalls.

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Wie lange dauert eine Geldüberweisung ins Ausland?

Bei der Frage, wie lange es dauert, bis Geld, das in das Ausland überwiesen wird, muss wieder zwischen EU- bzw. SEPA-Überweisungen und den Überweisungen in Drittstaaten unterschieden werden.

Dauer einer SEPA-Überweisung

Mit der Umsetzung der EU-Zahlungsdiensterichtlinie gelten für die Dauer einer Überweisung im Inland sowie im SEPA-Raum einheitliche Regelungen. Online-Überweisungen, auch als beleglose Überweisungen bekannt, dürfen nur noch maximal einen Bankarbeitstag dauern.

Für die Ausführung beleghafte Überweisungen, also Überweisungen mit einem Überweisungsvordruck aus Papier, haben Banken bis zu zwei Bankarbeitstage Zeit.

Dauer einer Geldüberweisung ins Ausland: Drittstaaten

Bis ein Betrag in einer Fremdwährung dem Konto eines Empfängers im nicht europäischen Ausland gutgeschrieben wird, vergehen zwischen drei bis sechs Tage. Sie ist daher nicht der schnellste Weg, Geld ins Ausland zu überweisen. Bei eiligen Anweisungen empfiehlt es sich daher, auf andere Möglichkeiten zurückzugreifen. 

Schneller geht es beispielsweise mit Geldtransferdiensten wie Western Union, MoneyGram oder anderen Dienstleister. Sie ermöglichen es Kunden, Geld innerhalb weniger Sekunden an jeden beliebigen Ort im Ausland zu schicken. Alternativ kann auch der Online-Bezahldienst PayPal genutzt werden, um Geld in das Ausland zu überweisen.

Gebühren: Geld überweisen ins Ausland

Bei Geldüberweisungen in Länder, die am SEPA-Verfahren teilnehmen, fallen in der Regel kaum Gebühren an. Voraussetzung dafür ist, dass der Überweisungsbetrag in Euro ausgewiesen wird. 

Geld ins Ausland senden: Mögliche Gebühren im SEPA-Raum

Wer Geld in Länder wie die Schweiz oder Monaco überweisen möchte, muss sich auch bei einer SEPA-Überweisung gegebenenfalls auf höhere Gebühren einstellen. Diese werden je nach geltender Entgeltregelung entweder von der eigenen Bank oder aber vom Kreditinstitut des Empfängers erhoben. 

Trotz Zugehörigkeit zum SEPA-Raum nutzen nicht alle Länder den Euro als Währung. Hierzu zählen:

  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Groß Britannien
  • Island
  • Kroatien
  • Liechtenstein
  • Norwegen
  • Polen
  • Rumänien
  • Schweden
  • Schweiz
  • Tschechien
  • Ungarn

Entsprechend fallen bei Überweisungen, die nicht in Euro ausgeführt werden, Fremdwährungsgebühren an. Überweisungen in einer fremden Währung können möglicherweise als Devisengeschäft gesehen werden, wodurch Gebühren für den Ankauf und den Verkauf von Devisen entstehen können.

Darüber hinaus ist es auch möglich, dass Du der Bank Überweisungsgebühren zahlen musst. Diese liegen in der Regel bei fünf bis zehn Prozent der überwiesenen Summe. Die Angaben auf dem Überweisungsträger solltest Du sorgfältig prüfen. Fehlerhafte Angaben führen zu einem erhöhten Verwaltungsaufwand, wodurch Banken berechtigt sind, weitere Gebühren zu erheben.

Gebühren Auslandsüberweisungen in Drittstaaten

Bei einer Überweisung in ein nichteuropäisches Land in einer fremden Währung können neben den klassischen Überweisungsgebühren weitere Kosten für die Auslandsüberweisung anfallen:

  • Wechselkurs: Behalte bei Geldüberweisungen ins Ausland den Wechselkurs im Blick, da dieser sich ständig ändert. Darüber hinaus kann der Kurs von Bank zu Bank variieren.
  • Swift-Gebühren: Die anfallende Gebühr für diesen Dienst wird von den Banken an ihre Kunden weitergereicht.
  • Kosten für das Wechseln: Viele Banken lassen sich das Wechseln von Geld bei Auslandsüberweisungen als Leistung bezahlen. Wer direkt in Euro überweist, kann den Gebühren bei Geldüberweisungen ins Ausland der eigenen Bank entgehen, sollte jedoch damit rechnen, dass die Empfänger-Bank Gebühren erhebt.

Welche Möglichkeiten der Gebührenaufteilung gibt es?

Bei Geldüberweisungen ins Ausland fallen Kosten für die Transaktion an. Wer die Kosten trägt, hängt von drei unterschiedlichen Entgeltregelungen für Auslandsüberweisungen ab:

  • OUR – Our Customer Charged: Hier bezahlt der überweisende Kunde die Kosten für die Auslandsüberweisung meist per Vorkasse.
  • BEN – Beneficiary Pays Costs: Derjenige, dem das Geld überwiesen wird, übernimmt die anfallenden Kosten für die Auslandsüberweisung. Diese werden von der überwiesenen Summe abgezogen.
  • SHARE: Die Kosten der Geldüberweisungen ins Ausland werden zwischen den Beteiligten aufgeteilt. Viele Banken nutzen diese Variante als Überweisungsstandard.

Internationale Geldüberweisung zurückholen

Bevor Du eine solche Auslandsüberweisung abschließt, überprüfe die Angaben sorgfältig: Bei falschen Angaben kann die Bank das Geld nicht zurückbuchen.

Hast Du eine existierende IBAN und BIC eingegeben, überprüft die Bank nicht zusätzlich, ob Zahlungsempfänger und Kontoinhaber identisch sind. Ist das Geld also einmal auf ein falsches Konto im Ausland überwiesen worden, musst Du selbst Kontakt zum Empfänger aufnehmen und ihn um die Rückzahlung des Betrags bitten. Nur wenn die Auslandsüberweisung keinem Konto zugewiesen werden kann, wird das Geld wieder zurückgebucht.

Wer sein Geld nicht online in das europäische Ausland überweisen möchte, erhält ein Formular für die Auslandsüberweisung bei seiner Bank.

Fazit: Überweisung ins Ausland – Finde den richtigen Anbieter

Der Klassiker, um Geld ins Ausland zu transferieren, ist die Banküberweisung. Bei Überweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums sind die Transaktionen sogar meist kostenlos. Überweisungen in das nicht europäische Ausland in einer Fremdwährung können hingegen teuer werden. Zum Teil fallen bis zu zehn Prozent des Überweisungsbetrags als Gebühr an. Zudem dauern Überweisungen in Drittstaaten deutlich länger als SEPA-Überweisungen. 

Alternativ kannst Du auf Geldtransferdienste oder Online-Bezahldienste zurückgreifen. Hier geht es wesentlich schneller. Allerdings solltest Du Dich im Vorfeld genau über die möglichen Kosten informieren. 

Welcher Dienstleister sich am besten eignet, hängt nicht zuletzt auch von der Währung ab. Für problemlose Auslandsüberweisungen in die USA, nach China sowie in weitere Länder empfehlen wir Dir das Online Geschäftskonto von Penta. Du zahlst bei Penta durchschnittlich zehnmal weniger Gebühren für Auslandsüberweisungen als bei traditionellen Banken – ohne versteckte Kosten. Geldüberweisungen ins Ausland lassen sich zudem einfach verfolgen, sodass Du stets den Überblick behältst, welche Gelder Du in das Ausland transferiert hast.

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