Nebenberuflich selbstständig machen: Voraussetzungen, Anmeldung und Besonderheiten

Philip
Philip Juli 2021 Content Marketing Editor 7 Min

Inhaltsverzeichnis

Für viele Menschen ist es ein großer Traum, selbstständig zu arbeiten. Oft fehlt aber der Mut oder vielleicht auch einfach das Geld. Deshalb kann es eine willkommene Option sein, nebenberuflich selbstständig zu sein. Es gibt jedoch einige Dinge, auf die Du achten solltest – mehr dazu in diesem Beitrag.

Definition: Was macht eine nebenberufliche Selbstständigkeit aus?

Im Unterschied zu einem Vollzeitjob darfst Du, wenn Du nebenberuflich selbstständig bist, nicht mehr als 20 Stunden pro Woche in Deinem eigenen Unternehmen arbeiten. Außerdem darf das Gehalt, das Du aus Deinem Nebenerwerb bekommst, nicht das Deines Hauptjobs überschreiten.

Nebenberuflich selbstständig: Warum es sich lohnt

Vielleicht ist es für Dich interessant zu wissen, dass fast mehr als die Hälfte aller Neugründungen nebenberuflich erfolgen. Laut dem KfW Gründungsmonitor 2020 beläuft sich diese Zahl somit auf knapp 439.000 nebenberufliche Gründungen.

Denn wenn Du eine spannende Geschäftsidee hast und diese gut durchdacht umsetzt, kannst Du Dir ein sicheres zweites Standbein aufbauen und so Dein Haupteinkommen aufbessern.

Zusätzlich kann sich nach einiger Zeit herausstellen, dass Deine nebenberufliche Selbstständigkeit so gut läuft, dass Du sie in eine hauptberufliche umwandeln kannst.

Welche Vor- und Nachteile gibt es bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit?

Sich nebenberuflich selbstständig zu machen kann Dir viele Vorteile verschaffen. Dennoch sollten auch mögliche Nachteile beachtet werden.

Vorteile der nebenberuflichen Selbstständigkeit

Finanzielle Sicherheit

Da Du immer noch Deinen Hauptjob hast und somit Deinen Lebensunterhalt nicht mit den Gewinnen Deiner Selbstständigkeit bestreiten musst, kannst Du die Gewinne direkt wieder in Dein Unternehmen reinvestieren. So brauchst Du kein Fremdkapital aus Krediten oder von Investoren.

Geringeres Risiko

Du hast Dich nebenberuflich selbstständig gemacht, aber dennoch kann es passieren, dass Deine Geschäftsidee nicht den gewünschten Erfolg bringt. Durch Deinen Hauptjob bist Du jedoch abgesichert, sodass Du Dir keine Gedanken um Deinen Lebensunterhalt machen musst. 

Entspannteres Arbeiten

Aufgrund der bereits genannten Gründe wie der Finanzierung und dem geringeren Risiko musst Du Dich selbst nicht unter Druck setzen. Selbst wenn es mit Deinem Unternehmen nicht so klappt, wie Du es Dir erhoffst, stehst Du nicht vor dem Nichts und hast so viel mehr Sicherheit, als wenn Du alles auf eine Karte setzen würdest.

Mehr Geld für Privates

Mit Deiner nebenberuflichen Selbstständigkeit kannst Du Dir Dein Gehalt aus Deinem Hauptjob aufbessern und Dir so mehr leisten.

Auch wenn Du selbstständig neben dem Beruf bist, solltest Du auf jeden Fall darüber nachdenken, ein Geschäftskonto einzurichten. So behältst Du immer den Überblick über Deine zusätzlichen Einnahmen. Bei Penta hast Du dabei die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Geschäftskonten, unter denen Du die zu Dir passende Variante aussuchen kannst.

Nachteile der nebenberuflichen Selbstständigkeit

Neben all den genannten Vorteilen solltet Du jedoch im Kopf behalten, dass es auch negative Aspekte geben kann, wenn Du Dich nebenberuflich selbstständig machst.

Die nebenberufliche Tätigkeit kann durchaus zu einer enormen Mehrbelastung werden, wenn Du Deine Zeit nicht richtig einteilst.

Im schlimmsten Fall kann es dazu führen, dass Dein Hauptjob darunter leidet.

Zusätzlich zu dem beruflichen Bereich kann es aufgrund des Zeitmangels passieren, dass auch Dein Privatleben und im Endeffekt vielleicht sogar Deine Gesundheit unter Deinem Nebenerwerb leidet.

Du siehst also: Es gibt zwar durchaus einige Nachteile. Durch gute Planung kannst Du diese aber vernachlässigen, um mit Deiner eigenen Idee durchzustarten.

5 Schritte zur nebenberuflichen Selbstständigkeit

Nebenberuflich selbstständig machen

Um Dich nebenberuflich selbstständig zu machen, musst Du Dir im Voraus Gedanken über Deine Geschäftstätigkeit machen und einige Dokumente bei den jeweiligen Behörden und Ämtern einreichen. In diesen fünf Schritten gelingt Dir Deine nebenberufliche Selbstständigkeit:

  1. Geschäftsidee finden und Businessplan erstellen
  2. Klären, ob Vorkenntnisse oder Nachweise notwenig sind
  3. Arbeitgeber informieren
  4. Versicherung informieren
  5. Tätigkeit beim Finanzamt und ggf. Gewerbeamt anmelden

Die oben aufgeführten Schritte können sich je nach Rechtsform natürlich leicht unterscheiden bzw. komplizierter ausfallen. Wer seiner Nebentätigkeit bspw. als Freiberufler nachgeht, muss sich nur beim Finanzamt melden und kann auf die Mitteilung gegenüber dem Gewerbeamt verzichten.

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Nebenberuflich selbstständig: Die Anmeldung

Bei der Anmeldung geht es danach, ob Du nebenberuflich Freiberufler wirst oder ob Du ein Gewerbe  nebenberuflich anmeldest. Im ersten Fall reicht dann die Anmeldung beim Finanzamt und das Ausfüllen des anschließend zugesandten Formulars zur steuerlichen Erfassung.

Meldest Du ein Gewerbe an, musst Du Dich zusätzlich beim Gewerbeamt anmelden. Nachdem Du Deine Steuernummer erhalten hast, meldest Du Dich außerdem bei der IHK oder HWK. Zusätzlich solltest Du Dich erkundigen, ob Du einer Berufsgenossenschaft zugehörig bist.

Rechtsformen der nebenberuflichen Selbstständigkeit

Mit der Auswahl der Rechtsform wird auch festgelegt, wie Du Steuern zahlen musst. Alle Rechtsformen werden unterschiedlich besteuert und Du musst auswählen, was am besten zu Dir und Deinem Unternehmen passt.

Am einfachsten und günstigsten ist die Form des Einzelunternehmens. Für diese unbürokratische Rechtsform musst Du nur Deine Selbstständigkeit anmelden.

Möchtest Du mit einer oder mehreren weiteren Personen gründen, kommt als Rechtsform die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, kurz GbR, in Frage. Bei einer GbR-Gründung ist kein Stammkapital nötig, lediglich eine schriftliche Vereinbarung muss zwischen den Gründern getroffen werden. Zusätzlich ist es ratsam, einen Gesellschaftsvertrag aufzusetzen, sodass alle Aufgaben, Gewinne und Verluste aufgeteilt werden.

Eine weitere Rechtsform, die durchaus auch für Einzelpersonen infrage kommt, ist die GmbH. Dazu benötigst Du allerdings 25.000 Euro Stammkapital und Dein Unternehmen unterliegt bestimmten Bilanzierungspflichten. Mit einer GmbH hast Du Dich jedoch dahingehend abgesichert, dass Du nicht mehr mit Deinem gesamten Vermögen für das Unternehmen haftest.

Mit der UG, einer ähnlichen Form wie der GmbH, stehst Du weniger komplizierten Gründungsformalitäten gegenüber und benötigst nur einen Euro Stammkapital, das über die Jahre durch Rücklagen vermehrt wird.

Nebenberuflich selbstständig als Freiberufler? Geht das?

Auch als Freiberufler kannst Du nebenberuflich tätig sein.

Wenn Du Deine Nebentätigkeit anmeldest, gibst Du an, was Du tun wirst. Gehört Deine künftige selbstständige Nebentätigkeit zu den sogenannten Katalogberufen, kannst Du Dich als Freiberufler anmelden. Unter die Katalogberufe fallen nach dem Einkommensteuergesetz:

  • Heilberufe
  • Rechts- und wirtschaftsberatende Berufe
  • Technisch-wissenschaftliche Berufe
  • Medien- und Sprachberufe

Auf welche Besonderheiten Du z.B. bei der Anmeldung als nebenberuflicher Freiberufler achten musst, liest Du im weiteren Beitrag.

Steuern und Versicherungen für die nebenberufliche Selbstständigkeit

Grundsätzlich gilt, dass jeder Selbstständige, ob nebenberuflich oder nicht, Einkommensteuer und Umsatzsteuer zahlen muss. Fällst Du unter die sogenannte Kleinunternehmerregelung, wenn Du also unter 22.000 Euro im Jahr verdienst, bist Du von der Umsatzsteuer befreit.

Je nach Rechtsform kann auch die Gewerbesteuer fällig werden. Wenn Du keine Fehler machen möchtest, dann ziehe am besten frühzeitig einen Steuerberater zurate.

Da Du nebenberuflich selbstständig bist, bist Du weiterhin über Deinen Hauptjob versichert. Du erbringst in Deiner Nebentätigkeit aber Leistungen und die solltest Du mit einer Betriebshaftpflichtversicherung absichern.

Musst der Arbeitgeber über die nebenberufliche Selbstständigkeit informiert werden?

Dein Arbeitgeber kann Dir Deine selbstständige Nebentätigkeit nicht verbieten, wenn Du Dich an ein paar Regeln hältst:

  • Deine selbstständige Arbeit darf nicht in Konkurrenz zu Deinem Arbeitgeber stehen.
  • Die Qualität Deiner Arbeit, die Du in Deinem Hauptjob erbringst, darf nicht unter Deinem Nebenerwerb leiden.
  • Während einer Krankschreibung darfst Du nicht für Dein eigenes Unternehmen arbeiten.

Trotzdem solltest Du Deinen Arbeitgeber der Fairness halber darüber informieren, dass Du Dich nebenberuflich selbstständig gemacht hast.

Du siehst, es gibt einige Dinge, die Du beachten solltest, wenn Du selbstständig im Nebenerwerb sein möchtest. Wenn Du aber alles berücksichtigst, steht Deiner Geschäftsidee nichts mehr im Weg.

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