Erhalte 60€ für jedes Unternehmen, das Du für Penta wirbst.
Prämie sichern
Mehr

Umsatzsteuer im In- und Ausland – Basiswissen für Deinen Erfolg!

Jeannine Klein
Jeannine Klein Juni 2019 6 Min

Inhaltsverzeichnis

Du hast klein angefangen. Mit Kunden in Deiner Region. Mittlerweile ist Dein Unternehmen gewachsen und Deine Kunden sitzen nicht nur in ganz Deutschland, sondern sind in der EU und sogar im nichteuropäischen Ausland zu Hause. Spätestens jetzt musst Du Dich als Unternehmer mit den internationalen Regelungen bezüglich der Umsatzsteuer im In- und Ausland auseinandersetzen.

Umsatzsteuer in Deutschland

Als Unternehmer zahlst Du in Deutschland grundsätzlich Steuern auf jeden steuerpflichtigen Umsatz, den Du mit Deinen Einnahmen für Produkte oder Dienstleistungen erzielst – die sogenannte Umsatzsteuer. Bei Geschäften mit anderen Unternehmen bist Du verpflichtet, den Nettopreis für Deine Leistungen separat von der Umsatzsteuer auszuweisen. Die eingenommene Umsatzsteuer reichst Du 1:1 an das Finanzamt weiter. Sie ist quasi ein durchlaufender Posten und für Dein Unternehmen ergebnisneutral.

Kleinunternehmerregelung

Du kannst Dich als Selbstständiger von der Zahlung der Umsatzsteuer befreien lassen, indem Du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmst. Voraussetzung dafür ist, dass Dein Umsatz im Vorjahr unter 22.000 Euro lag und Dein erwarteter Umsatz die Grenze von 50.000 Euro im laufenden Geschäftsjahr nicht übersteigen wird. Lässt Du Dich von der Umsatzsteuer befreien, kannst Du entsprechend keine Vorsteuer mehr geltend machen.

Das Steuerrecht unterscheidet zwischen zwei Steuersätzen:

  • Der Regelsteuersatz beträgt 19 Prozent.
  • Der ermäßigte Steuersatz beträgt 7 Prozent. Dieser gilt für besondere Umsätze, die in § 12 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) festgelegt sind. Dazu zählen beispielsweise Umsätze aus Vermietungen, aus dem Personenbeförderungsverkehr oder Eintrittskarten für Theater, Konzerte oder Museen.

Die Regelungen sind nicht immer ganz eindeutig. Bei Unsicherheiten solltest Du beim Finanzamt nachfragen oder einen Steuerberater beauftragen, der Dich in knifflige Detailfragen unterstützen kann. Mittlerweile findest Du sogar zahlreiche Angebote, bei denen Dich der Steuerberater online berät. Beispiele hierfür sind Felix1 oder venvie.

Eine Möglichkeit, Dir und Deinem Steuerberater die Arbeit zu erleichtern, bietet Dir das Online Geschäftskonto von Penta. Hier kannst Du Deinem Steuerberater den Lesezugriff auf Dein Geschäftskonto erteilen. Damit ist er jederzeit auf dem aktuellen Stand und hat Zugriff auf alle für seine Arbeit relevanten Informationen. Zusätzlich erleichtern Dir Schnittstellen zu zahlreichen Buchhaltungsprogrammen beispielsweise von lexoffice oder debitoor Dir und Deinem Steuerberater das Leben.

penta blog

Das perfekte Firmenkonto für Dein Unternehmen

Die Vorsteuer in Deutschland

Grundsätzlich gilt, dass Du als Unternehmer die Umsatzsteuer auf Deinen Rechnungen separat ausweist und die Einnahmen daraus direkt an das Finanzamt abführst. Entsprechend zahlst Du als Unternehmer aber auch Umsatzsteuer auf Waren oder Dienstleistungen, die Du im Namen Deines Unternehmens erwirbst. Im Grunde genommen handelt es sich dabei ebenfalls um die Umsatzsteuer. Diese wird aus Sicht des Zahlenden aber als Vorsteuer bezeichnet. Diese Vorsteuer kannst Du Dir vom Finanzamt wiederholen.

Umsatzsteuer wird im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt abgeführt. Die Zahlung erfolgt monatlich oder quartalsweise. In diesem Zuge holst Du Dir auch die Vorsteuer zurück, indem Du die gezahlte Umsatzsteuer gegen die erhaltene Umsatzsteuer gegenrechnest. Du zahlst die Differenz zwischen der Umsatzsteuer und der abgezogenen Vorsteuer – daher spricht man auch vom Vorsteuerabzug.

Die Mehrwertsteuer in Deutschland

Der Begriff Mehrwertsteuer (MwSt) wird umgangssprachlich für die Umsatz- und Vorsteuer verwendet. Sie ergibt sich aus dem Mehrwert einer Ware, der bei seiner Weiterverarbeitung entsteht. Ein Beispiel: Holz hat einen geringeren Wert als die Produkte, die durch Verarbeitung aus ihm entstehen. Die Mehrwertsteuer wird bei der Herstellung eines Produkts bei allen Zwischenschritten fällig. So wird vermieden, dass die Steuerlast ausschließlich bei dem Unternehmen liegt, das das Endprodukt verkauft.

Umsatzsteuer im EU-Ausland

Nach geltendem Recht bist Du als Unternehmer verantwortlich, die Umsatzsteuer im Inland von Deinem Kunden einzuholen und an das Finanzamt weiterzuleiten. Bei grenzüberschreitenden Lieferungen innerhalb der EU, die auch als innergemeinschaftliche Lieferungen bezeichnet werden, gilt eine Sonderregelung, die als Reverse-Charge-Verfahren bezeichnet wird. Dieses Verfahren dreht die Umsatzsteuerschuldnerschaft um: Dein Kunde ist verantwortlich, die Umsatzsteuer an das zuständige Finanzamt abzuführen. Dazu benötigt er eine gültige Umsatzsteuer- Identifikationsnummer (USt-ID).

Für Dich als Unternehmer bedeutet das für die Umsatzsteuer im Ausland , dass Du zum einen die Umsatzsteuer nicht auf Deinen Rechnungen für Kunden im EU-Ausland ausweisen und diese auch nicht einziehen darfst. Zum anderen musst Du Dich überzeugen, dass Dein Kunde eine gültige USt-ID vorweisen kann. Zudem bist Du verpflichtet, Deine Kunden mit dem Hinweis Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers auf ihre Steuerschuldnerschaft aufmerksam zu machen.

Dieses Verfahren spart Dir als Unternehmer, Deinen ausländischen Kunden sowie dem Finanzamt einen hohen Verwaltungsaufwand.

EU-weit herrschen allgemein geltende Vorschriften zur Mehrwertsteuer. Ihre Anwendung in den einzelnen EU-Staaten erfolgt allerdings nicht einheitlich. Entsprechend unterscheiden sich auch die geltenden Mehrwertsteuersätze. Grundsätzlich gilt für alle EU-Staaten verpflichtend, dass der Regelsteuersatz nicht unter 15 Prozent liegen darf. Einige EU-Länder wenden auf bestimmte Umsätze einen Nullsatz an, d. h. der Verbraucher muss keine Mehrwertsteuer abführen.

Land (Bezeichnung)Regelsteuersatz %Ermäßigter Steuersatz %Nullsatz
Belgien (BTW)216; 12ja
Bulgarien (DDS)209nein
Dänemark (MOMS)25
ja
Deutschland (USt)197nein
Estland (KMKR)209nein
Finnland (AVL oder ML)2414; 10ja
Frankreich (TVA)2010; 5,5; 2,1nein
Griechenland (FPA)2413; 6nein
Irland (VAT)2313,5; 9; 4,8ja
Italien (IVA)2210; 5; 4nein
Kroatien (PDV)2513; 5nein
Lettland (PVN)2112; 5nein
Litauen (PVM)219; 5nein
Luxemburg (TVA)1714; 8; 3nein
Malta (VAT)187; 5ja
Niederlande (OB oder BTW)219nein
Österreich (USt)2013; 10nein
Polen (VAT)238; 5nein
Portugal (IVA)2313; 6nein
Rumänien (TVA)199; 5nein
Schweden (ML)2512; 6ja
Slowakische Republik (DPH)2010nein
Slowenien (DDV)229,5; 5nein
Spanien (IVA)2110; 4nein
Tschechische Republik (DPH)2115; 10nein
Ungarn (AFA)2718; 5nein
Vereinigtes Königreich Großbritannien (VAT)205ja
Zypern / griechischer Teil (FPA)199; 5nein

Quelle: https://www.avalara.com/vatlive/en/vat-rates/european-vat-rates.html (Stand: Januar 2020)

Mehrwertsteuersätze in Drittstaaten

Land (Bezeichnung)Regelsteuersatz %Ermäßigter Steuersatz %Nullsatz
Bosnien und Herzegowina (PDV)17
nein
Island (VSK, VASK)2411nein
Israel (VAT)177,5ja
Japan 10
nein
Kanada1 (GST, HST, QST)5 GST, 13 – 15 HST, 9,975 QST
ja (GST)
Mazedonien (DDV)185nein
Montenegro (PDV)217ja
Norwegen (MVA)2511,11; 12; 15nein
Russland (NDS)2010ja
Schweiz (MWSt)7,72,5; 3,7ja
Serbien (PDV)2010ja
Türkei (KDV)181; 8nein
Ukraine (PDV)207ja

1 Kanada: 5% Goods and Services Tax (GST) in den Provinzen: Alberta, British Columbia, Manitoba, Northwest Territories, Nunavut, Saskatchewan und Yukon. 13% Harmonized Sales Tax (HST) in der Provinz Ontario. 15% HST in der Provinz Prince Edward Island. 15% HST in den Provinzen Newfoundland and Labrador, Nova Scotia, New Brunswick. 9,975 % QST (Quellensteuer) in der Provinz Quebec.

Quelle: Handelskammer Hamburg (Stand Juni 2019)

Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer, Vorsteuer auf einen Blick

Die Mehrwertsteuer

Mehrwertsteuer ist der umgangssprachliche Begriff für die Vorsteuer und die Umsatzsteuer.

Die Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist die Steuer auf den Umsatz eines Unternehmens und betrifft alle steuerpflichtigen Umsätze durch die Verkäufe der Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens. Es gibt Unterschiede zwischen der Umsatzsteuer im In- und Ausland: Im Ausland sorgt das Reverse-Charge-Verfahren für die Umkehrung der Umsatzsteuerschuldnerschaft.

Die Vorsteuer

Bei Umsatz- und Vorsteuer kommt es auf den Blickwinkel an: Bei der Vorsteuer handelt es sich um die Umsatzsteuer, die Du als Unternehmer auf den Einkauf und auf die Ausgaben des Unternehmens zahlst.

lastschriften

Das perfekte Firmenkonto für Dein Unternehmen

Nach oben