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Content-Marketing: mit Blogging Geld verdienen

1994 veröffentlichte der US-amerikanische Journalist Justin Hall das erste Blog im Internet. Mittlerweile ist der Pionier-Blogger nicht mehr allein: Blogging hat sich zu einer der beliebtesten Arten der Kommunikation und Verbreitung von Informationen und Nachrichten entwickelt. Es gibt Millionen von Blogs, in denen Blogger ihr Hobby, ihre Expertise oder ihr gesamtes Leben mit der Welt teilen. Immer mehr Menschen nutzen Blogs auch, um sich über Produkte zu informieren. Damit gewinnen Blogs auch zunehmend an Bedeutung im Marketing-Mix von Start-ups.

Was ist ein Blog?

Öffentlich im Internet einsehbare Tagebücher oder Journale werden als Blog oder Weblog bezeichnet. Die Autoren, die Blogger, schreiben in ihren Blog-Beiträgen ihre Gedanken nieder, geben ihr Wissen weiter oder teilen ihre Hobbys und Leidenschaften mit der Welt.

Wie erstelle ich ein Blog?

Alles, was Du zum Bloggen benötigst, ist eine Blogging-Plattform, auf der Du Dein Blog erstellen, gestalten und bearbeiten kannst und einen Webhoster. Die weltweit führende Blog-Plattform mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent ist WordPress. Im April 2020 wurden insgesamt fast 75 Millionen Blog-Posts von WordPress-Nutzern veröffentlicht. Die Anzahl der Page Views von WordPress-Artikeln lag im April 2020 bei rund 28 Milliarden (Quelle: Statista). Im Laufe der Zeit hat sich WordPress von einer reine Blogging-Plattform zu einem vollwertigen Content-Management-System entwickelt. So kannst Du mit WordPress nicht nur Blogs, sondern auch umfangreiche Webseiten erstellen.

Alternativ nutzen insbesondere Blogger in den USA die Blogging-Plattform Tumblr. Insgesamt gibt es fast 500 Millionen Tumblr-Blogs (Mai 2020).

Die verschiedenen Arten des Bloggings

Ein Blog über Dein Hobby, Deine Fachkenntnisse oder Dein Unternehmen zu starten, ist eine gute Möglichkeit, Inhalte zu teilen, sich über Kommentarfunktionen mit anderen auszutauschen und Dein Netzwerk zu erweitern. Dank zahlreicher Blogging-Plattformen ist es ganz einfach, ein Blog zu erstellen. Um ihn erfolgreich zu machen und im besten Fall Geld damit zu verdienen, benötigst Du allerdings in wenig Know-how.

Private Blogs

Als Hobby-Blogger willst Du Dich der Welt mitteilen. Bloggen dient überwiegend dem Selbstzweck, Deiner Leidenschaft für ein bestimmtes Thema Ausdruck zu verleihen. Geld verdienen, steht zwar nicht im Vordergrund. Ebenso wenig ist mit einem großen Ansturm auf Dein Blog zu rechnen. Natürlich stehen Dir aber auch beim Hobby-Blogging ein paar einfache Tricks zur Verfügung, mit denen Du Dein Blog für Leser attraktiver machen kannst.

  1. Unterschätze den Aufwand nicht: Treue Leser erwarten regelmäßige Posts von Dir.
  2. Werte Deine Inhalte mit Bildern auf.
  3. Nutze Social-Media-Kanäle wie Facebook oder Instagram, um neue Blog-Posts zu bewerben.
  4. Vernetze Dich mit anderen Bloggern.

Als Plattform für Dein privates Blog bieten sich Baukastensysteme für Websites an, die beispielsweise wie Wix auch über ein Blog-Modul verfügen, die ohne Programmierkenntnisse und in der Basisversion sogar meist kostenlos nutzbar sind.

Money-Blogging

Für Profis gibt es verschiedene Arten, Geld mit ihrem Blog zu verdienen. Eine der einfachsten Arten, Dein Blog zu monetarisieren, ist das Affiliate-Marketing. Als Affiliate agierst Du quasi als Vertriebspartner für Produktanbieter. Sie stellen Dir Werbemittel zur Verfügung, die Du als Banner auf Deinem Blog integrierst oder im E-Mail-Marketing verwenden darfst. Für jeden Verkauf, der über diese Banner abgeschlossen wird, erhältst Du eine Provision.

Wer mit seinem Blog viele Seitenaufrufe erzielt, kann mit Anzeigenwerbung weitere Einnahmen generieren. Themen-Blogs zu Essen und Trinken, Kosmetik, Beauty und Mode sowie Technik, Gaming, Sport und Gesundheit sind allseits beliebt: bei Bloggern und Lesern. Aber auch Werbetreibende nutzen diese Plattformen, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Anzeigenwerbung und gesponserte Posts musst Du entsprechend kennzeichnen. Deiner Glaubwürdigkeit tut Werbung keinen Abbruch: Leser von Blogs fühlen sich von Werbung nicht abgeschreckt, erwarten jedoch Transparenz. Je besser ein Produkt zum Thema eines Blogs passt, desto höher ist die Akzeptanz der Leser für Werbung in Blogs.

Neben diesen passiven Einnahmequellen gibt es weitere Möglichkeiten, als Blogger Geld zu verdienen. Erfolgreiche Blogger sind gefragt: in beratender Funktion als Coaches, als Speaker auf Veranstaltungen oder als Inspirationsquelle für andere Blogger. Oder Du bietest Deine Blogger-Dienste als Selbstständiger oder Freelancer anderen Unternehmen an.

Wer jetzt glaubt, dass sich insbesondere mit den passiven Methoden, Geld im Schlaf verdienen lässt, der irrt. Einnahmen durch Affiliate-Marketing, Werbung oder Sponsoring, setzen Reichweite voraus. Und Reichweite erzielt Du nur mit

  • einem Thema, das ein großes Publikum interessiert,
  • regelmäßigem, hochwertigem und professionell aufbereitetem Content,
  • gezielten SEO-Maßnahmen,
  • Promotion in Deinen sozialen Netzwerken und
  • einem guten Blogger-Netzwerk.

Corporate Blogs

Start-ups, kleine und mittelständische Unternehmen, aber auch große Unternehmen nutzen Corporate Blogs, um ihre Bekanntheit zu steigern und sich als Experte in ihrer Branche darzustellen. Dabei soll es aber nicht in erster Linie um Deine Produkte oder Services gehen. Es geht darum, Geschichten aus dem Arbeitsalltag zu erzählen, die Deinem Unternehmen ein persönliches Gesicht verleihen und gleichzeitig Deine Branchenexpertise herausstellen.

Blogging ist ein wichtiger Punkt in der Content-Strategie von Unternehmen. Es ist aber ein schmaler Grat zwischen Werbung und echtem Mehrwert für die Leser. Der Content für Dein Blog sollte eigens für diese Plattform erstellt werden und sich im Stil von Deiner Corporate Language unterscheiden. Pressemitteilungen beispielsweise gehören nicht in ein Blog. Das soll Dich aber nicht abhalten, das Thema in angemessenem Stil dort aufzugreifen. Gelingt diese Gratwanderung, nimmt die Markenbekanntheit zu und Du gewinnst mehr Besucher für Deine Unternehmenswebsite und infolgedessen auch mehr potenzielle Kunden.

Microblogging

Microblogging ist eine besondere Form des Bloggens, mit der Du kurze Textnachrichten, sogenannte Tweets, veröffentlichst. Die Länge dieser Nachrichten beträgt meist weniger als 200 Zeichen. Die Post haben nicht den Anspruch, in die Tiefe zu gehen, sondern dienen dem Zweck, Nachrichten innerhalb kürzester Zeit ohne großen Aufwand privat oder mit einer breiten Öffentlichkeit zu teilen.

Mit dem wohl bekanntestem Dienst twitter lässt sich ebenfalls Geld verdienen. Eine der Möglichkeiten ist das Schalten von Werbung in den Tweets über Anbieter von Anzeigennetzwerken wie Magpie oder AdFly.

Regeln für Blogger

Unabhängig davon, ob Du ein Blog privat oder für Dein Unternehmen betreibst. Beim Schreiben von Blog-Beiträgen, im Umgang mit Fragen und Kommentaren und in rechtlichen Fragen, gibt es Regeln, die Du unbedingt beachten solltest.

  • Verfassen nützlichen Content, der Deinen Lesern einen echten Mehrwert bietet. Wähle einen klaren und verständlichen Stil und achte auf Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik. Fehlerhafte Texte zeugen nicht von Professionalität.
  • Gehe auf aktuelle Ereignisse ein, verheimliche nichts, veröffentliche aber auch keine vertraulichen Informationen und äußere Dich sachlich zu Wettbewerbern.
  • Sei transparent: Kennzeichne Änderungen in bereits veröffentlichten Posts, gehe offen und ehrlich mit inhaltlichen Fehlern um, lösche keine Einträge und auch keine Kommentare. Kennzeichne Werbung und werbefinanzierte Beiträge.
  • Beachte die Regelungen bezüglich Urheberrecht, Quellenangaben, Zitaten und Verlinkungen.
  • Baue ein Community-Management auf: Beantworte Fragen und Kommentare zeitnah, respektvoll und sachlich.