EBIT und EBITDA: So berechnest Du diese betriebswirtschaftlichen Kennzahlen

Yasmin
Yasmin Oktober 2020 7 Min

Inhaltsverzeichnis

Der wirtschaftliche Erfolg Deines Unternehmens bemisst sich an einer Reihe betriebswirtschaftlicher Kennzahlen. Zwei der wichtigsten Kennzahlen sind das EBIT und das EBITDA. Diese Kennzahlen oder auch Key Performance Indicators (KPIs) dienen dazu, das Betriebsergebnis zu berechnen und somit die Effizienz eines Unternehmens innerhalb eines Geschäftsjahres darzustellen und vergleichbar zu machen. Was genau bedeutet EBIT, was ist der Unterschied zum EBITDA und wie werden die beiden Kennzahlen berechnet?

Definition EBIT

EBIT steht für Earnings before Taxes (Gewinn vor Steuern) und wird auch als operativer Gewinn oder ordentliches Betriebsergebnis eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums – in der Regel einem Geschäftsjahr – bezeichnet. Das EBIT unterliegt keinen außerordentlichen Einflüssen. Steuern und Zinsen werden bei der EBIT-Berechnung nicht berücksichtigt. Die Höhe der Steuern und Zinsen fallen in verschiedenen Ländern unterschiedlich aus. Um einen internationalen Vergleich von Unternehmen zu ermöglichen, haben diese Faktoren keinen Einfluss auf das EBIT. Der Gewinn vor Steuern wird auch als Betriebsergebnis, Operating Profit oder Operating Income bezeichnet.

Das operative Ergebnis ist ein Teil des Gesamtergebnisses eines Unternehmens, das durch die Gegenüberstellung der Umsatzerlöse und der Kosten ermittelt wird. Der andere Teil wird als neutrales Ergebnis bezeichnet, das aufgrund außerordentlicher und betriebsfremder Geschäftsvorfälle entsteht. Hier zu zählen beispielsweise Erträge aus Beteiligungen oder anderen Kapitalanlagen.

Um die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens darzustellen, musst Du möglichst viele veränderliche Einflüsse aus der Darstellung herausnehmen. Zu diesen Einflüssen zählen beim EBIT sämtliche Aufwendungen, die nicht der eigentlichen Tätigkeit eines Unternehmens zugeordnet werden, sowie außerordentliche Aufwendungen und Erträge wie Zinsen und Steuern. In diesem Zusammenhang wird häufig auch von einer Gewinnbereinigung gesprochen oder dem bereinigten EBIT gesprochen.

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Das EBIT als Bestandteil der GuV

Das EBIT fließt als Zwischensumme in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV), die gemeinsam mit der Bilanz den Jahresabschluss eines darstellt. Die GuV belegt, ob ein Unternehmen Gewinn oder Verlust gemacht hat und wie Erträge und Aufwendungen sich zusammensetzen. Welchen Regeln die Rechnungslegung folgt, ist für alle Kaufleute im Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt. Darüber hinaus schreiben zahlreiche Länder den dort ansässigen Kapitalgesellschaften vor, den internationalen Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen, den International Financial Reporting Standards (IFRS), zu folgen. Losgelöst vom nationalen Recht regeln die IFRS die länderübergreifende Vergleichbarkeit von Jahres-und Konzernabschlüsse.

Um die GuV zu erstellen, gibt es zwei unterschiedliche Methoden:

  • Gesamtkostenverfahren
  • Umsatzkostenverfahren

Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung kann gemäß Handelsgesetzbuch (HGB) und den International Financial Reporting Standards (IFRS) entweder nach dem Gesamtkostenverfahren bzw. Jahresüberschuss oder nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt werden. Die beiden Methoden unterscheiden sich in der Darstellung der einzelnen Posten, führen jedoch zum gleichen Ergebnis.

Das Gesamtkostenverfahren weist neben Aufwendungen und Erträgen auch Bestandsveränderungen sowie aktivierte Eigenleistungen aus. Im Umsatzkostenverfahren werden diese zwar ebenfalls berechnet, tauchen in der GuV aber nicht gesondert auf. Das Gesamtkostenverfahren berücksichtigt alle Kosten, die im Rahmen der Leistungserstellung entstanden sind. Diese Kosten werden den Erlösen gegenübergestellt. Kosten und Erlöse fallen bei der Produktion von Wirtschaftsgütern allerdings nicht zwangsläufig in den selben Zeitraum. Das Gesamtkostenverfahren rechnet daher Bestandsänderungen heraus, um vergleichbare Größen für die Ermittlung des Betriebsergebnisses zu erhalten. Bestandsminderungen werden als Aufwand verbucht und Bestandserhöhungen als Ertrag. Mit Leistungen, die nicht verkauft, sondern im eigenen Unternehmen verbraucht werden, verfährst Du genau so. Das Umsatzkostenverfahren stellt den Umsatzerlösen nur die Umsatzkosten gegenüber, das heißt die Kosten, die tatsächlich für die Herstellung der verkauften Produkte angefallen sind.

Das Gesamtkostenverfahren gilt daher als aussagekräftiger in Bezug auf die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens.

Gesamtkosten oder Umsatzkosten?

Nutzt Du das EBIT als Kennzahl, um Unternehmen miteinander zu vergleichen, musst Du wissen, welche Methode zur Berechnung des operativen Gewinns angewendet wurde.

Formel zur EBIT Berechnung (Betriebsergebnis)

Um das Betriebsergebnis bzw. EBIT zu berechnen, stehen zwei unterschiedliche Formeln zur Verfügung. Die eine legt den Umsatzerlös, die andere den Jahresüberschuss eines Unternehmens zugrunde.

Liegt der Jahresüberschuss als Basis zugrunde, lautet die Formel:

EBIT = Jahresabschluss + Steueraufwand – Steuererträge – Zinsaufwand – Zinsertrag

Um das EBIT zu ermitteln, werden nur die Steuern herangezogen, die sich auf die Ertragskraft  eines Unternehmens auswirken. Zu diesen Steuerarten zählen die Gewerbesteuer, bei Kapitalgesellschaften die Körperschaftsteuer und bei Personengesellschaften die Einkommensteuer. Die Umsatzsteuer spielst hier keine Rolle.

Liegt der Umsatzerlös zugrunde, lautet die Formel:

EBIT = Umsatzerlös – Materialaufwand – Personalaufwand – sonstige betriebliche Aufwendungen + sonstige betriebliche Erträge – Abschreibungen auf das Anlagevermögen

Bedeutung und Berechnung der EBIT-Marge

Eine weitere wichtige Kennzahl ist die EBIT-Marge, die das Verhältnis des operativen Ergebnisses zum Jahresumsatz angibt. Erzielt ein Unternehmen eine EBIT-Marge von über 15 Prozent, gilt es als rentabel. Bei einer EBIT-Marge unter drei Prozent gilt es als krisenanfällig.

Die EBIT-Marge wird in Prozent angegeben, die Formel zur Berechnung lautet:

EBIT-Marge = 100 x EBIT / Umsatz

Definition EBITDA

EBITDA steht für Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortization (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände). Abschreibungen, die durch hohe Investitionen bei der Firmengründung, der Anschaffung neuer Maschinenparks oder beim Kauf anderer Unternehmen entstehen, können das Ergebnis ebenfalls stark beeinflussen und verfälschen. Daher werden diese beim EBITDA zusätzlich herausgerechnet.

Bei der Ermittlung des EBITDA steht die Profitabilität eines Unternehmens im Vordergrund. Unterschiedliche Abschreibungsmethoden können wie beim EBIT das Ergebnis verändern. Um auch hier einen internationalen Vergleich ziehen zu können, werden die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Wirtschaftsgüter nicht berücksichtigt.

Das EBITDA erhältst Du, wenn Du Abschreibungen auf Sachanlagen sowie auf immaterielle Vermögensgegenstände zum EBIT dazurechnest. Analog zur Berechnung des EBIT stehen zur Berechnung des EBITDA ebenfalls zwei unterschiedliche Formeln zur Verfügung. Die eine legt den Umsatzerlös, die andere den Jahresüberschuss eines Unternehmens zugrunde.

Die Formel zur Berechnung lautet:

EBITDA = EBIT + Abschreibungen auf das Anlagevermögen – Zuschreibungen zum Anlagevermögen

Bedeutung der EBITDA-Marge

Die EBITDA-Marge beschreibt das Verhältnis des EBITDA zum Gesamtumsatz eines Unternehmens. Mithilfe dieser Kennzahl kannst Du beispielsweise die Rentabilität einzelner Betriebsabläufe untersuchen. Die Größen, die Du bei der EBITDA-Marge herausrechnest, haben keinen Einfluss auf die Geschäftsabläufe des Unternehmens.

Somit eignet sich die EBITDA-Marge, um:

  • mögliche Einsparpotenziale im Betriebsalltag zu erkennen
  • internationale Unternehmen miteinander zu vergleichen
  • die Rentabilität eines Unternehmens im Geschäftsbetrieb zu ermitteln

Die Formel zur Berechnung der EBITDA-Marge lautet:

EBITDA-Marge = EBITDA / Umsatz x 100%

Bei der EBITDA-Marge können die unterschiedlichen Steuersätze der einzelnen Länder vernachlässigt werden. Internationale Vergleiche von Firmen, die in derselben Branche tätig sind, lassen sich auf diese Weise besser durchführen.

Zusammenhang EBT, EBIT, EBITA, EBITDA

Mit diesen vier Kennzahlen verschaffst Du Dir einen Eindruck über die wirtschaftliche Lage Deines Unternehmens, seine Rentabilität und seiner Profitabilität. Darüber hinaus ermöglichen sie den länderübergreifenden Vergleich von Unternehmen, in dem sie möglichst viele veränderliche Einflüsse auf den Gewinn ausgeklammert. Vergleichbar mit einer Pyramide bildet das EBT (Earnings before Taxes), der Gewinn vor Steuern, den Sockel. Beim EBIT (Earnings before Taxes and Interests) werden zusätzlich die Zinsen herausgerechnet. Beim EBITA (Earnings Before Interests, Taxes and Amortization) finden die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (Amortizations) keine Berücksichtigung. Die Spitze der Pyramide bildet schließlich das EBITDA (Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortization), dem Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände.

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