Digitale Münzen: Was steckt hinter Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Theter, Ripple & Co?

Yasmin Mai 2020 8 Min

Sie existieren ausschließlich digital. Du bewahrst sie in Deinem Wallet auf. Sie sind wertvoll. Sie zu vermehren kostet enorm viel Strom und jede Menge Rechenleistung. Die Rede ist von virtuellem Geld, den sogenannten Kryptowährungen, die unabhängig von Banken und staatlicher Kontrolle immer stärker an Bedeutung gewinnen. Die wohl bekanntesten digitalen Münzen, sind Bitcoins. 2009 erschienen sie als erste virtuelle Währung am Markt und sorgten für Aufsehen bei Banken und Spekulanten. Gleichzeitig werfen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Theter oder Ripple nach wie vor viele Fragen auf.

Was sind Kryptowährungen?

Mittlerweile existieren Tausende Kryptowährungen wie Bitcoins (BTC), Ethereum (ETH), Theter (USDT), Litecoin (LTC) oder Ripple (XRP). Eine Übersicht dieser Währungen findest Du beispielsweise bei CoinMarketCap, einem Portal, das die aktuellen Börsenwerte der Kryptowährungen listet. Bei dem sogenannten Kryptogeld handelt es sich um digitale Zahlungsmittel, die auf kryptografische Werkzeuge wie Blockchains und digitalen Signaturen basieren. Mit dem Bitcoin wurde 2009 die erste digitale Währung an der Börse gehandelt. Der Börsenwert der führenden Kryptowährung Bitcoin liegt aktuell bei über 148 Milliarden Euro (Stand: 27. Mai 2020). Der Name setzt aus den Begriffen „Bit“ für die digitale Speichereinheit und „Coin“, Englisch für die Münze, zusammen. Diese Währung existiert ausschließlich digital: Münzen oder Geldscheine, die Du in Deine Tasche stecken kannst, gibt es in diesem Zahlungssystem nicht.

Im Gegensatz zu herkömmlichem Geld funktionieren Kryptowährungen komplett unabhängig von Banken oder Staaten: Üblicherweise nehmen Staats- und Zentralbanken wie die Deutsche Bundesbank oder die Europäische Zentralbank (EZB) Einfluss auf die Währung, in dem sie festlegen, wie viel Geld im Umlauf ist.

Der An- und Verkauf von Kryptowährungen erfolgt nicht über eine Bank, sondern über ein dezentrales Netzwerk, in dem seine Mitglieder sich einander weltweit Geld übertragen und sämtliche Transaktionen gemeinsam prüfen und verwalten können. 

Kryptografie und Blockchain

Die Idee hinter der Kryptowährung ist zum einen, ein Zahlungsmittel unabhängig vom Einfluss durch Staat und Banken zu schaffen. Zum anderen spielt die Informationssicherheit eine wichtige Rolle. Mithilfe von kryptografischen Werkzeugen wie Blockchains und digitalen Signaturen werden Kryptowährungen verschlüsselt, um Manipulationen zu vermeiden.

Jeden Tag werden unzählige Transaktionen mit Kryptowährungen durchgeführt. Dabei werden zentrale Informationen verschlüsselt gespeichert. Dazu zählen die Namen des Verkäufers und des Käufers sowie die Menge des Kryptogeldes, das übertragen wird. Da diese Informationen sehr viel Speicherplatz benötigen und eine einfache Datenbank schnell an ihre Grenzen kommen würde, werden diese Informationen in einzelnen Blöcke gespeichert. Ist einer dieser Blöcke voll, wird er versiegelt. So wird verhindert, dass Daten nachträglich verändert werden. Im Anschluss wird ein neuer Block eröffnet und mithilfe eines einzigartigen und unveränderbaren Codes an den vorherigen Block angehängt. Diese einzelnen Blöcke bilden eine Kette, die Blockchain.

Die einzelnen Blöcke befinden sich dezentral auf den Rechnern aller Mitglieder in einem Netzwerk. Über die Blockchain sind alle Transaktionen, die jemals mit einer Kryptowährung durchgeführt wurden, für sämtliche Mitglieder im Netzwerk transparent zurückzuverfolgen. Sie wird daher auch als zentrales Buchhaltungssystem bezeichnet.

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Bitcoin Mining: So werden Bitcoins vermehrt

Aktuell befinden sich über 18.000 Bitcoins im Umlauf. Um neue digitale Münzen zu schaffen, und dafür zu sorgen, dass das digitale Geld nicht ausgeht, kommen die Miner ins Spiel. Man unterscheidet in einem Kryptonetzwerk zwischen aktiven und passiven Nutzern. Die aktiven Nutzer werden als Miner bezeichnet. Mit der Rechenleistung ihrer Computer bilden sie eine Art dezentrales Rechenzentrum und helfen dabei, sämtliche Daten zu Transaktionen in der Blockchain zu speichern, verwalten und zu verschlüsseln. Sie erledigen quasi die Buchführung und sorgen gleichzeitig für die Sicherheit des Systems. Dieser Prozess wird analog zum Goldschürfen Mining genannt. Als Entlohnung erhalten sie Bitcoins. So entsteht neues Geld, das von den Minern als Zahlungsmittel genutzt werden kann und so in den Handel gelangt.

Wo kannst Du Bitcoins und andere Kryptowährungen kaufen?

Es gibt zahlreiche digitale Börsen und Marktpätze, die mit Kryptowährungen handeln. Bezahlt wird mit herkömmlichem Geld. Je nach Anbieter sind unterschiedliche Währungen möglich. Ebenfalls möglich ist der Tausch gegen andere Kryptowährungen. Die Auswahl hängt auch hier vom jeweiligen Anbieter ab. Was ein Bitcoin kostet, hängt vom aktuellen Kurs ab.

  • Europas größter Krypto-Marktplatz ist bitcoin.de. Mit insgesamt fünf verfügbaren Währungen – darunter Bitcoins und Ethereum – ist die Auswahl hier allerdings sehr beschränkt. Um Bitcoins zu erwerben, musst Du hier zunächst ein Konto eröffnen. Dabei durchläufst Du den banküblichen Verifizierungsprozess per Video- oder Post-Ident-Verfahren. Gehandelt und bezahlt wird mit Euro. 
  • Mit insgesamt 20 Kryptowährungen bietet Kraken, eine US-amerikanische Bitcoin-Börse, ein weitaus größeres, aber noch überschaubares Angebot. Hier kannst Du mit mehreren Währungen wie Euro, US-Dollar, Kanadischen Dollar, Schweizer Franken, Yen oder Britische Pfund bezahlen. Oder Du tauscht bereits vorhandene Bitcoins gegen andere Kryptowährungen wie Ethereum, Theter oder Ripple. 
  • Der US-Amerikanische Anbieter coinbase.com ist eine Handelsplattform für digitale Währungen wie Bitcoin, Ethereum oder Litecoin.
  • Gemessen am Handelsvolumen ist Binance mit über 200 handelbaren Kryptowährungen der weltweit führende Anbieter am Markt.

Du gibst an, für wie viel Geld Du beispielsweise Bitcoins kaufen möchtest. Bezahlt wird in der Regel per Kreditkarte. Jetzt gehören die Bitcoins Dir. Allerdings befinden sie sich auf einem Konto bei der jeweiligen Börse, die Dein Guthaben über dieses Konto verwaltet. Dieses Konto wird als Wallet bezeichnet. In der Vergangenheit wurden diese Wallets immer wieder Opfer von Hackerangriffen. Um Dich vor Angriffen zu schützen, kannst Du Dein Guthaben auf ein persönliches Wallet, eine Art digitale Geldbörse, übertragen. Du erhältst dazu einen eindeutigen Code, die Blockchain, für Deine Coins. Diesen Code musst Du sicher aufbewahren: Verlierst Du ihn, kommst Du nicht mehr an Dein Geld.

Was ist Ripple?

Ripple bezeichnet ein Transaktionsprotokoll, das der Blockchain ähnelt, und wie ein Überweisungsnetzwerk für den Umtausch von Kryptowährungen, regulären Währungen und einfachen Handelsgütern funktioniert. Die Idee dahinter ist, Vermögenswerte über Grenzen hinweg vergleichbar mit Informationen über das Internet zu versenden. Die größte Stärke von Ripple liegt in einer extrem schnellen Zahlungsabwicklung. Benutzer können Ripple in ihre eigenen Systeme integrieren, um Guthaben weltweit in Echtzeit zu transferieren

Drittgrößte Kryptowährung

Das Ripple-Netzwerk unterstützt jede beliebige Währung und verfügt auch über eine eigene Kryptowährung. Nach Marktanteilen ist Ripple (XRP) nach Bitcoin und Ether die drittgrößte Kryptowährung.

Wie funktioniert eine Kryptowährung als Zahlungsmittel?

Die Akzeptanz von Kryptowährungen als offizielles Zahlungsmittel steigt. Trotzdem kannst Du in vielen Geschäften nach wie vor nicht mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen bezahlen. Das liegt vor allem an den starken Kursschwankungen: Einzelhändler gehen ein vergleichsweise hohes Risiko ein, wenn sie Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren. Wo Du Deine Bitcoins ausgeben kannst, sagt Dir die Plattform bitcoin.org. Über eine Suchmaschine findest Du Millionen Produkte, die Du mit Bitcoins bezahlen kannst. Eine weltweite Übersicht von Unternehmen, Cafés und Restaurants, die Bitcoins akzeptieren, findest Du unter Coinmap.org.

Zum Bezahlen erhältst Du eine Kontonummer, die aus einem kryptischen Code besteht. Mit dieser Kontonummer überweist Du wie beim Onlinebanking digitales Geld an andere Nutzer. Um in Läden, Cafés oder Restaurants mit Bitcoins zu zahlen, brauchst Du Dein Smartphone und Dein Wallet. Die Kasse erzeugt einen QR-Code, den Du scannst, um dem Händler Dein digitales Geld zu übertragen. Wer mit Kryptowährungen bezahlt, muss wissen, dass die Rückbuchung einer Zahlung nicht möglich ist.

Wie kannst Du mit Kryptowährungen wie Bitcoins Geld verdienen?

  • Ein Weg, um mit Kryptowährungen Geld zu verdienen, ist das Mining. Um eine Inflation durch zu viele verfügbare Coins zu verhindern, sind mittlerweile Hochleistungsrechner und -prozessoren notwendig, um auf diese Weise an Bitcoins zu gelangen. Außerdem ist die Geldmenge der digitalen Währung auf 21 Millionen Bitcoins begrenzt und Blockchains sowie kryptografische Codes sind auch nicht unbedingt jedermanns Sache.
  • Für Anleger, die mit den Kursschwankungen digitaler Währungen spekulieren wollen, ohne selbst Bitcoins zu besitzen, bietet sich der CFD-Handel an. Wie bei einem Wertpapier wirst Du an der Entwicklung des Kurses beteiligt, ohne wirklich Bitcoins zu besitzen.
  • Eine weitere Möglichkeit bietet der Währungshandel. Vergleichbar mit dem Devisenhandel nutzt Du Kursschwankungen und Wechselkurse, um Gewinne zu erzielen. Diese Methode gilt allerdings als hoch spekulativ, da der Handel unbeaufsichtigt stattfindet. Ausnahme bildet die Trading-Plattform eToro. Sie wird von mehreren Instituten überwacht, sodass Du hier zumindest einen gewissen Schutz Deiner Investitionen erwarten kannst.
  • Alternativ kannst Du auch klassisch in Bitcoin- und Blockchain-Aktien investieren.

Kryptowährungen als Alternative zu herkömmlichen Zahlungsmitteln?

Weltweit, schnell, transparent und sicher unabhängig von Staat und Banken bezahlen, klingt verlockend. Allerdings muss Dir bewusst sein, dass es durch die fehlende Kontrolle auch keine Absicherung für Dein digitales Geld gibt. Du allein bist dafür verantwortlich: Verlierst Du Deinen Code oder Dein Wallet ist auch Dein Geld verloren.

Starke Kursschwankungen und keine festen Wechselkurse stellen für Händler ein hohes Risiko dar, sodass die Möglichkeiten, mit Kryptowährungen zu bezahlen aktuell sehr begrenzt sind. Die Frage, ob sich Bitcoins & Co zukünftig als stabiles Zahlungsmittel durchsetzen werden, bleibt auf jeden Fall spannend!

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