Kreditkarte: Vor- und Nachteile im Überblick

Yasmin
Yasmin Februar 2022 Content Editor 11 Min

Inhaltsverzeichnis

Die Beliebtheit der Kreditkarte als bargeldlose Zahlungsmethode steigt:  Ende des Jahres 2020 lag die Anzahl der ausgegebenen Kreditkarten in Deutschland bei über 40 Millionen. Was die Kreditkarte so beliebt macht, ist, dass sie nahezu überall eingesetzt und gleichzeitig ein kurzfristiger Kredit in Anspruch genommen werden kann. Darüber hinaus hat die Kreditkarte weitere Vor- und Nachteile.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kreditkarten haben ihre Vorteile: Du kannst sie weltweit einsetzen und erhältst zudem einen kurzfristigen Kredit
  • Kreditkarten haben aber auch ihre Nachteile: Du läufst Gefahr, den Überblick über Deine Ausgaben zu verlieren und riskierst damit zusätzliche Kosten
  • Die Risiken lassen sich bei verantwortungsvollem Umgang beherrschen, sodass die Vorteile die Nachteile überwiegen

Steigende Beliebtheit der Kreditkarte in Deutschland

2019 wurden in Deutschland etwa 1,6 Milliarden Transaktionen über Kreditkarten verzeichnet. Den größten Anteil am Markt hatte Visa mit 17,85 Millionen ausgegebener Visa Karten, gefolgt von Eurocard/Mastercard mit 17,61 Millionen.

Insbesondere im Onlinehandel haben sich Kreditkarten in Deutschland mittlerweile als beliebtes Zahlungsmittel etabliert. Laut einer Umfrage des deutschen Online-Portals für Statistik, Statista, das Daten von Markt- und Meinungsforschungsinstituten sowie aus der Wirtschaft veröffentlicht, sind Kreditkarten mit rund 28 Prozent die zweitbeliebteste Methode zur Bezahlung im Internet.

Was aber macht die Kreditkartennutzung in Deutschland so beliebt, was sind die Vor- und Nachteile der Kreditkarte im Vergleich zu Debitkarten, Girocards oder dem guten alten Bargeld?

Unterschiedliche Arten von Kreditkarten

Grundsätzlich wird zwischen drei verschiedenen Arten von Kreditkarten unterscheiden, die alle sowohl für den bargeldlosen Zahlungsverkehr als auch online eingesetzt werden können. Die Unterschiede ergeben sich aus den jeweiligen Konditionen sowie der Art der Abrechnung.

Charge-Kreditkarten

Die in Deutschland am häufigsten ausgegebene Art ist die Charge-Kreditkarte.

Bevor Kreditkartenunternehmen Kunden eine solche Karte aushändigen, erfolgt eine Bonitätsprüfung und es wird eine Schufa-Auskunft eingeholt. Voraussetzungen für den Erhalt ist eine ausreichende Bonität sowie eine positive Schufa-Auskunft. Der Kreditrahmen wird je nach individueller Bonität eines Kunden festgelegt. Innerhalb dieses Rahmens kann der Kreditkarteninhaber frei verfügen.

Die Abrechnung der getätigten Umsätze erfolgt einmal im Monat. Dabei muss das Kreditkartenkonto vom Kreditkarteninhaber vollständig ausgeglichen werden. Der Ausgleich erfolgt meist automatisch über ein Referenzkonto.

Revolving-Kreditkarten

Revolving-Kreditkarten unterscheiden sich in der Abrechnung von Charge-Kreditkarten. Der Kreditkarteninhaber hat die Möglichkeit, Ratenzahlung mit einem festen Zahlungsziel mit der Kreditkartenfirma zu vereinbaren, um den Kreditbetrag zurückzuzahlen. Die Restsumme wird gegen einen meist hohen Zinssatz verlängert. Bei Charge-Kreditkarten ist keine Ratenzahlung möglich.

Prepaid-Kreditkarten

Das Prinzip ist aus dem Mobilfunk bekannt: Es wird kein Kredit gewährt, sondern der Karteninhaber muss zunächst sein Kreditkartenkonto mit einem Guthaben in beliebiger Höhe aufladen. Über dieses Guthaben kann er dann frei verfügen. Ist das Guthaben aufgebraucht, können keine weiteren Zahlungen mehr mit der Kreditkarte vorgenommen werden.

Da die Kreditkarteninstitute hier nicht in Vorleistung gehen, besteht kein Risiko einer Überschuldung. Entsprechend ist weder eine Schufa-Auskunft noch eine Bonitätsprüfung erforderlich. Ansonsten funktionieren Prepaid-Kreditkarten genau wie Charge- oder Revolving-Kreditkarten.

Virtuelle Kreditkarten

Die digitale Variante der Prepaid-Kreditkarte wird als virtuelle Kreditkarte bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine nicht physische Karte, die meist von FinTechs angeboten wird. Eingesetzt wird die virtuelle Kreditkarte bisher überwiegend online. Das könnte sich jedoch schnell ändern.

Mittlerweile nutzen immer mehr Menschen Mobile-Payment-Lösungen zum Bezahlen. Entsprechend sind Kreditkarten meist eh nur noch als digitales Abbild im Wallet auf dem Smartphone hinterlegt.

Die Penta Visa Debitkarten als Alternative

Wer sich für ein Online-Geschäftskonto bei Penta entscheidet, erhält eine Penta Visa Debitkarte. Obwohl die Debitkarte von Kreditkartenanbietern ausgegeben wird, handelt es sich um keine Kreditkarte im klassischen Sinn. Bei der Debitkarte werden die Umsätze sofort vom mit der Karte verknüpften Geschäftskonto oder Girokonto abgebucht.

Im Vergleich zur „echten“ Kreditkarte entfällt entsprechend der Vorteil des zinslosen Darlehens durch die aufgeschobene Zahlung. Ansonsten werden Debitkarten sowohl bei bargeldlosen Zahlungen als auch bei Abhebungen an Geldautomaten akzeptiert.

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Die Vorteile von Kreditkarten

Auf Geschäftsreisen, im Urlaub, im Restaurant, beim tägliche Einkauf im Supermarkt oder bei einer großen Shoppingtour – im Geschäft oder auch online. Bargeld und Girocards werden immer mehr von der Kreditkartenzahlung und Debitkarten abgelöst. Die Nutzung einer Kreditkarte bietet Dir im Vergleich zur EC-Karte und Bargeld zahlreiche Vorteile.

Kurzfristiger Kredit

Mit Ausnahme der Prepaid-Kreditkarte gewährt Dir das Kreditkarteninstitut einen kurzfristigen Kredit. Deine Umsätze, die Du über die Kreditkarte bezahlst, werden gesammelt am Ende des Monats automatisch über ein Referenzkonto beglichen. So bleibst Du bei größeren Anschaffungen oder in Notsituationen erst einmal flüssig. Im Vergleich dazu ist Bargeld sofort weg. Zahlungen per Girocard werden meist nach ein bis zwei Tagen von Deinem Konto abgebucht.

Keine Bindung an bestimmte Banken

Im Gegensatz zur Girocard ist die Kreditkarte nicht zwangsläufig an ein Girokonto gebunden. Eine Kreditkarte kannst Du auch unabhängig von Deiner Hausbank erhalten. In der Regel sind Kreditkarten an ein eigenes Kreditkartenkonto gebunden. Um Deine Kreditkartenrechnung zu begleichen, hast Du zwei Möglichkeiten:

  1. Du gleichst zu einem vereinbarten Zeitpunkt Dein Kreditkartenkonto selber aus.
  2. Du lässt den Betrag vom Kreditkarteninstitut automatisch von einem Konto Deiner Wahl, Deinem Geschäftskonto oder Deinem Girokonto, einziehen.

Kostenlos Bargeld abheben

Mit einer Kreditkarte erhältst Du in Deutschland kostenlos Bargeld an Geldautomaten. Eine Gebühr wird in der Regel nur bei bestimmten Kreditkartenanbietern verlangt. Darüber hinaus kannst Du auch im Ausland bei nahezu allen Banken weltweit kostenlos Bargeld an Automaten abheben.

Weltweite Akzeptanz

Dank sinkender Gebühren für Unternehmen akzeptieren immer mehr Händler Kreditkarten. Welcher Händler welche Kreditkarte akzeptiert, kann variieren. Darüber hinaus ist auch längst nicht jedes Geschäft mit einem Kreditkartenzahlungsgerät ausgestattet. Dennoch kannst Du grundsätzlich weltweit mit Deiner Kreditkarte bezahlen. Die EC-Karte ist häufig noch ausschließlich für den Gebrauch in Deutschland bestimmt. Ausnahme sind Maestro- oder V-Pay-Karte, mit denen Du im EU-Ausland bezahlen kannst. Dabei entstehen in der Regel zwar keine zusätzlichen Gebühren, allerdings ist die Akzeptanz von EC-Karten im Ausland recht gering und es fallen unter Umständen hohe Gebühren bei Abhebungen von Bargeld an.

Bequem reisen

Wer privat oder geschäftlich ein Hotel, einen Flug oder einen Mietwagen buchen möchte, hinterlegt zur Sicherheit seine Kreditkarte. Wer keine Kreditkarte hat, muss zum Teil hohe Kautionen hinterlegen.

Zusatzleistungen

Kreditkarten werden häufig mit Zusatzleistungen wie Reiserücktritts- und Auslandskrankenversicherungen, Guthabenzinsen, Bonusmeilen für Flugreisen oder Cashback-Systemen angeboten.

Sicheres Bezahlen

Die Zahlung im Geschäft oder online ist mit der Kreditkarte oder der Debitkarte denkbar einfach, sondern auch besonders sicher. Bei den meisten Bezahlvorgängen sind sie durch einen PIN geschützt. Alternativ zur PIN kann auch die Unterschrift des Karteninhabers zur Verifizierung dienen.

Dieser Schutz besteht auch bei Girocards. Im Falle eines Verlustes bist Du mit einer Kreditkarte allerdings besser abgesichert. Bei Verlust liegt die Haftungsgrenze für Dich als Kreditkarteninhaber bei maximal 50 Euro. Im Vergleich dazu werden die Haftungsgrenzen bei Girocards individuell von den ausgebenden Banken bestimmt. Bei Diebstahl oder Verlust sollten diese dann auf jeden Fall umgehend gesperrt werden, um höhere Verluste zu vermeiden. Gerätst Du an Falschgeld oder verlierst Dein Bargeld ist der Fall klar – dieses Geld siehst Du nie wieder.

Mobile Payment

Wer seine Kreditkarte für Mobile Payment nutzt, hinterlegt sie einfach digital in einem Wallet auf dem Smartphone. Damit ist die Karte zum einen sicher vor Verlust geschützt, denn eigentlich musst Du sie gar nicht mehr bei Dir tragen – Dein Smartphone hast Du eh immer dabei. Zusätzlich ist Deine Karte durch Deine PIN am Smartphone, Touch ID oder Face ID vor Missbrauch geschützt.

Grundsätzlich funktioniert Mobile Payment auch mit Girocards unter der Voraussetzung, dass die Karte mit einem NFC-Chip ausgestattet ist. Die Zahlung von Kleinstbeträgen, das sogenannte Micropayment, wird allerdings oft nicht akzeptiert.

Hygiene

Einen Extrapunkt für Mobile Payment gibt es noch in Sachen Hygiene: Nicht nur in Corona-Zeiten erweist sich das kontaktlose Bezahlen als zusätzlicher Schutz vor Ansteckungen.

Die Nachteile von Kreditkarten

Der Einsatz einer Kreditkarte als bargeldloses Zahlungsmittel bietet Dir zahllose Vorteile.  Die Nutzung birgt aber auch Risiken, durch die Dir Nachteile entstehen können.

Zusätzliche Kosten

In der Regel sind Kreditkarten kostenlos erhältlich. Legst Du Wert auf umfangreiche Zusatzleistungen, lassen sich die Kreditkartenanbieter diese in Form von monatlichen oder jährlichen Gebühren bezahlen. Hinzu kommt, dass es sich bei der Zahlung mit der Kreditkarte um kurzfristige Kredite handelt, die fristgerecht zurückgezahlt werden müssen. Insbesondere bei Revolving-Kreditkarten können im Rahmen der Ratenzahlung hohe Zinsen anfallen.

Lesetipp: Weiterführende Informationen zum Thema der kostenlosen Firmenkreditkarte findest Du in unserem Ratgeber.

Gebühren im Ausland

Informiere Dich genau, ob Dein Kreditkartenanbieter zusätzliche Gebühren für den Einsatz der Kreditkarte im Ausland erheben – beispielsweise bei Bargeldabhebungen im Ausland und Zahlungen in Fremdwährungen

Vorsicht Schuldenfalle

Du kannst Deine Kreditkarte bis zum vereinbarten Kreditrahmen nutzen. Die Abrechnung folgt am Monatsende. Verlierst Du den Überblick über Deine Ausgaben und überziehst Dein Konto, werden hohe Zinsen für den Dispo oder Kontokorrentkredit fällig. Zudem schaden Kreditkartenschulden Deiner finanziellen Glaubwürdigkeit und können einen negativen Schufa-Eintrag nach sich ziehen.

Immer und überall?

Grundsätzlich kannst Du weltweit mit der Kreditkarte zahlen. Während in anderen Ländern die Zahlung per Kreditkarte längst gang und gäbe ist, wird insbesondere in Deutschland in zahlreichen Geschäften oder Restaurants keine Kreditkartenzahlung akzeptiert. Voraussetzung für den Einsatz der Kreditkarte ist natürlich auch die funktionierende Technik. Besteht beispielsweise keine Verbindung zum Internet oder gibt es einen Stromausfall, ist die Zahlung per Kreditkarte ebenfalls nicht möglich.

Datenklau im Internet

Die Daten Deiner Kreditkarte sind ein begehrtes Gut bei Betrügern. Wird Deine Kreditkarte gestohlen oder geraten Deine Daten durch einen Hackerangriff in falsche Hände, musst Du Deine Karte umgehend sperren lassen.

Spuren im Netz

Wer eine Kreditkarte einsetzt, muss sich zudem darüber im Klaren sein, dass er sowohl online als auch offline Daten hinterlässt, aus denen Rückschlüsse auf seine Aufenthaltsorte und Einkaufsverhalten gezogen werden können.

Wie kann man die Nachteile der Kreditkarte vermeiden?

Der Einsatz einer Kreditkarte birgt Risiken, die sich mit einem verantwortungsvollen Umgang mit den Karte aber durchaus beherrschen lassen.

Wichtig ist zum Einen, Deine Karte und Deine zahlungsrelvanten Daten online und offline vor dem unberechtigten Zugriff und Missbrauch durch Dritte zu schützen. Geht die Karte verloren oder Du hast den Verdacht, dass Du Opfer eines Hackerangriffs geworden bist, lass Deine Karte umgehend vom Deinem Anbieter sperren.

Um nicht in die Schuldenfalle zu geraten, behalte Deine Ausgaben immer im Blick. Gegebenenfalls setzt Du Dir ein monatliches Limit, um Kreditkartenschulden und Strafzinsen zu vermeiden. Informiere Dich zudem genauesten über anfallende Gebühren, damit Du nicht von hohen Kosten im Ausland überrascht wirst.

Bist Du online unterwegs, achte darauf, nur bei vertrauenswürdigen Händlern und Unternehmen zu kaufen.

Kreditkarte: Die Vorteile überwiegen die Nachteile

Der Einsatz von Kreditkarten als bargeldloses Zahlungsmittel bietet Dir zahlreiche Vorteile – insbesondere, wenn Mobile Payment Deine bevorzugte Bezahlmethode ist und Du häufig auch im Ausland unterwegs bist. Die Bezahlung ist nicht nur einfach und sicher, sondern Dir wird sogar noch ein meist kostenloser kurzfristiger Kredit gewährt.

Natürlich gibt es auch Risiken, die Du aber mit recht einfachen Mitteln minimieren kannst. Um keine bösen Überraschungen im Form von zusätzlichen Gebühren zu erleben, achte genau auf die Konditionen, zu denen Dir eine Kreditkarte angeboten wird. Beachtest Du ein paar Regeln, ist die Kreditkarte der ideale Begleiter – zu Hause und auf Reisen!

Hinweis: Was der 3-stellige Sicherheitscode auf der Kreditkarte bedeutet, erfährst Du in unserem Artikel zum Thema CVC Kreditkarte.

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