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Crowdfunding: Starte Dein eigenes Projekt

Yasmin
Yasmin Dezember 2020 9 Min

Inhaltsverzeichnis

Es müssen nicht immer die klassischen Arten der Finanzierung sein, um ein Projekt erfolgreich an den Start zu bringen. Mit dem Crowdfunding gibt es eine alternative Finanzierungsform, bei der eine Vielzahl von Menschen ihr Geld in private Projekte, innovative Produkte oder Technologien, Start-ups oder bereits etablierte Unternehmen investieren.

Was ist Crowdfunding?

Ob in der Gründungsphase als Anschubfinanzierung, im laufenden Geschäftsbetrieb für die Umsetzung ausgewählter Projekte oder die Entwicklung neuer Produkte: Mit Crowdfunding lassen sich gemeinsam vielfältige Ideen umsetzen. Die Finanzierungsart stammt ursprünglich aus Amerika. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern Crowd, der Menschenmenge, und Funding für die Finanzierung zusammen. Die Umsetzung von Ideen und Projekte hängt also nicht nur von einem oder wenigen Investoren, einem Kredit von der Hausbank oder Gründungskrediten oder -zuschüssen ab. Sie werden stattdessen von einer großen Zahl von Geldgebern – dem Schwarm – realisiert. In Deutschland spricht man daher auch von der Schwarmfinanzierung.

Um Gelder für ihre Projekte, Ideen und Entwicklungen zu sammeln, wenden sich die Initiatoren öffentlich an potenzielle Investoren. Meist wird nur ein eine vergleichsweise geringe Summe benötigt, um Ideen und Projekte in die Tat umzusetzen. Crowdfunding-Projekte nutzen dabei in der Regel das Internet und erzielen so eine hohe Reichweite für die Bekanntheit ihres Projekts. Mögliche Interessenten bekommen alle notwendigen Informationen über das Projekt. Häufig stellen die Initiatoren ihre Crowdfunding-Projekte auch in Videos vor, um zusätzlich einen persönlichen Eindruck vom Projekt und den Menschen, die dahinter stehen, zu vermitteln.

Neben der Summe, die benötigt wird, um ein Projekt umzusetzen, wird auch ein Zeitrahmen für das Crowdfunding festgesetzt. Wird die Summe innerhalb dieses Zeitrahmens erreicht, wird das Projekt realisiert. Kommen nicht ausreichend Gelder zusammen, erhält der Schwarm seine Investitionen zurück. Der wesentliche Unterschied zu klassischen Finanzierungsformen liegt darin, dass nicht nur einige wenige traditionelle Instanzen darüber entscheiden, ob ein Projekt durchgeführt wird. Beim Crowdfunding haben es zahlreiche Menschen in der Hand, der Umsetzung eines Vorhabens eine Chance zu geben.

Für welche Projekte eignet sich Crowdfunding?

Ihren Ursprung hat diese Art der Finanzierung im kreativen, künstlerischen und musikalischen Bereich. So sammeln Musiker beispielsweise das Geld, um die Produktion ihrer Alben im Studio zu finanzieren. Filmemacher setzen ebenfalls auf die Crowd, um ihre Ideen für das Publikum auf die große Leinwand zu bringen. Mittlerweile nutzen Unternehmen aus allen Bereichen und Größen, Kreative, IT-Spezialisten und auch Privatpersonen Crowdfunding, um sich Kapital für ihre Vorhaben zu verschaffen. Meist handelt es sich um die Finanzierung von innovativen Produkten und Services. Crowdfunding wird aber häufig auch als Marketinginstrument genutzt, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu erzielen.

Historisches Crowdfunding

Der Sockel der New Yorker Freiheitsstatue wurde mithilfe von 160.000 Einzelspenden ermöglicht. Damit gilt die Finanzierung als weltweit erstes Crowdfunding-Projekt.

Welche Arten von Crowdfunding gibt es?

Beim Crowdfunding können sich Geldgeber bereits mit Kleinstbeträgen ab einem Euro beteiligen. Natürlich erwarten Investoren auch beim Crowdfunding eine Gegenleistung für ihre Investition. Allerdings handelt es sich dabei meist weniger um Zinsen oder eine Gewinnbeteiligung, sondern eher um eine Art kleines Dankeschön für die finanzielle Unterstützung. Wie diese aussieht, hängt von der gewählten Crowdfunding-Art bzw. dem Crowdfunding-Modell ab.

Donation based Crowdfunding

Für Gelder, die im Rahmen des Spenden-Crowdfundings eingesammelt werden, erhalten die Spender keine Gegenleistung. Die Gelder sind überwiegend für soziale, gemeinnützige oder kulturelle Projekte gedacht. Hier steht der gute Zweck im Vordergrund.

Reward based Crowdfunding

Als Belohnung für ihre Investitionen bekommen Geldgeber bei der klassischen Art des Crowdfundings keine finanzielle Gegenleistung, sondern ein kleines Dankeschön in Form von Sachleistungen oder immateriellen Werten. Dabei kann es sich beispielsweise um das Produkt handeln, das mit den Geldern finanziert wurde. Oder um eine Namensnennung der Projektunterstützer. Wer hier investiert, fördert mit seinen Geldern Innovationen, an die klassische Geldgeber sich meist nicht herantrauen. Gleichzeitig gilt das reward based Crowdfunding als beliebtes Marketinginstrument, um die eigenen Produkte und Services bekannt zu machen.

Equity based Crowdfunding

Wer für sein Invest eine feste oder erfolgsabhängige Rendite erwartet, kann sein Geld beim Crowdinvesting, auch equity based Crowdfunding genannt, anlegen. Investoren stellen ihr Geld vergleichbar mit einer Eigenkapitalanlage Start-up der kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Verfügung und erhalten anteilig ihren Ertrag am Erfolg.

Lending based Crowdfunding

Beim Crowdlending oder lending based Crowdfunding vergeben die Anleger einen Kredit zu einem zuvor festgelegten Zinssatz. Ziel ist es, eine stetige Rendite mit ihrem eingesetzten Kapital zu erzielen. Bei dieser Art, Fremdkapital zu nutzen, spricht man auch von Peer-to-Peer-Krediten. Diese werden an Privatpersonen, Selbstständige, Start-ups oder kleine und mittelständische Unternehmen als Privatkredite vergeben, ohne dass eine Bank oder ein Finanzdienstleister als Vermittler auftritt.

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Wer trägt das Risiko beim Crowdfunding?

Anders als bei den klassischen Finanzierungsarten besteht beim Crowdfunding auch kein typisches Beteiligungs- oder Schuldverhältnis zwischen den Geldgebern und den Unternehmen, die sie finanzieren. Das heißt, wer Unternehmen mittels Crowdfunding unterstützt, trägt beim Scheitern des Projekts das Risiko selbst. Im schlimmsten Fall erhalten Anleger selbst beim Crowdlending und Crowdinvesting keine Gegenleistung für ihr Invest.

Trotz dieses Risikos steigt die Beliebtheit des Crowdfundings in Deutschland zunehmen. Laut Statista wird die Summe, die 2020 in Crowd-Investments angelegt wird, cirka 34 Millionen Euro betragen – Tendenz steigend. In 2024 rechnen die Marktforscher mit einem Investitionsvolumen von über 40 Millionen Euro. Pro Crowdfunding-Kampagne liegen die Investitionen in 2020 voraussichtlich bei durchschnittlich etwa 5.137 Euro.

Welche Vorteile bietet das Crowdfunding?

Die hohe Akzeptanz hat die alternative Finanzierungsform ihren zahlreichen Vorteilen zu verdanken – sowohl für Anleger als auch für Privatpersonen, Selbstständige, Start-ups und KMU.

Vorteile für Unternehmen

  • Crowdfunding eignet sich für alle Rechtsformen für Unternehmen.
  • Insbesondere Gründer und Start-ups, die noch keine positive Kreditwürdigkeit nachweisen können, profitieren von der unkomplizierten und kostengünstigen Art der Finanzierung.
  • Je nach Crowdfunding-Art können Projekte flexibel und individuell gestaltet werden.
  • Unternehmen stehen in direktem Kontakt zur Crowd und erhalten so wertvolles Feedback bereits in der Produktentwicklungsphase.
  • Kundenbindung: Crowd-Investoren unterstützen aus Überzeugung und werden zu echten Fans und Multiplikatoren.
  • Die Öffentlichkeit der Crowdfunding-Projekte bietet positive Marketing-Effekte.

Vorteile für Investoren

  • Anleger können sich auch mit Kleinstbeträgen beteiligen.
  • Es entstehen kaum Kosten, je nach Crowdfunding-Methode profitieren Anleger aber von 
  • hohen Renditechancen.
  • Die Öffentlichkeit der Projekte sorgt für hohe Transparenz.
  • Wird die Zielsumme nicht erreicht, erhalten Investoren ihr Geld zurück.

Kleinanlegerschutzgesetz

Private Investoren unterliegen teils strengen Regularien, die einen direkten Einfluss auf das Crowdfunding haben. Private Investitionen bis zu 1.000 Euro sind problemlos möglich. Bei privaten Investitionen zwischen 1.000 und 10.000 Euro müssen Anleger per Selbstauskunft nachweisen, dass sie entweder ein Vermögen in Höhe von mindestens 100.000 Euro besitzen oder höchstens das Doppelte ihres monatlichen Netto-Einkommens investieren.

Welche Kosten entstehen beim Crowdfunding?

In der Regel ist die Anmeldung bei einer Crowdfunding-Plattform kostenlos. Allerdings werden Gebühren fällig, wenn Du Deine Crowdfunding-Kampagne erfolgreich umgesetzt hast. Wie hoch die Gebühren ausfallen, hängt von der jeweiligen Plattform ab. Erreichst Du Dein Finanzierungsziel nicht, verlangen die Anbieter meist auch keine Gebühr. Bereits eingesammeltes Kapital geht zurück an die Anleger.

Crowdfunding und Steuern

Einnahmen, die Du mithilfe Deiner Crowdfunding-Kampagne erzielst, gelten als Gewinne und müssen entsprechend versteuert werden. Informiere Dich hier im Vorfeld sorgfältig und ziehe gegebenenfalls auch Deinen Steuerberater hinzu. In der Regel fallen Einkommensteuer oder Körperschaftssteuer sowie gegebenenfalls Gewerbesteuer an. Erhalten Deine Anleger im Rahmen des reward based Crowdfunding ein Produkt, handelt es sich quasi um einen Verkauf und es kommt die Umsatzsteuer dazu.

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Dein eigenes Projekt starten: Wie funktioniert Crowdfunding?

Crowdfunding findet überwiegend online statt. Entweder, Du startest Dein eigenes Projekt auf Deiner Unternehmenswebsite, baust eine eigene Seite für Dein Crowdfunding-Projekt oder Du nutzt eine der zahlreichen Crowdfunding-Plattformen weltweit und in Deutschland wie:

Es lohnt auf jeden Fall ein Vergleich der verschiedenen Crowdfunding-Plattformen. Bei der Auswahl solltest Du besonders sorgfältig vorgehen. Die unterschiedlichen Plattformen bedienen unterschiedliche Märkte, Branche oder Crowdfunding-Methoden. Je sorgfältiger Du recherchierst, desto besser findest Du die Crowdfunding-Plattform, die zu Dir und Deinem Produkt oder Deiner Idee passt.

Unabhängig davon, für welchen Weg oder welche Crowdfunding-Plattform Du Dich entscheidest, ist auch beim Crowdfunding eine gute Vorbereitung erfolgsentscheidend. Anders als bei klassischen Geldgebern musst Du nicht unbedingt einen Businessplan vorlegen, allerdings ist es hilfreich, Dir im Vorfeld Gedanken zu machen, wie viel Geld Du tatsächlich benötigst und wofür die Summe im Einzelnen ausgegeben werden soll. So sorgst Du für Transparenz und weckst Vertrauen bei potenziellen Investoren. Schließlich tragen diese das Risiko, falls Du mit Deinem Projekt scheiterst.

Schritt 1: Vorstellung des Projekts

Hast Du Dich entschieden, wo Du Deine Crowdfunding-Kampagne veröffentlichen möchtest, geht es an die Vorstellung Deiner Idee, Deines Konzepts, Deiner Produkte und Deiner Services. Neben Text verwendest Du Bilder und auch Videomaterial, um möglichst anschaulich einen Eindruck von Deinem Vorhaben zu vermitteln. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. In diesem Schritt kommunizierst Du auch:

  • die Höhe des Finanzierungsziels
  • den Zeitrahmen
  • die Art des Crowdfundings
  • die Gegenleistung für die Anleger

Die Gegenleistung ist natürlich von der Art des Crowdfundings abhängig. Entscheidest Du Dich für Crowdinvesting oder Crowdlending ist es mit einem kleinen Dankeschön natürlich nicht getan. Hier gilt es, die mögliche Rendite realistisch zu kalkulieren.

Schritt 2: Die Finanzierungsrunde

Anleger, die sich am Crowdfunding beteiligen, bestimmen die Höhe ihres Invests in der Regel selbst. Um möglichst viele Geldgeber zu finden oder sie dazu zu bringen, höhere Summen zu investieren, liegt es an Dir, im Finanzierungszeitraum möglichst viele Menschen von Deiner Idee zu überzeugen. Entsprechend musst Du Deine Kampagne nicht nur zum Start, sondern über die gesamte Laufzeit mit Marketingaktivitäten begleiten. Je mehr Menschen Du mit Deiner Kampagne erreichst, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du Dein Finanzierungsziel erreichst. Gib Deiner Kampagne ein Gesicht, sei sichtbar. Das schafft Vertrauen und Du kannst das persönliche Gespräch nutzen, Fragen zu beantworten oder mögliche Zweifel auszuräumen. Nutze hier auch Deine Social-Media-Kanäle, um die Reichweite Deiner Kampagne zu erhöhen. Behalte dabei immer im Hinterkopf, dass Du die benötigte Summe im angesetzten Zeitraum zusammen bekommen musst. Erreichst Du Dein Ziel nicht, erhalten die Anleger ihr Geld zurück.

Schritt 3: Umsetzung des Projekts

Hast Du Dein Finanzierungsziel erreicht, erhältst Du das eingesammelte Geld und kannst loslegen, Deine Ideen und Konzepte in die Tat umzusetzen.

Schritt 4: Einlösung der Gegenleistung

Warst Du erfolgreich und hast Dein Projekt umgesetzt, geht es an die Übergabe bzw. Auszahlung der Gegenleistung. Je nachdem, für welche Crowdfunding-Art Du Dich entschieden hast, erhalten Deine Anleger die versprochenen Zinsen, das fertige Produkt oder ein kleines Dankeschön.

Starte durch mit Crowdfunding

Crowdfunding bietet Investoren und Unternehmen interessante Vorteile. Je nachdem, was Du vor hast, sind die unterschiedlichen Crowdfunding-Arten eine durchaus reizvolle Alternative zu klassischen Finanzierungsarten. Eine Kampagne zu starten ist recht unkompliziert, allerdings musst Du bei der Umsetzung auch einiges an zeit und Aufwand investieren, um am Ende Dein Finanzierungsziel zu erreichen.

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