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Steuerfreibetrag für Selbstständige: Hier kannst Du Steuern sparen

Jeannine Klein
Jeannine Klein Januar 2021 10 Min

Inhaltsverzeichnis

Als Selbstständiger bist Du gerade in der Gründungsphase auf jeden Cent angewiesen. Ausgaben sollten die Einnahmen nicht übersteigen. Du musst penibel darauf achten, wie viel Du tatsächlich ausgeben kannst, um gleichzeitig das Beste aus Deinen Investitionen herauszuholen. Obwohl Steuern Deinen Gewinn mindern, bieten sie Dir zugleich eine gute Möglichkeit, Dir Geld zurückzuholen: In dem Du den jährlichen Steuerfreibetrag geltend machst. 

Was ist der Steuerfreibetrag für Selbstständige?

Für Selbstständige gilt: Wer Einnahmen erzielt, gibt einen Teil davon als Steuern an den Staat ab. Über den Steuerfreibetrag kannst Du Dir aber einen Teil wieder zurückholen. Beim Steuerfreibetrag bzw. Einkommensteuerfreibetrag handelt es sich um einen Anteil Deines Einkommens, der steuerfrei bleibt. Um den Steuerfreibetrag zu berechnen, dient Dein Brutto-, nicht Dein Nettogehalt als Grundlage. Freibeträge mindern die Steuerbemessungsgrundlage: Das Einkommen wird erst oberhalb einer gewissen Grenze versteuert, um so besonders geringe Einkommen zu schützen. Jeder Euro, der über dieser Grenze liegt, fällt unter die steuerliche Abgabepflicht. Manche dieser Steuerfreibeträge werden Dir allerdings nur mit entsprechendem Antrag gewährt, da sie in die Lohnsteuerermäßigungen einfließen. 

Wer sich auf die Suche nach möglichen Freibeträgen begibt, wird dabei oft auf die Begriffe Pauschalbetrag und Freigrenze stoßen. Beim Pauschalbeitrag handelt es sich um einen Beitrag, den Du ohne Nachweis von der Steuer absetzen kannst. Kosten, die den Pauschal- oder Freibetrag überschreiten, kannst Du meist zusätzlich geltend machen, dann wird allerdings ein Beleg benötigt.

Genau wie der steuerliche Freibetrag dient die Steuerfreigrenze dazu, das zu versteuernde Einkommen zu mindern. Beim Überschreiten der Freigrenze musst Du den kompletten Betrag versteuern und nicht nur den Teil, der über der Grenze liegt.

Der Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag stellt sicher, dass das zur Bestreitung des Existenzminimums nötige Einkommen nicht durch Steuern gemindert wird. Der Steuerfreibetrag gilt in Deutschland für Selbstständige unabhängig von der Rechtsform eines Unternehmens, also für Einzelgewerbe, eine GmbH sowie für Freiberufler. Jeder Einkommensteuerpflichtige hat automatisch Anspruch auf einen jährlichen steuerfreien Grundfreibetrag und muss diesen auch nicht separat beantragen. Die Höhe des zugrunde liegenden Existenzminimums und wie hoch der Steuerfreibetrag ist, wird alle zwei Jahre von der Bundesregierung festgelegt. Nicht nur der Grundfreibetrag, sondern auch die Kinderfreibeträge und das Kindergeld orientieren sich an dieser Grenze.

Musst Du den Steuerfreibetrag eintragen lassen?

Der Grundfreibetrag für die Steuer steht allen Steuerpflichtigen zu. Unabhängig davon, ob Du Dein Geld mit einer selbstständigen Tätigkeit oder als Angestellter verdienst, ist der Steuerfreibetrag bereits in den Steuertabellen des Finanzamts integriert. Dadurch wird der Grundfreibetrag automatisch vom Jahreseinkommen abgezogen, um den Steuersatz und die Steuerschuld eines Steuerpflichtigen zu ermitteln. Du musst also keinen Antrag auf den Steuerfreibetrag stellen, da dieser bereits automatisch berücksichtigt wird.

Der Sparerpauschalbetrag

Wer sich nach und nach ein Vermögen aufbauen möchte, dem kommt der Sparerpauschalbetrag zu Gute. Dieser betrifft Kapitalerträge, also Einkünfte aus Zinsen eines Sparkontos und Dividenden. Er sorgt dafür, dass diese bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei bleiben. In der Regel werden automatisch 25 Prozent der Kapitalerträge abgezogen, hinzu kommt der Solidaritätszuschlag und sofern Du kirchensteuerpflichtig bist, die Kirchensteuer.

Um vom Sparerpauschalbetrag Gebrauch zu machen, musst Du einen Freistellungsauftrag bei Deiner Bank einreichen. Ist das einmal erledigt, wird dieser bei Deiner Steuererklärung berücksichtigt. Für jedes Sparkonto und Wertpapierdepot, dass Du bei einer anderen Bank hast, musst Du einen eigenen Antrag stellen. Insgesamt darfst Du Kapitalerträge in Höhe von bis zu 801 Euro von der Steuer befreien lassen. Bei Ehepaaren beträgt der Steuerfreibetrag bei 1.602 Euro.

Steuerfreibetrag aus Aktien

Gewinne aus Aktien bezeichnet man ebenfalls als Kapitalerträge. Auch hier gelten die entsprechenden Grenzen für den Steuerfreibetrag.

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Steuerfreibetrag für Unternehmen

Der Gewerbesteuerfreibetrag

Je nachdem, um welche Rechtsform es sich bei einem Unternehmen handelt, gelten unterschiedliche Freibeträge. Der Gewerbesteuerfreibetrag beispielsweise kommt Gewerbebetrieben zu Gute und kann ihre Steuerlast enorm senken. Natürlichen Personen und Personengesellschaften steht ein Steuerfreibetrag von 24.500 Euro pro Jahr zu.

Bei Vereinen liegt der Steuerfreibetrag bei 5.000 Euro pro Jahr. Freiberufler sind in den meisten Fällen von der Gewerbesteuer befreit. Ausnahmen gibt es dann, wenn sie sich in einer Kapitalgesellschaft organisieren und diese Gesellschaft der Gewerbesteuer unterliegt.

Erst 2008 gab es bedeutende Änderungen bezüglich der Gewerbesteuer. Vor dieser Reform lag die Steuermesszahl, mithilfe derer die Höhe der Gewerbesteuer berechnet werden kann, bei 5 Prozent. Mit der Reform sank sie auf 3,5 Prozent.

Dein Umsatz ist für die Berechnung der Höhe der Steuerfreibeträge nicht relevant. Der Steuerfreibetrag gibt eine festgelegte Summe vor, die für das Gewerbe steuerfrei bleibt.

Der Steuerfreibetrag bei Veräußerungsgewinnen

Wenn Du Dich zum Verkauf Deines Unternehmens entschließt, erhält der Staat Steuern für die Veräußerung. Wer zum Zeitpunkt des Verkaufs seiner Firma bereits das 55. Lebensjahr vollendet hat oder dauerhaft berufsunfähig ist, kann bei der Veräußerung einen Steuerfreibetrag in Höhe von 45.000 Euro in Anspruch nehmen. Dieser Steuerfreibetrag verringert sich, wenn der Veräußerungsgewinn über 136.000 Euro liegt. Zum Abzug kommt dann die Summe, um die der Veräußerungsgewinn den Steuerfreibetrag überschreitet. Es kommt insbesondere kleinen Unternehmen zu Gute, das der Veräußerungsgewinn, der nach Abzug des Steuerfreibetrag übrig bleibt, ermäßigt besteuert wird.

Der Steuerfreibetrag steht jedem Steuerpflichtigen nur einmal im Leben zu, dann aber in voller Höhe. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Gewerbebetrieb, ein Teilbetrieb oder ein Mitunternehmeranteil veräußert wird.

Steuerfreibetrag für Kinder

Um für den Schutz von Familien zu sorgen, steht diesen der sogenannte Kinderfreibetrag zu. Dieser Freibetrag sollen das Existenzminimum sowie die Betreuung und Erziehung der Kinder gewährleistet werden. Der Steuerfreibetrag für ein Kind oder mehrere Kinder ist sozusagen die Alternative zum Kindergeld. Bei der Einkommensteuerveranlagung prüft das Finanzamt, welche dieser beiden staatlichen Unterstützungen dem Steuerzahler eher zu Gute kommt. Anspruch wird nur auf eine der beiden Unterstützungsmöglichkeiten gewährt. Werden die Kinderfreibeträge vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen, bekommen Eltern kein Kindergeld. 

Beim Kinderfreibetrag gelten folgende Richtlinien:

Der Steuervorteil durch den Steuerfreibetrag muss höher sein als das Kindergeld. Eine generelle Entlastung findet bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres statt, bei erwerbslosen Kindern bis zum 21. Lebensjahr. Befindet sich das Kind in einer Ausbildung, wird der Kinderfreibetrag bis zum Ende des 25. Lebensjahres gewährt.

Für Kinder mit Behinderung gelten Sonderregelungen für den Steuerfreibetrag. Hier gibt es keine Altersgrenze.

Auch Stief- und Großeltern können den Steuerfreibetrag für Kinder nutzen, sofern diese unterhaltspflichtig sind oder das Kind in deren Haushalt lebt. Im Übrigen teilt sich dieser Steuerfreibetrag in zwei unterschiedliche Beträge auf. Zum einen gibt es hier den Steuerfreibetrag zur Sicherung des Existenzminimums des Kindes. Dieser Betrag sorgt dafür, dass Aufwendungen für die Versorgung von Kindern steuerfrei bleiben. Zum anderen spielt auch der Steuerfreibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf eine wichtige Rolle.

Der Alleinerziehendenentlastungsbetrag

Kinder alleine groß zu ziehen, ist finanziell nicht immer einfach. Daher gewährt der Staat alleinerziehenden Eltern, die die Steuerklasse II haben, den Alleinerziehendenentlastungsbetrag. Dieser Betrag steht ihnen zu, wenn sich im Haushalt mindestens ein Kind befindet, für das ihnen Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zusteht. Im Jahr 2019 liegt der Alleinerziehendenentlastungsbetrag bei 1.908 Euro. Bei einem zweiten Kind erhöht sich der Steuerfreibetrag auf 2.148 Euro.

Der Ausbildungsfreibetrag

Viele Jugendliche beginnen erst mit ihrer Ausbildung, wenn sie das 18 Lebensjahr bereits vollendet haben. Um Eltern hier finanziell zu unterstützen, gibt es den Ausbildungsfreibetrag, der auf ihre Einkommensteuer angerechnet wird. Folgende Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden:

  • Das Kind muss mindestens 18 Jahre alt sein
  • Das Kind lebt nicht im elterlichen Haushalt
  • Das Kind geht einer Berufsausbildung nach
  • Den Eltern muss ein Kinderfreibetrag zustehen

Wichtig ist, dass sich das Kind ernsthaft um die Ausbildung bemüht. Im Zweifelsfall kann die Familienkasse Nachweise darüber anfordern.

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Steuerfreibetrag bei Steuerpflichtigen mit Schwerbehinderung

Anstelle einer Steuerermäßigung gemäß § 33 EStG können behinderte Menschen einen pauschalen Steuerfreibetrag in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Voraussetzung ist, dass der Grad ihrer Behinderung (GdB) mindestens 50 Prozent beträgt.
Die Höhe des jährlichen Steuerfreibetrages richtet sich nach dem Grad der Behinderung und liegt 2019 zwischen 570 Euro (GdB 45 – 50) und 3.700 Euro (hilflos und blind).

Steuerfreibetrag für Rentner: Der Altersentlastungsbetrag

Um Steuerzahler über 64 Jahren zu entlasten, steht ihnen der Altersentlastungsbetrag zu. Hat ein Steuerzahler vor Beginn des Kalenderjahres, für das sein zu versteuerndes Einkommen ermittelt wird, das 64. Lebensjahr vollendet, wird ihm ein Steuerfreibetrag gewährt. Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige Arbeitslohn aus einem gegenwärtigen Dienstverhältnis bezieht oder über andere Einkünfte verfügt, deren Summe positiv ist. Diese beiden Faktoren dienen als Bemessungsgrundlage für den Altersentlastungsbetrag. Versorgungsbezüge, bestimmte Leibrenten sowie Einkünfte aus der betrieblichen Altersvorsorge zählen zu den Alterseinkünften, die bei der Bemessungsgrundlage keine Rolle spielen.

Im Fall der Zusammenveranlagung mit dem Ehepartner wird der Altersentlastungsbetrag personenbezogen berücksichtigt. Als Bemessungsgrundlage werden dann nur die Einkünfte des Steuerpflichtigen herangezogen, die die Voraussetzungen für den Altersentlastungsbetrag erfüllt.

Steuerfreibetrag bei Erbschaft und Schenkung

Wenn enorme Vermögenswerte den Eigentümer wechseln, will der Staat etwas davon abhaben. Überschreiten diese Werte eine bestimmte Grenze, müssen Betroffene eine Erbschafts- und Schenkungssteuer zahlen. Für eine steuerfreie Schenkung muss man sich das Verhältnis zwischen Schenkendem und Beschenktem ansehen. Abhängig von der Nähe der Beteiligten fällt der zu Beschenkende in eine von drei steuerlichen Klassen – die hat im Übrigen nichts mit der klassischen Steuerklasse zu tun.

Je näher Schenker und Empfänger miteinander verwandt sind, desto höher ist auch der Steuerfreibetrag. Gleiches gilt für den Erblasser und den Erben. Der Steuerfreibetrag bezieht sich hierbei auf die Summe, die Du steuerfrei verschenken oder vererben darfst.

Bei Ehegatten und Lebenspartner liegt der Steuerfreibetrag bei 500.000 Euro. Damit fallen Betroffene in die Steuerklasse I, genau wie Kinder und Enkelkinder, deren Eltern verstorben sind. Für diese gibt es immerhin noch einen Steuerfreibetrag von 400.000 Euro. Am niedrigsten fällt der Steuerfreibetrag bei Eltern, Großeltern, Nichten und Neffen sowie Geschwistern und anderen Erwerbern aus. Hier liegt er lediglich bei 20.000 Euro. 

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Steuerfreibetrag bei weiteren Einkommen

Aufgepasst beim Nebenjob

Wenn Du mehrere Jobs hast, solltest Du wissen, wie sich dies auf Deine Steuerpflicht und die dazugehörigen Freibeträge auswirkt. Selbstständige, die auch in einem Angestelltenverhältnis stehen, führen durch ihren Job bereits monatlich Steuern ab. Dabei wird die Summe beider Einkommen vom Finanzamt zusammengerechnet. Bei der Jahressteuererklärung werden somit sämtliche Einnahmen berücksichtigt und versteuert. Das kann dazu führen, dass Du in eine höhere Steuerklasse rutschst und Nachzahlungen leisten musst.

Der Steuerfreibetrag ist häufig von der Höhe Deines Einkommens abhängig. Um zu erkennen, welche Freibeträge Du geltend machen kannst, hilft Dir das passende Online Geschäftskonto dabei, stets den Überblick über Deine Einkünfte zu behalten.

Die Übungsleiterpauschale

Du bist ehrenamtlich tätig? Dieses Engagement wird vom Staat gefördert. Er erlaubt Dir, mit der sogenannten Übungsleiterpauschale in Deiner Steuererklärung auf einen weiteren Steuerfreibetrag zurückzugreifen, wenn Du eine der folgenden ehrenamtlichen Tätigkeiten ausübst:

  • Pflege kranker, alter oder behinderter Menschen
  • Trainer im Sportverein
  • Ausbilder, Ausbildungsleiter, Erzieher oder Betreuer
  • künstlerische Tätigkeiten wie Chorleiter

Deine hauptberufliche Arbeitsstelle sollte sich inhaltlich allerdings von Deiner ehrenamtlichen Tätigkeit unterscheiden. Diese Pauschale steht Dir aber auch zu, wenn Du keinem Beruf nachgehst.

Seit 2013 können Übungsleiter 2.400 Euro frei von Steuern und Sozialabgaben verdienen. Beim Überschreiten des Steuerfreibetrags wird lediglich der darüber liegende Betrag versteuert.

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