Erhalte 60€ für jedes Unternehmen, das Du für Penta wirbst.
Prämie sichern
Mehr

Freelancer werden: In 8 Schritten zur Selbstständigkeit

Lukas Zoerner
Lukas Zoerner Juni 2021 8 Min

Inhaltsverzeichnis

Als Freelancer arbeiten – das ist für mehr und mehr Menschen eine interessante Möglichkeit, um sich selbst zu verwirklichen und womöglich dem üblichen 9-to-5-Business zu entkommen. Freelancer werden beinhaltet einige wichtigen Schritte, die Du zu durchlaufen hast …

Was ist ein Freelancer?

Als Freelancer arbeitest Du mit einem zeitlich begrenzten Dienst- oder Werkvertrag. Die Abrechnung bei Deinen Auftraggebern erfolgt mittels einer Rechnung, auf der Du Deinen Stunden- oder Tagessatz für die erbrachte Leistung auszeichnest. 

Als Freelancer wirst Du nicht in das auftraggebende Unternehmen eingegliedert. Auch bist du nicht weisungsgebunden und kannst so arbeiten, wie Du es möchtest, solange Du Deine Aufgaben zur Zufriedenheit Deines Auftraggeber erledigst. Du kannst Dir aussuchen, wann Du arbeitest und auch wo, da Du nicht an eine bestimmte Arbeitszeit oder einen festen Ort gebunden bist. 

Freelancer werden: Unterschied zwischen einem Freelancer und einem Freiberufler

Die Begriffe Freiberufler und Freelancer werden oft synonym verwendet. Dennoch gibt es kleine, aber feine Unterschiede. Einfach erklärt beschreibt „Freelancer“ das Arbeitsverhältnis, in dem Du zu Deinen Auftraggebern stehst und der Begriff „Freiberufler“ die Tätigkeit, die Du ausführst. Man kann also zusammengefasst sagen, dass jeder Freiberufler meistens auch ein Freelancer ist aber nicht jeder Freelancer ist auch ein Freiberufler.

Das hängt mit den sogenannten Katalogberufen zusammen, die nach § 18 des Einkommenssteuergesetzes festgelegt sind. Diese Berufsgruppen lassen sich in folgende Kategorien einordnen:

  • Heilberufe, dazu zählen Ärzte, Heilpraktiker, Physiotherapeuten und weitere
  • Rechts- und wirtschaftsberatende Berufe wie Rechtsanwälte, Steuerberater oder Notare
  • Technisch-wissenschaftliche Berufe wie Architekten, Ingenieure oder Lotsen
  • Medien- und Sprachberufe wie Journalisten, Dolmetscher oder Bildberichterstatter

Findest Du Dich in einer dieser Kategorien wieder, dann kannst Du Freiberufler werden. Was das steuerlich bedeutet, liest Du weiter unten in dem Beitrag.

Welche Vor- und Nachteile hat das Arbeiten als Freelancer?

Einer der wohl größten Vorteile ist, dass Du selbstständig arbeiten und Entscheidungen treffen kannst sowie niemandem Rechenschaft ablegen musst. Du suchst Dir selbst aus, mit wem Du arbeiten möchtest und wer zu dir passt, sodass Du für Dich ein angenehmes Klima schaffen kannst, in dem Du gerne arbeitest. Du entscheidest aber nicht nur, mit wem, sondern auch, wann, wo und zu welchen Konditionen. Und das ist ebenfalls ein großer Vorteil, da Du Dir Deine Zeit selbst einteilst, entscheiden kannst, wo Du gerne arbeiten möchtest, und es damit auch leichter fallen kann, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Jede Medaille hat aber auch immer eine Kehrseite. Bevor Du Dich also dazu entscheidest, als Freelancer durchzustarten, solltest Du auch die Nachteile sehen und Dich fragen, ob Du mit diesen leben kannst. Als Freelancer hast Du nämlich nie ein festes Einkommen und lebst somit auch häufig im Ungewissen. Du musst neben allen Steuern auch Deine Kranken- und Pflegeversicherung selbst bezahlen. Solltest Du mal krank werden oder in den Urlaub fahren, gibt es keine Lohnfortzahlungen, und Du stehst ständig unter dem Druck, immer die bestmögliche Arbeit zu liefern.

Wenn Du sowohl die positiven als auch die negativen Seiten abgewogen hast und immer noch der Überzeugung bist, dass Du Freelancer werden möchtest, dann kommen hier die acht Schritte, die Dich an Dein Ziel bringen.

Freelancer werden von zuhause am Laptop arbeiten

Schritt 1 – Freelancer werden: In welchem Bereich willst Du als Freelancer arbeiten?

Bevor es überhaupt ans „richtige“ Arbeiten geht, solltest Du Dir erst einmal klar werden, in welcher Branche Du gerne Fuß fassen möchtest. Dazu gehört auch, dass Du den Markt und Deine Möglichkeiten analysierst. Wie sieht die Konkurrenz aus? Was macht die Konkurrenz? Wie kannst Du Dich von der Konkurrenz abheben? Und ganz wichtig: Wer ist Deine Zielgruppe? Hast Du auf alle Fragen eine Antwort gefunden, kannst Du an die Umsetzung gehen.

Schritt 2: Plane Deine Kundenakquise

Für die Kundenakquise gibt es verschiedenste Möglichkeiten, die auch immer sehr branchenspezifisch sind. Möglichkeiten, die Dich dabei unterstützen können, Auftraggeber zu gewinnen, sind zum Beispiel Networking Events, auf denen Du mit anderen Menschen aus Deiner Branche in Kontakt trittst. Hier kannst Du von bereits Erfahrenen noch einiges lernen. 

Du kannst aber auch den Weg der direkten Akquise wählen. Dieser erfordert zwar etwas mehr Aufwand und Recherche, aber so können sich durch gewonnene Aufträge natürlich auch neue ergeben, weil Du von anderen Auftraggebern empfohlen wurdest.

Auch eine eigene Website kann vorteilig sein. Zeige dort Deine Arbeiten und stelle Dich als Person vor, sodass deine potentiellen Kunden direkt wissen, mit wem sie es zu tun haben. Willst Du Dir nicht direkt eine eigene Website erstellen, kannst Du auch erst einmal mit einem Unternehmensprofil in den sozialen Netzwerken arbeiten.

Eine andere Möglichkeit stellen auch Freelancer-Portale dar. Hier stellen Auftraggeber ihre Gesuche ein, auf die Du Dich bewerben kannst. Du kannst aber natürlich auch ein Angebot mit Deinen Stärken, Erfahrungen und Referenzen erstellen, auf das sich mögliche Kunden bei Dir melden können.

Schritt 3: Plane Deinen Zeitaufwand und Dein Honorar

Gehe realistisch an Deinen Arbeitsalltag heran. Wie viel Zeit brauchst Du zur Erfüllung der auf Dich zukommenden Arbeiten? Und vergiss dabei nicht, dass es nicht nur darum geht, die Arbeit zu erledigen. Du musst auch Zeit für die Kundenakquise, Rechnungserstellung und Buchhaltung einplanen. Versuche dabei, nicht zu knapp zu planen, denn ansonsten entsteht Stress, der sich auf die Qualität Deiner Arbeit auswirken kann. 

Überlege Dir genau, welche Kosten auf Dich zukommen und wie viel Geld du brauchst. Danach berechnest Du Deinen Stundensatz. 

Schritt 4: Freelancer werden – die Anmeldung

Der Anmeldevorgang unterscheidet sich je nachdem, ob Deine Arbeit zu einem der Katalogberufe gehört und Du demnach Freiberufler werden kannst oder ob Du ein Gewerbe anmelden musst.

Als Freiberufler musst Du Dich, um Deine Selbstständigkeit anzumelden, lediglich beim Finanzamt melden. Du bekommst dann einen Fragebogen für die steuerliche Erfassung zugesandt, und damit bist Du gemeldet. Einzig als Künstler oder Publizist musst Du Dich noch bei der Künstlersozialkasse melden, um Dir die Leistungen der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zu sichern.

Meldest Du als Freelancer ein Gewerbe an, muss neben der Anmeldung beim Finanzamt eine Anmeldung beim Gewerbeamt erfolgen. Danach erhältst Du Deine Steuernummer und kannst Dich bei der IHK oder der HWK anmelden. Außerdem solltest Du Dich informieren, ob in Deiner Branche auch als Freelancer die Zugehörigkeit zu einer Berufsgenossenschaft nötig ist. 

Schritt 5: Versicherungen und Steuern

Als Freelancer bist Du für Deine Rundumabsicherung selbst verantwortlich. Versicherungen, die dringend zu empfehlen sind, sind folgende:

  • Krankenversicherung (verpflichtend in Deutschland), Rentenversicherung, Pflegeversicherung
  • Unfallversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Betriebshaftpflicht
  • Vermögensschadenhaftpflicht
  • Rechtsschutzversicherung

Auch einige Steuern musst Du als Freelancer entrichten:

Als Freelancer in Deutschland muss die Umsatzsteuer je nach erbrachter Leistung entweder in Höhe von 19 oder 7 Prozent erbracht werden. Mit der sogenannten Kleinunternehmerregelung bist Du als Freelancer aber bis zu einer festgelegten Umsatzhöhe von der Umsatzsteuer befreit und musst diese nicht auf Deiner Rechnung ausweisen.

Genauso wie ein Angestellter musst Du auch als Freelancer Deine Einkommensteuer entrichten. Die Höhe beläuft sich auf 14 bis 42 Prozent Deines Einkommens.

Schritt 6: Gestalte Deinen Arbeitsalltag

Wenn Du Freelancer werden möchtest, ist es wichtig, dass Du herausfindest, wann, wo und wie Du am besten arbeiten kannst. Nutze den Vorteil der Freiheit, den Dir das Freelancer-Dasein bietet, und arbeite so, wie es Dir gefällt. 

Schritt 7: Verwalte Deine Aufträge und verhandle Dein Honorar

Besonders, wenn Du mehrere Aufträge parallel annimmst, solltest Du immer ein gutes Zeitmanagement haben. Oberste Priorität ist, dass Deine Arbeit von guter Qualität ist, denn diese ist Dein Aushängeschild.

Auch bei den Honorarverhandlungen solltest Du immer auf das bestehen, was Du benötigst. Versuche nicht, möglichst günstig zu bleiben, um auf diesem Weg Konkurrenten auszustechen, da Du so schnell unterhalb der Mindestlohngrenze landest. Bleibe realistisch, aber verkaufe Deine Arbeit auch nicht unter ihrem Wert.

Schritt 8: Sparen nicht vergessen

Unter dem Punkt Steuern und Versicherungen hast Du gelesen, dass auf Dich als Freelancer auch einige Kosten zukommen. Aus diesem Grund solltest Du so früh wie möglich anfangen, Rücklagen zu bilden, um für alle möglichen Situationen gewappnet zu sein. 

Ein erster Schritt ist es, Dir ein Geschäftskonto einzurichten. Mache nicht den Fehler und vermische Geschäftliches und Privates. Spätestens bei der Steuererklärung bist Du dankbar für die Trennung. Außerdem ist es so auch einfacher, Rücklagen zu schaffen. Beispielsweise kannst Du mit den Penta-Geschäftskonten Unterkonten erstellen, auf denen Du Deine Rücklagen bilden kannst. Wenn Du also noch kein passendes Geschäftskonto gefunden hast, kannst Du Dich hier über alle Details informieren.

Du siehst also, Freelancer werden erfordert einiges an Planung, Geduld und Expertise. Aber Du solltest auch keine Angst davor haben, den Schritt zu wagen. 

penta blog

Das perfekte Firmenkonto für Deine Selbstständigkeit

Nach oben