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Minijob ist nicht gleich Minijob: Hierauf kommt es an!

Yasmin
Yasmin Februar 2021 9 Min

Inhaltsverzeichnis

Der Minijob ist eine attraktive Form der Beschäftigung, um das Einkommen aus einer Hauptbeschäftigung, der Rente, dem Elterngeld, als Selbstständiger, als Schüler oder im Studium aufzubessern. Der Vorteil: Minijobs sind für Arbeitnehmer einkommensteuerfrei und Du zahlst keine Beiträge zur Kranken, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Allerdings gelten gesetzliche Obergrenzen für das Entgelt sowie die Arbeitszeit. Entscheidend für den Steuervorteil und die Sozialabgaben ist auch, ob Du den Minijob als Haupterwerb oder als Nebenverdienst ausübst. Hier gibt es einiges zu beachten, damit sich der Minijob finanziell auch wirklich lohnt.

Der Minijob ist aber nicht nur bei Arbeitnehmern beliebt. Arbeitgeber profitieren ebenfalls von dieser Art der Beschäftigung. Der bürokratische Aufwand ist vergleichsweise gering und Jobs können wesentlich flexibler vergeben werden. Darüber hinaus sind die Lohnnebenkosten mit 30 Prozent als Pauschalbeitrag zur Sozialversicherung niedriger als bei Vollzeitkräften.  

Was ist ein Minijob?

Der Minijob bezeichnet eine Form der geringfügigen Beschäftigung in Deutschland. Rechtsgrundlage für den Minijob ist § 8 des Vierten Sozialgesetzbuch (SGB). Für die Geringfügigkeit gibt es entweder eine Verdienstgrenze oder eine zeitliche Obergrenze. Der Gesetzgeber spricht von der Entgeltgeringfügigkeit oder der Zeitgeringfügigkeit.

  • Der Lohn für einen Minijob darf nicht mehr als 450 Euro im Monat betragen
  • Die Arbeitszeit darf nicht mehr 70 Tage oder drei Monate betragen 

Bei der Entgeltgeringfügigkeit sprechen wir auch vom 450-Euro-Job. In diesem Fall erhalten Minijobber regelmäßig monatlich ihren Lohn. Die Zeitgeringfügigkeit hingegen bezieht sich auf die Arbeitszeit in einem Kalenderjahr. In diesem Fall spricht man auch von einer kurzfristigen Beschäftigung. Für beide Minijob-Arten gelten eigene Regelungen für Arbeitgeber und Minijobber. Darüber hinaus gelten unterschiedliche Regelungen für gewerbliche Minijobs und Minijobs in Privathaushalten. 

Die Anzahl der Stunden und die Höhe des Einkommens spielen arbeitsrechtlich keine Rolle. Der Minijob gilt als ganz normale Teilzeitbeschäftigung. Entsprechend haben Minijobber die gleichen Rechte wie Vollzeitbeschäftigte. Dazu zählen beispielsweise: 

  • Schriftlicher Arbeitsvertrag
  • Gesetzlicher Kündigungsschutz sowie die gesetzliche Kündigungsfrist
  • Vergütung an Sonn- und Feiertagen
  • Recht auf ein Arbeitszeugnis
  • Mutterschaftsgeld
  • Lohnfortzahlung bei Krankheit des Kindes
  • Urlaubsanspruch

Die Höhe des Urlaubsanspruchs hängt von der Anzahl der Tage ab, die ein Minijobber pro Woche arbeitet. Bei Krankheit ist der Arbeitgeber verpflichtet, einem Minijober seinen Lohn bis zu sechs Wochen unverändert zu zahlen. Die Pflicht zur Lohnfortzahlung besteht aber nur für die Tage, an denen ein Minijobber tatsächlich gearbeitet hätte. Das gleiche gilt bei einem Beschäftigungsverbot beispielsweise aufgrund einer Schwangerschaft. 

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Kündigung Minijob

Grundsätzlich gilt für Minijobber die gleichen arbeitsrechtlichen Bestimmungen bei Kündigung wie für Vollzeitkräfte, das heißt, Du hast eine gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende – sofern vertraglich keine abweichende Kündigungsfrist vereinbart wurde. Alternativ kannst Du Dich mit Deinem Arbeitgeber auf einen Aufhebungsvertrag für Deinen Minijob einigen. Dann wird das Arbeitsverhältnis in beiderseitigem Einverständnis zu einem vereinbaren Zeitpunkt beendet. 

Minijob und Mindestlohn

Minijobber haben ebenfalls ein Recht auf den gesetzlichen Mindestlohn. Aktuell liegt der Mindestlohn in Deutschland bei 9,50 Euro pro Stunde. Grundsätzlich gibt es keine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit. Allerdings ergibt sich aus dem gesetzlichen Mindestlohn eine maximale Arbeitszeit von knapp 48 Stunden im Monat. In diesem Fall bleibt der Minijob steuerfrei. 

Sozialversicherungsrecht

Im Gegensatz zum Arbeitsrecht unterscheidet das Sozialversicherungsrecht sehr wohl zwischen regulären und geringfügig Beschäftigten. Für geringfügig Beschäftigte gelten andere Regelungen in Bezug auf die Sozialversicherungspflicht. Minijobber sind versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Es besteht aber eine Rentenversicherungspflicht.

Lohnsteuer sparen mit dem Minijob

Grundsätzlich gilt: Solange Du die Obergrenze für das Entgelt bei einem 450-Euro-Job oder die Zeitgrenze bei einer kurzfristigen Beschäftigung nicht überschreitest, bleibt der Minijob für Dich als Arbeitnehmer lohnsteuerfrei. Der Arbeitgeber übernimmt in der Regel die pauschale Besteuerung in Höhe von zwei Prozent eines Minijobbers. Die Grenze für das Entgelt bemisst sich dabei am Jahresdurchschnitt. Das heißt, wenn Du die monatliche Arbeitszeit überschreitest, musst Du Lohnsteuer zahlen. Übrigens zählt nicht nur Dein Stundenlohn in diese Rechnung. Bekommst Du als Minijobber Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, wird es auf Dein Einkommen angerechnet.

Übst Du gleich mehrere Minijobs aus, musst Du die Einkünfte aus den Beschäftigungen zusammenrechnen. Kommst Du dabei über die 450-Euro-Grenze, musst Du entsprechend Lohnsteuer zahlen. Das Gleiche gilt, wenn Du einen Minijob neben Deinem Hauptberuf ausübst. Grundsätzlich ist der Minijob zwar steuerfrei. Allerdings musst Du in Deiner Steuererklärung alle Einkünfte angeben. Das heißt, der Minijob erhöht Dein zu versteuerndes Einkommen. Entsprechend solltest Du hier genau rechnen, ob es sich für Dich lohnt, einen Minijob anzunehmen. 

Wird Dein Einkommen pauschal versteuert, brauchst Du keine Steuerklasse. Wirst Du nach individuellen Lohnsteuermerkmalen besteuert, wird Dir Steuerklasse VI zugeteilt. Übst Du mehrere 450-Euro-Jobs aus, wird Dir für den zweiten sowie jeden weiteren Nebenjob ebenfalls Steuerklasse VI zugeteilt. 

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Befreiung von der Sozialversicherungspflicht

Als Minijobber bist Du nicht nur von der Lohnsteuer, sondern auch von der Sozialversicherungspflicht befreit. Diese Befreiung betrifft die Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Arbeitslosenversicherung

Bei den Sozialversicherungsbeträgen gilt ebenfalls: Bei mehreren Minijobs ist das Gesamteinkommen ausschlaggebend für die Versicherungspflicht. Übst Du mehrere Minijobs beim selben Arbeitgeber aus, werden Deine Minijobs zu einer Einheit zusammengefasst. Damit giltst Du trotz Minijob als sozialversicherungspflichtig. Diese Einheit entsteht allerdings nicht, wenn Du in unterschiedlichen Tochterfirmen eines Unternehmens als Minijobber tätig bist. Bei einem Minijob als Nebenjob bleibt der Minijob sozialversicherungsfrei, da Du über Deine Hauptbeschäftigung sozialversichert bist.

Obwohl Dein Arbeitgeber einen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung für Dich abführt, bedeutet das nicht, dass Du tatsächlich kranken- und pflegeversichert bist. Den Versicherungsschutz erwirbst Du erst ab einem Lohn über 450 Euro. Entsprechend kannst Du auch keine Leistungen in Anspruch nehmen. Ist der Minijob Deine hauptberufliche Beschäftigung, bedeutet das, dass Du Dich entweder freiwillig gesetzlich oder privat versichern musst. Das gilt nicht, wenn Du über eine Hauptbeschäftigung krankenversichert oder familienversichert bist. Krankengeld steht Minijobbern auch nur dann zu, wenn sie den Minijob als Nebentätigkeit ausüben und über ihren Hauptjob krankenversichert sind. 

Arbeitslosenversicherung

Da Du keine Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einzahlst, hast Du auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn Du Deinen Minijob verlierst. 

Unfallversicherung

Gewerbliche Minijobber sind über den Arbeitgeber unfallversichert. Deine Arbeitgeber meldet Dich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft, der gesetzlichen Unfallversicherung, an. Die Unfallversicherung kommt für Berufskrankheiten, Arbeitsunfälle und Unfälle auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeitsstelle auf. Da es für Minijobber in Privathaushalten keine Berufsgenossenschaft gibt, zahlen Arbeitgeber die Unfallversicherungsbeiträge direkt an Knappschaft-Bahn-See, einem Verbund aus Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung mit medizinischem Netz und der Minijob-Zentrale.

Geduldete Überschreitung der Entgeltgrenze

Grundsätzlich gelten die entgeltliche und die zeitliche Obergrenze für die Sozialversicherungsfreiheit. Überschreitest Du diese Grenzen, verlierst Du diese Freiheit. Eine Ausnahme bilden Überstunden in einem Minijob, die durch einen krankheitsbedingten Ausfall von Kollegen entsteht. Hier duldet der Gesetzgeber bis zu drei Monate pro Jahr, in denen Du die Entgeltgrenze überschreiten darfst, ohne gleich in ein lohnsteuer- und versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu rutschen.

Rentenversicherungspflicht

Minijobs sind sozialversicherungsfrei, aber rentenversicherungspflichtig. Allerdings zahlst Du als gewerblicher Minijobber nicht den vollen Beitrag: 

  • Dein Arbeitgeber zahlt einen Pauschalbeitrag
  • Du selbst zahlst zusätzlich einen Eigenbeitrag in Höhe von 3,6 Prozent bzw. 16,20 Euro im Monat

Anders sieht es bei Minijobbern mit einer Beschäftigung in einem Privathaushalt aus. 

  • Der Arbeitgeber zahlt nur 5 Prozent
  • Die Differenz von 13,6 Prozent bis zum vollen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 18,6 Prozent zahlt der Minijobber selbst

In beiden Fällen profitiert der Minijobber aber in vollem Umfang von der gesetzlichen Rentenversicherung. Von dieser Pflicht kannst Du Dich als Minijobber aber auch befreien lassen, indem Du Deinem Arbeitgeber Deinen Verzicht schriftlich erklärst. Dein Arbeitgeber gibt die Mitteilung weiter an die Minijob-Zentrale und Dir wird künftig kein Beitrag zu Rentenversicherung abgezogen. Allerdings wirkt sich diese Befreiung auf die Höhe Deiner späteren Rente aus. Auch hier solltest Du Dich genau informieren, inwieweit sich die Befreiung wirklich lohnt. Hast Du die Befreiung von der Rentenversicherung beantragt, kann sie nicht widerrufen werden. Sie gilt für die gesamte Dauer des Minijobs und wird erst aufgehoben, wenn Du Deinen Minijob beendest. 

Minijob anmelden

Als zentrale Einzugs- und Meldestelle bietet die Minijob-Zentrale ist deutschlandweit einen umfassenden Service für Arbeitgeber und Minijobber aus einer Hand. Als zentraler Ansprechpartner nimmt sie die Meldungen zur Sozialversicherung entgegen, zieht die Abgaben für Minijobs ein, meldet Minijobs in Privathaushalten zur gesetzlichen Unfallversicherung an und führt das Haushaltsscheck-Verfahren für Minijobs in Privathaushalten durch.

Minijob

Überschreitest Du die 450-Euro-Grenze werden nicht gleich Sozialversicherungsbeiträge in voller Höhe fällig. Bei einem monatlichen Einkommen zwischen 450 und 1.300 Euro befindest Du Dich in einem Übergangsbereich, der sogenannten Gleitzone. Du bist sozialversicherungspflichtig, zählst aber immer noch zu den Geringverdienern und musst daher nicht den vollen Beitragssatz zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung leisten. Du zahlst einen reduzierten Arbeitnehmeranteil, der zwischen 11 Prozent und 21 Prozent liegt. Dein Arbeitgeber hingegen zahlt den vollen Beitrag. Diese Art der Beschäftigung wird auch Midijob genannt. Sie gilt ebenfalls als Teilzeitbeschäftigung und auch hier gilt der gesetzliche Mindestlohn. 

Minijob: Vorteile für Arbeitgeber

Minijobs sind aufgrund der Steuer- und Sozialabgabenbefreiung attraktiv für Arbeitnehmer. Arbeitgeber profitieren aber auch von den geringfügig Beschäftigten. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können es sich aufgrund hoher Lohnnebenkosten oft nicht leisten, weitere Vollzeitstellen zu schaffen. Gleichzeitig sind sie aber darauf angewiesen, schnell und flexibel auf die jeweilige Auftragslage zu reagieren. Minijobber sind eine gute Möglichkeit für sie, sich entsprechend flexibel anzupassen. Entweder mit geringfügig Beschäftigten oder mit einer kurzfristigen Beschäftigung, um Auftragsspitzen abzuarbeiten.  

  • Minijobber gelten als geringfügig Beschäftigte, die monatlich bis zu 450 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei verdienen, aber der Rentenversicherungspflicht unterliegen. 
  • Mit Steuern, Umlagen und der Unfallversicherung kosten gewerbliche Minijobber den Arbeitgeber insgesamt etwa 32 Prozent ihres Bruttolohns.
  • Verzichtet der Arbeitgeber auf eine Besteuerung nach individuellen Lohnsteuermerkmalen, zahlt er eine Pauschalsteuer in Höhe von 2 Prozent an die Minijob-Zentrale. 
  • Für Minijobber, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, zahlen Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 13 Prozent des Entgelts. Ist ein Minijobber von vornherein privat versichert, muss der Arbeitgeber den pauschalen Beitrag nicht zahlen.
  • Der Minijobber zahlt einen Eigenanteil zur Rentenversicherung in Höhe von 3,6 Prozent. Der Arbeitgeber stockt den Beitrag zur  Rentenversicherung um einen Pauschalbetrag von 15 Prozent auf. 
  • Minijobber sind von der Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Der Arbeitgeber zahlt entsprechend auch keinen Anteil zur Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
  • Der Arbeitgeber zahlt den vollen Beitrag zur Unfallversicherung sowie eine Insolvenzgeld-Umlage in Höhe von 0,06 Prozent. 
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