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Mieten statt kaufen: So finanzierst Du Dein Unternehmen mit Firmenleasing

Yasmin
Yasmin Februar 2020 8 Min

Inhaltsverzeichnis

Wer bei Leasing im Zusammenhang mit seinem Unternehmen jetzt erst einmal an den Fuhrpark denkt, liegt gar nicht mal so falsch. Aber das Firmenleasing, auch Gewerbe- oder Geschäftsleasing genannt, kann noch viel mehr. Es ist eine gute Alternative zu Finanzierungsarten wie Firmenkrediten oder Factoring – insbesondere für Gründer, Start-ups oder Freiberufler, die nur über ein geringes Eigenkapital verfügen.

Was versteht man unter Firmenleasing? 

Firmenleasing funktioniert im Grunde genau so wie das allseits bekannte Firmenwagenleasing. Die Unternehmen kaufen die Fahrzeuge nicht, sondern gehen ein Mietverhältnis ein. Der Mieter ist der sogenannte Leasingnehmer. Der Leasinggeber ist der Vermieter der entsprechenden Wirtschaftsgüter. Das können beim Firmenleasing klassisch die Firmenwagen, aber auch Maschinen und Geräte, Technik und IT sowie Deine Geschäftsausstattung sein. Der Leasingvertrag regelt die Nutzung der überlassenen Wirtschaftsgüter sowie die vereinbarte Gebühr, die Du an den Leasinggeber entrichten musst.

Vorteile Operate Leasing und Financial Leasing

Wir unterscheiden beim Firmenleasing zwischen zwei unterschiedlichen Vertragsarten: dem Operate Leasing und dem Financial Leasing. Die Unterschiede liegen vor allem in der Vertragslaufzeit und darin, welche Objekte geleast werden. Welche Art des Firmenleasings zu Dir passt, hängt also stark von Deinen Zielen und Vorhaben ab. 

Beim Operate Leasing wird kein fester Zeitraum für das Mietverhältnis vereinbart. Du kannst es jederzeit flexibel kündigen. Diese Form bietet sich also an, wenn Du die entsprechenden Wirtschaftsgüter nur über einen kurzen Zeitraum mieten möchtest. Geeignete Objekte für das operative Leasing sind marktübliche Güter wie Telefonanlagen, Autos sowie Hard- oder Software. Diese werden üblicherweise über den Zeitraum ihrer Lebensdauer mehrfach vermietet werden, entsprechend kann das zur Verfügung stehenden Angebot eingeschränkt sein – individuelle Kundenwünsche werden nicht berücksichtigt. Mögliche Kosten für Reparatur und Wartung trägt der Leasinggeber. Die geleasten Objekte verbleiben beim Eigentümer und werden daher nicht in Deiner Bilanz erfasst.

Grundsätzlich bietet sich diese Vertragsart für alle Unternehmen an. Die regelmäßigen Mietzahlungen, die im Rahmen eines Leasingvertrags fällig werden, wirken sich im Vergleich zu einem Firmenkredit nicht auf die Eigenkapitalquote eines Unternehmens aus. Daher profitieren insbesondere Gründer, Selbstständige und Freiberufler von dieser Leasingart als günstige Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung. Du machst keine Schulden: Firmenleasing ist für Dein Unternehmen bilanzneutral, denn Du erwirbst lediglich ein Nutzungsrecht, kein Eigentum. Zusammengefasst schonst Du also Dein Eigenkapital, schmälerst durch die zu entrichtende Leasingrate Deinen Gewinn und senkst dadurch Deine Steuerlast. 

Beim Financial Leasing werden feste Mietlaufzeiten festgelegt. Entsprechend hast Du kein Recht, den Vertrag vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit zu kündigen. Der Grund dafür ist, dass sich das geleaste Objekt meist nicht im Besitz des Leasinggebers befindet, sondern erst nach den Wünschen des Kunden beauftragt und gefertigt wird. Die Dauer des Mietverhältnisses ist eher mittel- bis langfristig ausgelegt und der Leasinggeber lässt sich die Sonderwünsche seiner Kunden mit entsprechend hohen Leasingraten bezahlen. Der Leasingnehmer zahlt sowohl die Anschaffungskosten als auch eine Leasinggebühr an den Leasinggeber. Zusätzlich trägt er die Kosten für anfallende Reparaturen, Wartung und Versicherung. Dafür kann er aber zum Ende der Laufzeit eine Vertragsverlängerung vereinbaren oder eine Kaufoption in Anspruch nehmen. 

Obwohl der Leasinggeber auch beim Financial Leasing über die Dauer des Mietverhältnisses Eigentümer der Wirtschaftsgüter bleibt, hängt es von der Dauer der Mietzeit und einer möglicherweise vereinbarten Kauf- oder Vertragsverlängerungsoption ab, in wie weit das Leasingobjekt in die Bilanz des Leasingnehmers eingeht. 

Sale and lease back

Im Zusammenhang mit dem Firmenleasing ist Sale and lease back eine Art der Finanzierung, bei der Unternehmen die Vorteile des Firmenleasings nutzen und gleichzeitig ihre Liquidität erhöhen. Einfach gesagt, verkauft das Unternehmen dabei Wirtschaftsgüter an eine Leasinggesellschaft zu einem vorab festgelegten monatlichen Zinssatz und mietet sie im Anschluss in Form eines Firmenleasingvertrags. Die anfallenden Gebühren sind meist sehr gering im Vergleich zu der durch den Verkauf freigewordenen Liquidität. Das Unternehmen erwirbt das Nutzungsrecht an den Wirtschaftsgütern und erhöht gleichzeitig seine Eigenkapitalquote. Nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit, kauft das Unternehmen die Güter von der Leasinggesellschaft zurück.

Ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Vertrag ist nicht möglich, da dieser meist mit einer festen Laufzeit geschlossen wird. Die fälligen Gebühren müssen daher langfristig kalkuliert und eingeplant werden. Und bei Zahlungsverzug kann der Vertrag vorzeitig durch den Leasinggeber gekündigt und weiter verwertet werden. Handelt es sich bei den Investitionsgütern beispielsweise um Maschinen, riskiert der Leasingnehmer damit einen Produktionsausfall.

Wer bietet Leasingangebote für Gewerbetreibende an?

Leasingverträge können direkt mit dem Hersteller eines Leasingobjekts geschlossen werden. Die wohl bekannteste Form des sogenannten direkten Leasings ist sicher das Fahrzeugleasing.

Beim indirekten Leasing wird das Mietverhältnis mit einer Leasinggesellschaft vereinbart. Eine Leasinggesellschaft ist in der Regel ein Finanzdienstleister, der als Leasinggeber für die Vermietung eines leasingfähigen Objekts eine Leasingrate vom Leasingnehmer erhält. 

Welche Voraussetzungen musst Du für das Firmenleasing mitbringen? 

Wie bei einem Firmenkredit, dem Factoring oder anderen Arten der Finanzierung durch Fremdkapital, musst Du auch beim Leasing Deine Kreditwürdigkeit nachweisen. Dein Unternehmen muss über ausreichend Bonität verfügen, um problemlos die fälligen Leasingraten über die gesamte Vertragslaufzeit aufbringen zu können. Zusätzlich darf Deine Kreditwürdigkeit nicht durch negative Schufa-Einträge belastet sein. 

Häufig verlangen Leasinggeber auch die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) eines Unternehmens, um sich ein Bild über die finanzielle Situation zu machen. 

Bei jungen Unternehmen liegt eine entsprechende Auswertung meist noch gar nicht vor, was zur Ablehnung eines Leasingantrags führen kann. Hier kann ein detaillierter Finanzplan helfen, den Leasinggesellschaften eine Eindruck über die Ertragslage zu verschaffen. Alternativ kann ein Bürge bestellt werden, der allerdings ebenfalls seine ausreichende Bonität nachweisen muss.

Welche Unterlagen benötigst Du für den Antrag?

Für die Antragstellung solltest Du auf jeden Fall die folgenden Unterlagen bereit halten: 

  • Ausweis- oder Reisepasskopie des Geschäftsführers 
  • ausgefüllte und unterschriebene Selbstauskunft
  • Handelsregister-Auszug 
  • Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) 
  • Freiberufler und Einzelunternehmen müssen anhand eines Bescheides ihres Steuerberaters, Art und Beginn ihrer selbstständigen Tätigkeit nachweisen. Sofern vorhanden benötigen sie auch Belege über die Eintragung in eine Kammer oder im Berufsregister. 

Welche Alternativen gibt es bei fehlenden Voraussetzungen?

Die Auflagen für das gewerbliche Leasing erscheinen hoch. Wer sie nicht erfüllt, muss mit der Ablehnung seines Antrags rechnen. Aber es gibt Alternativen, über die man mit den Leasinggebern sprechen kann. 

Unternehmen können beispielsweise

  • eine Kaution hinterlegen,
  • Sonderzahlungen leisten oder
  • einen Bürgen einsetzen.

Damit reduziert sich das Ausfallrisiko für die Leasinggeber und es besteht die Chance auf Bewilligung des Antrags. 

Leasingvertrag ohne Prüfung

Vorsicht bei Leasinganbietern, die Verträge auch ohne Schufa-Auskunft oder Bonitätsprüfung anbieten. Die fehlende Sicherheit lassen sich die Leasinggeber mit überhöhten Leasingraten bezahlen und wer hier die Vertragsbedingungen nicht ganz genau prüft, hat am Ende nichts gewonnen.

Zusammenfassend kann Firmenleasing eine günstige Möglichkeit zur Unternehmensfinanzierung gerade für junge Unternehmen sein. Sie profitieren, da das Gewerbeleasing das Eigenkapital des Unternehmens schont und im Fall des Operate Leasings die Raten auch nicht mit in die Bilanz eingehen. Sie gelten als Betriebskosten, verringern den Gewinn und senken dadurch die Steuerlast.

Wichtige Fachbegriffe zum Firmenleasing kurz erklärt:

Firmenleasing

Firmenleasing ist die Überlassung von Investitionsgütern an Unternehmen über einen bestimmten Zeitraum zu einem festgelegten Entgelt. Als Unternehmen gelten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), Aktiengesellschaften (AG), Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), Offene Handelsgesellschaften (OG), Kommanditgesellschaften (KG) sowie selbständige Gewerbetreibende und Freiberufler.

Geschäftsleasing siehe Firmenleasing

Gewerbeleasing siehe Firmenleasing 

Leasingnehmer

Der Leasingnehmer mietet ein leasingfähiges Objekt zu einer vereinbarten Leasingrate beim Leasinggeber. Leasingnehmer können Privatpersonen oder Unternehmen sein.

Leasinggeber

Der Leasinggeber überlässt dem Leasingnehmer im Rahmen eines Leasingvertrags Wirtschaftsgüter zu einer vereinbarten Leasingrate. Leasinggeber können Leasinggesellschaften (indirektes Leasing) oder Hersteller (direktes Leasing) sein.

Leasingvertrag

Der Leasingvertrag ist eine Art Mietvertrag, der regelt zu welchen Konditionen der Leasinggeber dem Leasingnehmer das Leasingobkjekt zur Nutzung überlässt. 

Leasingobjekt

Das Leasingobjekt wird dem Leasingnehmer im Rahmen eines Leasingvertrags für einen bestimmten Zeitraum zur Nutzung überlassen wird. Dabei kann es sich um Autos, Hard- oder Software, Maschinen oder andere Wirtschaftsgüter handeln.

Leasingrate

Als Leasingrate bezeichnet man die monatliche Miete, die für die Überlassung eines Leasingobjekts gezahlt wird. Bei gewerblicher Nutzung des Gegenstands kann die Rate von der Steuer abgesetzt werden. Die Ratenzahlungen werden dann den Betriebskosten zugerechnet. 

Leasingarten

Operate Leasing und Financial Leasing: Die Unterschiede liegen vor allem in der Vertragslaufzeit und darin, welche Objekte geleast werden.

Operate Leasing

Flexibel kündbare Laufzeit, Überlassung marktüblicher Güter, keine Kosten für Wartung oder Reparatur, Raten werden nicht in der Bilanz erfasst.

Financial Leasing

Feste mittel- und langfristige Laufzeit, höherwertige und individuelle Güter, meist höhere Leasingraten, der Leasingnehmer trägt die Kosten für Wartung, Reparatur und Versicherung, Option auf Vertragsverlängerung oder Verkaufsübernahme.

Sale and lease back

Ein Unternehmen verkauft Wirtschaftsgüter an eine Leasinggesellschaft und mietet diese im Anschluss in Form eines Firmenleasingvertrags.

Direktes Leasing

Der Leasingvertrag wird direkt mit dem Hersteller eines Leasingobjekts geschlossen.

Indirektes Leasing

Der Leasingvertrag wird mit einer Leasinggesellschaft geschlossen. 

Leasinggesellschaft

Meist Finanzdienstleister, der dem Leasingnehmer ein leasingfähiges Objekt zur Nutzung zur Verfügung stellt und dafür ein Entgelt in Form einer zuvor vereinbarten Leasingrate erhält.

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