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Ein eigenes Modelabel gründen: Alle Schritte zum Modedesigner

Lukas Zoerner
Lukas Zoerner Mai 2021 10 Min

Inhaltsverzeichnis

Auch wenn es viele prominente Vorbilder gibt, solltest Du Dir bewusst machen, dass es zwar einfach ist, ein Modelabel zu gründen, dass es aber Arbeit und Einsatz erfordert, damit Erfolg zu haben. Und es gibt hierzulande wirklich viele Dinge, die Du zu beachten hast, wenn Du ein Modelabel gründen möchtest.

Modelabel gründen: Idee und Voraussetzungen

Am Anfang einer jeden Selbstständigkeit steht die Idee. Bevor Du ein Modelabel gründest, solltest Du Dir klarmachen, in welchem Umfang Du selbst „designerisch“ tätig sein möchtest. Möchtest Du Textilrohlinge einkaufen und sie mit Drucken oder Stickereien veredeln? Möchtest Du kreativ eigene Schnittmuster entwickeln und Kleider, Hosen, T-Shirts produzieren lassen? Hast Du eine Lehre abgeschlossen und bereits Erfahrungen in Berufen wie Schneider, Modezeichner, Näher, Modist, Textillaborant, Bekleidungstechniker oder Produktionsmechaniker und Produktprüfer Textil? Dann solltest Du nicht vergessen, dass zum Unternehmertum auch wirtschaftliches Denken gehört und die Bereitschaft, sich mit Finanzen, Steuern und Businessplänen auseinanderzusetzen.

Der Businessplan: das Kernelement der eigenen Modemarke

Wenn Du ein eigenes Modelabel und eine eigene Modemarke gründen willst, dann setzt Du zuerst einen Businessplan auf. Er beinhaltet alles, was für Dein späteres Geschäft wichtig ist. Er ist Deine Leitlinie für die ersten Jahre, die allerdings nicht in Stein gemeißelt ist. Du brauchst einen ausgearbeiteten Businessplan, wenn Du mit Deiner Bank einen Kredit besprichst oder einen Zuschuss von der Arbeitsagentur beantragst. Wenn Du beispielsweise aus den letzten fünf Monaten einer Arbeitslosigkeit heraus ein Unternehmen gründest, kannst Du für Deine eigene Modemarke den Gründerzuschuss beantragen. Du kannst Dich dafür auch beraten lassen, z. B. bei der IHK. Was gehört nun alles zum Businessplan dazu?

Produkt- und Leistungsangebot für Dein Modelabel

Vor der Gründung Deines Modelabels solltest Du Dir ein paar Fragen stellen. Was soll die Kernkompetenz Deiner Modemarke sein? Willst Du selbst produzieren, willst Du Kleidung produzieren lassen oder nur veredeln? Willst Du Dich auf bestimmte Kleidungsstücke fokussieren? Willst Du nur designen oder Premium-Einzelstücke schneidern? Wenn Du ein Modelabel gründest, hast Du viele Möglichkeiten. Konzentriere Dich zunächst auf das Wesentliche.

Die Zielgruppe Deiner eigenen Modemarke

Wen möchtest Du ansprechen? Jugendliche, Best Ager, Hochzeitspaare, Eltern mit Babys? Möchtest Du sportliche oder elegante Mode machen? Praktisch oder lustig? Setze Dich mit Deiner Zielgruppe genau auseinander, wenn Du ein Modelabel gründest. Studiere sie z.B. in den sozialen Medien.

Markt und Wettbewerb

Willst Du ein Modelabel gründen, musst Du den Markt und Deine Konkurrenz verstehen. Dazu gehört eine Analyse folgender Punkte:

  • Wie groß ist Deine Zielgruppe?
  • Wie viele Konkurrenten adressieren dieselbe Zielgruppe?
  • Welche Vertriebskanäle setzen Deine Wettbewerber ein?
  • Welche Preise ist die Zielgruppe bereit zu zahlen?
  • Sind die Preise für Dich erreichbar?

Vision und Strategie für die eigene Modemarke

Designer Modelabel gründen Checkliste

Wo siehst Du Dein Modelabel fünf Jahre nach der Gründung? Was möchtest Du erreicht haben? Nur wenn Du ein klares Zielbild vor Augen hast, kannst Du auch eine Strategie entwickeln, wie Du dieses Ziel erreichen möchtest. Du kannst Phasen planen und Schritte definieren, zum Beispiel kannst Du sagen, dass Du zunächst wenig investieren und viele externe Dienstleister in Anspruch nehmen möchtest. Diese können Textilien herstellen oder die Logistik übernehmen. Ab einem gewissen Umsatz kannst Du investieren und dann mit Deinem neu gegründeten Modelabel wachsen und effizienter werden.

Marketing und Vertrieb

Ein Modelabel gründen, eine Webseite mit einem Shop aufsetzen und fleißig in den sozialen Medien posten, und dann kommen die Aufträge schon? Ganz so einfach ist es nicht. Zum Marketing gehört etwas mehr. Du solltest Dir über Deinen Markenkern klar werden, das heißt die Gestaltung der Website, die Social-Media-Auftritte, Dein Firmenlogo sowie Deine Produktmarken sollten einem einheitlichen Erscheinungsbild folgen: der Corporate Identity. Der Wiedererkennungswert ist wichtig. Du musst für Deine Produkte ein Alleinstellungsmerkmal definieren und dieses in den Mittelpunkt Deiner Werbung stellen. „Sieht schön aus“ reicht nicht. Was macht Deine Produkte besonders?

Auch der Vertrieb kann über mehrere Kanäle laufen. Neben einem Online-Shop solltest Du Dir überlegen, ob der Einzelhandel eine Option für Dich ist. Lässt sich Deine Modemarke in Boutiquen platzieren? Erkundige Dich über Kooperationsmöglichkeiten. Plane Sonderthemen wie Rabattaktionen oder Gewinnspiele ein, um den Verkauf anzukurbeln.

Rechtsform und Steuer

Leider gibt es auch Themen, die weniger spannend sind, wenn Du ein Modelabel gründen willst. Was bitte schön ist der Unterschied zwischen einer GmbH, einer UG, einer GbR und und einem Einzelunternehmen? Friseure, Dachdecker, Einzelhändler, alle, die eine Firma gründen, also auch Du mit Deinem Modelabel, müssen sich damit auseinandersetzen. Es gibt Unterschiede beim Kapital, bei der Haftung und bei der steuerlichen Behandlung. Eine vertiefte Gründerberatung oder ein Gespräch mit dem Steuerberater sind hier nicht zu vermeiden. Leider lässt sich pauschal nicht sagen, welche Rechtsform für welchen Fall die beste ist. Auch bei selbst gegründeten Modelabels gibt es Unterschiede. GmbHs und UGs müssen im Handelsregister eingetragen werden, bei anderen Rechtsformen ist der Eintrag freiwillig.

Modelabel gründen: Bürokratie und Rechtliches

Die Rechtsform ist nicht alles. Es kommen noch weitere Anmeldungen und Mitgliedschaften auf Dich zu.

  • Gewerbeanmeldung bei Deiner Gemeinde
  • Steuernummer vom Finanzamt (läuft normalerweise automatisch nach der Gewerbeanmeldung, aber Nachfragen schadet nicht)
  • Mitgliedschaft in der zuständigen Handwerkskammer (läuft normalerweise auch automatisch, ansonsten beim Zentralverband des Deutschen Handwerks beraten lassen)
  • Zuständige Berufsgenossenschaft für die Unfallversicherung bei einer Modelabel-Gründung ist die Bundesgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Auch als Kleinunternehmer ohne Personal bist Du zu einer Anmeldung verpflichtet.
  • Bundesverbände in der Textilbranche sind bei einer Modelabel-Neugründung u.a.: Modeverband Deutschland e. V., BTE Handelsverband Textil und der VDMB (Verein deutscher Mode- und Textil-Designer e. V.). Eine freiwillige Mitgliedschaft bei einer dieser Interessenvertretungen solltest Du in Betracht ziehen.
  • Markenanmeldung: Auch das ist freiwillig. Aber wenn Du es nicht machst, besteht die Gefahr, dass Dir jemand Dein Logo klaut und Dich auch noch verklagt, wenn er es dann anmeldet. Und gerade in der Modebranche ist der Markenschutz extrem wichtig, weil Ideenklau an der Tagesordnung ist.
  • Vertragsgestaltung: Du wirst für Dein Modelabel Verträge abschließen, z.B. mit Lieferanten, Dienstleistern, Kooperationspartnern und auch Kunden. Eine Rechtsberatung ist sinnvoll.
  • Website-Gestaltung und Online-Shop: Alles in Deutschland ist reguliert. Du brauchst auf Deiner Website ein Impressum, AGBs mit Erklärungen zum Widerrufsrecht und zur Haftung sowie Datenschutzbestimmungen (denen Du auch folgen musst).
  • Nach der Gründung Deines Modelabels darfst Du Rechnungen stellen. Diese müssen gewisse Pflichtangaben enthalten (Kontaktadresse, Steuernummer, genaue Angabe der Mehrwertsteuer, etc.). Dies musst Du beachten.

Finanzplan für Dein Modelabel

Am Ende geht es doch wieder nur ums Geld. Wenn Du für die Gründung Deines Modelabels eine externe Anschubfinanzierung von einer Bank oder der Arbeitsagentur brauchst, dann brauchst Du einen Finanzplan und einen Liquiditätsplan.

Der Finanzplan ist üblicherweise auf mehrere Jahre ausgelegt, von denen die ersten zwei vorzugsweise nach Monaten aufgedröselt sind. Der Finanzplan enthält Deine geplanten Firmenausgaben und -einnahmen. Alles, was vorher angesprochen wurde, trägt zu Deinen Kosten bei: Anmeldegebühren, Mitgliedsbeiträge, bauliche Maßnahmen, Beratungen, Materialien, Dienstleistungen, Marketing, etc. Und essen und trinken möchtest Du auch noch.

Der Liquiditätsplan bezieht daher Deine Lebenshaltungskosten mit ein und soll Risiken hinsichtlich Deiner Zahlungsfähigkeit aufdecken. Deshalb ist die monatliche Darstellung wichtig, weil bei einem Startup üblicherweise zuerst Geld ausgegeben wird und Einnahmen erst zeitverzögert kommen.  Du kannst Dir für Dein Modelabel auch zusätzliche Möglichkeiten der Gründungsfinanzierung anschauen, so zum Beispiel Online-Investitionsportale wie Kickstarter oder GoFundMe. Überlege Dir, was Du Deinen Investoren im Gegenzug anbieten kannst, damit sie Dir Geld zuschießen.

Zurück zum Wesentlichen: Praktische Umsetzungstipps für die Modelabel-Gründung

Nach dem Ritt durch die einzelnen Elemente Deines Modelabel-Businessplans macht es vielleicht Sinn, sich ein paar Aspekte etwas detaillierter anzuschauen. Dein besonderes Augenmerk sollte auf folgenden Punkten liegen:

  • Alleinstellungsmerkmale Deiner Produkte
  • Deine Modemarke
  • Wirksame Werbemaßnahmen
  • Kooperationen

USP – Unique Selling Points 

Die USPs Deiner Produkte, also die Alleinstellungsmerkmale, ergeben sich aus der Art Deiner Produkte, Deiner Zielgruppe und auch einer Botschaft, die Du mit Deinem neu gegründeten Modelabel vermitteln möchtest. Du kannst den Fokus auf unterschiedliche Themen setzen, aber Du musst immer darauf achten, dass Die Akzeptanz in Deiner Zielgruppe hoch ist. Mode hat viel mit Trends und wechselnden Elementen zu tun. Trotzdem solltest Du mit einem neu gegründeten Modelabel ein spezielles Feature mit einer gewissen Kontinuität bedienen können, um Kundenbindung zu erreichen:

  • Das Beste wäre, wenn Deine Marke den Status eines solchen Features erreicht. Deine Produkte werden gekauft, weil sie von Dir sind. Beliebtes Beispiel hierfür (nicht aus dem Modebereich) ist Apple. Aber bis dahin wirst Du viel arbeiten müssen.
  • Nachhaltigkeit ist beliebt. Sind Deine Produkte aus einem besonderen Grundstoff, der besonders umweltfreundlich oder fair hergestellt ist? Unterstützt Du ein bestimmtes Umwelt- oder Entwicklungshilfeprojekt mit Deinen Produkten?
  • Kannst Du eine Message formulieren? Zum Beispiel über Gesundheit, Kampf gegen Rassismus oder einen besonderen regionalen Bezug, was sich über aufgedruckte Botschaften und Sprüche transportieren lässt?
  • Ein technisches oder designerisches Merkmal eignet sich auch sehr gut, z.B. die spezielle Kapuzenform eines Hoodies oder ein Reißverschluss an einer besonderen Stelle. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
  • Stilelemente wie bestimmte Grundfarben und Linienführungen, die vielleicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Subkultur verdeutlichen, sorgen auch für Wiedererkennbarkeit.

Deine Modemarke

Wenn Du die USPs definiert hast und Deine Zielgruppe kennst, sollte das Design Deines Firmenlogos, Deiner Modemarke präsent gemacht werden. Der Wiedererkennungswert ist wichtig, nicht nur auf der Webseite oder auf den sozialen Medien. Auch die Produkte sollten damit versehen werden, und sei es nur das Nackenlabel. Das Markenzeichen sollte einfach gestaltet sein, aber doch besonders und prägnant sein.

Produktplatzierung und Werbung

Deine eigene Marketing-Power wird am Anfang noch begrenzt sein. Webseite und soziale Medien sind vom finanziellen Aufwand überschaubar, brauchen aber auch kontinuierliche Betreuung. Du kannst mit einem Online-Shop auf der eigenen Webseite starten, musst aber auch erst einmal gefunden werden. Daher bietet es sich an, auf größeren Portalen wie Ebay, Amazon Marketplace oder auch Selfmade-Portalen wie Etsy aktiv zu werden. In den sozialen Medien solltest Du überprüfen, ob es Influencer gibt, die zu Deinen Produkten passen. Die Eröffnung einer eigenen Boutique ist anfangs sicherlich risikoreich, aber Du kannst natürlich auch existierende Boutiquen ansprechen, ob sie Deine Produkte ins Sortiment nehmen.

Kooperationen

Du wirst Dir gerade zu Beginn Gedanken über Kooperationen machen müssen, ob es um Textilhersteller für Dein Label oder einen Logistikpartner geht. Der Geldfluss ist ein nicht unwichtiges Element Deiner Unternehmensführung. Du wirst Dich einer Vielzahl von Kontobewegungen gegenübersehen, die gemanagt werden müssen. Penta unterstützt Dich mit mobilen Banking-Lösungen, die ganz auf die Bedürfnisse von Geschäftskunden zugeschnitten sind. So hast du unter anderem die Möglichkeit, ganz einfach praktische Unterkonten anlegen zu lassen und eine Verknüpfung mit DATEV zu realisieren. 


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