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Die gGmbH: Wie gründe ich eine gemeinnützige GmbH?

Lukas Zoerner
Lukas Zoerner Mai 2021 9 Min

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine gemeinnützige GmbH?

Eine gGmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung und stellt eine Sonderform der GmbH dar. Im Vergleich zu der geläufigen Rechtsform richtet sich die gGmbH gezielt an Unternehmen mit einem gemeinnützigen Zweck. 

Generell jedoch hat die gemeinnützige GmbH die gleichen wirtschaftlichen Vorteile und Rahmenbedingungen wie eine GmbH und außerdem die steuerlichen Vorteile des Gemeinnützigkeitsrechts. Daher erfreut sich diese Rechtsform auch immer größerer Beliebtheit in Deutschland und ist vor allem bei Start-ups und jungen Unternehmern, die in einem nachhaltigen und sozialen Kontext arbeiten wollen, oft die favorisierte Variante bei der Firmengründung. 

Ab wann eine GmbH als gemeinnützig gilt, kannst Du im Detail in Paragraf 51 der Abgabenordnung nachlesen. Was es sonst noch über die Gründung einer gGmbH zu wissen gibt, welche Schritte dafür erforderlich sind und was Du vorher bedenken solltest, erfährst Du in diesem Artikel. 

Wo wird eine gGmbH rechtlich angesiedelt?

Eine gemeinnützige Gesellschaft muss genau wie ihre große Schwester, die GmbH, ins Handelsregister eingetragen werden und unterliegt den gleichen Vorschriften. Sie besteht aus den Gesellschaftern, der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat. Im Vergleich zu einer Stiftung oder einem Verein ist eine gGmbH wirtschaftlich aktiv und darauf ausgerichtet, Profit zu machen. Allerdings muss dieser dem Zweck entsprechend für gemeinnützige Aktivitäten genutzt werden.

So gründest Du eine gemeinnützige GmbH

Genau wie bei der Gründung einer gängigen GmbH musst Du für die offizielle Registrierung einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung einige Schritte durchlaufen. Das geht weder von heute auf morgen, noch ohne sich vorher ausgiebig mit der Materie beschäftigt zu haben. Aber mit unseren Tipps und Anleitungen geht es auf jeden Fall ein Stückchen leichter. Folgenden Prozess musst Du durchlaufen: 

Die Geschäftsidee formulieren

Bevor Du Deine Firma gründest, solltest Du Dir natürlich im Klaren darüber sein, welche Ziele mit Deiner gGmbH erreicht werden sollen. Daher muss Deine Geschäftsidee so präzise wie möglich formuliert werden und die Vorteile für die Gemeinschaft sollen klar aus dieser Definition hervorgehen.

Die Satzung

Genau wie bei einer Stiftung ist die Satzung beziehungsweise der Gesellschaftsvertrag die Basis Deiner gemeinnützigen GmbH. Hier wird der gemeinnützige Zweck beschrieben und die Strategie erklärt, wie Du den Zweck beziehungsweise das Ziel erreichen willst. Außerdem sollte die Satzung Informationen zu Deinem Unternehmen (Name, Adresse etc.), zu den Gesellschaftern und dem Vermögen enthalten. 

Um ungünstige Änderungen und böse Überraschungen im Nachhinein zu vermeiden, ist es ratsam, sich einen Experten zur Hilfe zu holen, der Dich bei den Prozessen begleiten und beraten kann. Schließlich entscheidet das Finanzamt nach diesem Dokument, ob Deine Firmengründung als gemeinnützige gGmbH zugelassen wird. 

Die notarielle Beglaubigung

Hast Du den Vertrag formuliert und von einem Profi durchschauen lassen, kannst Du ihn von einem Notar beurkunden lassen. Hierzu müssen alle Gesellschafter der gGmbH anwesend sein und ihre Unterschrift leisten.

Stammkapital auf das Geschäftskonto einzahlen

Für die Gründung einer gGmbH ist ein Mindestvermögen von 25.000 Euro nötig. Dieses müssen die Gesellschafter zumindest zur Hälfte auf das Geschäftskonto zahlen, den Rest in absehbarer Zeit danach. 

Als Alternative können Du beziehungsweise Du und die Gesellschafter aber auch eine sogenannte Sachgründung durchführen. Diese beruht auf materiellen Investitionen wie zum Beispiel Maschinen, Fahrzeuge oder Immobilien, deren Wert nach dem Sachgründungsbericht aufgeschlüsselt und angerechnet wird. 

Eintragung ins Handelsregister

Sobald Du das Vermögen auf Dein Geschäftskonto eingezahlt hast, kannst Du die gGmbH mit einem notariellen Zeugnis im Handelsregister eintragen lassen. Der Notar übermittelt anschließend alle wichtigen Informationen und Unterlagen an das zuständige Amtsgericht.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Wenn alles ordnungsgemäß eingereicht wurde, erhältst Du per Post den Bescheid und vom Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung inklusive Deiner Steuernummer beziehungsweise Umsatzsteuer-ID. Hole Dir am besten Hilfe beim Steuerberater, um alle Angaben korrekt anzugeben und rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

Gewerbe und IHK beziehungsweise HWK 

Im nächsten Schritt musst Du die gGmbH als Gewerbe anmelden. Hierzu bedarf es neben der entsprechenden Rechtsform die Geschäftsadresse, den Gegenstand des Unternehmens sowie Ort und Nummer des Handelsregisters, bei dem Dein Unternehmen angemeldet ist. Der Anmeldebogen der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK) wird Dir zugestellt, sobald Du Dein Gewerbe angemeldet hast. Es ist Deine Pflicht, die entsprechenden Mitgliedschaftsbeiträge zu leisten.

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Die Vorteile der gemeinnützigen gGmbH

Die gemeinnützige GmbH hat sich für viele Organisationen als vorteilhafte Rechtsform herausgestellt und wird in Deutschland immer beliebter. Klar, denn sie bietet auch zahlreiche Vorteile:

Steuerbefreiung und -vergünstigung
Gewerbe-, Körperschaft-, Grund-, Erbschaft- und Schenkungsteuer entfallen und auch die Umsatzsteuer ist entweder vergünstigt oder entfällt ganz.

Beschränkte Haftung 
Als Gesellschafter haftest Du nicht mit Deinem Privatvermögen, sondern „nur“ mit den Ersparnissen und Sachwerten des Unternehmens.

Spenden und Fundraising
Finanzielle und andere Zuwendungen Dritter können ohne großen Aufwand oder Komplikationen jederzeit angenommen werde, inklusive steuerlich wirksamer Bescheinigungen.

Flexible Möglichkeiten für Gesellschafter
Als Geschäftsführer der gGmbH musst Du nicht zwingend auch Gesellschafter sein und kannst Du Dich aus dem eigentlichen Tagesgeschäft heraushalten. Auch ein Wechsel oder Ausstieg einzelner Gesellschafter ist möglich. 

Unternehmensstruktur
Die gGmbH ist in ihrer Handhabung flexibler und daher als wirtschaftliches Unternehmen oftmals geeigneter als Vereine und Stiftungen. Du kannst Strategien besser planen und eventuelle Änderungen und Umstrukturierungen mit vergleichsweise geringem Aufwand realisieren – ohne einen enormen zeitlichen Vorlauf.

Eindeutige Rechtsform
Der Namenszusatz „gGmbH“ weist Deine Firma sofort als eine gemeinnützige Organisation aus und ist bei Verbrauchern und Geschäftspartnern anerkannt und vertrauenerweckend.

Bei allen Vorteilen besitzt die gGmbH aber auch ein paar Nachteile, mit denen Du Dich auseinandersetzen solltest, bevor Du zur Tat schreitest.

Aufwendige Organisation
Die Gründung einer gGmbH ist aufwendig, weshalb Du etliche Behördengänge einplanen solltest. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geduld und Nerven. Die brauchst Du auch, um die rechtlichen Prozesse zu verstehen, Dir die entsprechende Beratung heranzuziehen und sorgfältig zu recherchieren.  

Festgelegter Unternehmensgegenstand
Die gemeinnützige Ausrichtung muss ab der Unternehmensgründung in der Satzung aufgeführt werden und nachträgliche Änderungen können zum Verlust von Steuervergünstigungen führen.

Grundinvestition ins Stammkapital
Du brauchst mindestens 25.000 Euro, um Deine eigene gGmbH zu gründen, beziehungsweise dementsprechend wertvolle Sachwerte, die Du einbringen kannst.

Strenge Reglementierung
Du bist laut Gesetz dazu verpflichtet, jederzeit eine doppelte Buchführung und detaillierte Bilanzierung vorzeigen zu können. Auch das kann Zeit und Nerven kosten.

Gewinnausschüttung
Selbstverständlich ist es strengstens verboten, sich den Gewinn selbst in die Tasche zu stecken. Aber auch die Gehälter der Gesellschafter und Geschäftsführer sowie der Mitarbeiter müssen in einer gGmbH moderat sein, schließlich soll der Gewinn an einen guten Zweck gehen. Wer sich nicht daran hält und sich selbst unverhältnismäßig hoch bezahlt, riskiert als Strafe die Rückzahlung der zuvor eingesparten Steuern.

Der Aufbau einer gGmbH

Jede gGmbH braucht mindestens einen Geschäftsführer. Diese entscheidende Position im Unternehmen muss im Falle von mehreren Gründern aufgeteilt oder vergeben werden. Anders als die Gesellschafter, die eher im Hintergrund agieren, vertreten Geschäftsführer die gGmbH nach außen und sind für die Leitung der Firma zuständig. 

Bei mehreren Geschäftsführern legt die Satzung fest, ob es eine Gesamtgeschäftsführung gibt, bei der Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen werden, oder ob jeder Geschäftsführer eigenständige Entscheidungen treffen kann. Im letzteren Fall hat zwar jeder Geschäftsführer eine gewisse Flexibilität und Einfluss, jedoch sind die Kontrollmöglichkeiten eingeschränkt.

Kann eine gGmbH auch online gegründet werden?

Die Rechtsform stößt in der jungen Gründerszene und bei der Gruppe der digitalen Nomaden, die außerhalb Deutschlands leben, aber hierzulande arbeiten, auf großes Interesse. Die einzelnen Mitgliedsstaaten verfügen über sehr unterschiedlich ausgeprägte E-Government-Services im Bereich des Unternehmensrechts. 

Mit der neuen EU-Gesetzgebung soll die Digitalisierung bei Unternehmensgründungen und Errichtung von Zweigniederlassungen in Zukunft aber standardisiert werden. Das deutsche GmbH-Recht soll bis zum 1. August 2021 so gestaltet werden, dass eine vollständige Online-Gründung möglich wird. Allerdings gibt es ein Schlupfloch in der Richtlinie, aus dem hervorgeht, dass der Termin um ein Jahr verschoben werden kann, sofern die Notwendigkeit für die Verzögerung der Umsetzung glaubhaft gemacht wird.

Ist eine gGmbH das Richtige für Dich? 

Möchtest Du gerne Gutes tun, aber gleichzeitig mit Deinem eigenen Unternehmen Geld verdienen, kann eine gGmbH unter Umständen genau das Richtige für Dich sein. Egal, ob Du Dich für Wissenschaft und Forschung einsetzen willst, Dich für Natur- und Tierschutz engagieren möchtest, lieber Kunst und Kulturprogramme förderst oder im Sozialwesen tätig werden willst – grundsätzlich kommen alle öffentlichen Bereiche infrage. Hauptsache Du verfolgst mit Deiner Geschäftsidee einen gemeinnützigen Zweck. 

Der Trend zum nachhaltigen Arbeiten und zu sozial engagierten Start-ups wächst stetig und ist vor allem in der Gründerszene sehr beliebt. In Deutschland gibt es mittlerweile ungefähr 4.000 gemeinnützige Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Wesentliche Ursache dafür ist die zunehmende Ökonomisierung des dritten Sektors, also der Institutionen, die weder dem Staat noch der Wirtschaft zugerechnet werden.

Die Kindergarten- oder Kita-gGmbH

Grundsätzlich eignet sich eine gemeinnützige GmbH als ideale Rechtsform für die Gründung einer Kita oder eines Kindergartens. Sie gibt den Gesellschaftern, bei denen es sich meist um eine Gruppe Eltern handelt, die Möglichkeit, wirtschaftlich einfacher zu agieren, da nicht stets das gesamte Gremium (wie es einem Verein der Fall wäre) miteinbezogen werden muss. Die Entscheidungsgewalt kann bei einem oder mehreren Gesellschaftern liegen, was den bürokratischen Ablauf enorm vereinfacht. 

Vorausgesetzt für die Gründung einer Kindergarten- oder Kita-gGmbH ist allerdings auch hier ein Start- beziehungsweise Stammkapital von mindestens 25.000 Euro, von dem mindestens die Hälfte bar in die Gesellschaft eingebracht werden muss. Wenn das machbar ist, kannst Du loslegen und Dich in den Gründungsprozess stürzen.

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