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Gesetzliche Einlagensicherung: Schutz für Dein Geld bei Banken und Finanzdienstleistern

Yasmin
Yasmin April 2021 6 Min

Inhaltsverzeichnis

Seit 2015 schützt das deutsche Einlagensicherungsgesetz das Bankguthaben pro Kunde bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Das heißt, im Falle einer Bankenpleite ist Dein Geld nicht verloren, sondern durch die deutsche Einlagensicherung abgesichert. Was genau passiert eigentlich, wenn ein Geldinstitut nicht mehr in der Lage ist, seinen Verbindlichkeiten nachzukommen? Welche Gelder sind tatsächlich geschützt? Was musst Du tun, um Dein Geld zurückzubekommen? Und wie unterscheidet sich die gesetzliche von der freiwilligen Einlagensicherung?

Die europäische Einlagensicherung

Die europäische Richtlinie zur Einlagensicherung sorgt EU-weit für den Schutz des Guthabens von Bankkunden und gewährleistet den Anspruch auf die Rückerstattung der Gelder, falls ein Kreditinstitut nicht in der Lage ist, seinen Kunden ihre Einlagen zurückzuzahlen. Alle Mitgliedstaaten der EU sind verpflichtet, ein nationales Einlagensicherungssystem einzurichten, um die Richtlinie angepasst an nationales Recht umzusetzen. 

Durch die Harmonisierung der Einlagensicherung in Europa hat sich die Abwicklung im Schadensfall für Bankkunden erheblich vereinfacht. Statt sich mit den Entschädigungseinrichtungen im Ausland auseinandersetzen, werden Entschädigungszahlungen im Auftrag der Einrichtungen im Ausland automatisch über das deutsche Einlagensicherungssystem geregelt. 

Kritik an der europäischen Einlagensicherung

Trotz dieses Vorteils, der es deutschen Bankkunden ermöglicht, höher verzinste Tages- und Festgeldangebote im europäischen Ausland zu nutzen, steht die europäische Einlagensicherung auch in der Kritik. Zum einen befürchten Kritiker, dass Banken aus Ländern mit einer hohen Finanzkraft für finanzschwache Länder aufkommen müssen. Zum anderen wird befürchtet, dass bei einer Finanzkrise gleich mehrere Banken zahlungsunfähig werden und die Einlagen aus den Sicherheitsfonds nicht für alle Anleger ausreichen. 

Unterschied Einlagensicherung und Anlegersicherung

Während die Einlagensicherung das Bankguthaben schützt, sichert die Anlegersicherung Ansprüche von Kunden aus Wertpapiergeschäften ab. Dieser Anspruch schließt alle Gelder aus Wertpapiergeschäften ein, die die Bank ihren Anlegern schuldet. Dazu zählen neben Aktien im Depot auch Dividenden, Ausschüttungen und Verkaufserlöse. Verluste, die durch eine falsche Anlagestrategie entstanden sind, sind von der Absicherung ausgenommen.

Gesetzliche Einlagensicherung

In Deutschland trat im Juli 2015 das deutsche Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) in Kraft, um den gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung zu regeln. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Privatkunden, Personen- und Kapitalgesellschaften. Der Schutz bezieht sich auf das Kontoguthaben, einschließlich Festgeld und Spareinlagen der Kunden. 

Grundsätzlich gilt, dass 100.000 Euro pro Einleger und Kreditinstitut geschützt sind. Neben Euro und sonstigen EU-Währungen sind sämtliche Währungen wie US-Dollar- oder Schweizer Franken-Konten geschützt. Bei Gemeinschaftskonten hat jeder Kontoinhaber Anspruch auf die Entschädigung. Das heißt, bei zwei Kontoinhabern verdoppelt sich der Anspruch auf 200.000 Euro – vorausgesetzt, die Kontoinhaber haben keine weiteren Einlagen bei der entsprechenden Bank. Das Gleiche gilt für die Einlagensicherung, wenn Du Dein Guthaben auf mehrere Banken verteilst. Das heißt, gehen mehrere Banken gleichzeitig pleite, hast Du bei jeder Bank entsprechend Anspruch auf Entschädigung bis zu einer Höhe von maximal 100.000 Euro.

Dieser Anspruch kann auf maximal 500.000 Euro erhöhen, wenn ein Kunde aufgrund besonderer Umstände gerade sehr viel Geld auf seinem Konto hat. Hierzu zählen beispielsweise Gelder aus:

  • einer Scheidung
  • Rentenzahlungen
  • Immobilienverkäufen
  • Abfindungen bei Kündigung
  • Auszahlung von Versicherungsleistungen,
  • Entschädigungszahlungen

Dieser besondere Anspruch besteht allerdings nur für einen Zeitraum von sechs Monaten

Gesetzliche Einlagensicherungssysteme

Gemäß der Richtlinie müssen Banken einem Einlagensicherungssystem angehören, um eine Banklizenz zu erwerben und zum Geschäftsbetrieb zugelassen zu werden. In Deutschland gibt es insgesamt vier solcher gesetzliche Einlagensicherungssysteme

  • die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB)
  • die Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH (EdÖ) 
  • die Institutssicherungssysteme der Sparkassen-Finanzgruppe 
  • die Institutssicherungssysteme des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V.

Es ist nicht immer eindeutig, welchem Einlagensicherungssystem eine Bank angehört und nicht alle Banken, die Tages- und Festgeldkonten in Deutschland anbieten, unterliegen der deutschen Einlagensicherung. Daher sind Banken gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Kunden mitzuteilen, welchem Sicherungssystem sie angehören. 

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Freiwillige Einlagensicherung

Viele private und öffentliche Banken sichern ihre Kunden mit der freiwilligen Einlagensicherung zusätzlich ab. Dieser Schutz dient den Geldern, die den gesetzlichen Mindestrahmen von 100.000 Euro übersteigen. Wer hier letztendlich Schutz erhält, regeln die jeweiligen Satzungen oder Statuten der teilnehmenden Banken. Allerdings gibt es keinen Rechtsanspruch auf eine Entschädigung aus der freiwilligen Einlagensicherung und sie unterliegt auch nicht der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Zu den freiwilligen Einlagensicherungseinrichtungen zählen:

Wie kommst Du an Dein Geld?

Im Fall einer Bankeninsolvenz überprüft die BaFin zunächst, ob es sich um einen Entschädigungsfall nach Einlagensicherungsgesetz handelt. Ist das der Fall, erhält das zuständige Einlagensicherungssystem Informationen über die Kunden und deren Einlagen von der Bank. Die Kunden werden dann entsprechend automatisch informiert und müssen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro nicht selbst ihre Ansprüche geltend machen. Einlagen bis zu 100.000 Euro müssen spätestens innerhalb von sieben Arbeitstagen erstattet werden. Gehörst Du zu den Kunden, die zum Zeitpunkt der Bankenpleite sehr viel Geld auf ihrem Konto hatten, musst Du Deine Ansprüche nachweisen. Für die Auszahlung der Gelder ist die gesetzliche Entschädigungseinrichtung oder das institutsbezogene Sicherungssystem zuständig. Sie stellen auch fest, ob und in welcher Höhe Entschädigungsansprüche bestehen.

Diese Regelungen gelten nur für die gesetzliche Einlagensicherung. Bei der freiwilligen Einlagensicherung gelten die Regelungen der jeweiligen freiwilligen Einlagensicherungseinrichtungen. 

Geldanlagen in der EU

Welches Land oder Einlagensicherungssystem im Notfall zuständig ist, hängt vom Sitz des Geldinstituts, wo Du Dein Geld eingezahlt hast, ab.

Ein Beispiel: Hat ein ausländisches Kreditinstitut mit Sitz im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eine Zweigstelle in Deutschland und Du hast dort Dein Guthaben hinterlegt, erfolgt die Auszahlung der Entschädigung durch ein deutsches Einlagensicherungssystem. In diesem Fall brauchst Du Dich nicht an die Sicherungseinrichtung im Heimatland des Kreditinstituts zu wenden, sondern kannst das Entschädigungsverfahren in Deutschland abwickeln.

Andersherum funktioniert die Entschädigung auf die gleiche Weise: Hast Du Dein Guthaben bei einer ausländischen Zweigstelle im EWR einer deutschen Bank eingezahlt, greift die Einlagensicherung des ausländischen Staates. 

Bei Tochtergesellschaften gilt das Einlagensicherungssystem des jeweiligen Landes, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat.

Um sicherzugehen, dass Dein Guthaben im Ausland geschützt ist und ein europäischer Staat über eine ausreichende Finanzkraft verfügt, kannst Du Dich an sogenannten Ratings orientieren. Diese werden von Ratingagenturen (englisch: Credit Rating Agency, CRA) erstellt und geben Auskunft über die Bonität eines Landes. Zu den drei großen Ratinagenturen zählen Moody’s, Fitch und Standard&Poor’s. 

Sicherheit für Dein digitales Geschäftskonto von Penta

Um unsere Business-Banking-Lösung anzubieten, arbeiten wir mit der Solarisbank AG zusammen, unser Banking-Partner mit deutscher Banklizenz, die den Anforderungen der deutschen Bankengesetze entspricht und von der BaFin reguliert wird. Entsprechend unterliegt Dein Guthaben auf Deinem Penta Geschäftskonto natürlich auch der gesetzlichen Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro.

Darüber hinaus garantieren das deutsche Bankgeheimnis, die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und gängiger ISO-Standards wie die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 sowie die Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Sicherheit Deiner Kundendaten.

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