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Elterngeld 2021: Was ändert sich durch die Corona-Pandemie?

Yasmin
Yasmin Januar 2021 6 Min

Inhaltsverzeichnis

Es ist eine Herausforderung, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren – insbesondere für Eltern, die ihr Geld mit einer selbstständigen Tätigkeit verdienen. Dennoch wollen viele Paare weder auf das eine noch auf das andere verzichten. Um ihren Wünschen und Bedürfnissen nachzukommen, hat das Bundeskabinett im Mai 2020 neue Regeln für den Bezug des Elterngeldes beschlossen. Die zulässige Arbeitszeit bei Elterngeldbezug wurde erhöht, der Partnerschaftsbonus ist jetzt flexibler nutzbar und Eltern von Frühgeborenen erhalten mehr Unterstützung. Stimmen Bundestag und Bundesrat diesen Regelungen zu, gelten die Neuregelungen ab 2021. Zusätzlich treten rückwirkend zum 1. März 2020 Sonderregelungen in Kraft, um zu vermeiden, dass Eltern infolge der Corona-Krise Einbußen beim Elterngeld entstehen.

Die Grundlagen: Was ist das Elterngeld?

Das Elterngeld ist eine wichtige Unterstützung für Paare nach der Geburt ihres Kindes. Als Einkommensersatzleistung gleicht es den Verdienstausfall eines Elternteils aus, der seine Erwerbstätigkeit unterbricht oder nur eingeschränkt einer Beschäftigung nachgeht. Elterngeld gibt es in den drei Varianten Basiselterngeld, ElterngeldPlus und dem Partnerschaftsbonus.

BEEG

Die Bedingungen für den Bezug des Elterngeldes sind im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) , dass im Januar 2007 in Kraft und Bestimmungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere zur Elternzeit sowie dem Bezug von Elterngeld enthält.

Unabhängig davon, ob sie ihr Geld mit einer selbstständigen oder einer nicht selbstständigen Tätigkeit verdienen, haben alle Eltern Anspruch auf Elterngeld. Das gilt sowohl für leibliche Eltern, Adoptiveltern und Pflegeeltern. Voraussetzung ist, dass: 

  • sie mit ihrem Kind in einem Haushalt leben 
  • es selbst betreuen und erziehen 
  • ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben 
  • nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten

Bei Angestellten berechnet sich die Höhe des Elterngeldes nach dem Einkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Babys. Bei Selbstständigen wird das letzte abgeschlossene Wirtschaftsjahr als Bemessungsgrundlage herangezogen.

Corona-Soforthilfe

Die Corona-Soforthilfe gilt als Betriebseinnahme und und wird für die Berechnung der Höhe des Elterngeldes im Bemessungszeitraum entsprechend Deinem Einkommen hinzugerechnet.

Elterngeld 2021: Was ist neu?

Schulen und Kitas waren lange Zeit geschlossen. Eltern waren gezwungen, die fehlenden Betreuungsszeiten selber auszugleichen. Wer nicht im Home Office arbeiten konnte, muss hier zum Teil hohe Verdiensteinbußen hinnehmen. Gleichzeitig haben Kurzarbeit und Jobverluste Auswirkungen auf die Höhe des Elterngeldbezuges sowie die Voraussetzungen, die sie zum Bezug berechtigen. Aber auch Mehrarbeit in systemrelevanten Berufen wie Pflegepersonal, Ärztinnen und Ärzte oder Polizistinnen und Polizisten hat Einfluss auf die Höhe des Elterngeldes und die Bezugsdauer. Um dem entgegenzuwirken gelten rückwirkend zum 1. März 2020 Sonderregelungen beim Elterngeld, die vermeiden sollen, dass Eltern aufgrund der Corona-Pandemie finanzielle Einbußen erleiden.

Kurzarbeit und Elterngeld – die neuen coronabedingten Regelungen in Kürze:

  • Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, können Elterngeldmonate bis Juni 2021 aufschieben.
  • Kommen während der Verschiebung weitere Kinder auf die Welt, verringert sich die Höhe des Elterngeldes dadurch nicht.
  • Wer aufgrund der Corona-Pandemie aktuell mehr oder weniger arbeitet als geplant, verliert seinen Partnerschaftsbonus nicht.
  • Werdende Eltern sollen keine Verluste bei der Höhe des Elterngeldes erleiden. Die Bemessungsgrundlage ist das ursprünglich erhaltene Gehalt. Einkommensverluste durch Kurzarbeit oder Freistellungen spielen keine Rolle bei der Berechnung des Elterngeldes.
  • Einkommensersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld I werden nicht auf das Elterngeld angerechnet. 
  • Bei Eltern, die bislang in Teilzeit arbeiten, reduziert sich das Elterngeld durch die Zusatzleistungen nicht. 
  • Bei Einkommensverlusten oder Freistellung können Eltern Monate mit geringerem Einkommen aus der Elterngeldberechnung herausnehmen lassen.

Systemrelevante Berufe

Welche Berufe systemrelevant sind, kannst Du in der Verordnung zur Bestimmung kritischer Infrastrukturen nach dem BSI-Gesetz (BSI-Kritisveroderdnung – BSI-KritisV) sowie der Verordnung zu Abweichungen vom Arbeitszeitgesetz infolge der COVID-19-Epidemie (COVID-19-Arbeitszeitverordnung – COVID-19-ArbZV) nachlesen. Im Zweifel sprich mit Deiner zuständigen Elterngeldstelle und hole Dir dort Beratung zum Elterngeld.

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Erleichterungen, Elterngeld zu beantragen

Wer Elterngeld beantragen möchte, muss als Berechnungsgrundlage für die Höhe des Elterngeldbezuges seine Einkünfte nachweisen. Für Angestellte mit einem regelmäßigen Einkommen ist der Antrag auf Elterngeld recht simpel. Selbstständige haben hier erheblich mehr Aufwand. Um den Prozess, Elterngeld zu beantragen, zu vereinfachen, gab es neben den neuen Regelungen aber auch zahlreiche verwaltungsrechtliche Anpassungen. Elterngeldstellen können dadurch künftig schneller entscheiden. Darüber hinaus ist das Elterngeld mit den Änderungen besser in das digitale Beantragungsverfahren eingebunden.

Elterngeld und Selbstständigkeit

In einem Punkt profitieren insbesondere Selbstständige, die ihrer Selbstständigkeit nur nebenberuflich ausüben: Bei ihrem Antrag auf Elterngeld können sie darum bitten, wie Angestellte behandelt zu werden, um die Höhe des Elterngeldes zu berechnen.

Neue Teilzeitregelungen

Wer während des Elterngeldbezuges erwerbstätig ist, kann sich ebenfalls über Erleichterungen freuen:

  • Wer Elterngeld bezieht, darf statt bisher 30 Stunden künftig 32 Stunden pro Woche arbeiten, ohne den Elterngeldbezug zu verlieren.
  • Der Nachweis der Arbeitszeit muss nur beim Antrag auf Elterngeld erbracht werden.

Partnerschaftsbonus in Corona-Zeiten

Keine Sorge, wenn Du wegen der Corona-Pandemie die Voraussetzungen für den schon beantragten Partnerschaftsbonus nicht mehr erfüllst: Maßgeblich für den Anspruch in 2021 bleiben die Angaben, die Du in Deinem Antrag gemacht hast. Du erhältst den Bonus in der von der Elterngeldstelle bereits im Bewilligungsbescheid mitgeteilten Höhe.

Alle coronabedingten gesetzlichen Anpassungen gelten rückwirkend ab dem 1. März 2020.

Welche weiteren Änderungen beim Elterngeld gibt es?

Die Neuregelungen beim Elterngeld sollen laut Bundeskabinett 2021 in Kraft treten. Allerdings müssen Bundestag und Bundesrat noch zustimmen. Kommt das neue Gesetz durch, erhalten Mütter und Väter, die über ein gemeinsames Jahreseinkommen von mehr als 300.000 Euro verfügen, künftig kein Elterngeld mehr. Bisher lag diese Grenze bei 500.000 Euro im Jahr.

Die Höhe des Elterngeldes liegt je nach Höhe des Nettoeinkommens der Eltern vor der Geburt des Kindes zwischen 300 und 1.800 Euro im Monat. Statt wie bisher maximal 12 Monate kannst Du das Elterngeld jetzt maximal 14 Monate beziehen, wenn sich Dein Partner ebenfalls an der Betreuung beteiligt. Diesen Zeitraum kannst Du zusätzlich mit dem Partnerschaftsbonus um vier Partnermonate verlängern. Interessant für Eltern, die während des Elterngeldbezuges arbeiten, ist das ElterngeldPlus: Das Basiselterngeld halbiert sich, während sich die Bezugsdauer gleichzeitig verdoppelt.

Besondere Unterstützung bekommen Eltern von Frühchen durch das neue Gesetz: Eltern von Babys, die sechs Wochen oder früher vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, erhalten einen zusätzlichen Monat Elterngeld. So steht ihnen mehr Zeit für eine intensive Betreuung ihrer Kinder zur Verfügung.

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