Einkommensteuererklärung 2020: Was musst Du beachten?

Yasmin
Yasmin Dezember 2020 7 Min

Inhaltsverzeichnis

Mit 2020 geht ein Jahr zu Ende, dass viele Veränderungen mit sich gebracht hat. Veränderungen auf unser privates Leben, auf unser Arbeitsleben und auf die Einkommensteuererklärung 2020. Was bleibt? Was ist neu? Was musst Du als Selbstständiger in Deiner Steuererklärung 2020 besonders beachten?

Steuerliche Erleichterungen in 2020

Die Bundesregierung hat verschiedene steuerliche Erleichterungen beschlossen, um Steuerpflichtige, die von der Corona-Krise betroffen sind, bei der Einkommensteuererklärung 2020 zu entlasten. Ziel ist es, die Liquidität der Unternehmen zu verbessern

Eine der Maßnahmen ist die Möglichkeit, Steuerzahlungen zu stunden. Diese Stundungen sind in der Regel zinslos und verschaffen Steuerpflichtigen eine Zahlungspause gegenüber dem Finanzamt. Die zinslose Stundung wird maximal bis zum 31. März 2021 gewährt. 

Darüber hinaus haben Unternehmen die Möglichkeit, Vorauszahlungen zur Einkommen-, Körperschaft- und zur Gewerbesteuer herabzusetzen. Und auch bei der Umsatzsteuer gibt es Erleichterungen: Die Finanzämter können die Sondervorauszahlung für die Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuer für von der Krise betroffenen Unternehmern herabsetzen und auch erstatten. Darüber hinaus verzichtet das Bundesministerium für Finanzen vorläufig auf die Vollstreckung rückständiger Steuerschulden bei den betroffenen Unternehmen. 

Um die Steuererleichterungen für die Einkommensteuererklärung 2020 in Anspruch zu nehmen, wendest Du Dich an Dein zuständiges Finanzamt. Da es sich bei der Gewerbesteuer eine Gemeindesteuer handelt, musst Du Dich hier direkt an Deine Gemeinde wenden. Ausnahmen bilden die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin. Hier sind die Finanzämter zuständig. Als Nachweis, dass Du unmittelbar von der Coronakrise betroffen bist, reichen den Behörden plausible Angaben über die negativen Auswirkungen auf Deine wirtschaftliche Situation. In jedem Fall müssen Deine Angaben wahrheitsgemäß sein: Falsche Angaben gelten als strafbewehrt. Die Anträge müssen schriftlich eingereicht werden. Um die Finanzämter zu entlasten, übermittelst Du Deinen Antrag sowie Deine Einkommensteuererklärung 2020 am besten elektronisch über das Online-Finanzamt ELSTER. Darüber hinaus haben die Landesfinanzbehörden Antragshilfen entwickelt, die Du online bei den Finanzministerien der Länder findest. 

Unterstützungszahlungen aus den Corona-Hilfsprogrammen

Wer Soforthilfen, Überbrückungshilfen oder vergleichbare Unterstützungsleistungen in Anspruch genommen hat, muss diese in seiner Einkommensteuererklärung 2020 berücksichtigen: Die Unterstützungszahlungen sind grundsätzlich einkommen- oder körperschaft- sowie gegebenenfalls auch gewerbesteuerpflichtig. Die Zahlungen sind aber nicht umsatzsteuerpflichtig.

Den KfW-Schnellkredit kannst Du übrigens digital über Penta beantragen. Mehr Informationen erhältst Du hier.

Einkommensteuererklärung 2020:

Für alle Steuerzahler gilt, dass sie in der Einkommensteuererklärung 2020 nicht ihr gesamtes Einkommen versteuern müssen. Unabhängig davon, ob ein Steuerpflichtiger sein Geld mit selbstständiger oder nicht selbstständiger Arbeit verdient, bleibt ein Teil ihres Einkommens steuerfrei. Dieser Grundfreibetrag erhöht sich im Jahr 2020 um 240 Euro auf 9.408 Euro pro Person

Bei Paaren, die steuerlich gemeinsam veranlagt werden, gilt der doppelte Betrag in Höhe von 18.816 Euro. Aufgrund der Corona-Pandemie haben viele Arbeitnehmer und Unternehmer zum Teil erhebliche Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Gegebenenfalls macht es bei einer gemeinsamen Veranlagung Sinn, die Steuerklassen für die Einkommensteuererklärung 2020 zu wechseln? Ein Wechsel ist Ehepaaren und Lebenspartnern jetzt gestattet, so oft sie wollen. Bisher war der Steuerklassenwechsel nur einmal im Jahr möglich.

Darüber hinaus steigt auch der Höchstbetrag für den Unterhalt bedürftiger Angehöriger. In 2020 können Zahlungen bis zu einer Höhe von 9.408 Euro als außergewöhnliche Belastung in der Einkommensteuererklärung 2020 geltend gemacht werden.

Homeoffice-Pauschale auch für Selbstständige?

Der Bundestag hat die von der Bundesregierung geplante Homeoffice-Pauschale beschlossen. Die Pauschale soll es allen, die coronabedingt zu Hause arbeiten, erleichtern, zusätzliche Kosten in der Einkommensteuererklärung 2020 geltend zu machen. Maximal 600 Euro sollen in der Steuererklärung der Jahre 2020 und 2021 jeweils ausgeglichen werden. Allerdings bezieht sich die aktuelle Regelung zunächst nur auf Angestellte, nicht auf Selbstständige. 

Für Selbstständige, Freiberufler der Freelancer, die von zu Hause arbeiten, gelten nach wie vor bestimmte Voraussetzungen, um ein häusliches Arbeitszimmer im Rahmen der Einkommensteuererklärung 2020 von der Steuer absetzen zu dürfen. Das Finanzamt erkennt ein Büro im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung nur dann an, wenn es sich um einen separaten, abschließbaren Raum handelt, der ausschließlich beruflich genutzt wird. Die private Nutzung ist nur bis maximal 10 Prozent gestattet. Auf Nachfrage des Finanzamtes musst Du in der Lage sein, einen Grundriss der Wohnung oder Deines Hauses vorzulegen. Alternativ helfen auch Fotos, die berufliche Nutzung nachzuweisen. Wer also ein Sofa, einen Fernseher oder sein Bügelbrett im Büro stehen hat, muss damit rechnen, dass das Finanzamt von einer überwiegend privaten Nutzung ausgeht. 

Ist Dein Büro im Homeoffice tatsächlich der Mittelpunkt Deiner beruflichen Tätigkeit,  kannst Du alle Kosten für Deine Mietwohnung oder Wohneigentum anteilig in der Einkommensteuererklärung 2020 geltend machen. Zu diesen Kosten zählen:

  • Miete
  • Gebäudeabschreibungen
  • Nebenkosten, (Wasser, Energiekosten, Grundsteuer, Gebühren für Müll, Schornsteinfeger, Reinigung)
  • Gebäudeversicherungen
  • Renovierungs- und Instandhaltungskosten
  • Aufwendungen für die Büroausstattung

Digitales Business Banking für Dein Unternehmen

Einkommensteuererklärung 2020: Versteuerung eines Firmenwagens

Viele Selbstständige, Freiberufler oder Freelancer benötigen ein Auto, um ihre geschäftlichen Termine wahrzunehmen. Nutzen sie einen Firmenwagen mehr als 50 Prozent betrieblich, lässt sich das Auto dem Betriebsvermögen zuordnen. Das heißt, Du kannst sämtliche Kosten für den Firmenwagen als betriebliche Ausgaben verbuchen und so Deinen Gewinn und letztendlich Deine Steuerlast für die Einkommensteuererklärung 2020 zu senken. Nutzt Du den Wagen auch privat, zahlst Du als Selbstständiger Steuern für die private Nutzung. Für die Versteuerung kannst Du zwischen zwei Varianten wählen: 

  • 1-Prozent-Regelung
  • Fahrtenbuch

Mit der Einreichung Deiner Einkommensteuererklärung 2020 legst Du fest, für welche der beiden Besteuerungsarten Du Dich entscheidest. Diese Entscheidung kannst Du jedes Jahr neu treffen.

Vielen Selbstständigen sind aufgrund der Corona-Pandemie Aufträge weggebrochen. Fahrten ins Büro, zum Kunden oder auf Messen, Kongresse oder zu Fortbildungsmaßnahmen haben sich deutlich reduziert. Entsprechend stieg die private Nutzung des Dienstwagens in 2020. Überwiegt die private Nutzung des Firmenwagens, musst Du als Selbstständiger für die Einkommensteuererklärung 2020 ein lückenloses Fahrtenbuch beim Finanzamt vorlegen. Die erfassten Daten für berufsbedingte Fahrten dienen als Grundlage, um die anteiligen Kosten zu berechnen, die Du als Betriebsausgabe und somit gewinnmindernd Deiner Steuererklärung für 2020 geltend machen kannst. Gegebenenfalls kann sich hier die 1-Prozent-Regelung steuerlich als günstiger erweisen. Hier solltest Du in jedem Fall mit Deinem Steuerberater sprechen, bevor Du Dich für eine der Steuerarten entscheidest. 

Abgabefrist für die Steuererklärung 2019

Wer seine Steuererklärung mithilfe eines Steuerberaters abgibt, erhält aufgrund der Corona-Pandemie eine Fristverlängerung. Dein Steuerberater hat dadurch für die Abgabe Deiner Jahressteuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2019 Zeit bis zum  31. August 2021. Die Frist für die Abgabe der Einkommensteuererklärung 2020 ist Stand heute der 28. Februar 2022.

Betriebsprüfungen in Corona-Zeiten

Betriebsprüfungen finden auch in Corona-Zeiten statt. Die fristgerechte Abgabe von Dokumenten gilt auch in der Krise uneingeschränkt. Wer seine Einnahmen und Ausgaben immer im Blick behält und regelmäßig Zeit in die ordnungsgemäße Buchhaltung investiert, muss sich vor Steuerprüfungen nicht fürchten. Hierbei hilft Dir ein Online Geschäftskonto mit der Integration von zahlreichen Buchhaltungssoftwares wie DATEV. Um Dir für den Fall einer Außenprüfung die Arbeit zu erleichtern und Ärger zu ersparen, dokumentiere alle Vorgänge sauber und halte alle dazugehörigen Belege bereit. Da der Aufwand in diesem Jahr verglichen mit einem normalen Geschäftsjahr sicher höher ist, fang am besten so früh wie möglich damit an.

lastschriften

Das ideale Geschäftskonto für Dein Business

Nach oben