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Dein Guide zur Krankenversicherung für Freiberufler

Jeannine Klein
Jeannine Klein März 2021 13 Min

Inhaltsverzeichnis

Mit der 2009 durchgeführten Gesundheitsreform in Deutschland gilt eine generelle Versicherungspflicht für alle in Deutschland lebenden Einwohner. Damit ist der Abschluss einer Krankenversicherung auch für Freiberufler verpflichtend. Wer von einem Angestelltenverhältnis in die Freiberuflichkeit wechselt, kann sich zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung entscheiden. Übst Du einen künstlerischen und publizistischen Beruf aus, besteht unter bestimmten Voraussetzungen zudem die Möglichkeit, der Künstlersozialkasse (KSK) beizutreten. Welche Art der Krankenversicherung und welche Krankenkasse Du als Freiberufler wählst, sollte gut durchdacht sein. Die Unterschiede machen häufig eine Menge aus. Welche Art der Versicherung sich für Freiberufler am ehesten lohnt, hängt dabei vom Einzelfall ab.

Die Pflicht zur Krankenversicherung für Freiberufler

Da in Deutschland Krankenversicherungspflicht herrscht, müssen sich auch Freiberufler um eine Krankenversicherung kümmern. Dabei haben Freiberufler die Wahl, sich privat zu versichern oder freiwillig in die gesetzliche Krankenkasse einzuzahlen. Eine dritte Option ist die Künstlersozialversicherung (KSV), die die Angehörigen bestimmter freier Berufe in Anspruch nehmen dürfen.

Ob Du Freiberufler bist, kannst Du in § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) nachlesen. Findest Du Dich dort wieder, bist von der Zahlung der Gewerbesteuer befreit, bist weder zur doppelten Buchführung noch zur Erstellung einer Bilanz verpflichtet und musst Dein Unternehmen nicht im Handelsregister anmelden. Darüber hinaus bist Du in vielen Fällen auch von einer Zwangsmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer befreit.

Zu den freien Berufen zählen unter anderem selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten sowie die selbstständige Berufstätigkeit von

  • Ärzten
  • Zahnärzten
  • Tierärzten
  • Rechtsanwälten
  • Notaren
  • Patentanwälten
  • Vermessungsingenieuren
  • Ingenieuren
  • Architekten
  • Handelschemikern
  • Wirtschaftsprüfern
  • Steuerberatern
  • beratende Volks- und Betriebswirten
  • und weiteren.

Deine Optionen als Freiberufler

Als Freiberufler hast Du wie jeder selbstständige Unternehmer die Wahl, Dich privat zu versichern oder freiwillig in die gesetzliche Krankenkasse einzuzahlen. Bestimmten Berufsgruppen steht zudem die Möglichkeit offen, sich über die Künstlersozialkasse zu versichern.

Freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV)

Freiberufler können zwischen allen gesetzlichen Krankenversicherungen wählen und wechseln. Wer keinen großen Wert auf bestimmte Leistungen legt, orientiert sich dabei am günstigsten Zusatzbeitrag. Warst Du bereits vor Beginn Deiner freiberuflichen Tätigkeit gesetzlich pflichtversichert, kommt es zur obligatorischen Anschlussversicherung und Du bleibst weiterhin Mitglied bei Deiner bisherigen Krankenkasse. Auf Wunsch steht es Dir aber auch frei, die Krankenkasse zu wechseln.

Die Leistungen der unterschiedlichen Anbieter unterscheiden sich meist nur in kleinen Details. Neben den Leistungen spielt die Höhe der Versicherungsbeiträge eine Rolle bei Deiner Wahl. Die Beitragsbemessungsgrenze ist Dir möglicherweise noch aus Deinem Angestelltenverhältnis ein Begriff. Auch für Freiberufler spielt sie eine bedeutende Rolle. Während sich Arbeitgeber zur Hälfte an den zu entrichtenden Beiträgen beteiligten, musst Du als Freiberufler die volle Summe übernehmen. Wie hoch der Beitrag an der gesetzlichen Krankenversicherung für Freiberufler ausfällt, hängt von Deinem Einkommen ab. Freiwillig Versicherte können zwischen dem allgemeinen Beitragssatz und dem ermäßigten Beitragssatz wählen. Der allgemeine Beitragssatz zur Krankenversicherung für Freiberufler liegt 2019 bei 14,6 Prozent des versicherungspflichtigen Einkommens und enthält auch die Zahlung des Krankengeldes ab der siebten Krankheitswoche. Entscheidest Du Dich für den ermäßigten Beitragssatz von 14 Prozent, erhältst Du kein Krankentagegeld und musst Dich für den Fall längere Zeit krank zu sein, zusätzlich absichern.

Für die Berechnung des Beitrags gilt ein einheitlich vorausgesetztes Mindesteinkommen. Fällt Dein Einkommen unter diese Grenze, wirst Du dennoch so eingestuft, als würdest Du die Höhe des Mindesteinkommens erreichen. Liegt Dein Einkommen darüber, ist Dein gesamtes Einkommen beitragspflichtig. Erst wenn Du die Beitragsbemessungsgrenze erreichst, fällt die monatliche Belastung unabhängig vom Einkommen aus. Aktuell liegt diese Grenze bei einem Einkommen von 56.250 Euro pro Jahr.

Die freiwillige Krankenversicherung in der GKV empfiehlt sich für Freiberufler, die bereits eine Familie haben oder eine gründen möchten, da sie hier von der kostenfreien Familienversicherung profitieren. Da die Beitragshöhe vom jeweiligen Einkommen abhängt, ist die gesetzliche Krankenversicherung für den Freiberufler als Geringverdiener vorteilhaft.

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Die private Krankenversicherung (PKV) für Freiberufler

Als Alternative zur freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse können Freiberufler auch einer privaten Krankenkasse (PKV) beitreten. Zum einen besteht dabei die Möglichkeit, Leistungen einer privaten Krankenkasse ergänzend zur gesetzlichen Versicherung abzuschließen oder sich komplett für die private Krankenversicherung zu entscheiden.

Um sich privat zu versichern, spielen vor allem das Eintrittsalter, der Gesundheitszustand, der Beruf und die zu versichernden Leistungen eine bedeutende Rolle. Bestimmte Risiken oder Erkrankungen können zu einem Zuschlag führen, diverse Vorerkrankungen stellen sogar einen Ablehnungsgrund dar. Einzig im Basistarif spielen diese Kriterien keine Rolle, denn hier gilt der Aufnahmeanspruch. Das Gesetz schreibt vor, dass der Basistarif nach Umfang, Art und Höhe vergleichbar mit der gesetzlichen Krankenversicherung sein muss. Kommt es zu Änderungen an der gesetzlichen Krankenversicherung, ändert sich auch der Basistarif der privaten Krankenversicherung entsprechend.

Generell ist der Leistungsumfang bei einer privaten Versicherung höher als bei der gesetzlichen. Du kannst Dich aus mehreren Tarifen für den entscheiden, der Deinen Wünschen entspricht und die Leistungen beanspruchen, die Dir am wichtigsten sind. Verschiedene zahnärztliche, ambulante und stationäre Tarife lassen sich problemlos miteinander kombinieren und ergeben so Dein individuelles Versicherungspaket.

Freiberufler, die in einer privaten Krankenversicherung sind, profitieren von der lebenslangen Garantie über den Versicherungsschutz. Das bedeutet, dass vertraglich vereinbarte Leistungen lebenslang garantiert sind.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Versicherungsbeitrag in der privaten Krankenversicherung nicht nach dem Einkommen, sondern nach Kriterien wie Deinem Alter und Vorerkrankungen. Mit steigendem Alter steigen auch die Versicherungsprämien. Der Wechsel von der privaten zur gesetzlichen Krankenversicherung ist nur unter bestimmten Bedingungen und ab 55 Jahren gar nicht mehr möglich.

Erst Freiberufler, dann arbeitslos

Gibst Du Deine Tätigkeit als Freiberufler auf, wirst arbeitslos und beziehst Arbeitslosengeld, bist Du gesetzlich verpflichtet, in die gesetzliche Krankenversicherung einzutreten. Warst Du zuvor mindestens fünf Jahre lang privat krankenversichert, kannst Du unter Umständen auch in der GKV bleiben. Hier solltest Du allerdings genau prüfen, ob es sich finanziell lohnt.

Die Künstlersozialkasse als Alternative

Hintergrund der Künstlersozialkasse (KSK) ist, freiberuflich tätigen Künstler und Journalisten, die keinen festen Arbeitgeber haben, häufig längere Durststrecken zwischen Aufträgen überdauern müssen und kaum Gelegenheit haben, finanzielle Rücklagen zu bilden, vor dem sozialen Abstieg zu bewahren. Vergleichbar mit einem Arbeitgeber übernimmt sie anteilig die Hälfte der Beiträge zur Sozialversicherung für Freiberufler, also zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Rentenversicherung.

Die KSK ist kein Leistungsträger, sondern kümmert sich um organisatorische und verwaltungstechnische Aufgaben, indem sie Mitgliedschaften verwaltet, Beitragsanteile einzieht und Sozialversicherungsbeiträge überprüft. Mitglieder der Künstlersozialkasse zahlen lediglich die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge. Der Rest wird durch den Bund und Unternehmen, die für künstlerische Leistungen die Künstlersozialabgabe zahlen, den sogenannten Verwertern, finanziert. Die Mindestbemessungsgrundlage liegt bei 6.090 Euro und ist damit deutlich niedriger als bei der freiwilligen Krankenversicherung, was besonders einem geringverdienenden Freiberufler oder Künstler zu Gute kommt.

Wie in § 1 Künstlersozialversicherungsgesetz festlegt wurde, ist eine erwerbsmäßige künstlerische oder publizistische Tätigkeit, die nicht nur vorübergehend ausgeübt wird, die Voraussetzung zur Aufnahme in der Künstlersozialkasse. Künstler ist „wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt“. Publizist ist „wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt”. Die Versicherung steht Selbstständigen dann offen, wenn sie mindestens 3.900 Euro im Jahr verdienen. Mitglieder der KSK sind gesetzlich pflichtversichert. Findet die Anmeldung erst nach der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit statt, beginnt die Versicherungspflicht mit dem Eintritt in die Krankenkasse.

Kündigung: Wie kann ich die Künstlersozialkasse verlassen?

Solange Du selbstständig künstlerisch oder publizistisch tätig bist, bleibst Du Mitglied in der Künstlersozialkasse. Erzielst Du Deine Haupteinkünfte aus einer abhängigen Beschäftigung oder einer nicht künstlerischen Selbstständigkeit, kannst Du aus der Künstlersozialkasse austreten. Bei einem entsprechend hohem Einkommen kannst Du Dich als Freiberufler ebenfalls bei der KSK von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen. Dafür muss Dein Arbeitseinkommen in drei aufeinanderfolgenden Jahren über der Bemessungsgrenze von 52.200 Euro liegen. Beachte dabei, dass die Befreiung nicht widerrufen werden kann.

Darüber hinaus hat die KSK das Recht, Deine Mitgliedschaft zu beenden, beispielsweise, wenn Du Deine Jahresprognose nicht rechtzeitig abgibst.

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Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Krankenversicherungen

Die Wahl der richtigen Krankenversicherung für Freiberufler sollte gut überlegt sein. Zwar stellt die Versicherung über die Künstlersozialkasse keine direkte Konkurrenz zur freiwilligen gesetzlichen und privaten Krankenversicherung dar, ihre Vor- und Nachteile sollen der Vollständigkeit halber aber ebenfalls beschrieben werden.

Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung für Freiberufler

Vorteile:

  • Kostenfreie Familienversicherung
  • Beiträge sind unabhängig vom Alter des Versicherten
  • Keine Gesundheitsprüfung

Nachteile:

  • Hohe Beiträge bei hohem Einkommen
  • Geringere Leistungen und schlechterer Service i Vergleich zur privaten Krankenversicherung
  • Eingeschränkte Möglichkeiten, individuelle Tarife zu wählen

Private Krankenversicherung für Freiberufler

Vorteile:

  • Bevorzugte Behandlung gegenüber gesetzlich Versicherten
  • Leistungen lassen sich individuell wählen
  • Höhe des Einkommens spielt bei den Beitragssätzen keine Rolle
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für junge, gesunde Menschen

Nachteile:

  • Wechsel in die GKV ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich
  • Steigende Beiträge im Alter
  • Vorerkrankungen führen zu höheren Beiträgen oder Ablehnung
  • Keine kostenfreie Familienversicherung

Künstlersozialkasse

Vorteile:

  • KSK übernimmt 50 Prozent der Versicherungsbeiträge
  • Geringe Mindestbemessungsgrundlage

Nachteile:

  • Auf künstlerische und publizistische Berufe beschränkt

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Bessere Leistungen mit der Krankenzusatzversicherung

Freiberufler, die in der GKV versichert sind, können den Leistungsumfang ihrer Krankenversicherung mit privaten Zusatzversicherungen verbessern. Mithilfe dieser können auch Freiberufler, die freiwillig gesetzlich versichert sind, das Niveau einer privaten Vollversicherung erreichen. Entscheidest Du Dich für diese Option, genießt Du noch immer die Vorteile der gesetzlichen Versicherung, etwa die kostenfreie Familienversicherung, und profitierst dennoch von individuell ausgewählten Privatleistungen.

Zu diesen Leistungen zählen:

Krankentagegeldversicherung: Diese Versicherung leistet eine vereinbarte Summe als Einkommensersatz. Sinnvoll ist die Krankentagegeldversicherung meist mit dem Beginn einer Zahlung ab dem 22. oder 29. Tag, da der Lebensunterhalt in der Regel bis zu diesem Zeitpunkt mit dem bisherigen Einkommen bestritten werden kann. Wie hoch der Tagessatz ausfällt, hängt vom jeweiligen Einkommen ab.

Auslandskrankenversicherung: Vor allem in Ländern, in denen medizinische Versorgung noch immer sehr teuer ist, können beispielsweise Operationen ein großes Loch im Budget hinterlassen. Aber auch innerhalb der EU, wo das Sozialversicherungsabkommen gilt, kann zusätzlicher privater Schutz sinnvoll sein. Eine Auslandskrankenversicherung sichert Dich in der Regel sowohl in der EU/dem EWR als auch weltweit für Krankenhausaufenthalte ab.

Zahnzusatzversicherung: Kassenleistungen sichern eine zweckmäßige Versorgung mit günstigen und angemessenen Materialien. Nicht enthalten sind qualitativere Behandlungen wie Zahnersatz oder Wurzelbehandlungen. Doch gerade hier können die Kosten schnell in die Höhe schießen. Im Fokus der Zahnzusatzversicherung sollten vor allem die Höhe der Erstattung und der Umfang der Leistungen stehen.

Krankenhauszusatzversicherung: Höhere Arztkosten, Kosten für eine Komfort-Unterbringung sowie Mehrkosten für die Einweisung in ein Krankenhaus Deiner Wahl werden von dieser Zusatzversicherung voll gedeckt. Sie ermöglicht Dir unter anderem die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer sowie ambulante Operationen als Privatpatient.

Krankenversicherung Freiberufler: Welche ist die beste Wahl?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Einer Reihe unterschiedlicher Faktoren bestimmen, von welcher Krankenkasse Du als Freiberufler letztendlich am meisten profitierst. Um die richtige Entscheidung zu treffen, solltest Du vor allem folgende Punkte beachten:

  1. Alter: Gerade in jungen Jahren ist die Versicherung über die PKV für Freiberufler günstiger – mit steigendem Alter erhöhen sich jedoch auch die Beiträge.
  2. Vorerkrankungen: Diese haben keinen Einfluss auf den Beitrag in der GKV, sorgen jedoch für höhere Beiträge in der PKV.
  3. Einkommen: Je mehr Du verdienst, desto eher empfiehlt sich die einkommensunabhängige private Krankenversicherung.
  4. Leistungsanspruch: Wer Wert auf bessere, individuelle Leistungen legt, ist in der PKV unter Umständen besser aufgehoben. Allerdings kannst Du dank Zusatzversicherungen auch in der gesetzlichen Krankenkasse ein höheres Versicherungsniveau erreichen.
  5. Familie: Hast Du eine Familie oder planst, eine Familie zu gründen, kommt Dir die kostenfreie Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse zu Gute.

Ob Du Dich für eine private oder gesetzliche Versicherung entscheiden solltest, hängt letztendlich von mehreren Faktoren ab. Dazu ist es wichtig, dass Du Dich ausführlich über beide Krankenversicherungssysteme informierst und die jeweiligen Vor- und Nachteile abwägst. Der Vergleich der Krankenkassen für Freiberufler sollte dabei nicht bloß die Kosten, sondern auch die Leistungen enthalten. Vergiss dabei nicht, dass es sich dabei oft um langfristige Entscheidungen handelt und Du die private Krankenkasse beispielsweise nur unter bestimmten Bedingungen verlassen kannst. Zählst Du mit Deiner Tätigkeit zu den Berufsgruppen, die sich über die Künstlersozialkasse krankenversichert lassen können, profitierst Du von der anteiligen Übernahme Deiner Versicherungsbeiträge und kannst Dich darüber hinaus mit privaten Zusatzleistungen optimal absichern.

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Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zur Freiberufler Krankenversicherung

Einige Fragen tauchen immer wieder auf. Im Folgenden findest Du Antworten auf die wichtigen Fragen im Zusammenhang mit der richtigen Wahl der Krankenversicherung für Freiberufler.

Ist es möglich von der privaten Krankenversicherung zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln?

In die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren ist eher schwierig. So nimmt diese Dich nur dann wieder auf, wenn Du versicherungspflichtig wirst, etwa als Arbeitnehmer mit einem geringeren Verdienst unterhalb der Versicherungspflichtgrenze. Zudem musst Du unter 55 Jahre alt sein – für Personen über 55 ist die Rückkehr in die gesetzliche Versicherung, wenn überhaupt, nur sehr schwer möglich.

Lohnt sich die Selbstbeteiligung?

Im Falle der Selbstbeteiligung zahlst Du pro Jahr einen zuvor festgelegten oder prozentualen Anteil der Kosten selbst, wodurch die monatlichen Beiträge der Versicherung sinken. Wer gesund ist und voraussichtlich keine Leistungen in Anspruch nehmen wird, kann damit bei den Beiträgen sparen.

Was passiert, wenn ich meine Beiträge in der privaten Versicherung nicht zahlen kann?

Im Falle von finanziellen Engpässen kannst Du Deinen Versicherer um eine Stundung der Beiträge bitten. In diesem Fall werden die Beiträge für eine bestimmte Zeit ausgesetzt, wobei Du sie später nachzahlen musst. Die Versicherung ist dazu allerdings nicht verpflichtet. Alternativ kannst Du auf Extraleistungen wie ein Einbettzimmer verzichten oder den Tarif wechseln. Im Falle eines größeren Beitragsrückstand kann die Versicherung einen Wechsel in den Notlagentarif vornehmen.

Wie ist die Lage für familienversicherte Studenten, die freiberuflich arbeiten?

Liegt Dein Verdienst unter 435 Euro im Monat, bleibst Du weiterhin familienversichert und musst keine zusätzliche Versicherung abschließen. Auch beim Übersteigen der Grenze ist es möglich, trotzdem noch die günstige gesetzliche Krankenversicherung in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Krankenkasse Deine Tätigkeit als nebenberuflich selbstständig einstuft. Ist das nicht der Fall, fällst Du in die Kategorie der hauptberuflichen Unternehmer und musst in die freiwillige gesetzliche oder private Krankenkasse eintreten.

Können Freiberufler die Krankenversicherung von der Steuer absetzen?

Nicht nur Freiberufler können die Krankenversicherungsbeiträge als Sonderausgaben absetzen – allerdings nur den Teil, der als sogenannte Basisversorgung gilt. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung zählen beispielsweise Extrakosten für Wahltarife, die Zusatzleistungen der Versicherung ermöglichen, nicht dazu. Privat Versicherte bekommen jährlich einen Beleg vom Versicherer, in dem festgehalten wird, was in der Steuererklärung angegeben werden kann.

Welche Vertragslaufzeiten gibt es bei der privaten Krankenversicherung?

In der Regel schließt man eine private Krankenversicherung langfristig ab, die Laufzeit ist daher nicht befristet. Die meisten Verträge haben jedoch eine Mindestvertragslaufzeit von einem bis zwei Jahren. Damit kannst Du Deinen Vertrag frühestens zum Ablauf der Frist kündigen.

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