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Niedrigzinspolitik: Auswirkungen und Einfluss der Europäischen Zentralbank

Alina
Alina März 2021 6 Min

Inhaltsverzeichnis

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat das Ziel, Preisstabilität zu gewährleisten. In Deutschland sorgte bis zum Beginn der Europäischen Währungsunion und der Einführung des Euro die Deutsche Bundesbank dafür, dass der Wert des Geldes erhalten blieb. Anfang 1999 ging diese Aufgabe auf das Eurosystem, dem Zusammenschluss der Europäische Zentralbank und der nationalen Zentralbanken der Mitgliedstaaten über.

Steigt das Preisniveau über einen längeren Zeitraum ständig an, verliert das Geld an Wert. Die Kaufkraft sinkt und Du bekommst weniger für Dein Geld. Dieser Verlust der Kaufkraft wird als Inflation bezeichnet. Um eine zu starke Inflation zu vermeiden, beeinflusst die EZB die Preisstabilität durch die Festlegung von Zinssätzen. Vor einigen Jahren hatte das zum ersten Mal Negativzinsen zufolge.

  • Bei einer hohen Inflation erhöht sie die Zinssätze, wodurch Kredite teurer werden und sparen mit höheren Zinsen belohnt wird. 
  • Bei einer zu niedrigen Inflation senkt die EZB die Zinssätze. Sparen wird dadurch für Anleger unattraktiv, Kredite werden günstiger angeboten. 

Diese sogenannte Niedrigzinspolitik führt dazu, dass Sparen nicht mehr so attraktiv ist – weder für Privatpersonen noch für Unternehmen. Auf der anderen Seite erhöht sich der Anreiz für Unternehmen und Konsumenten, Kredite aufzunehmen. Unternehmen erhalten so günstig Mittel, um in Wachstum zu investieren. Ihre Gewinnaussichten steigen, da Kredite auch für Konsumenten günstiger geworden sind.

Bedeutung der EZB in der Zinsentwicklung in Europa

Die Europäische Zentralbank sowie weitere Notenbanken der westlichen Industriestaaten betreiben diese Niedrigzinspolitik bereits seit der Rezession von 2008. Ziel ist es, mittelfristig die Preisstabilität zu gewährleisten, die sie als notwendige Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum im Euroraum betrachten.

Die Europäische Zentralbank (EZB)

Die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein Organ der Europäischen Union. Sie ist die gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion und bildet seit 1998 mit den nationalen Zentralbanken der EU-Staaten das Europäische System der Zentralbanken, das sogenannten Eurosystem.

Wenn wir über den Zinssatz sprechen, sind eigentlich drei verschiedene Leitzinssätze gemeint, über die die Europäische Zentralbank Einfluss auf das Konsumverhalten und die Kreditnachfrage nimmt:

  • der Zinssatz für das Hauptrefinanzierungsgeschäft 
  • die Spitzenrefinanzierungsfazilität
  • die Einlagefazilität 

Der Zinssatz für das Hauptrefinanzierungsgeschäft bestimmt die Höhe, zu der die EZB Geschäftsbanken Geld zur Verfügung stellt, und wird wöchentlich angepasst. Er gilt als wichtigster Leitzins und wird daher auch als „der“ Leitzins bezeichnet. 

Die Spitzenrefinanzierungsfazilität ist der Zinssatz, zu dem Banken kurzfristig unbegrenzt Liquidität aus dem Eurosystem erhalten können. Voraussetzung ist, dass sie über die entsprechenden Sicherheiten verfügen. Dieser Zinssatz stellt gleichzeitig die faktischen Obergrenzen für die Verzinsung von Tagesgeld dar.  

Die Untergrenze für die Verzinsung von Tagesgeld stellt die Einlagefazilität dar. Sie ist der Zinssatz, zu dem Banken überschüssiges Guthaben von der Zentralbank bis zum nächsten Geschäftstag im Eurosystem anlegen können.

Fazilität

Die Fazilität steht für die betraglich begrenzte Möglichkeit, Kredite aufnehmen oder Guthaben anlegen zu können. Damit es sich für die Banken lohnt, Gelder in Umlauf zu bringen, dürfen die drei Zinssätze nicht zu nah beieinander liegen.

Einführung von Strafzinsen auf Einlagen bei der EZB 

Der Plan der Europäischen Zentralbank geht allerdings nur teilweise auf. Grundsätzlich können Banken nahezu frei entscheiden, wie sie mit überschüssigen Geldern wirtschaften. Sie können es an andere Banken verleihen, in Form von Krediten an Unternehmen und Privatleute weitergeben oder in einem Safe lagern. Sie können es aber auch auf dem Konto, dass die EZB für jede Bank verwaltet, einzahlen. Natürlich behalten sie den sogenannten “Bodensatz” flexibel, um jederzeit liquide zu sein. 

Die EZB senkte den Zinssatz für Einlagen auf -0,5 Prozent. Banken, die das günstig geliehene Geld also nicht in Form von Krediten weitergeben, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen, zahlen Strafzinsen. Diese negativen Einlagezinsen geben Banken in Form von Negativzinsen immer öfter an ihre Kunden weiter. 

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Einführung von negativen Zinsen auf Einlagen für Kunden 

Laut dem Vergleichsportal biallo.de verlangen mittlerweile knapp 322 deutschen Banken und Sparkassen Negativzinsen von Privatkunden. Geschäftskunden werden bei 379 Instituten zur Kasse gebeten (Stand: Februar 2021). Zahlreiche Banken haben mit dem Jahreswechsel den Negativzins eingeführt. Andere haben ihren bereits bestehenden Negativzins zum Jahresbeginn noch einmal verschärft. Die meisten Banken mit Negativzinsen erheben -0,5 Prozent pro Jahr auf Einlagen. Wieder andere holen sich die Kosten für die Strafzinsen über einen gesenkten Freibetrag wieder.

Die Freibeträge variieren stark und sind zum teil auch individuell verhandelbar: Angefangen bei 1.000 Euro bei der bayerischen Ebase Bank liegt die Grenze bei der Volksbank Dresden-Bautzen und der Sparkasse Rotenburg-Osterholz bei 1.000.000 Euro. Zahlreiche Banken erheben ohne Freigrenze bereits ab 1 Euro Zinsen von ihren Kunden. Wieder andere erheben zwar keine Negativzinsen, holen sich das Geld aber über Kontoführungsgebühren wieder. Welche Einlagen vom Negativzins betroffen sind, ist ebenfalls unterschiedlich. Je nach Institut werden Girokonten, Tagesgeldkonten und/oder Wertpapierabrechnungskonten verzinst.

Gegebenenfalls bietet sich hier auch ein Tagesgeldkonto im europäischen Ausland an. Im Vergleich zu Deutschland, wo das Zinsniveau aktuell nahezu bei null Prozent liegt, erhältst Du dort derzeit attraktive Konditionen und höhere Zinsen für Tagesgeld. Penta empfiehlt Dir den Tagesgeldkonto-Vergleich von Weltsparen, unserem Kooperationspartner für Tagesgeld und Festgeld.

Auswirkungen von Negativzinsen auf Unternehmen

Private Anleger trifft die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank besonders hart. Zwar müssen die meisten Privatkunden bisher noch keine Negativzinsen zahlen, sie erhalten aber kaum noch Zinsen auf ihr Erspartes. Kommen die Negativzinsen zahlen sie im schlimmsten Fall sogar noch obendrauf. 

Aber auch Unternehmen leiden unter Negativzinsen. Zum einen ist nicht gesagt, dass Sparer ihr Geld ausgeben, wenn sich das Sparen nicht mehr lohnt. Manch einer legt sein Geld lieber unters Kopfkissen, um sein Geld vor den Einflüssen des Finanzmarktes zu schützen. Entsprechend verhält es sich mit Krediten. Zwar bieten niedrige Zinsen einen echten Anreiz, der dem Kreditnehmer aber nicht zwangsläufig nützt, was sich auch bei der kurzfristig gesenkten Mehrwertsteuer zur Abmilderung der Auswirkungen der Corona-Pandemie gezeigt hat. Der erhoffte Konsum ist ausgeblieben. 

Dieses Konsumverhalten lässt auch die Unternehmen vorsichtiger agieren. Der Markt wird von Angebot und Nachfrage bestimmt. Beim derzeitigen Konsumverhalten wägen Unternehmen trotz attraktiver Konditionen für Kredite sehr sorgfältig ab, ob sich eine Investition lohnt. Darüber hinaus müssen auch Unternehmen sich Alternativen überlegen, Firmengelder zu parken. Das Tagesgeldkonto bietet eine gute Möglichkeit, aktuell nicht benötigte Gelder beiseite zu legen und sich gleichzeitig seine Liquidität zu bewahren. Ein günstiger Kredit ist selten eine sonderlich schnelle Hilfe – es dauert häufig einfach zu lange, bis er gewährt wird. 

Hinzu kommt, dass nicht alle Banken – Penta beispielsweise – ein Interesse daran haben, Negativzinsen an ihre Kunden weiterzugeben und damit zu riskieren, treue Kunden zu verlieren. Letztendlich muss sich aber jede Bank über kurz oder lang mit Negativzinsen auseinanderzusetzen.

Langfristige Folgen der Negativzinsen: Ein Ausblick

Penta-Kunden sind aktuell bei einer Einlage ab 100.000 Euro von den Negativzinsen auf ihre Einlagen betroffen. Um Negativzinsen zu vermeiden, raten wir unseren Kunden dazu, ihr Guthaben auf verschiedene Konten bei unterschiedlichen Banken zu verteilen oder alternative Anlageformen zu nutzen. 

Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Konjunktur eingebrochen – eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Entsprechend wird sich die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank mittel- und langfristig vermutlich weiter verschärfen. Wir möchten Dich zu dieser Entwicklung auf dem Laufenden halten, setzen auf größtmögliche Transparenz in der Kommunikation, über die Auswirkungen für Dein Penta Geschäftskonto und möchten Dich auch weiterhin dabei unterstützen, Negativzinsen zu vermeiden.

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