Was ist ein Kontokorrentkredit und welche Vorteile bietet er?

Philip
Philip März 2022 Content Marketing Editor 5 Min

Inhaltsverzeichnis

Trotz eines soliden Finanzierungsplans kommt es insbesondere in der Gründungsphase immer wieder zu Liquiditätsengpässen. Eine Möglichkeit, Dir kurzfristig die notwendigen Geldmittel zu verschaffen, ist der Kontokorrentkredit.

Was ein Kontokorrentkredit genau ist, in welchen beruflichen Lebenslagen er nützlich sein kann und welche Vor- und Nachteile er bietet, erfährst Du in diesem Artikel.

Kontokorrentkredit im Überblick

  • Ein Kontokorrentkredit ist ein kurzfristiger Überziehungskredit für Dein Geschäftskonto
  • Es eignet sich sowohl für aktuellen sowie potenziell zukünftigen Kapitalbedarf
  • Kontokorrentkredit erlauben Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität
  • Dennoch weisen sie relativ hohe Zinsen auf und können die Unternehmensbewertung verschlechtern
  • Die optimale Höhe sollte sich nach den Schwankungen auf Deinem Konto richten

Was ist ein Kontokorrentkredit?

Der Kontokorrentkredit ist ein Überziehungskredit für Dein Geschäftskonto. Mit dem Kontokorrentkredit gestatten Banken und Finanzdienstleister ihren Geschäftskunden die kurzfristige Überziehung ihres Firmenkontos – sie räumen Dir damit quasi einen Kreditrahmen ein.

Rechtlich betrachtet handelt es sich beim Kontokorrentkredit um ein Darlehen, das Du bei Deiner Bank oder Deinem Finanzdienstleister beantragen musst.

Wann wird ein Kontokorrentkredit genutzt?

Der Kontokorrentkredit dient in erster Linie der Abfederung von temporären Liquiditätsengpässen. So kannst Du bspw. die Zeit überbrücken, bis Dein Kunde eine fällige Rechnung bezahlt.

Als finanzielles Sicherheitsnetz

Mit einem Kontokorrentkredit kannst Du Dich schon heute für mögliche Kosten in der Zukunft absichern So bist Du stets auf der sicheren Seite, sollte mal eine Maschine ausfallen oder der Firmenwagen ersetzt werden müssen.

Als Ad-hoc-Finanzspritze

Besonders Selbstständige, Freelancer und Freiberufler wissen, wie unvorhersehbar der Unternehmensalltag manchmal sein kann. Dank eines Kontokorrentkredits bist Du auch für spontan aufkommenden Finanzbedarf und ungeplante Umsatzschwankungen bestens gerüstet.

Welche Arten von Kontokorrentkrediten gibt es?

Aus der oben genannten Nutzung von Kontokorrentkrediten ergeben sich vier essenzielle Arten von Kontokorrentkrediten.

  • Betriebsmittelkredite zur Finanzierung des laufenden Geschäfts
  • Saisonkredite zur Über­brückung saison­bedingter Umsatz­rückgänge
  • Überziehungskredite zur Über­brückung kurz­fristiger Liquiditäts­engpässe
  • Zwischenkredite als Vor­finanzierung eines bereits zugesagten, aber noch nicht ausgezahlten lang­fristigen Kredits wie dem Förderdarlehen

Unterschied Dispo- und Kontokorrentkredit

Im privaten Bereich ist der Kontokorrentkredit als Dispositionskredit bekannt. Während Privatkunden beim Dispositionskredit meist ein Kreditrahmen bis zur dreifachen Höhe ihres Nettoeinkommens erhalten, wird Geschäftskunden eine höhere Kreditlinie eingerichtet. Jedoch findet zuvor eine umfassende Kreditprüfung statt.

In welcher Höhe kann ein Kontokorrentkredit beansprucht werden?

Wie hoch ein Kontokorrentkredit ist, wird durch die Kontokorrentlinie – auch Kreditrahmen oder Kreditlinie genannt – festgelegt.  

Nach der Einrichtung der Kreditlinie kann der mit dem Kontokorrentkredit in voller Höhe ohne Rücksprache mit der Bank genutzt werden.

Die bessere Frage ist hier vielleicht: Wie hoch sollte eine Kontokorrentlinie sein? Die Höhe des Überziehungskredits sollte sich in seiner Höhe an den üblichen Schwankungen auf Deinem Geschäftskonto orientieren. Schwankt Dein Kontostand bspw. zwischen 30.000 und -20.000 €, ist ein Kontokorrentkredit von 50.000 € eine gute und sichere Lösung.

Kosten, Zinsen und Rückzahlung eines Kontokorrentkredits

Die Kreditgeber verlangen Zinsen – oftmals im zweistelligen Prozentbereich – auf den mit dem mit dem Kontokorrentkredit in Anspruch genommenen Betrag. Die Zinsen für einen Kontokorrentkredit liegen derzeit je nach Bank oder Finanzdienstleister ungefähr zwischen 6 und 12 %.

Beanspruchst Du über die vereinbarte Kreditlinie hinaus weitere Gelder, werden zusätzlich Überziehungszinsen fällig. Gegebenenfalls fallen auch Kontoführungs- oder Bearbeitungsgebühren an.

Die Zinsberechnung erfolgt ausschließlich auf die tatsächliche Summe, die Du mit dem Kontokorrentkredit in Anspruch genommen hast. Die Zinsen werden jährlich fällig.

Der Kontokorrentkredit ist jederzeit tilgbar oder aber an die Kündigung des Geschäftskontos geknüpft. 

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Wie lassen sich Zinsen für einen Kontokorrentkredit berechnen?

Um die täglichen Zinsen eines Kontokorrentkredits zu berechnen, werden drei Kennzahlen relevant:

  • Überzogener Gesamtbetrag
  • Zinssatz
  • Anzahl der Tage, an denen das Konto überzogen wird

Diese Kennzahlen werden multipliziert. Anschließend wird die Zahl der Jahrestage (360) mit 100 multipliziert und beide Produkte müssen nur noch dividiert werden.

Daraus ergibt sich die folgende Formel, um die täglichen Zinsen für einen Kontokorrentkredit zu berechnen:

Zinsbetrag = (Überziehungsbetrag * Zinssatz * Tage) / (360 * 100)

Beispiel: Du überziehst Dein Konto für 12 Tage um 600 € und der Zinssatz des Kontokorrentkredits liegt bei 9 %.

(600 * 9 * 12) / (360 * 100) = 64.800 / 36.000 = 1,8

Laut der Formel liegt Dein Zinsbetrag in diesem Fall bei 1,80 € pro Tag.

Was sind die Vorteile und Nachteile eines Kontokorrentkredits?

Wie jede Kreditform zeigt auch der Kontokorrentkredit diverse Vorteile und Nachteile, die Du vor dem Antrag abwägen und auf Deine individuelle Unternehmenssituation beziehen solltest.

Vorteile eines Kontokorrentkredits

Der Kontokorrentkredit bietet Dir größtmögliche Flexibilität, da er an keine bestimmten Rückzahlungstermine gebunden ist.

Darüber hinaus kannst Du frei entscheiden, wann Du den Kredit in Anspruch nehmen möchtest.

Zudem ist für einen Kontokorrentkredit kein spezifischer Verwendungszweck vorgeschrieben, was ihn von Darlehen oder Lieferantenkrediten unterscheidet.

Nachteile eines Kontokorrentkredits

Bei einem Kontokorrentkredit ist nicht definiert, wann und in welcher Höhe er tatsächlich in Anspruch genommen. Banken müssen entsprechend die Finanzierung der Kontokorrentkredite bereithalten, um den Bedarf kurzfristig zu bedienen. Dafür verlangt der Kapitalmarkt entsprechend relativ hohe Zinsen, die natürlich an den Kreditnehmer weitergegeben werden.

Des Weiteren kann eine häufige Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits die Bewertung Deines Unternehmens negativ beeinflussen, da es möglichen Investoren das Gefühl gibt, dass Du Probleme mit Deine langfristigen Cashflow-Kalkulation hast.

Fazit: Der Kontokorrentkredit als Finanzierungsmittel

Der Kontokorrentkredit ist ein kurzfristiges Finanzierungsinstrument, dass es Dir erlaubt, Dein GEschäftskonto auch in den Negativbereich zu überziehen. Dabei kann der Kontokorrentkredit für aktuelle und akute, wie auch für potenzielle Liquiditätsengpässe in der Zukunft genutzt werden.

Obwohl dieser Überziehungskredit viele Vorteile in Puncto Flexibilität bietet, ist er gleichzeitig relativ kostspielig. Ob Du also einen Kontokorrentkredit oder vielleicht eher ein Darlehen in Anspruch nehmen solltest, hängt ganz von Deiner individuellen Situation ab.

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