Vom Wunsch nach Parmesan zur finanziellen Freiheit: Finanzcoach Franziska Stieber im Interview

Philip
Philip März 2022 Content Marketing Editor 7 Min

Inhaltsverzeichnis

Wer sich selbstständig macht, muss sich auch selbst mit seinen Finanzen auseinandersetzen – eine Tatsache, die vielen angehenden Gründerinnen und Gründern einen Schauer über den Rücken laufen lässt.

Zum Abschluss unserer International Women’s Week bei Penta haben wir mit einer Frau gesprochen, die sich nicht nur aufrafft, ihre Finanzen zu verwalten, sondern anderen mit Leidenschaft und Leichtigkeit dabei hilft.

Im Interview erzählt uns Finanzcoach Franziska Stieber, wie sie mit 15 Jahren ihre Affinität für Finanzen entdeckte, welche Rolle Parmesan dabei gespielt hat und welchen Vorurteilen Frauen im Zusammenhang mit Finanzen auch heute noch zu kämpfen haben.

Hi Franziska, bitte stelle Dich und Dein Unternehmen kurz vor.

Ich bin Franziska und ich habe Finanzen mit Franzi am 31. Dezember 2019 gegründet. Damals war ich gerade mit dem Studium im Steuerwesen fertig und noch in einer Steuerberatung angestellt, was mich allerdings nicht so wirklich erfüllt hat. Trotzdem fand ich das Thema Finanzen immer schon interessant und fing deshalb an, darüber zu bloggen und einen Instagram-Kanal zu führen.

Nach kurzer Zeit erhielt ich dann Anfragen, ob ich denn auch Coachings zum Thema Altersvorsorge anbieten würde. Im Mai/Juli 2020 entwickelte ich dann ein Programm, habe in der Steuerberatung gekündigt und dieses Hobby zur Berufung gemacht. Da ich mich schon seit ich 15 bin leidenschaftlich mit Finanzen beschäftige, hatte ich dafür die nötigen Rücklagen.

Mittlerweile bin ich Vollzeit-selbstständig, beschäftige zwei Assistentinnen und habe mein Angebot über Altersvorsorge hinaus auf Sparen, Börse und Business-Finanzen insbesondere für Frauen ausgeweitet.

Wie kam es, dass Du mit 15 Jahren angefangen hast, Dich für Finanzen zu interessieren?

Meine Eltern kommen ursprünglich aus Russland, sind Anfang der 90er nach Deutschland gekommen und ich wurde dann wenige Jahre später geboren. Da sie damals noch kein Deutsch sprachen und ihr russisches Studium hier nicht anerkannt wurde, mussten sie ein neues Studium anfangen, nebenbei Geld verdienen und ein Kind großziehen. Dadurch was es finanziell immer sehr schwierig. Irgendwann mit elf habe ich das dann zum ersten Mal realisiert und seit ich mit 15 arbeiten gegangen bin, setze ich mich aktiv mit Finanzen und dem Thema Sparen auseinander.

Aus dieser Zeit stammt auch eine Metapher, die ich heute noch benutze: Ich liebe Parmesan. Da wir allerdings früher nicht so viel Geld hatten, konnte ich den nur höchstens einmal im Monat essen. Mein Ziel als Kind war dann: Wenn ich erwachsen bin, möchte ich mir so viel Parmesan leisten können, wie ich will. Somit steht der Parmesan in meiner Kommunikation immer noch für finanzielle Freiheit.

Was bedeutet Female Finance Empowerment für Dich und welche Aspekte deckt es ab?

Ganz am Anfang habe ich auch Männer gecoacht und dabei gemerkt, dass der Anspruch an Wissensvermittlung und der Umgang mit Finanzen bei ihnen ein ganz anderer ist; Sie nehmen Fachbegriffe meist einfach hin und legen direkt los, ohne Angst vor Verlusten.

Frauen suchen meiner Erfahrung nach eine engerer Begleitung und wünschen sich eine Community, in der sie sich austauschen können.

Wenn man also Communities von finanzinteressierten Frauen aufbaut und stärkt, kann das meiner Meinung auch zum Finance Empowerment von Frauen beitragen.

Wie können Deine Werte Leichtigkeit, Leidenschaft und Unabhängigkeit Frauen helfen, ihre Finanzen selbstbestimmt und mit Expertise zu managen?

Wenn Menschen an Finanzen denken, haben sie häufig das Gefühl, sie müssten super viel Zeit investieren. Leichtigkeit – z.B. durch Automatisierungen – sorgen dafür, dass die manuelle Arbeit und der Zeitaufwand auf ein Minimum beschränkt werden.

Außerdem werden viele Leute, wenn sie über Finanzen reden, total ernst. Ich glaube viele haben dann direkt das Bild des älteren Herren im Anzug von der Bankfiliale nebenan im Kopf. Im Gegensatz sitze ich hier mit Hoodie vor dem Laptop und erzähle Dir etwas von Parmesan, während ich mit Herz und Seele für das Thema Finanzen brenne. Das bewirkt, dass Menschen – in meinem Fall Frauen – die Hemmungen vor ihren Finanzen verlieren, mit Leichtigkeit an das Thema rangehen und eine Leidenschaft dafür entwickeln.

Und durch dieses Zusammenspiel aus Einfachheit, wachsender Expertise und Spaß an der Sache können Frauen sich selbst finanziell gut aufstellen und unabhängig werden.

Als kurzer Einblick: Für meine privaten Finanzen brauche ich fünf Minuten die Woche – für meine beruflichen sind es zehn. Und dahin möchte ich auch meine Klientinnen bringen.

Du suchst nach Leichtigkeit für Dein Banking? Penta kann Dir genau dabei helfen.

Hast Du das Gefühl, dass Frauen das nötige Wissen vermittelt wird, um heutzutage finanziell erfolgreich zu sein?

Das Angebot wird immer besser, aber vor zwei oder drei Jahren war es echt katastrophal. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Frauen lieber klare Infos vermittelt bekommen möchten, als mit Fachchinesisch bombardiert zu werden. Hier sollten Coachings gezielt ansetzen.

Frauen sind in ihrem Spar- und Konsumverhalten ganz anders und die Wissensvermittlung muss das anerkennen. Dementsprechend sollten Kurse und Coachings besonders für Frauen deutlich und transparent kommunizieren, um die Hemmungen vor Finanzen aufzulösen. In meinen Coaching können die Teilnehmerinnen deshalb alles fragen, was unklar ist und das in einer Atmosphäre ohne Druck und Kritik. Als Feedback höre ich immer wieder, dass meine Klientinnen nicht unbedingt das Wissen kaufen, sondern die Begleitung, die dahinter steht.

Ich würde mir nur noch wünschen, dass man mit Finanzbildung – für alle, nicht nur für Frauen – schon eher anfängt, z.B. in der Schule, und grundsätzliche Fragen klärt. Manche Menschen absolvieren ihr Abitur, starten in ihr selbstbestimmtes Leben und kennen noch nicht mal den Unterschied zwischen Debit- und Kreditkarte. Je früher man mit Finanzwissen und Investitionen anfängt, desto besser ist es natürlich auch für den Zinseszins.

Was sind Deine persönlichen Role Models, wenn es um Finanzen geht? Worauf sollten Frauen hier achten?

Ich persönlich verfolge Leute, die ungefähr auf meinem Level sind bzw. ein kleines Stückchen weiter, und das würde ich auch anderen empfehlen. Ich mag es nicht, den großen Gurus hinterherzulaufen. Wenn man sich von jetzt auf gleich Riesenziele setzt und mit den wirklich Großen einer Branche vergleicht, kann das schnell toxisch werden und nach hinten losgehen.

Man sollte sich stets seine eigenen Ziel setzen und sein eigenes Vorbild sein. Natürlich sind Ambitionen und Inspirationen durch andere gut und wichtig, aber man sollte sich nicht zu sehr unter Druck setzen. Also: Definiere für Dich selbst, was Du erreichen möchtest, und feier Deine Meilensteine, weil sie Dir wichtig sind und nicht, weil jemand anders sie ebenfalls in seiner Laufbahn erreicht hat.

Der Weltfrauentag 2022 steht unter dem Motto #BreakTheBias und soll mit Vorurteilen gegenüber Frauen brechen. Mit welchen Vorurteilen wurdest Du bereits konfrontiert?

„Hübsch, aber nichts dahinter” – Das bekomme ich aber tatsächlich nur von Männern zu hören. Besonders am Anfang meiner Selbstständigkeit wurde ich gerne mal von Kollegen aus der Steuerberatung belächelt und musste mir Sprüche anhören wie „Die Franzi ist zwar ganz nett anzusehen, aber was möchte die den Leuten denn erzählen, die ist doch noch so jung.” 

Mit solchen Dingen muss ich mich bis heute noch rumschlagen: Wenn ich auf Instagram mal kein Wissen teile, sondern mich selbst zeige…ich fang gar nicht erst von den Nachrichten an, die ich da erhalte. Als Frau wirst Du – besonders in der Finanzbranche – nicht direkt anerkannt, egal, was Du studierst hast, welchen beruflichen Hintergrund oder welche Referenzen Du vorweisen kannst.

Außerdem wird Frauen sehr schnell das Durchsetzungsvermögen aberkannt, nur weil sie sanfter sind. Das finde ich schade und falsch, weil ja, ich bin nicht der Mensch, der mit der Faust auf den Tisch haut, aber ich mache es eben auf meine Art – die auch funktioniert. Auch dieses Vorurteil, man dürfe Finanzen nicht mit Gefühlen vermischen, ist absolut falsch und nicht ratsam.

Frauen sollten sich ihrer Stärken bewusst sein und sich nicht von Vorurteilen in ihren Möglichkeiten einschränken lassen.

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