Mieten statt kaufen: So finanzierst Du Dein Unternehmen mit Firmenleasing

Yasmin
Yasmin September 2022 Content Editor 6 Min

Inhaltsverzeichnis

Firmenleasing ist die Überlassung von Investitionsgütern an Unternehmen über einen bestimmten Zeitraum zu einem festgelegten Entgelt. Firmenleasing ist eine gute Alternative zu Finanzierungsarten wie Firmenkrediten oder Factoring.

Insbesondere Gründenden, Startups oder freiberuflich tätigen Personen, die nur über ein geringes Eigenkapital verfügen, bietet das Firmenleasing eine gute Möglichkeit, Wirtschaftsgüter zu mieten statt zu kaufen, um Kosten langfristig zu kalkulieren und liquide zu bleiben.

Worauf es beim Firmenleasing ankommt und wie Du es zu Deinem Vorteil nutzen kannst, erfährst Du im nachfolgenden Beitrag.

Was bedeutet Firmenleasing?

Beim Firmenleasing, auch Gewerbe- oder Geschäftsleasing genannt, wird Unternehmen ein Wirtschaftsgut zur Nutzung überlassen. Statt es zu kaufen, wird es gemietet. Der Mieter ist der sogenannte Leasingnehmer. Der Leasinggeber ist der Vermieter der entsprechenden Wirtschaftsgüter.

Der Leasingvertrag regelt die Nutzung der überlassenen Wirtschaftsgüter, die Dauer des Mietverhältnisses sowie die vereinbarte Leasingrate, die Leasingnehmer an den Leasinggeber entrichten muss.

Auf diese Weise muss das Unternehmen keine hohen Investitionen tätigen, sondern zahlt monatlich über die Dauer des Leasings festvereinbarte Beträge. Dadurch kann es die anfallenden Kosten langfristig kalkulieren.

Firmenleasingverträge werden entweder im direkten Leasing mit dem Hersteller eines Leasingobjekts geschlossen oder im indirekten Leasing mit einer Leasinggesellschaft, in der Regel einem Finanzdienstleister, vereinbart.

Wer kommt für Firmenleasing infrage?

Das Firmenleasing kommt für alle Unternehmen unabhängig von seiner Größe, Rechtsform oder der Branche, in der es agiert, infrage. Als Unternehmen gelten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), Aktiengesellschaften (AG), Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), Offene Handelsgesellschaften (OHG), Kommanditgesellschaften (KG) sowie selbstständige Gewerbetreibende und Freiberufler, die ihre selbstständige Tätigkeit auf eigene Rechnung und Verantwortung sowie mit der Absicht, Gewinne zu erzielen, ausüben.

Im Einzelfall kann bei Einzelunternehmern ein Nachweis erforderlich sein, dass die selbstständige Tätigkeit hauptberuflich ausgeübt wird. 

Was lässt sich durch Firmenleasing finanzieren?

Die wohl bekannteste Art des Firmenleasings ist das Leasing von Firmenwagen. Neben Firmenwagen können aber auch weitere Wirtschaftsgüter wie Maschinen, Anlagen und Geräte, Technik und IT sowie Gebäude und die Geschäftsausstattung eines Unternehmens geleast statt gekauft werden.

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Firmenleasing: Welche Voraussetzungen gelten?

Wie bei einem Firmenkredit, dem Factoring oder anderen Arten der Unternehmensfinanzierung durch Fremdkapital, musst Du auch beim Leasing Deine Kreditwürdigkeit nachweisen. Dein Unternehmen muss über ausreichend Bonität verfügen, um problemlos die fälligen Leasingraten über die gesamte Vertragslaufzeit aufbringen zu können. Zusätzlich darf Deine Kreditwürdigkeit nicht durch negative SCHUFA-Einträge belastet sein. 

Damit die Leasinggeber ein Unternehmen als Leasingnehmer akzeptieren, ist es zudem hilfreich, wenn es bereits über einen Zeitraum von 6 Monaten erfolgreich am Markt agiert. In diesem Fall ist es möglich, sich mithilfe einer Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) eines Unternehmens ein Bild über seine finanzielle Situation zu machen. 

Bei frisch gegründeten Unternehmen liegt eine entsprechende Auswertung meist noch gar nicht vor, was zur Ablehnung eines Leasingantrags führen kann. Hier kann ein detaillierter Finanzplan helfen, den Leasinggesellschaften einen Eindruck über die Ertragslage zu verschaffen. 

Kannst Du die Voraussetzungen für das gewerbliche Leasing nicht erfüllen, musst Du mit der Ablehnung Deines Leasingantrags rechnen. Aber es gibt Alternativen, über die Du mit den Leasinggebern sprechen kannst. So kannst Du beispielsweise eine Kaution hinterlegen, Sonderzahlungen leisten oder einen Bürgen einsetzen, um das Ausfallrisiko für die Leasinggeber zu reduzieren. 

Leasingvertrag ohne Prüfung

Vorsicht bei Leasinganbietern, die Verträge auch ohne Schufa-Auskunft oder Bonitätsprüfung anbieten. Die fehlende Sicherheit lassen sich die Leasinggeber mit überhöhten Leasingraten bezahlen und wer hier die Vertragsbedingungen nicht ganz genau prüft, hat am Ende nichts gewonnen.

Welche Formen des Firmenleasings gibt es?

Beim Firmenleasing wird zwischen zwei unterschiedlichen Vertragsarten unterschieden:

  • Operate Leasing 
  • Financial Leasing

Die Unterschiede liegen vor allem in der Vertragslaufzeit und darin, welche Objekte geleast werden. Welche Art des Firmenleasings zu Dir passt, hängt also stark von Deinem Vorhaben ab. 

Operate Leasing

Beim Operate Leasing wird kein fester Zeitraum für das Mietverhältnis vereinbart. Du kannst es jederzeit flexibel kündigen. Diese Form bietet sich an, wenn Du die entsprechenden Wirtschaftsgüter nur über einen kurzen Zeitraum mieten möchtest.

Geeignete Objekte für das operative Leasing sind marktübliche Güter wie Telefonanlagen, Autos sowie Hard- oder Software. Diese werden üblicherweise über den Zeitraum ihrer Lebensdauer mehrfach vermietet werden, entsprechend kann das zur Verfügung stehenden Angebot eingeschränkt sein – individuelle Kundenwünsche werden nicht berücksichtigt. Mögliche Kosten für Reparaturen und Wartung trägt der Leasinggeber. Die geleasten Objekte verbleiben beim Eigentümer und werden daher nicht in Deiner Bilanz erfasst.

Grundsätzlich bietet sich diese Vertragsart für alle Unternehmen an. Gründer, Selbstständige und Freiberufler profitieren besonders von dieser Leasingart als günstige Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung: Da sich die regelmäßigen Leasingraten im Vergleich zu einem Firmenkredit nicht auf die Eigenkapitalquote eines Unternehmens auswirken, machen sie beim Leasing keine Schulden.

Sale and lease back

Sale and lease back ist eine Art der Finanzierung, bei der Unternehmen die Vorteile des Firmenleasings nutzen und gleichzeitig ihre Liquidität erhöhen. Einfach gesagt, verkauft das Unternehmen dabei Wirtschaftsgüter an eine Leasinggesellschaft zu einem vorab festgelegten monatlichen Zinssatz und mietet sie im Anschluss in Form eines Firmenleasingvertrags. Die anfallenden Gebühren sind meist sehr gering im Vergleich zu der durch den Verkauf freigewordenen Liquidität. Das Unternehmen erwirbt das Nutzungsrecht an den Wirtschaftsgütern und erhöht gleichzeitig seine Eigenkapitalquote. Nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit kauft das Unternehmen die Güter von der Leasinggesellschaft zurück.

Financial Leasing

Beim Financial Leasing werden feste Mietlaufzeiten festgelegt. Entsprechend hast Du kein Recht, den Vertrag vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit zu kündigen. Der Grund dafür ist, dass sich das geleaste Objekt meist nicht im Besitz des Leasinggebers befindet, sondern erst nach den Wünschen des Kunden beauftragt und gefertigt wird.

Die Dauer des Mietverhältnisses ist eher mittel- bis langfristig ausgelegt und der Leasinggeber lässt sich die Sonderwünsche seiner Kunden mit entsprechend hohen Leasingraten bezahlen. Der Leasingnehmer zahlt sowohl die Anschaffungskosten als auch eine Leasinggebühr an den Leasinggeber. Zusätzlich trägt er die Kosten für anfallende Reparaturen, Wartung und Versicherung. Dafür kann er aber zum Ende der Laufzeit eine Vertragsverlängerung vereinbaren oder eine Kaufoption in Anspruch nehmen

Obwohl der Leasinggeber auch beim Financial Leasing über die Dauer des Mietverhältnisses Eigentümer der Wirtschaftsgüter bleibt, hängt es von der Dauer der Mietzeit und einer möglicherweise vereinbarten Kauf- oder Vertragsverlängerungsoption ab, inwieweit das Leasingobjekt in die Bilanz des Leasingnehmers eingeht. 

Bei Zahlungsverzug kann der Vertrag vorzeitig durch den Leasinggeber gekündigt und weiter verwertet werden. Handelt es sich bei den Investitionsgütern beispielsweise um Maschinen, riskiert der Leasingnehmer damit einen Produktionsausfall.

Welche Vorteile bietet Firmenleasing?

Das Firmenleasing bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile:

  • Firmenleasing ist bilanzneutral: Es wird ein Nutzungsrecht, kein Eigentum erworben.
  • Unabhängigkeit von Banken und Fremdkapital.
  • Weniger Einfluss auf die Liquidität des Unternehmens: keine hohen Anschaffungskosten, die den finanziellen Handlungsspielraum von Unternehmen einschränken. 
  • Keinen Einfluss auf die Eigenkapitalquote: Unternehmen machen beim Leasing keine Schulden.
  • Planungssicherheit: unveränderliche monatliche Leasingsrate, mit der sich langfristig kalkulieren lässt.
  • Steuervorteil: die monatliche Leasingrate ist steuerlich voll absetzbar und muss nicht über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die Umsatzsteuer wird als Vorsteuer geltend gemacht. 
  • Keine Reparatur-, Wartungs- und Versicherungskosten beim Operate Leasing: Der Leasingnehmer trägt die Kosten und das Risiko eines Ausfalls.
  • Vorteil durch Innovation: Bei vergleichsweise kurzen Leasinglaufzeiten sichern Unternehmen sich regelmäßig Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge mit neuesten Technologien. 

Fazit: Firmenleasing als günstige Art der Unternehmensfinanzierung

Zusammenfassend kann Firmenleasing eine günstige Möglichkeit zur Unternehmensfinanzierung gerade für junge Unternehmen sein. Sie profitieren, da das Gewerbeleasing das Eigenkapital des Unternehmens schont und im Fall des Operate Leasings die Raten auch nicht mit in die Bilanz eingehen. Sie gelten als Betriebskosten, verringern den Gewinn und senken dadurch die Steuerlast.

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Häufig gestellte Fragen zum Firmenleasing

Der Leasingnehmer mietet ein leasingfähiges Objekt zu einer vereinbarten Leasingrate beim Leasinggeber. Diese Leasingrate setzt sich in der Regel aus einer Anzahlung sowie einer monatlichen Rate zusammen. Je höher die Anzahlung ausfällt, desto geringer ist die monatliche Rate. Wird eine maximale Kilometerlaufleistung vereinbart, muss pro mehr als vereinbartem Kilometer ein zuvor vereinbarter Betrag nachbezahlt werden. Am Ende der Vertragslaufzeit erwartet Leasingkunden die Restwertzahlung. Diese wird bereits bei Vertragsabschluss kalkuliert, kann sich aufgrund einer Wertminderung durch Schäden am Mietobjekt aber noch ändern. Die Differenz trägt ebenfalls der Leasingnehmer.  Beim Financial Leasing kommen zudem Kosten für anfallende Reparaturen, Wartung und Versicherung hinzu. Beim Operate Leasing trägt der Leasinggeber mögliche Kosten für Reparaturen und Wartung.

Um einen Firmenleasingantrag zu stellen, solltest Du auf jeden Fall die folgenden Unterlagen bereit halten:

  • Ausweis- oder Reisepasskopie des Geschäftsführers
  • ausgefüllte und unterschriebene Selbstauskunft
  • Handelsregister-Auszug
  • Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)

Freiberufler und Einzelunternehmen müssen anhand eines Bescheides ihres Steuerberaters, Art und Beginn ihrer selbstständigen Tätigkeit nachweisen. Sofern vorhanden benötigen sie auch Belege über die Eintragung in eine Kammer oder im Berufsregister.

Das VIP-Leasing ist insbesondere bei Automobilherstellern beliebt. Prominente Sänger:innen, Schauspieler:innen oder andere Influencer erhalten die Fahrzeuge zu günstigen Sonderkonditionen. Während einfache Leasingkunden eine Anzahlung sowie die vereinbarte Leasingrate, zahlen Promis nur eine vergleichsweise niedrige Leasingsrate für ihren Traumwagen. Der durchschnittliche Leasingfaktor liegt bei 0,67 %, VIP-Kunden zahlen etwa 0,5 %.

Wird ein Firmenwagen nach der 1-Prozent-Regelung versteuert, wird bei der Berechnung der Höhe der Einkommensteuer 1 % seines Bruttolistenpreises zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung und einschließlich der Umsatzsteuer als geldwerter Vorteil zum monatlichen Bruttogehalt hinzugerechnet.

Nutzt Du Deinen Firmenwagen überwiegend beruflich zählt er zum notwendigen Betriebsvermögen und Du kannst sämtliche Kosten angefangen bei der Anschaffung über Kraftstoffkosten über Reparaturen und Wartung steuerlich geltend machen. Die private Nutzung Deines Firmenwagens versteuerst Du als Geldwerten Vorteil entweder nach der 1-%-Regelung oder mithilfe eines Fahrtenbuchs, in dem Du sämtliche Fahrten – privat und beruflich – aufzeichnest.

Beim Financial Leasing zahlt der Leasingnehmer die Versicherung. Beim Operate Leasing der Leasinggeber.

Sofern ein Wohnmobil zu mindestens 10 % beruflich genutzt wird, kann es ebenfalls als Auto Leasing für die Firma angeschafft werden. Damit das Finanzamt die Kosten als Betriebsausgaben anerkennt, ist es erforderlich private und berufliche Fahrten lückenlos in einem Fahrtenbuch aufzuzeichnen.

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