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Den eigenen Kiosk eröffnen: Lage und Sortiment sind entscheidend

Yasmin
Yasmin Mai 2021 10 Min

Inhaltsverzeichnis

In Berlin wird er liebevoll Späti genannt, in Köln ist es das Büdchen, im Ruhrgebiet die Trinkhalle. Der Kiosk an der Ecke ist in Deutschland gar nicht wegzudenken. Während andere Läden nur eingeschränkte Öffnungszeiten haben, bekommst Du am Kiosk meist rund um die Uhr nahezu alles, was Du brauchst. Angefangen beim klassischen Kiosk Warensortiment wie Getränke, Süßwaren, Tabakwaren und Zeitschriften werden mittlerweile auch Lebensmittel, Backwaren oder Hygieneartikel verkauft. Er ist aber vielmehr als nur ein Laden. In Berlin ist er eine Institution, in Köln trifft man sich hier auf ein Bierchen, in Hamburg führt auf dem Weg in die Klubs kein Weg am Kiosk vorbei. Warum also nicht selbst einen Kiosk in Deiner Stadt eröffnen?   

Kiosk eröffnen: Das gehört in Deinen Businessplan

Um Deinen eigenen Kiosk zu eröffnen, ist wie bei jeder Gründung erst einmal eine gründliche Vorarbeit gefragt. Hierzu zählt im ersten Schritt die Erstellung eines Businessplans. Neben der Marktbetrachtung und der Zielgruppenanalyse liegen die Schwerpunkte Deiner Betrachtung auf einer ausführlichen Standortanalyse und auf Deinem Leistungsangebot.

Um Investoren von Deiner Geschäftsidee zu überzeugen, bildet der Finanzteil Deines Businessplans die Grundlage für die Finanzierung Deines eigenen Kiosks. Ob Bankkredit, Gründungszuschuss, Fördergelder oder KfW Gründerkredit: Dein Finanzteil sollte auf jeden Fall die folgenden Teilpläne enthalten und alle relevanten Informationen über Fixkosten, Einnahmen und Ausgaben bis hin zu geplanten Investitionen beinhalten: 

  • Umsatzplan
  • Kostenplan
  • Liquiditätsplan
  • Finanzierungsplan
  • Investitionsplan 
  • Rentabilitätsplan

In welcher Rechtsform willst Du Deinen Kiosk eröffnen?

Auch als Kiosk-Besitzer stehst Du am Anfang vor der Frage, in welcher Rechtsform Du Deinen Betrieb gründen willst. Grundsätzlich stehen Dir alle Rechtsformen offen. Die Wahl der passenden Rechtsform hängt letztendlich individuell von Deiner Gründungssituation ab. Wie viel Stammkapital kannst Du einbringen, willst Du die Haftung auf das Firmenvermögen beschränken, gründest Du alleine oder im Team oder willst Du die doppelte Buchführung vermeiden? 

Gründest Du alleine bieten sich die Gründung eines Einzelunternehmens, einer GmbH oder einer UG an. Gründest Du gemeinsam mit einem Partner, kommt ebenfalls die GmbH infrage. Allerdings benötigst Du hier Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro, dass Du zur Gründung auf Deinem Geschäftskonto hinterlegen musst. Der Vorteil ist, dass die Gesellschafter der GmbH nicht mit ihrem Privatvermögen haften. Alternativ könnt ihr euren Kiosk auch als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründen. Dazu benötigt ihr kein Stammkapital und bei der Buchhaltung ist die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ausreichend. Allerdings haftet ihr auch voll mit eurem Privatvermögen. Gründet ihr als Offene Handelsgesellschaft (OHG), seid ihr handelsregisterpflichtig und damit zur doppelten Buchführung verpflichtet.

Kiosk mieten oder Kiosk eröffnen

Die Standortanalyse: Wo willst Du Deinen Kiosk eröffnen?

Ein Kiosk lebt in erster Linie von Laufkundschaft. Entsprechend ist ein Standort, an dem täglich viele Menschen vorbeikommen, perfekt, um einen Kiosk zu eröffnen. Allerdings sind die Mieten an Bahnhöfen, Bushaltestellen oder hochfrequentierten Einkaufsstraßen entsprechend hoch. Die Kunst ist, einen Kompromiss zwischen einer guten Lage und einer bezahlbaren Miete zu finden.

Welches Kiosk Warensortiment möchtest Du anbieten?

Während das Sortiment im Kiosk früher meist auf Getränke, Tabakwaren und Presseerzeugnisse beschränkt war, bieten Kioske ihren Kunden heute eine umfangreiche Produktpalette, die zum Teil sogar nahezu alle Produkte des täglichen Bedarfs abdeckt. Letztendlich entscheidest Du als Kiosk-Besitzer frei, welches Sortiment Du Deinen Kunden anbieten möchtest. 

Das richtige Sortiment hängt zum einen von Deiner Zielgruppe, der Lage Deines Kiosks und dem Angebot Deiner Mitbewerber ab. Zum anderen entscheidet es darüber, ob Du neben einem Gewerbeschein weitere Konzessionen und Bescheinigungen benötigst, um Deinen Kiosk zu eröffnen.

Frischen Kaffee und kleine Snacks wie belegte Brötchen nehmen Deine Kunden gerne auf dem Weg ins Büro mit der Tageszeitung mit. Wer auf dem Heimweg keine Lust mehr hat, in den Supermarkt zu gehen oder die Öffnungszeiten verpasst hat, freut sich, in Deinem Kiosk eine möglichst breite Produktpalette vor zu finden. 

Von dem Grundsortiment eines Kiosks erwarten Kunden auf jeden Fall

  • alkoholfreie Getränke
  • Kaffee
  • Bier
  • Spirituosen
  • Süßwaren 
  • Kaugummis 
  • Knabberartikel
  • Eis 
  • Zeitungen und Zeitschriften
  • Zigaretten

Nicht selten bietet der Kiosk weitere Leistungen wie die Annahme von Paketen in Kooperation mit DHL, Hermes oder anderen Versanddienstleistern an. Und die Lotto-Annahmestelle darf eigentlich auch in keinem Kiosk fehlen. Dieses Zusatzgeschäft freut Deine Kunden und beschert Dir im besten Fall zusätzliche Einnahmen. Wer eigentlich nur schnell ein Paket abgeben will, nimmt vielleicht noch einen kleinen Snack oder etwas zu trinken bei Dir mit.

Der Trick, um ausreichend Umsatz zu machen, ist auch im Kiosk das Paretoprinzip, das besagt, dass Du mit circa 20 Prozent Deiner Produkte 80 Prozent Deines Umsatzes erzielst. Entscheidend ist ein ausgewogener Mix an Kiosk-Artikeln mit einer geringen Marge, die aber stark nachgefragt sind, und Kiosk-Artikeln mit hoher Marge, die aber nicht unbedingt zu den Verkaufshits in Deinem Sortiment zählen.

Genehmigungen, Voraussetzungen und Auflagen, um einen Kiosk zu eröffnen

Um einen Kiosk zu eröffnen, benötigst Du keine speziellen Qualifikationen. Als Kiosk-Besitzer solltest Du natürlich Spaß am Umgang mit Menschen haben und ein kaufmännisches und betriebswirtschaftliches Grundverständnis mit bringen. 

Was Du in jedem Fall brauchst, ist ein Gewerbeschein. Bevor Du Deinen Kiosk eröffnest, führt Dich Dein Weg erst einmal zum Gewerbeamt. Planst Du neben Getränke, Süßwaren, Tabakwaren und Zeitschriften auch kleine Snacks wie belegte Brötchen, Frikadellen oder heiße Würstchen zum Verzehr in Deinem Kiosk anzubieten, fällt der Betrieb Deines Ladens unter das Gaststättengesetz und Du musst zusätzlich eine Konzession beantragen. Darüber hinaus bist Du verpflichtet, an entsprechenden Kursen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) teilzunehmen. Nach Deiner Teilnahme erhältst Du eine Bescheinigung, dass Du in der Lage bist, professionell mit Lebensmitteln umgehen zu können.

Bietest Du unverpackte Lebensmittel wie Backwaren, Obst oder Gemüse an, benötigst Du zudem auch ein Gesundheitszeugnis. Das Gesundheitszeugnis dient der Verhütung und Bekämpfung der Verbreitung von übertragbaren Krankheiten bei der Herstellung und dem Handel mit Lebensmitteln und wird vom Gesundheitsamt oder von einem Amtsarzt ausgestellt. Schenkst Du Getränke in Deinem Kiosk aus, brauchst Du noch eine Ausschankgenehmigung, die Du beim zuständigen Bezirksamt beantragen kannst.

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Steuern und Versicherungen

Als Unternehmer benötigst Du verschiedene Versicherungen zur Absicherung Deines betrieblichen Risikos. Hierzu zählen für Kiosk-Besitzer die Betriebshaftpflicht, Rechtsschutz sowie eine Sach- und Ertragsausfallversicherung, die Dich und Deinen Kiosk gegen Schäden durch Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser oder Glasbruch absichert. Zudem musst Du Deinen Betrieb bei der Berufsgenossenschaft anmelden, um Dich und Deine Angestellten im Fall von Betriebsunfällen abzusichern. Für einen Kiosk mit gastronomischer Erweiterung ist zum Beispiel die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) zuständig.

Neben der Gewerbeanmeldung musst Du Deinen Kiosk auch beim Finanzamt anmelden. In der Regel leitet das Gewerbeamt Deine Unterlagen bereits an das zuständige Finanzamt weiter. Dir wird dann der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zugeschickt, den Du ausgefüllt an das Finanzamt zurücksendest, um Deine Steuernummer zu erhalten.

Welche Steuerarten für Dich als Kiosk-Besitzer relevant sind, hängt von der Rechtsform Deines Unternehmens ab. In der Regel zahlst Du die Einkommensteuer bzw. Die Körperschaftssteuer, die Gewerbesteuer und die Umsatzsteuer.

Mit welchen Kosten musst Du rechnen, um einen Kiosk zu eröffnen?

Obwohl der Kiosk ein vergleichsweise kleiner Laden ist, musst Du auch hier sorgfältig die Kosten planen, um langfristig mit Deinem Kiosk erfolgreich zu sein. Willst Du einen Kiosk eröffnen, fallen zunächst einmal die Gründungskosten an. Im ersten Schritt musst Du ein passendes Geschäft finden. Um die passende Immobilie zu suchen, die Du für Deinen Kiosk mieten kannst, nimmst Du gegebenenfalls einen Makler in Anspruch, der natürlich auch bezahlt werden will. Üblicherweise musst zusätzlich eine Kaution einplanen. Verfügst Du über ausreichend Kapital, kannst Du alternativ natürlich auch einen Kiosk kaufen.

Im nächsten Schritt fallen Kosten für die Gewerbeanmeldung an. Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer, die von der jeweiligen Stadt oder Gemeinde, in der Du Deinen Kiosk eröffnest, erhoben wird. Die Höhe der Steuer wird dabei individuell festgelegt. Das Gleiche gilt für die Gebühren für den Gewerbeschein. In der Regel zahlst Du in großen Städten mehr als in Randbezirken oder kleineren Städten und Gemeinden. Willst Du Deinen Kunden kleine Snacks zum Verzehr in Deinem Kiosk anbieten, benötigst Du einen erweiterten Gewerbeschein. 

Je nachdem, in welcher Rechtsform Du Deinen Kiosk gründest, musst Du auch Kosten für den Handelsregistereintrag bei der Kalkulation Deiner Gründungskosten einplanen. 

Weiter geht es mit den Kosten für die Ladenausstattung. Die Einrichtung im Kiosk besteht zumeist aus einen Kassentresen und unterschiedlichen Warenregalen. Bei den Kosten für den Ladenbau kannst Du eventuell sparen, indem Du die Einrichtung gebraucht kaufst. Alternativ kannst Du auch einen bereits eingerichteten Kiosk vom Vorbesitzer übernehmen. Hinzu kommen Ausgaben für die technische Ausstattung: Du benötigst Kühlschränke für die Getränke, eine Eistruhe, eine Kaffeemaschine, gegebenenfalls einen Ofen oder eine Mikrowelle. Und Du benötigst eine Ladenkasse. 

Kassenbonpflicht

In Deutschland gilt seit dem 1. Januar 2020 im Rahmen der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) die gesetzliche Belegausgabepflicht für alle steuerpflichtigen Unternehmen, die mit digitalen Kassensystemen arbeiten. Die Kassenbonpflicht gilt unabhängig von der Menge oder dem Wert einer Ware. Auch Kleinstbeträge beispielsweise für ein Brötchen müssen per Kassenbon belegt werden. Der Kassenbeleg kann digital oder in Papierform ausgegeben werden. Als Kiosk-Betreiber kannst Du gemäß § 146 Absatz 2 (AO) beim Verkauf von Waren an eine Vielzahl von nicht bekannten Personen aus Zumutbarkeitsgründen die Befreiung von der Belegausgabepflicht beantragen. Diese Befreiung von der Kassenbonpflicht kann jederzeit widerrufen werden. Verlangt einer Deiner Kunden eine Quittung, bist Du verpflichtet sie ihm trotz der Befreiung auszustellen.

Steht die Einrichtung, kommen Kosten für die Bestückung Deines Kiosks mit der Ware auf Dich zu.

Marketing-Budget für die Kiosk Eröffnung

Plane für die Eröffnung zudem ein Marketing-Budget, um Deinen Kiosk schon vor der Eröffnung in Deinem Viertel bekannt zu machen. Hierunter fallen beispielsweise Kosten für

  • die Erstellung einer Website und Einrichtung von Social-Media-Profilen
  • regionale Werbung wie klassische Printanzeigen, Plakate oder Radiowerbung
  • Onlinemarketing, Local SEO, Google My Business
  • eine Eröffnungsfeier

Kosten für den laufenden Betrieb

Hast Du Deinen Kiosk erst einmal eröffnet, erwarten Dich laufende Kosten für 

  • die Ladenmiete inklusive der Betriebskosten (Strom, Wasser, Telefon etc.)
  • den Wareneinkauf
  • laufende Marketing-Kosten
  • Steuern und Versicherung
  • Gebühren für Dein Geschäftskonto

Hast Du Dich entschieden, einen 24-Stunden-Kiosk zu eröffnen, kannst Du den Betrieb rund um die Uhr natürlich nicht selber sicherstellen und musst Kosten für Personal im Verkauf mit einplanen. Gegebenenfalls kommen weitere Personalkosten für die Buchhaltung oder die Reinigung auf Dich zu. 

Alternative Franchise

Eröffnest Du Deinen Kiosk als Franchise-Nehmer, kaufst Du das fertige Geschäftskonzept meist inklusive Einrichtung, einem vorgeschriebenen Sortiment und einer Marketing-Strategie. In diesem Fall musst Du die Lizenzgebühren mit einplanen.

Deinen eigenen Kiosk eröffnen und erfolgreich führen

Ob 24/7, umfangreiche Produktpalette oder einfacher Zeitungskiosk: Die entscheidenden Punkte, um erfolgreiche einen Kiosk zu eröffnen, sind die Lage Deines Ladens und das passende Sortiment. Ideal sind hochfrequentierte Standorte. Im Grundsortiment Deines Kiosks dürfen Getränke, Süßwaren, Zeitungen und Zeitschriften und Tabakwaren natürlich nicht fehlen. Letztendlich entscheidest aber Du sowie die Nachfrage der Kunden, welches Sortiment das passende ist. Bedenke bei der Erweiterung Deines Sortiments, dass Du über die einfache Gewerbeanmeldung hinaus gegebenenfalls noch weitere Genehmigungen benötigst.


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