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Dropshipping im Onlinehandel

Yasmin
Yasmin Juli 2020 9 Min

Inhaltsverzeichnis

Lager- und Versandkosten sind ein nicht zu unterschätzender Posten in der Kostenkalkulation von Onlinehändlern. Dropshipping stellt insbesondere für kleinere Händlern eine gute Lösung dar, Ware im Lager des Großhändlers zu belassen und auch den Versand an den Kunden durch den Großhändler vornehmen zu lassen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit: Die Ware gelangt ohne Zwischenstopp auf direktem Wege zum Kunden.

Definition

Dropshipping oder auch Fulfillment (Streckengeschäft, Streckenhandel, Direkthandel) ist in der Logistik eine besondere Form des Handels, bei der eine Direktlieferung vom Lieferanten an den Kunden eines Händlers erfolgt, ohne dass der Händler physisch in Kontakt mit der Ware kommt.

Was ist Dropshipping?

Dropshipping ist keine neue Erfindung des Onlinehandels, sondern vielmehr ein Begriff aus der Logistik, der im Handel als Streckengeschäft oder Direkthandel bekannt und insbesondere dort, wo Massenware verschickt wird, bereits seit langem gängige Praxis ist. Während ein konventionell arbeitender Onlinehändler seine Produkte im Vorfeld einkauft, einlagert und Kundenbestellungen selbst versendet, ist es im Direkthandel üblich, die Ware direkt vom Hersteller oder Großhändler an den Kunden zu verschicken. Dieses Prinzip hat der Onlinehandel für sich entdeckt, um die Kosten für die Vorfinanzierung von Waren, Lager und Logistik zu sparen. Der Onlinehändler überspringt so einen Teil der Lieferkette – er selbst kommt mit der Ware nicht in Berührung.

Der Kunde bekommt bei dieser besonderen Form des Handels meist gar nicht mit, dass er nicht vom Händler, bei dem er bestellt hat, beliefert wird. Eingehende Bestellungen werden automatisch an den jeweiligen Lieferanten weitergeleitet. Diese verpflichten sich, die Ware in einer neutralen Verpackung auszuliefern, sodass beim Kunden der Eindruck entsteht, er erhält alles aus einer Hand: angefangen beim Bestellprozess, über die Zahlungsabwicklung bis hin zur Auslieferung.

Wie funktioniert Dropshipping?

Der Onlinehändler, der auch als Wiederverkäufer oder Dropshipper bezeichnet wird, kauft Ware beim Großhändler ein und verhandelt mit ihm die entsprechenden Konditionen wie Zahlungsbedingungen oder Rabattkonditionen. Der Hersteller oder Großhändler berechnet dem Wiederverkäufer die Kosten, die im Rahmen der Bestellabwicklung und dem Versand entstehen. Dabei treten Hersteller und Großhändler nicht in Kontakt mit dem Kunden. Sie liefern lediglich die Ware auf direktem Weg an den Kunden aus. Einen Prozess zur Abwicklung von Retouren bieten sie meist nicht an. Die Rückabwicklung erfolgt entsprechend über den Dropshipper, der der rechtmäßige Eigentümer der Ware ist.

Dropshipping in der Praxis

Der Kunde bestellt beispielsweise Schuhe bei einem Onlinehändler, der diese Bestellung dann an den Hersteller oder einen Großhändler weitergibt. Diese übernehmen jetzt den Versandprozess. Der Kunde wird direkt beliefert, ohne dass der Onlinehändler, bei dem er bestellt hat, die Ware jemals in seinen Händen hatte.

Man unterscheidet verschiedene Arten des Dropshipping: Während die einen Anbieter lediglich den Versand übernehmen, also eine Art Lieferservice anbieten, bieten andere einen kompletten Geschäftsprozess zur Abwicklung einer Bestellung bis hin zur Einrichtung eines eigenen Kundenlagers an.

Dropshipping funktioniert aber nicht nur in der analogen Welt: Digitale Güter wie Musiktitel, Filme, Software, Bücher, Zeitungen oder Magazine werden vom Dropshipper auf Servern zum Download zur Verfügung gestellt. So gelangen sie schnell und unkompliziert zum Kunden. Ein physischer Versand findet nicht statt. Entsprechend fallen im Vergleich zum Postversand nur geringe Kosten für die Speicherung und den Datenverkehr an.

Welche Kosten entstehen beim Dropshipping?

Dropshipping oder Fulfillment ist eine kostengünstige Alternative zu eigener teurer Lagerhaltung und Logistik. Natürlich lassen sich die Hersteller oder Großhändler diesen Mehraufwand von den Onlinehändlern bezahlen. Die Kosten, die beim Dropshipping entstehen, variieren je nach Anbieter. In der Regel fallen Gebühren für den Versand, Handling und gegebenenfalls Mindermengenzuschläge an. Während die Versandgebühren meist marktüblich sind, bieten die Kosten für die Abfertigung einer Lieferung und mögliche Zuschläge Verhandlungsspielraum bei den Herstellern und Großhändlern.

Darüber hinaus spielt es bei den Kosten eine Rolle, für welche Form der Lagerung sich ein Onlinehändler entscheidet. Man unterscheidet hier zwei Formen:

  1. Als Standard-Fulfillment ist das Großhandelslager die kostengünstige Variante: Der Wiederverkäufer bedient sich am gesamten Bestand des Großhändlers – solange der Vorrat reicht. Der Nachteil: Ist ein Artikel nicht mehr auf Lager, kann der Onlinehändler keine Bestellungen mehr annehmen.
  2. Konsignationslager: Bei dieser Form des Fulfillment verfügt der Wiederverkäufer über sein eigenes Lager im Zentrallager des Großhändlers. Hier fallen jedoch zusätzliche Kosten für den Onlinehändler an. Darüber hinaus verlangen Hersteller und Großhändler hier meist die Abnahmen einer Mindestmenge. Auf der anderen Seite profitiert der Wiederverkäufer hier von einem gesicherten Warenbestand, der ihm exklusiv zur Verfügung steht. Die Ware kann nicht an andere Wiederverkäufer verkauft werden und der Lagerbestand ist jederzeit nachvollziehbar.

Dropshipping im B2B-Markt

Gewerbliche Kunden sind eine attraktive und lukrative Zielgruppe für Dropshipper. Die Vorteile: Im B2B-Markt steht Kunden kein Widerrufsrecht zur Verfügung. Darüber hinaus werden Kaufentscheidung aus einer Notwendigkeit heraus getroffen. Entsprechend ist die Quote bei Retouren und Reklamationen geringer als bei privaten Verbrauchern. Zudem kaufen Unternehmen im Vergleich zu privaten Verbrauchern häufig größere Mengen ein. Durch diese höheren Abnahmemengen ergeben sich schnell hohe Umsätze und Gewinne.

Die Wahl des geeigneten Dropshipping-Anbieters

Der Erfolg des Dropshipping hängt sehr stark von dem passenden Hersteller oder Großhändler ab. Der Wiederverkäufer überlässt ihm einen Großteil des Services und muss sich entsprechend hundertprozentig auf ihn verlassen können. Die Auswahl des passenden Dropshipping-Anbieters benötigt also eine Menge Zeit und eine sorgfältige Recherche. Die Suche ist erstmal mühsam. Nicht jeder Hersteller oder Großhändler bietet die Möglichkeit des Dropshipping an. Wer sich die Mühe ersparen will, das gesamte Internet zu durchsuchen, kann alternativ verschiedene kostenpflichtige Datenbanken und Verzeichnisse, beispielsweise das Verzeichnis von dropshipping.de, nutzen.

Zusätzlich sollten Onlinehändler bei der Auswahl eines Dropshipping-Anbieters darauf achten, dass

  • Bestellungen umgehend und zuverlässig bearbeitet werden,
  • keine Vorgaben über Mindestabnahmemengen bestehen,
  • ein Anbieter über langjährige Erfahrungen verfügt,
  • sich Sitz und Lager des Unternehmens in Deutschland befinden,
  • Pakete und Lieferscheine mit dem Logo des Onlinehändlers versehen oder zumindest neutral versendet werden,
  • EDV-Systeme kompatibel sind und die Bestellung direkt an den Hersteller oder Großhändler übergeben werden kann und
  • ein Lieferant gute und transparente Konditionen in Bezug auf den Versand fehlerhafter Produkte oder die Abwicklung von Retouren und Stornierungen anbietet.

Mit der Entscheidung für einen geeigneten Partner ist es allerdings nicht getan: Der Markt ist in Bewegung. Entsprechend sollten Dropshipper die Konditionen ihrer Hersteller und Großhändler im Auge behalten und regelmäßig überprüfen.

Welche rechtlichen Aspekte solltest Du beim Dropshipping beachten?

Wer sich als Dropshipper für die Rechtsform eines Einzelunternehmers für seinen Onlinehandel entschließt, muss sich über die Folgen der Haftung im Klaren sein. Selbst, wenn die Haftung am Ende auf den Lieferanten übergeht, hat der Dropshipper zunächst den Ärger und haftet in vollem Umfang auch mit seinem Privatvermögen. Entsprechend ist es ratsam, eine gewerbliche Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Händler sind gewerbesteuerpflichtig und müssen ihren Onlinehandel vor Aufnahme ihrer Tätigkeit beim Gewerbeamt anmelden. Darüber hinaus sind Dropshipper als Unternehmer natürlich auch verpflichtet, Einkommen- und Umsatzsteuer zu zahlen. Der reguläre Umsatzsteuersatz von aktuell 16 Prozent (bzw. 19 Prozent voraussichtlich ab 01.01.2021) wird auf alle verkauften Produkte fällig und muss monatlich oder vierteljährlich mit der Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt abgeführt werden. Die Umsatzsteuer, die der Onlinehändler beim Kauf der Ware gezahlt hat, kann er hier entsprechend geltend machen. Die Einkommensteuer wird nach Ablauf des Geschäftsjahres auf den erwirtschafteten Gewinn fällig.

Nicht alle ausländischen Produkte sind für den Handel in europäischen Märkten zugelassen. Um sicher zu gehen, empfiehlt es sich, nur Produkte mit einer CE-Kennzeichnung anzubieten. Mit dieser Kennzeichnung erklärt der Hersteller, dass ein Produkt den geltende Anforderungen gemäß EU-Verordnung 765/2008 entspricht. Zusätzlich fallen für Produkte, die im Ausland eingekauft wurden, je nachdem, in welchem Land sie gekauft wurden, gegebenenfalls Einfuhrumsatzsteuer oder Zollgebühren an.

Schneller Einstieg in den Onlinehandel?

Dropshipping wird häufig als einfache Möglichkeit betrachtet, einen Teil der Lieferkette zu überspringen, um schnell und einfach ohne weiteres Know-how Fuß im Onlinehandel zu fassen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Diese Versandmethode hat ihre Vorteile, aber auch ihre Nachteile.

Die Vorteile

  • Produkte werden nicht vorab eingekauft – sie werden nur virtuell angeboten. Entsprechend können Onlinehändler ein breiteres Sortiment an Waren anbieten.
  • Gute Möglichkeit, insbesondere zum Start eines Onlineshops, Betriebskosten zu sparen: Es entstehen keine Kosten für den Einkauf von Waren, Lagerhaltung und Logistik.
  • Direkter Versand der Ware an den Kunden: Kein Zeitverlust durch Zwischenlager.
  • Der Absatz neuer Produkte kann risikolos getestet werden, bevor es fest in den Bestand aufgenommen wird.
  • Der Wiederverkäufer bleibt nicht auf unverkäuflichen Lagerbeständen sitzen.
  • Der Onlinehändler kann sich auf die Produktpräsentation und seine Marketing-Aktivitäten konzentrieren.
  • Ortsunabhängiges Geschäftsmodell: Da der Onlinehändler nicht in Kontakt mit der Ware kommt, kann er sein Business komplett online und unabhängig vom Standort der Hersteller und Großhändler abwickeln.

Die Nachteile

  • Der Wiederverkäufer kommt nicht in Kontakt mit der Ware und kann sich dadurch keine Bild von der Produktqualität machen.
  • Mengenrabatte können nicht in Anspruch genommen werden, da die Produkte meist einzeln bestellt werden.
  • Kein Einfluss auf die Lieferzeiten.
  • Die Risiko liegt beim Wiederverkäufer: bei schlechter Verpackung, unzuverlässiger Lieferung oder mangelhafter Ware muss er sich mit dem Kunden auseinandersetzen und im Falle einer Reklamation die Abwicklung mit der Lieferanten übernehmen.
  • Dropshipping-Anbieter übernehmen in der Regel keine Retouren-Abwicklung. Der Kunde sendet Produkte an den Wiederverkäufer, der die Ware an den Hersteller oder Großhändler weiterleiten muss.
  • Beim Handel mit ausländischen Herstellern und Großhändlern können höhere Kosten für Verpackung und Transport entstehen.
  • Zoll und Einfuhrbedingungen müssen berücksichtigt werden.

Alternativen zum Dropshipping

Dropshipping hat seine Vor- und Nachteile, kann aber ein guter Einstieg in den Onlinehandel sein. Voraussetzung ist, dass Du einen geeigneten Dropshipping-Anbieter findest, der Dir gute Konditionen und eine zuverlässige Art der Zusammenarbeit bietet. Darüber hinaus benötigst Du natürlich auch das entsprechende Know-how, um einen Onlineshop erfolgreich zu betreiben. Du musst Dir rechtliches Wissen aneigenen sowie Vereinbarungen und Konditionen immer wieder überprüfen, um langfristig Erfolg zu haben.

Wer den Sprung in das Dropshipping nicht gleich hauptberuflich wagen möchte und vielleicht erst einmal erste Erfahrungen sammeln möchte, ohne ein hohes Risiko einzugehen sowie Zeit und Geld in einen eigenen Onlineshop zu investieren, dem bieten Online-Marktplatzbetreiber wie Ebay, Amazon oder AliExpress über die sogenannte Marketplace-Option eine gute Alternative. Diese rund-um-sorglos-Pakete nutzen die eigene Shopsoftware und eigene Server. Darüber hinaus sind zahlreiche Funktionen für effektives Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO) enthalten und Händler profitieren von der Reichweite dieser Plattformen.

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