Was ist der Lohnsteuerjahresausgleich?

Oliver
Oliver Juni 2021 Fintech Content Editor 7 Min

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Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, stehen nicht nur die stressigen Einkäufe für Weihnachtsgeschenke und die Planung des großen Familienessens an – auch das Steuerjahr geht zu Ende und somit naht wieder einmal die Steuererklärung. Wenn das Wort Steuererklärung fällt, kommt neben einem großen Arbeitsaufwand auch oft der Gedanke, dass Du den ein oder anderen Euro für über das Jahr zu viel gezahlte Steuern wiederbekommst.

Zu diesen Zahlungen gehört auch der Lohnsteuerjahresausgleich. Was das genau ist, was Du als Selbstständiger darüber wissen solltest und wie es sich mit der Lohnsteuerjahresausgleich Frist verhält, möchten wir Dir in diesem Artikel erklären. 

Was genau ist der Lohnsteuerjahresausgleich?

Ähnlich wie bei anderen steuerlichen Vorauszahlungen musst Du auch die Lohnsteuer am Anfang eines neuen Steuerjahres berechnen und an das Finanzamt abführen. Allerdings kann es passieren, dass dieser Betrag sich von dem Betrag unterscheidet, welchen Du tatsächlich bezahlen musst. Der Lohnsteuerjahresausgleich gibt Dir also die Möglichkeit, zu hoch gezahlte Lohnsteuer wieder zu bekommen. 

Denn die Lohnsteuer wird in der Regel für das kommende Jahr berechnet, indem von dem gleichen Gehalt für alle 12 Monate ausgegangen wird. Dadurch kommt es häufig vor, dass eine zu hohe Lohnsteuer gezahlt wird. 

Mit Steuern bei Bonuszahlungen verhält es sich so, dass der Betrag gleichmäßig auf die 12 Monate eines Jahres verteilt werden, wodurch wiederum der Lohnsteuersatz steigt. Somit müssen jegliche Boni wie beispielsweise das Weihnachtsgeld, welches häufig auch als 13. Gehalt bezeichnet wird, voll versteuert werden. 

Unterschied Einkommenssteuer und Lohnsteuer

Das deutsche Steuersystem ist nicht zu Unrecht dafür bekannt, ein Chaos aus komplexen Begriffen und somit für Laien oft kompliziert zu sein. Für Selbstständige gibt es außerdem noch gewisse Unterschiede im Gegensatz zu Angestellten. 

Die wichtigsten Steuern für Selbstständige sind die Einkommenssteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer. Hierzu musst Du wissen, dass die Einkommenssteuer ein Überbegriff von verschiedenen Steuerarten ist:

  • Kapitalertragsteuer
  • Lohnsteuer

Die Kapitalertragssteuer bezieht sich lediglich auf Zinsen und Dividenden, die Du beispielsweise von einer Bank bekommst. Mit einem Steuersatz von 25 % liegt diese Steuer relativ hoch. In der Einkommenssteuererklärung kannst Du diese Steuer geltend machen, was allerdings nur Sinn ergibt, wenn Du gemäß Deiner Steuerklasse einen Steuersatz unter 25 % zahlst. 

Aber was ist nun der genaue Unterschied zwischen Einkommenssteuer und Lohnsteuer? Fälschlicherweise werden diese beiden Begriffe häufig synonym benutzt. Der Unterschied liegt lediglich in der Erhebungsform.

Wenn Du in einem Arbeitnehmerverhältnis stehst und Dein Arbeitgeber die Lohnsteuer automatisch monatlich an das Finanzamt abführt, spricht man von der Lohnsteuer. Wenn Du diese Abgabe selbst vollziehst, sprechen wir von der Einkommenssteuer. 

>> Auch interessant: Steuererklärung für Selbstständige – der Einkommenssteuerrechner als hilfreiches Werkzeug

Wer darf den Lohnsteuerjahresausgleich machen? 

Bevor wir genauer darauf eingehen, wie Du einen Lohnsteuerjahresausgleich erstellst, solltest Du wissen, dass hierfür gewisse Voraussetzungen gelten.

Beispielsweise musst Du über alle Monate des Jahres in der Beschäftigung tätig sein, weswegen keine Lohnsteuer bei Teilzeit geltend gemacht werden kann. 

Folglich ist ein Lohnsteuerjahresausgleich nur möglich, wenn:

  • Du gleichzeitig nebenberuflich selbstständig und angestellt bei einem Arbeitgeber bist und somit monatliche Gehaltsabrechnungen erhältst
  • Du in Deinem Unternehmen Mitarbeiter beschäftigst und Gehaltsabrechnungen erstellst

Wenn Du hauptberuflich selbstständig bist, musst Du nur eine Einkommenssteuererklärung abgeben. Da Du keine Lohnsteuer zahlst, fällt auch der Lohnsteuerjahresausgleich weg. Es ist sinnvoll, Dich vor dem Erstellen des Lohnsteuerausgleiches zu informieren, welche Steuerfreibeträge Dir bereits zustehen, da diese die zu zahlende Lohnsteuer verringern. 

Gibt es eine Lohnsteuerjahresausgleich-Pflicht? 

Für junge oder kleine Unternehmen, welche weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigen, gibt es keine . Im eher unwahrscheinlichen Falle, dass er nach zusätzlichen Aufgaben sucht oder diese zeitintensive Aufgabe gerne freiwillig in Angriff nimmt, kann er dies natürlich tun. Ansonsten musst Du den Lohnsteuerjahresausgleich selber machen, wobei hier die Rede von der Einkommenssteuererklärung ist. 

Die Anzahl der Mitarbeiter bezieht sich auf immer auf den 31. Dezember. Wenn Du also am Anfang des Jahres noch 8 Mitarbeiter beschäftigt hast und inzwischen 11 Angestellte hast, unterliegst du trotzdem der Pflicht, für alle einen Lohnsteuerjahresausgleich vorzunehmen. 

Wie viel bekommt man von der Lohnsteuer zurück? 

Der Betrag, den Du von der im Jahr gezahlten Lohnsteuer zurückbekommst, ist von folgenden Aspekten abhängig:

  • Steuerklasse
  • Familienstatus
  • Monatliches Gehalt
  • Höhe der Bonuszahlungen

Wer mit seiner Steuerklasse schon von einer gewissen Anzahl an Steuerfreibeträgen profitiert, hat in der Regel einen niedrigeren Anspruch auf Zurückzahlungen in der Lohnsteuer. 

Wenn Du Dir nun die Frage stellst: „ab wie viel Brutto steigt die Lohnsteuer?“, dann ist dies pauschal schwer zu beantworten. Häufig ist auch die Rede von der Lohnsteuer Progression. In Deutschland ist der Steuersatz progressiv, was bedeutet, dass sich die zu zahlenden Steuerbeträge und somit auch die Lohnsteuerzahlungen mit steigendem Einkommen erhöhen. Bis zu einem monatlichen Bruttogehalt von 1000€ fällt noch keinerlei Lohnsteuer an, danach steigt der Betrag also progressiv an. 

Wann kann man den Lohnsteuerausgleich machen? 

Dadurch, dass Du für den Lohnsteuerjahresausgleich alle Gehaltsabrechnungen vorliegen haben musst, kannst Du nicht vor Dezember beginnen. 

Viele Arbeitgeber erledigen die Aufgabe bereits im Dezember. Du kannst das Dokument auch noch im Januar und spätestens im Februar einreichen. Nach früheren Regelungen galt die Frist noch bis März, die neuen Regelungen haben die Frist allerdings auf Februar verkürzt. 

Achte darauf, dass sich die Lohnsteuer Grenzen in der Regel jedes Jahr minimal ändern. Wenn Du Dich auf diesem Gebiet noch nicht so gut auskennst und Deine Lohnsteuerrückzahlung berechnen lassen möchtest, um nicht auf den komplett falschen Pfad zu geraten, gibt es im Internet den Steuerrechner des Bundesministeriums der Finanzen. 

Lohnsteuerjahresausgleich erstellen

Wie bereits angesprochen, stellt der Lohnsteuerjahresausgleich einen wichtigen Teil der Steuererklärung dar. Wenn Du also nebenberuflich selbstständig bist und der Lohnsteuerjahresausgleich durch den Arbeitgeber erstellt wird, musst Du die entstehenden Steuerrückzahlungen in Deiner privaten Steuererklärung geltend machen. Für Arbeitnehmer in einer Vollzeitbeschäftigung entfällt die Pflicht zur Steuererklärung, wodurch die Rückzahlung über den Arbeitgeber erfolgt.

Hilfe bei Steuererklärung für Selbstständige

Wenn Du nebenberuflich selbstständig bist, gelten für Dich besondere Regelungen. Daher ist es wichtig, dass Du Dich nicht nur vor dem Lohnsteuerjahresausgleich, sondern bereits vor der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit über die steuerlichen Bedingungen in der Selbstständigkeit informierst.

Für eine korrekte Ausführung der Steuererklärung, welche für die Weiterentwicklung Deines Geschäftes enorm wichtig ist, solltest Du einen guten Überblick über Deine Finanzen behalten. Mit der Wahl des Penta Online-Geschäftskontos wird Deine Buchhaltung deutlich erleichtert, da Du alle geschäftlichen Vorgänge auf Deinem Konto per App jederzeit einsehen und sogar nach Kategorien filtern kannst. Mit der Integration von Buchhaltungsprogrammen wie lexoffice sparst Du eine Menge Zeit und Arbeit. Bei Penta kombinieren wir Innovation und Sicherheit und stellen die Zufriedenheit unserer Kunden in den Fokus.

Fazit

Der Lohnsteuerjahresausgleich ist ausschließlich für Arbeitnehmer in Vollzeit oder nebenberuflich Selbstständige im Angestelltenverhältnis interessant, während sie für hauptberuflich Selbstständige nicht interessant ist. Dieser Vorgang dient dazu, zu viel gezahlte Lohnsteuer zu errechnen und zurückzubekommen. Dieser Betrag ist von gewissen Faktoren wie Deiner Steuerklasse und Deinem monatlichen Gehalt abhängig. Als Angestellter in Vollzeitbeschäftigung erfolgt der Lohnsteuerausgleich durch den Arbeitgeber, während Du als nebenberuflich Selbstständiger die Lohnsteuererstattung durch die Einkommenssteuererklärung geltend machst. 

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