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Gewerbe anmelden: Checkliste zur Gewerbeanmeldung

Lukas Zoerner
Lukas Zoerner Februar 2021 14 Min

Inhaltsverzeichnis

In Deutschland brauchst Du keine Erlaubnis, um ein Unternehmen zu gründen. Allerdings musst Du bei der Gründung ein Gewerbe anmelden. Hast Du Deine Geschäftsidee, Chancen und Risiken sowie Finanzierungsmöglichkeiten in Deinem Businessplan festgehalten, führt Dich Dein erster Schritt zur Gründung zum Gewerbeamt, um einen Gewerbeschein zu beantragen. Bevor Du Dich auf den Weg machst, informiere Dich darüber, was Du beachten musst, welche Unterlagen Du zur Anmeldung benötigst und welche Kosten Du für die Gewerbeanmeldung einkalkulieren musst. 

Was ist ein Gewerbe?

Wer über einen bestimmten Zeitraum eine wirtschaftliche Tätigkeit, selbstständig auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und mit der Absicht, dadurch Gewinne zu erzielen, ausübt, gilt in Deutschland als Gewerbetreibender. Das heißt, alle produzierenden und verarbeitenden Industrie- und Handwerksbetriebe sowie Dienstleistungsunternehmen sind Gewerbebetriebe. Ausnahmen bilden Freiberufler sowie Unternehmer in der Urproduktion.

Um ein Gewerbe zu betreiben, musst Du vor Aufnahme des Betriebs das Gewerbeamt über Deine selbstständige gewerbliche Tätigkeit informieren. Du musst ein Gewerbe anmelden und auf Deine Einnahmen Gewerbesteuer zahlen. Ein Gewerbe muss in das Handelsregister eingetragen werden und unterliegt damit den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB). Darüber hinaus sind Gewerbetreibende Pflichtmitglieder in der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Handwerkskammer (HWK).

Wer muss ein Gewerbe anmelden?

Alle Gewerbetreibenden sind dazu verpflichtet, ihr Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anzumelden. Von dieser Pflicht ausgenommen sind Angehörige der freien Berufe sowie Unternehmer, deren Tätigkeit in den Bereich der Urproduktion fällt.

Welche Berufe zu den freiberuflichen Tätigkeiten zählen, regelt § 18 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Als Freiberufler gilt demnach, wer eine wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit selbstständig ausübt. Dazu zählen beispielsweise 

  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte
  • Rechtsanwälte und Notare 
  • Ingenieure und Architekten
  • Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
  • Heilpraktiker und Krankengymnasten
  • Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer

In den Bereich der Urproduktion fallen unter anderem 

  • der Wein- und Gartenbau
  • die Tierzucht
  • die Fischerei 
  • das Bergwesen

Betriebe, die diesem primären Sektor der Wirtschaft angehören, bieten ihre Erzeugnisse an, ohne ein Gewerbe anmelden zu müssen.

Was ist die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer (GewSt) ist eine sogenannte Ertragssteuer, die auf den Gewinn oder Ertrag eines Unternehmens erhoben wird. Sie zählt zu den Gemeindesteuern und wird direkt an die Gemeinde, in der ein Unternehmen seinen Sitz hat, abgeführt. Die Höhe der zu zahlenden Gewerbesteuer hängt neben dem Gewinn eines Unternehmens von weiteren Faktoren wie dem kommunalen Gewerbesteuerhebesatz der jeweiligen Gemeinde, dem Gewerbesteuerfreibetrag sowie weiteren Kürzungen und Hinzuzahlungen ab. Die Zahlung erfolgt vierteljährlich als Vorauszahlung und ist immer zur Mitte eines Quartals fällig. 

Wer muss ein Gewerbe anmelden?

Jede unternehmerische Tätigkeit, die das Ziel hat, dauerhaft, eigenverantwortlich und auf eigene Rechnung eine Tätigkeit mit der Absicht ausübt, Gewinn zu erzielen, gilt in Deutschland unabhängig von der Größe und Rechtsform eines Unternehmens sowie dem Umsatz und erwirtschaftetem Gewinn als Gewerbe. Das heißt, auch für ein Kleingewerbe sind Gewerbeanmeldung und Gewerbeschein Pflicht. Entsprechend müssen Gründer ihr Gewerbe noch vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit beim Gewerbeamt anmelden. Das gilt auch für ein Nebengewerbe: Es spielt steuerrechtlich keine Rolle, ob ein Gewerbe haupt- oder nebenberuflich ausgeübt wird. Die rechtliche Grundlage bildet die Gewerbeordnung (GewO).

Ausgenommen von der Pflicht zur Gewerbeanmeldung sind Freiberufler, Wissenschaftler und selbstständige Tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft. Welche Tätigkeiten als freiberuflich gelten, regelt § 18 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Hierzu zählen beispielsweise:

  • Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Tierärzte
  • Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte
  • Architekten
  • Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer, Steuerbevollmächtigte
  • Journalisten, Bildberichterstatter (Fotografen), Dolmetscher, Übersetzer

Es ist allerdings nicht immer ganz eindeutig, welche künstlerischen, schriftstellerischen, unterrichtenden, erziehenden und wissenschaftlichen Tätigkeiten tatsächlich zu den sogenannten Katalogberufen oder katalogähnlichen Berufen zählen. Letztendlich entscheidet das Finanzamt darüber, ob ein Beruf die Anforderungen an die Freiberuflichkeit erfüllt. Bist Du Dir bei Deiner Tätigkeit nicht sicher, frage vor Aufnahme Deiner Geschäftstätigkeit unbedingt beim Finanzamt nach. Diese Einordnung ist so wichtig, da sie letztendlich darüber entscheidet, ob Du ein Gewerbe anmelden musst und als Gewerbetreibender dazu verpflichtet bist, die Gewerbesteuer zu zahlen.

Wer mit seiner Selbstständigkeit gleichzeitig eine gewerbliche und eine freiberufliche Tätigkeit ausübt, sollte die steuerrechtliche Einordnung ebenfalls abklären. Im Zweifel bewertet das Finanzamt sonst beide Tätigkeiten als gewerbesteuerpflichtig.

Onlinebusiness

Das Internet bietet Dir zahlreiche Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Ob als Influencer, Blogger oder mit einem Onlineshop: Verfolgst Du die Absicht, online mit einem eigenen Shop oder über Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram oder YouTube dauerhaft Gewinn zu erzielen – sei es durch Verkäufe oder Werbeeinnahmen – zählst Du zu den Gewerbetreibenden und musst ein Gewerbe anmelden und Deine Einkünfte versteuern.

Wo kannst Du Dein Gewerbe anmelden?

Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer und gilt als eine der wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinden. Das heißt, Du führst die Gewerbesteuer nicht an das Finanzamt ab, sondern zahlst sie direkt an die Gemeinde. Zuständig ist das Gewerbe- oder Ordnungsamt, in dem Dein Unternehmen seinen Sitz hat. 

Gewerbe online anmelden

Immer mehr Städte ersparen Existenzgründern den Gang zum Gewerbeamt: Sie können ihr Gewerbe auch online anmelden. Ob der gesamte Prozess online durchgeführt werden kann oder ob Du gegebenenfalls zusätzlich Unterlagen per Post einreichen musst, ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Informiere Dich daher vorher gründlich über den Prozess und darüber, welche Unterlagen Du einreichen musst.

Gewerbesteuerfreibetrag

Einzelunternehmen und Personengesellschaften haben Anspruch auf einen Gewerbesteuerfreibetrag in Höhe von jährlich 24.500 Euro. Liegt der Jahresgewinn unter diesem Betrag zahlen sie keine Gewerbesteuer. Liegt der Gewinn über dem Freibetrag, wird der Freibetrag vom Gesamtgewinn abgezogen und die Gewerbesteuer fällt nur für den Betrag an, der den Freibetrag übersteigt. Kapitalgesellschaften haben unabhängig von der Höhe ihres Gewinns keinen Anspruch auf den Freibetrag.

Wie kannst Du ein Gewerbe anmelden?

Um ein Gewerbe anzumelden, füllst Du den Fragebogen zur Gewerbeanmeldung aus. Bei Personengesellschaften wie einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), Partnerschaftsgesellschaft, offene Handelsgesellschaft (OHG)Kommanditgesellschaft (KG) füllt jeder geschäftsführende Gesellschafter ein eigenes Formular aus. Bei juristischen Personen wie einer Kapitalgesellschaft erfolgt die Anmeldung durch den Geschäftsführer als gesetzlicher Vertreter. Weitere gesetzliche Vertreter werden auf entsprechenden Beiblättern ergänzt.

Welche Unterlagen brauchst Du für die Gewerbeanmeldung?

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Unternehmer, die ein Gewerbe anmelden wollen, benötigen einen gültigen Personalausweis. Abhängig von der Branche, in der Du gründest, musst Du zusätzlich weitere Dokumente vorweisen wie ein:

  • polizeiliches Führungszeugnis
  • Gesundheitszeugnis
  • Meisterbrief
  • Handwerkskarte
  • weitere Nachweise Deiner beruflichen Qualifikation 
  • Konzessionen für bestimmte Gewerbe
  • Handelsregisterauszug 

Welche Dokumente Du für die Gründung in Deinem Geschäftsfeld oder einer Branche benötigst, erfährst Du beim zuständigen Gewerbe- oder Ordnungsamt. Alternativ kannst Du Dich auch bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer bzw. Der Handwerkskammer informieren.

Gründer, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben, benötigen außerdem eine gültige Aufenthaltsgenehmigung sowie eine Bestätigung, dass sie eine gewerbliche Tätigkeit ausüben dürfen.

Kleiner Gewerbeschein

Die Kleinunternehmerregelung befreit Unternehmer nur von der Umsatzsteuer, nicht von der Gewerbesteuer. Zwar profitieren Kleinunternehmer in voller Höhe von dem Gewerbesteuerfreibetrag, sind aber nicht von der Pflicht befreit, ein Gewerbe anzumelden. Man spricht beim Gewerbeschein für Kleinunternehmen auch vom kleinen Gewerbeschein.

Gewerbe rückwirkend anmelden

Grundsätzlich gilt, dass Du Dein Gewerbe vor Aufnahme Deiner Geschäftstätigkeit anmelden musst. Allerdings zeigt sich das Gewerbeamt oftmals kulant, wenn der Zeitpunkt der Gründung nicht zu weit in der Vergangenheit liegt. Gehst Du zeitnah aktiv auf das zuständige Amt zu, hat die verspätete Gewerbeanmeldung meist keine Konsequenzen. Wer der Anzeigepflicht eines Gewerbes zu spät oder gar nicht nachkommt, verstößt gegen die Gewerbeordnung und begeht eine Ordnungswidrigkeit, die gemäß § 146 der Gewerbeordnung mit einem Bußgeld in Höhe von 1.000 Euro geahndet werden kann. 

Gewerbe anmelden: Welche Kosten musst Du einplanen?

Je nach Gemeinde liegen die Kosten für den Gewerbeschein zwischen 10 und 65 Euro. Den Gewerbeschein erhältst Du nach wenigen Tagen. Damit verfügst Du über eine formale Berechtigung, ein Gewerbe zu betreiben und kannst Deine Geschäftstätigkeit aufnehmen. 

Vorbereitende Schritte für die Gewerbeanmeldung

Bevor Du ein Gewerbe anmelden kannst, gibt es zunächst noch einige Vorbereitungen zu treffen.

Wahl der passenden Rechtsform

Zunächst musst Du die passende Rechtsform für Deine Unternehmensgründung wählen. Du kannst wahlweise ein Einzelunternehmen, eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft gründen. Welche Rechtsform sich für Dich eignet, hängt von Deinem Gründungsvorhaben ab. Eine detaillierte Übersicht zu allen deutschen Rechtsformen findest Du hier.

Geschäftskonto eröffnen

Für einige Rechtsformen ist zudem die Eröffnung eines Geschäftskontos zwingend erforderlich, um Stammkapital einzuzahlen. Den Nachweis, dass die erforderliche Summe verfügbar ist, benötigst Du für die Anmeldung beim Handelsregister. 

Grundsätzlich empfiehlt es sich auch für Unternehmen, die kein Stammkapital hinterlegen müssen, ein Geschäftskonto zu eröffnen, um private und geschäftliche Ausgaben sauber voneinander zu trennen und die Unternehmensfinanzen bestens im Blick zu behalten.

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Ein Geschäftskonto kannst Du in vielen Fällen bereits vor der Gewerbeanmeldung eröffnen. Penta beispielsweise ermöglicht es Unternehmen bereits in der Gründungsphase ein Konto für jegliche Gewerbe und Rechtsformen zu eröffnen. Innerhalb von 15 Minuten hast Du den digitalen Kontoeröffnungsprozess bei Penta durchlaufen und nach 48 Stunden steht Dir Dein neues Geschäftskonto zur Verfügung.

Gesellschaftsvertrag erstellen

Hast Du Dich für die Gründung einer Kapitalgesellschaft entschieden, solltest Du, bevor Du ein Gewerbe anmeldest, wird als Nächstes einen Gesellschaftsvertrag erstellen, der die folgenden Informationen enthalten muss:

  • Name und Sitz der Gesellschaft
  • Zweck und Unternehmensgegenstand
  • Gesellschafter und Kapitalanteile
  • Gewinnverteilung
  • Geschäftsführung und Vertretungsbefugnisse
  • Regelung zur Übertragung von Anteilen
  • Sonderrechte

Für einige Rechtsformen ist zur Gründung auch eine notarielle Beglaubigung des Gesellschaftsvertrags beziehungsweise der Satzung durch einen Notar nötig.

Wer ein Einzelunternehmen, ein Kleingewerbe, eine Ein-Personen-GmbH oder eine Ein-Personen-AG gründet, benötigt keinen Gesellschaftsvertrag. Für die Gründung einer OHG, GbR oder KG ist das Erstellen eines Gesellschaftsvertrags nicht zwingend erforderlich, aber ebenfalls sehr zu empfehlen.

Unternehmen im Handelsregister anmelden

Zahlreiche Rechtsformen schreiben einen Eintrag des Unternehmens in das Handelsregister vor. Davon ausgenommen sind nur Freiberufler, Einzelunternehmer, Kleingewerbe, die GbR oder stille Gesellschaften. Für die Anmeldung beim Handelsregister füllst Du einen Antrag aus und reichst ihn zusammen mit den Gründungsdokumenten ein. Hierzu zählen der Gesellschaftsvertrag und der Nachweis zum eingezahlten Stammkapital mithilfe eines Kontoauszugs vom Geschäftskonto. Ein Notar hilft Dir beim Vorbereiten Deiner Dokumente, beglaubigt diese und stößt dann die Eintragung ins Handelsregister beim Amtsgericht an. 

Hast Du alle notwendigen Vorbereitungen getroffen, geht es weiter mit der Gewerbeanmeldung.

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Schritt für Schritt ein Gewerbe anmelden

Bevor Du Dich weiter damit beschäftigst, ein Gewerbe zu eröffnen, kläre ab, ob Deine Selbstständigkeit unter die Gewerbesteuerpflicht fällt. Bist Du Freiberufler, Wissenschaftler, Land- oder Forstwirt, übst Du keine gewerbliche Tätigkeit aus und musst entsprechend auch kein Gewerbe anmelden. Kläre die Einordnung im Zweifel mit dem Finanzamt oder der zuständigen Handels- oder Handwerkskammer.

Musst Du für Deine Gründung ein Gewerbe anmelden, sparst Du mit einer guten Vorbereitung Zeit für die eigentliche Anmeldung und kannst Deinen Gewerbeschein gleich direkt mitnehmen oder bekommst in innerhalb weniger Tage per Post zugeschickt. 

Schritt 1: gründliche Vorbereitung

Um zu vermeiden, dass bei der Gewerbeanmeldung etwas schief läuft, Du fehlende Unterlagen nachreichen musst und sich die Ausgabe des Gewerbescheins unnötig verzögert, halte Dich an ein paar einfache Schritte:

  • Kläre, ob Du Dein Gewerbe online anmelden kannst. Achte darauf, ob der Prozess komplett digital erfolgt und Du alle erforderlichen Unterlagen ebenfalls online einreichen kannst oder ob Du sie per Post schicken oder sogar persönliche abgeben musst.
  • Informiere Dich, welche Unterlagen Du für die Gewerbeanmeldung benötigst. Ein gültiger Personalausweis ist Pflicht. Für den Betrieb einiger Gewerbe benötigst Du zusätzlich eine besondere Genehmigung. Hierzu zählen beispielsweise der Betrieb von Spielhallen, die Vermittlung von Versicherungen oder Finanzanlagen oder das Bewachungsgewerbe. Welche Tätigkeiten erlaubnis- und genehmigungspflichtig sind, kannst Du in der Gewerbeordnung in den §§ 29 bis 40 (GewO) nachlesen.nEine entsprechende Erlaubnis erhältst Du in der Regel beim Ordnungsamt der zuständigen Gemeinde. 

Schritt 2: Fragebogen zur Gewerbeanmeldung ausfüllen

Hast Du alle offenen Fragen geklärt und alle notwendigen Dokumente besorgt, lade Dir den Fragebogen zur Gewerbeanmeldung bei Deinem zuständigen Gewerbeamt herunter und fülle ihn aus, bevor Du Dich auf den Weg zum Gewerbeamt machst. Bei Fragen kannst Du Dich vorab telefonisch an das Gewerbeamt wenden. 

Schritt 3: Gewerbe online, per Post oder persönlich anmelden

Du kannst Dein Gewerbe persönlich beim zuständigen Gewerbe- oder Ordnungsamt anmelden, den Gewerbeschein schriftlich per Post beantragen oder – sofern Deine Stadt oder Gemeinde es anbietet – die Gewerbeanmeldung online beantragen.

Der Postweg und die Online-Anmeldung bieten Dir den Vorteil, dass Du keine Wartezeiten vor Ort einplanen musst. Du lädst einfach alle erforderlichen Dokumente hoch und zahlst die Gebühr ebenfalls online. Der Gewerbeschein wird Dir nach der Überprüfung der eingereichten Unterlagen per Post zugesendet. 

Bei der persönlichen Anmeldung hast Du den Vorteil, dass Du offene Fragen direkt mit einem Sachbearbeiter klären und den Gewerbeschein in der Regel auch gleich mitnehmen kannst.  

Sobald Du den Gewerbeschein in Deinen Händen hältst, kannst Du Deine Geschäftstätigkeit offiziell aufnehmen. Natürlich sind bis zur rechtssicheren Gründung Deines Unternehmens aber noch weitere Schritte notwendig. 

Anmeldung bei weiteren Behörden, Verbänden und Organisationen

Das Gewerbeamt informiert automatisch das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft und die Industrie- und Handelskammer bzw. die Handwerkskammer über die Gewerbeanmeldung. Gründest Du eine GmbH, wird zusätzlich das zuständige Amtsgericht informiert. Du musst aber nicht auf die Weitergabe der Informationen warten, sondern kannst Dich direkt an die zuständigen Stellen wenden. 

Gewerbebetriebe sind zudem zur Mitgliedschaft bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) bzw. der Handwerkskammer (HWK) verpflichtet. Auch hier erfolgt eine Meldung durch das Gewerbeamt. Informiere Dich im Vorfeld, welche Kammer für Dich zuständig ist und wie hoch die damit verbundenen Beitragszahlungen ausfallen. Die Höhe der Beiträge hängt vom Standort, der Rechtsform eines Unternehmens sowie dem Jahresumsatz ab. 

Schritt 4: Steuernummer für Dein Gewerbe beantragen

Um Dein Gewerbe beim Finanzamt anzumelden, erhältst Du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den Du ausgefüllt an das Finanzamt zurücksendest. Nach einer kurzen Prüfung erhältst Du eine Steuernummer für Dein Unternehmen, die Du bei sämtlichen steuerlichen Belangen angeben und in Deiner Rechnung aufführen musst. Treibst Du mit Deinem Gewerbe grenzüberschreitenden Handel, benötigst Du zusätzlich zu Deiner Steuernummer auch ein Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.).

Schritt 5: Anmeldung bei der gesetzlichen Unfallversicherung

Die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft, der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland, ist Pflicht. Die Anmeldung erfolgt bei der Berufsgenossenschaft, die für Deinen Beruf zuständig ist. Arbeitest Du in einem Bereich, der keiner BG zugeordnet werden kann, ist die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) für Dich zuständig. 

Schritt 6: Anmeldung bei IHK und HWK

Gewerbetreibende sind zur Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer (IHK) verpflichtet. Gibt das Gewerbeamt die Gründungsinformationen an die zuständige IHK weiter, werden kammerpflichtige Unternehmen automatisch Mitglied. Handwerker melden sich entsprechend bei der zuständigen Handwerkskammer (HWK) an. 

Schritt 7: Unternehmen bei der Agentur für Arbeit anmelden

Beschäftigt Dein Unternehmen eigene Angestellte, musst Du bei der Agentur für Arbeit eine Betriebsnummer (BBNR) beantragen. Mit dieser Nummer werden Unternehmen in Deutschland eindeutig identifiziert, um Meldungen zur Sozialversicherung für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte an die Sozialversicherungsträger zu übermitteln. 

Gewerbe um- oder abmelden

Gewerbetreibende sind nicht nur zur Gewerbeanmeldung verpflichtet. Änderungen sind dem Gewerbeamt ebenfalls mitzuteilen. Zu diesen Veränderungen zählen:

  • die Verlegung des Unternehmenssitzes innerhalb einer Gemeinde
  • die Eröffnung weiterer Zweigstellen
  • ein Inhaberwechsel
  • die Änderung des Tätigkeitsbereichs
  • die Erweiterung des Angebots

In diesen Fällen musst Du Dein Gewerbe mit einem entsprechenden Formular ummelden. 

Ändert sich die Rechtsform Deines Unternehmens oder Du verlegst den Unternehmenssitz in eine andere Gemeinde, musst Du Dein Gewerbe zunächst abmelden und dann bei der neuen Gemeinde die Gewerbeanmeldung neu beantragen. Gibst Du Dein Unternehmen komplett auf, meldest Du es ebenfalls ab.

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