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GbR gründen – So geht’s und so viel kostet’s

Bei der Gründung eines Unternehmens musst Du Dich für eine Rechtsform entscheiden. Wenn Du es unkompliziert magst, kannst Du eine GbR gründen –  eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Wie genau die Gründung einer GbR funktioniert, welche Kosten mit einer Gründung in dieser Rechtsform verbunden sind und welche anderen Rechtsformen es gibt, erklären wir Dir in diesem Artikel. 

Wie gründe ich eine GbR?

Die GbR zählt zu den Personengesellschaften, was bedeutet, dass die Gründer mit ihrem privaten Vermögen für das Unternehmen haften.

Für eine Gründung sind mindestens zwei Gründer erforderlich und die Gründung erfolgt oftmals automatisch oder sogar unbewusst: So absurd das klingen mag, aber es kann durchaus sein, dass Du auch schon mal eine GbR gegründet hast, indem Du beispielsweise einem Familienmitglied ein Kleidungsstück verkauft hast. Eine GbR entsteht nämlich, sobald sich zwei oder mehr Personen für einen geschäftlichen Zweck zusammenschließen.

Ob die Gründung nun unbewusst passiert oder Du beispielsweise eine Immobilien GbR gründen möchtest – ein Vertrag für diese Rechtsform ist nicht verpflichtend. Du kannst eine GbR mündlich gründen und unterliegst als Gründer einer GbR nicht der Pflicht, einen schriftlichen Gesellschaftsvertrag aufzusetzen, der von allen Gründern unterschrieben werden muss.

Jedoch wird genau diese Prozedur empfohlen, um die Bedingungen der Gründung festzuhalten und in einer Situation, die Komplikationen oder Uneinigkeiten hervorruft, verheerende Folgen für die Gründer zu vermeiden.

Ein Mindestkapital ist für die Gründung einer GbR nicht erforderlich und somit sind auch die Kosten dieser Rechtsform sehr gering. Anfallende Kosten entstehen Dir lediglich bei der Anmeldung beim Gewerbeamt. Bei der Absicht einer langfristigen Tätigkeit sowie der Absicht von Umsatzgenerierung solltest Du Dich allerdings um die Anmeldung Deines Gewerbes kümmern, welche je nach Amt zwischen 15-60€ kostet.

GbR gründen: Schritte – Wie gründe ich eine GbR?

Wenn Du eine GbR gründen möchtest, musst Du folgende Schritte befolgen:

Schritt 1: Grundlegende Fragen klären
Im ersten Schritt sollte von den Gesellschaftern die Grundlagen der GbR festgelegt werden. Fragen zur Höhe des Kapitals, zu den Zielen des Unternehmens und zur Übernahme der Geschäftsführung sollten schon im Vorfeld von allen Gesellschaftern beantwortet worden sein.

Schritt 2: Namensgebung
Eine GbR sieht vor, dass die Vor- und Nachnamen aller Gesellschafter im Namen der Firma integriert sind. Wird der Name dadurch zu lang, genügt auch die Nennung aller Nachnamen. Wortschöpfungen sind in der Regel nicht erlaubt, können aber im Einzelfall mit dem Gewerbe- oder Finanzamt abgesprochen werden.

Schritt 3: Endgültiger Gesellschaftsvertrag
Vor Unterzeichnung des endgültigen Gesellschaftsvertrages sollte dieser von einem kompetenten und unabhängigen Rechtsberater überprüft werden.

Schritt 4: Anmeldung beim Gewerbeamt
Erst, wenn alle Gesellschafter dem Vertrag zugestimmt haben, darf die Anmeldung beim Gewerbeamt folgen.

Schritt 5: Aufnahme des Geschäfts
Im letzten Schritt sollten alle nötigen Schritte unternommen werden, um auch in Zukunft geschäftsfähig zu sein. Dazu gehört unter anderem die Gestaltung des Webauftritts.

Viele Unternehmer reizt die Gründung einer GbR vor allem deshalb, weil kein Mindestkapital zur Gründung vorhanden sein muss und die Kosten deshalb gering sind. Sie vergessen dabei allerdings oft, dass sie mit ihrem Privatvermögen haften. Damit Dir das nicht passiert, haben wir alle Vor- und Nachteile der GbR zusammengetragen.

GbR gründen: Die Vorteile
– Die Gründung einer GbR ist schnell und unkompliziert
– Wenige Formalitäten müssen beachtet und nur geringe Gründungskosten gezahlt werden
– Ein Mindestkapital ist nicht nötig
– Über die EÜR ist die Buchführung im Vergleich zu anderen Unternehmensformen sehr einfach
– Im Handelsregister sind Gesellschafter einer GbR nicht zur Transparenz verpflichtet
– Verluste können unkompliziert mit eigenem Kapital ausgeglichen werden

GbR gründen: Die Nachteile
– Für eine GbR sind immer mindestens zwei Gesellschafter nötig. Die Gründung als Einzelperson ist also nicht möglich
– Gerade in der Anfangszeit fahren viele GbRs Verluste ein, für die mit dem privaten Vermögen gehaftet werden muss
– Geld kann nicht durch Investoren erwirtschaftet werden
– Sobald das Unternehmen über einen bestimmten Punkt hinauswächst, sind die Gesellschafter zur Umwandlung in eine andere Rechtsform verpflichtet
– Kreativität hat im Firmennamen einer GbR nichts zu suchen. Fantasienamen oder Ähnliches dürfen also nicht gewählt werden.

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GbR oder GmbH?

Nun kann es natürlich sein, dass Dir die Gründung einer GbR aufgrund des bestehenden Risikos nicht zusagt oder Dein Umsatz die Grenze von 250.000€ pro Jahr übersteigt und Du somit die Rechtsform wechseln musst.

Hier bieten sich verschiedene Optionen, wozu auch die bekannte GmbH, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, gehört.

Jetzt fragst Du Dich wahrscheinlich: Eignet sich die GbR oder GmbH besser für Dein Unternehmen und woher weiß ich das? Die Antwort auf diese Frage lässt sich schwer pauschalisieren, da die Wahl der Rechtsform immer von den Zielen Deines Unternehmens abhängig ist.

Die GmbH bringt im Gegensatz zur GbR den Vorteil mit sich, dass sie zur Gruppe der Kapitalgesellschaften gehört und die Haftung somit auf das Firmenkapital beschränkt ist. Allerdings beläuft sich das erforderliche Kapital für eine GmbH Gründung auf 25.000€ und als angehender Gründer ist es selten der Fall, dass Dir eine solche Summe an Geld zur Verfügung steht.

Außerdem nimmt die Gründung einer GmbH durch mehrere Gründungsschritte mehr Zeit in Anspruch und es fallen während der Gründung zusätzliche Kosten in Höhe von 500-900€ an.

Die gute Nachricht ist: Du kannst entweder mit mehreren Personen die Gründung vollziehen oder Sacheinlagen für das Stammkapital nutzen. Die noch bessere Nachricht ist, dass es eine Unterform der GmbH gibt, welche sich UG Mini GmbH oder auch 1 Euro GmbH nennt.

GbR oder Mini GmbH?

Eine Mini GmbH oder in der Fachsprache auch Unternehmergesellschaft (UG) bietet eine gute Möglichkeit für Dich, wenn Du die Rechtsform einer GmbH anstrebst und nur das nötige Kapital fehlt. Das Prinzip dahinter ist, dass Du monatlich einen Anteil Deines Gewinns in das Stammkapital einzahlst, bis Du 25.000€ erreicht hast und somit auf die GmbH umsteigen kannst. Wie der Name bereits andeutet, brauchst Du für die Gründung einer Mini GmbH lediglich ein Kapital von 1€.

Allerdings muss für die Änderung von der Mini GmbH zur GmbH erst eine Umfirmierung vorgenommen werden, welche mit Kosten und Aufwand verbunden ist. Vielleicht kannst Du also durch einen Zusammenschluss aus mehreren Gründern und der Nutzung der erlaubten Sacheinlagen bei einer GmbH die Entscheidung zwischen UG oder GmbH im Voraus vermeiden.

Unterm Strich ist die Wahl der Rechtsform von der Anzahl der Gründer, dem verfügbaren Eigenkapital, der Risikobereitschaft und Deinen unternehmerischen Zielen abhängig. Überlege Dir diese Entscheidung vorher gut, da sie finanzielle, steuerliche und wirtschaftliche Aspekte Deines Unternehmens beeinflusst. Die Änderung Deiner Rechtsform ist zwar durchaus möglich, allerdings kann dies viel Zeit in Anspruch nehmen und hohe Kosten verursachen.

Tipps für die Gründung einer GbR

Neben einem empfohlenen Gesellschaftsvertrag zur Minderung des Risikos für die Unternehmensgründer ist es außerdem wichtig, Deine Finanzen ordentlich und übersichtlich zu gestalten. Auch wenn eine GbR nicht der Pflicht zur doppelten Buchführung unterliegt, sondern eine EÜR ausreicht, solltest Du den Aspekt der Finanzen nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Es ist aus verschiedenen Gründen wichtig, wobei vor allem der zeitliche Aspekt eine wichtige Rolle spielt: Niemand verbringt gerne viel Zeit damit, Rechnungen zu sortieren oder sogar verlorene Dokumente zu suchen und neu anzufordern.

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Fazit

Festzuhalten bleibt, dass die Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu den Personengesellschaften zählt und somit die Gründer mit ihrem privaten Vermögen haften. Allerdings gestaltet sich eine GbR Gründung relativ unkompliziert, da sich lediglich zwei Personen für einen geschäftlichen Zweck zusammenschließen. Dieser Zusammenschluss kann mündlich erfolgen, allerdings wird ein Gesellschaftsvertrag durchaus empfohlen, um jegliche Schwierigkeiten im späteren Verlauf zu vermeiden.

Zu den Vorteilen der GbR zählt die unkomplizierte Gründung und die Tatsache, dass kein Startkapital notwendig ist sowie die einfache Buchhaltung durch die EÜR. Nachteile sind, dass durch die Zuordnung zur Gruppe der Personengesellschaften ein höheres Risiko für die Gründer besteht. Außerdem muss ab einem Umsatz von über 250.000€ jährlich ein Wechsel der Rechtsform stattfinden.

Alternative Rechtsformen sind die GmbH oder die UG, wobei letztere eine Unterform der GmbH darstellt. Die GmbH genießt ein hohes Ansehen und die Haftung erfolgt mit Firmenkapital, allerdings liegt das erforderliche Startkapital bei 25.000€. Hier kommt die UG ins Spiel, welche die Vorform einer GmbH darstellt und durch eine monatliche Zahlung des Gewinnanteils auf einen späteren Wechsel zur GmbH abzielt. Die Gründung kann bereits mit einem Kapital von 1€ erfolgen.

Letztendlich hängt die Entscheidung der Rechtsform von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise der Risikobereitschaft und dem verfügbaren Kapital ab, die sich in jedem Unternehmen unterschiedlich gestalten.

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