Digitalisierung der Arbeitswelt: Die Zeit nach der Corona-Krise

Yasmin
Yasmin August 2020 8 Min

Querdenker, Demos gegen die Einschränkungen der Grundrechte, Corona-Leugner. Viele Menschen bezweifeln die Existenz des Covid-19-Virus oder die Gefahr, die der Erreger darstellt. Nach Einschätzung des Weltärztebundes wird uns die Pandemie allerdings noch lange Zeit begleiten. Wir müssen umdenken – im privaten Bereich, im öffentlichen Leben und vor allem in der Arbeitswelt. Die Auswirkungen auf unseren Arbeitsalltag lassen sich nicht leugnen. Mit Homeoffice, Onlinekommunikation per Videostream oder Chats, Telefonkonferenzen und dem Einsatz von Collaboration Tools hat die Digitalisierung der Arbeitswelt Einzug gehalten. Was vor Kurzem noch als unmöglich, nicht umsetzbar und nicht zumutbar galt, ist mittlerweile Gang und gäbe und wird die neue Arbeitswelt langfristig prägen.

Welche Herausforderungen und Chancen bietet die Digitalisierung der Arbeitswelt?

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist natürlich nicht für alle Berufsgruppen der Heilsbringer in der Krise. Menschen in systemrelevanten Berufen wie Mediziner, Pflegepersonal, Kassiererinnen, Busfahrer oder Mitarbeiter der Stadtreinigung können ihre Jobs nicht remote ausführen. Hier braucht es entsprechende Hygienekonzepte und vor allem die Einhaltung der entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand halten, Gefahrensituationen meiden und einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Unternehmen, deren Angestellte nicht zwingend vor Ort sein müssen, haben entsprechend reagiert, Dienstreisen gestrichen und neue Arbeitsmodelle geschaffen: Viele Firmen haben ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt und Rotationskonzepte für die Arbeit im Unternehmen entwickelt, um Ansteckung so gut es geht zu vermeiden. Nicht wenige Unternehmen planen, die Arbeit im Homeoffice auch nach der Krise beizubehalten. Viele haben aufgrund der Corona-Pandemie schnell reagiert und beträchtliche Summen in eine digitale Infrastruktur und neue Kommunikationstechnologie investiert. Nach Einschätzung des ifo Instituts wird die Neuorganisation der Arbeit wahrscheinlich nicht vollständig rückgängig gemacht werden.

Digitalisierung der Arbeitswelt: Maximale Freiheit oder soziale Isolation?

Was für Selbstständige, Freiberufler und Freelancer eine Selbstverständlichkeit, ist für die meisten Angestellten ein absolutes Privileg. Für die einen stellt die Digitalisierung der Arbeitswelt die perfekte Gelegenheit dar, Job und Privatleben besser miteinander zu vereinbaren. Flexibles Arbeiten, eigenständig und selbstorganisiert bedeutet für sie Freiheit, aber auch Verantwortung. Aber nicht jeder Mensch kann mit dieser Umstellung umgehen: Für andere bedeutet Homeoffice soziale Isolation, neue Technologien überfordern sie und Zeit- und Selbstmanagement ist nicht jedermanns Sache. Obwohl die Anzahl der ausgeschriebenen Jobs, die ausschließlich im Homeoffice ausgeführt werden, sich verdoppelt hat, wird die komplette Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Homeoffice wohl eher noch die Ausnahme bleiben. Vielmehr werden sich hybride Arbeitsmodelle, die die Arbeit vor Ort im Unternehmen und die Arbeit im Homeoffice miteinander verbinden, den Arbeitsmarkt beherrschen und so die Vorzüge von Freiheit und Flexibilität mit dem sozialen, kreativen und informellen Austausch im Betrieb vereinen.

Führung muss in Zukunft auf Vertrauen basieren

Die Pandemie zwingt Unternehmen, die bisher auf Präsenzkultur gesetzt haben, neue, digitale Wege zu gehen. Die entsprechende Technologie gibt es bereits seit Langem – was fehlt, ist das Vertrauen der Führungskräfte in ihre Mitarbeiter. Hier scheitert es häufig an der Angst, die Kontrolle über Mitarbeiter im Homeoffice zu verlieren. Gute Führung basiert allerdings nicht auf Kontrolle, sondern auf Vertrauen in die Fähigkeiten und das Verantwortungsbewusstsein Deiner Mitarbeiter. Homeoffice ist ein Anfang, um die Arbeitswelt langfristig erfolgreich zu etablieren, braucht es aber auch einen Kulturwandel.

Digitalisierung der Arbeitswelt: Recruitment in Zeiten von Corona

Als Unternehmer bist Du gefragt, für die Sicherheit Deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sorgen und gleichzeitig Dein Unternehmen bestmöglich am Laufen zu halten. Dazu zählt auch die Einstellung neuer Mitarbeiter. Um sicherzustellen, dass offene Stellen auch mit den richtigen Bewerbern besetzt werden, hast Du wie jedes Unternehmen einen entsprechenden Recruitment-Prozess: Angefangen von der Stellenausschreibung, dem Eingang von Bewerbungen, einer ersten Auswahl passender Kandidaten, die Du zum Vorstellungsgespräch einlädst, um Dir persönlich ein Bild von ihren Fähigkeiten und ihrem Auftreten zu machen bis hin zum Onboarding.

Aber Stopp: Vorstellungsgespräche und Onboarding in Zeiten von Social Distancing? Die Recruitment-Aktivitäten komplett einzustellen und erst nach Eindämmung des Coronavirus wieder hochzufahren, kannst Du Dir nicht leisten. Das unternehmerische Leben muss weitergehen und dafür benötigst Du nun einmal fähige Mitarbeiter. Was Du brauchst, ist ein weitgehend digitaler Recruitment-Prozess: Schaffe Deine eigene Community, in der Du Dich mit den Bewerbern austauschen kannst und sie auf dem aktuellen Stand im Bewerbungsprozess hältst. Das persönliche Kennenlernen kannst Du beispielsweise durch Telefon- und Videointerviews, den ersten Tag im Unternehmen durch virtuelles Onboarding ersetzen. Auch ein Probearbeiten kannst Du virtuell gestalten: Die Aufgaben werden online geteilt und per Screensharing gemeinsam bearbeitet. Hier hast Du zahlreiche Möglichkeiten, Dein Unternehmen als Top-Arbeitgebermarke zu präsentieren und Dir damit nicht nur in Corona-Zeiten einen Vorsprung im War for Talents sichern.

Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland

Corona beschleunigt den digitalen Wandel in der Wirtschaft und der Digitalisierung der Arbeitswelt ganz erheblich. Homeoffice, ein erhöhtes Aufkommen virtueller Meetings, E-Learning an Schulen und Universitäten, die Digitalisierung von Prozessen in Unternehmen und öffentlichen Bereichen sowie die Auslagerung von Prozessen und Daten in die Cloud erfordern den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland. Die entsprechenden Technologien, sprich Software- und Collaboration Tools gibt es in zahlreichen Ausprägungen. Arbeitsweisen, die bisher überwiegend in Start-ups üblich waren, halten Einzug in etablierte Unternehmen. Teams organisieren sich eigenverantwortlich und  kommunizieren per Slack, Microsoft Teams oder Zoom. Hier lautet die Frage nicht mehr, ob man sie einsetzt, sondern welche man einsetzt und wie schnell sie aktiviert werden können. Auf der einen Seite sind der Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Einsatz neuer Kommunikationstechnologien in den Unternehmen notwendig. Auf der anderen Seite setzt der Weg in das digitale Zeitalter allerdings auch Glasfaserleitungen oder entsprechend aufgerüstete Breitbandanschlüsse voraus. Obwohl die Bundesregierung einen hochbitratigen Internetanschluss im Zeitalter der Digitalisierung als Grundbedürfnis bezeichnet und bereits einen Gesetzentwurf vorgelegt hat, der den Ausbau erheblich vereinfachen soll, bildet Deutschland im europäischen Vergleich nach wie vor eines der Schlusslichter.

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Das digitale Geschäftskonto von Penta

Corona-Krise als Booster für digitale Lösungen

Wenn man im Rahmen der Corona-Pandemie überhaupt von Gewinnern sprechen kann, werden Anbieter digitaler Lösungen auf lange Sicht betrachtet von der Krise profitieren. Laut BertelsmannStiftung wird die IT & Telekommunikationsbranche hier die Nase weit vorne haben. Vergleichbar mit der Smartphone-Nutzung wird flexibles, ortsunabhängiges Arbeiten – ob im Homeoffice, beim Kunden, unterwegs im Café oder im Coworking Space – zunehmend zum Arbeitsalltag gehören.

Entsprechend profitieren Anbieter von Web-Videokonferenzen, Messenger-Diensten und anderer Software für Kommunikation und Collaboration aktuell enorm von der Nachfrage. Sie sind die perfekte Alternative zu Dienstreisen und verbinden Teams im Homeoffice effektiv miteinander.

Aber nicht nur in der Arbeitswelt steigt die Nachfrage an digitalen Angeboten: Ob Streaming-Dienste für den Feierabend, Social Netzwerke und Kommunikationsdienste, um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben, virtuelle Bildungs- und Sportangebote – all diese Dienste ermöglichen den Nutzern trotz Social Distancing und Einschränkungen in öffentlichen Bereichen, ihr soziales Leben zu gestalten.

Mobile Payment löst Bargeld ab

Bargeldloses Zahlen mit der Girocard oder mit Kreditkarten ist längst nicht Neues mehr. Mittlerweile gibt es mit Mobile Payment Apps wie Apple Pay, Google Pay und bankeigenen Apps sowie bargeldlosen Zahlungssystemen zahlreicher Payment-Anbieter weitere Möglichkeiten, nicht nur bargeldlos, sondern mobil und sogar kontaktlos zu bezahlen. Trotzdem ist Bargeld nach wie vor das meist genutzte Zahlungsmittel in Deutschland.

Dieser Trend könnte sich jetzt ändern: Kontaktloses Bezahlen über Mobile Payment Apps schützen nicht nur Deine Daten, sondern auch Deine Gesundheit. In Zeiten der Corona-Pandemie gelten sie als hygienische Alternative zu Bargeld und Zahlungskarten, die eine PIN-Eingabe erfordern.

Modernes Online Business Banking

Mit dem Online Geschäftskonto von Penta kannst Du Dir den Weg in die Bankfiliale und damit der Gefahr einer Ansteckung ebenfalls sparen. Über die Penta Banking App erledigte Du Deine Bankgeschäfte komplett digital am Smartphone oder Tablet und hast Deine Ausgaben immer im Blick.

Gestiegenes Umweltbewusstsein und echte Nachhaltigkeit

Arbeiten im Homeoffice ist nicht nur ein guter Weg, um Job und Privates besser miteinander zu vereinen. Wer es seinen Mitarbeitern gestattet, im Homeoffice zu arbeiten, tut auch etwas für die Umwelt: Es sind deutlich weniger Autos unterwegs auf Deutschlands Straßen und Schienen –  Staus, Rush Hour, Zugverspätungen oder Ausfälle gehören der Vergangenheit an.

Viele Unternehmen verzichten zudem immer häufiger auf Geschäftsreisen. Zum einen wird strenger geprüft, ob eine Reise wirklich notwendig ist oder ob ein Meeting auch digital durchgeführt werden kann. Statt mit dem Flugzeug um die halbe Welt zu fliegen, finden Meetings per Videokonferenz statt. Die Future Talents, also die Generation, die demnächst den Arbeitsmarkt dominiert, ist digitales Arbeiten eh gewohnt. Nicht selten wird das Auto stehen gelassen und der Bahn oder öffentlichen Verkehrsmitteln der Vorzug gegeben. Und statt eines fetten Dienstwagens, bieten viele Unternehmen mittlerweile E-Bikes als Diensträder an. Das hält fit und schont die Umwelt. Nicht zu vergessen, dass Du als Unternehmer keine teuren Flugtickets bezahlen musst, sondern mit Online-Meetings bares Geld sparen kannst.

Zeit, umzudenken

Nachhaltigkeit bedeutet auch, die Rückkehr zu einer lokalen und regionalen Ausrichtung. Warum Produkte aus dem Ausland für teures Geld und auf Kosten der Umwelt nach Deutschland holen, wenn Du sie genauso gut hier produzieren und regional anbieten kannst? Darüber hinaus hat die Corona-Krise deutlich gemacht, dass die Globalisierung auch ihre Nachteile hat. Lieferketten wurden unterbrochen und brachten damit ganze Industrien zum Stillstand. Hier zeigt sich, dass eine rein kapitalistische Ausrichtung von Unternehmen langfristig keinen Bestand mehr haben wird. Was jetzt zählt, sind Unternehmenswerte wie Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und der Anspruch, Produkte und Services zu schaffen, die Verbrauchern einen echten Mehrwert liefern und das Bedürfnis der Mitarbeiter nach einer echten ökologische Ausrichtung ihres Arbeitgeber und einem sinnstiftenden Nutzen ihrer beruflichen Tätigkeit befriedigt.

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