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Private Rentenversicherung: Altersvorsorge für Selbstständige

Yasmin
Yasmin Februar 2021 10 Min

Inhaltsverzeichnis

Wer gerade mit seinem Business durchstartet, denkt natürlich nicht ans Aufhören. Für Selbstständige ist die Altersvorsorge jedoch ein zentrales Thema. Willst Du Deinen hart erarbeiteten Lebensstandard auch im Rentenalter aufrecht erhalten, musst Du Dir frühzeitig Gedanken darüber machen, wie Du diesen Lebensabschnitt finanzieren willst.

Die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge sind mittlerweile vielfältig. Die klassische private Rentenversicherung ist nur eine der zahlreichen Möglichkeiten, Dich im Alter abzusichern.   

Rentenversicherungspflicht für Selbstständige

Die Idee, dass nicht nur Angestellte, sondern auch Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder zu einer alternativen Altersvorsorge verpflichtet werden sollen, ist nicht neu. Bisher ist es allerdings bei der Idee geblieben. Selbstständige sind nach wie vor weitestgehend von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht ausgenommen.

Natürlich gibt es auch hier wieder Ausnahmen von der Regel: Selbstständige und Freiberufler, die in bestimmten Berufen tätig sind, sind trotz ihrer Selbstständigkeit gesetzlich rentenversichert. Hierzu zählen beispielsweise 

  • Lehrer und Erzieher
  • Künstler und Publizisten, die Mitglieder in der Künstlersozialkasse sind
  • Handwerker, die in die Handwerkerrolle eingetragen sind
  • Pflegepersonal, Hebammen und Entbindungspfleger
  • Hausgewerbetreibende
  • Seelotsen und Küstenschiffer und Küstenfischer

Alle anderen Selbstständigen sind unter der Voraussetzung, dass sie nicht ausschließlich für einen Auftraggeber arbeiten und keine eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen von der Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit. Ihnen ist es selbst überlassen, für welche alternative Altersvorsorge sie sich entscheiden. Welche Alternativen Selbstständige haben, zeigt dieser Überblick.

Freiwillig in der gesetzlichen Rentenkasse

Obwohl Du gesetzlich nicht verpflichtet bist, in die Rentenkasse einzuzahlen, ist die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung eine gute Alternative zur privaten Rentenversicherung, Dich im Alter abzusichern. Einer der Vorteile ist, dass Du nicht nur einen Anspruch auf die Altersrente, sondern auch einen Anspruch bei Erwerbsunfähigkeit sicherst.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Du als freiwillig Versicherter im Gegensatz zu Pflichtmitgliedern die Höhe Deiner Beiträge innerhalb eines bestimmten Rahmens selbst bestimmen kannst. Der Mindestbeitrag liegt aktuell bei 83,70 Euro monatlich, der Höchstbetrag bei monatlich 1.246,20 Euro. Du entscheidest auch, ob Du Deine Beiträge monatlich oder jährlich leistest. Um Deinen Anspruch auf die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung nicht zu verlieren, bist Du verpflichtet, regelmäßig und vor allem lückenlos zu bezahlen. 

private rentenversicherung selbständige

Die freiwillige gesetzliche Rentenversicherung verspricht Dir zwar die sichere Zahlung einer Altersrente, allerdings muss Dir bewusst sein, dass sich die steigende Lebenserwartung der Versicherten und die sinkende Zahl der Erwerbstätigen, die in die Rentenkasse einzahlen, auf die Höhe Deiner Rente auswirkt. Um Deinen Lebensstandard auch im Rentenalter zu sichern, ist eine Rentenzusatzversicherung zur privaten Altersvorsorge empfehlenswert.  

Entschließt Du Dich dazu, lieber ausschließlich privat für Dein Alter vorzusorgen, kannst Du die freiwillige Versicherung auch jederzeit kündigen. Allerdings kann Dir hier ein finanzieller Verlust entstehen. Alternativ kannst Du die freiwillige Rentenversicherung auch vorübergehend beitragsfrei stellen lassen. Ist die Auftragslage einmal schlecht, verschaffst Du Dir so finanziellen Spielraum, ohne Deinen Rentenanspruch ganz zu verlieren. Natürlich ändern sich mit der Freistellung aber auch die Versicherungskonditionen. Lass Dich vor so einem Schritt auf jeden Fall von der Rentenkasse beraten. 

Private Rentenversicherung

Ergänzend zur freiwilligen gesetzlichen Rentenversicherung oder als alleinige Altersvorsorge kannst Du eine private Rentenversicherung abschließen. Lange Zeit galt die private Rentenversicherung im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung als Garant für hohe Rentenerträge. Mittlerweile sind die Zinsen für langfristige Geldanlagen aber gesunken. Die klassische private Rentenversicherung wirft dadurch keine ausreichende Rendite mehr ab. Der Markt hat auf diesen Umstand reagiert und bietet heute Verträge mit dynamischen Renditen an. Mit einer regelmäßigen Anpassung der Beiträge an die Inflation ist es möglich, höhere Erträge mit der privaten Rentenversicherung zu erzielen. Zwar nimmst Du hier gegebenenfalls höhere Beiträge in Kauf, erhältst dafür aber die Gewissheit, dass Dein eingezahltes Geld durch die Inflation an Wert verliert. 

Eine weitere interessante Möglichkeit, ist die private Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht. Hier kannst Du am Ende der Laufzeit entscheiden, ob Du Deine angesparten Erträge als monatliche Rente oder als Einmalzahlung erhalten möchtest.

Der Markt ist groß. Welche private Rentenversicherung für Dich infrage kommt, hängt von unterschiedlichen individuellen Faktoren ab. Achte darauf, dass Du Deine private Vorsorge flexibel an Deine jeweilige unternehmerische Situation anpassen kannst. Für junge Gründer kann es sich durchaus lohnen, Risiken zugunsten einer hohen Verzinsung einzugehen. Verluste kannst Du über die Jahre gegebenenfalls noch ausgleichen. Mit steigendem Alter entscheiden sich Versicherte eher für solidere Anlagen. 

Private Rentenversicherung verkaufen

Wer dringend Geld benötigt, kann seine private Rentenversicherung verkaufen. Hier solltest Du dich vorher genauestens informieren, unter welchen Voraussetzungen und vor allem zu welchen Bedingungen ein Verkauf möglich ist.

Staatliche Förderung für Selbstständige?

2002 wurde in Deutschland mit der Riester-Rente eine privat finanzierte Rente, die durch staatliche Zulagen und durch Sonderausgabenabzug gefördert wird, eingeführt. Anspruch auf die sogenannte Altersvorsorgezulage haben ausschließlich rentenversicherungspflichtige Personen. Unter bestimmten Umständen haben also auch Selbstständige Anspruch auf die staatliche Förderung. 

  1. Wer über die Künstlersozialkasse (KSK) versichert ist oder als Meister seinen eigenen Handwerksbetrieb leitet, gilt als rentenversicherungspflichtig. Damit zählen Selbstständige und Freiberufler trotz ihrer Selbstständigkeit zum Kreis der unmittelbar zulagenberechtigten Personen.
  2. Selbstständige, die keine Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, können als mittelbar Zulagenberechtigte trotzdem riestern. Voraussetzung ist, dass sie in einem gemeinsamen Haushalt mit ihrem Ehepartner leben, der als unmittelbar Zulagenberechtigter bereits einen Vertrag für die Riester-Rente abgeschlossen hat und den Mindestbeitrag von 60 Euro pro Jahr entrichtet.
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Die Riester-Rente gilt als guter Baustein sein für die zusätzliche private Rentenversicherung. Um die staatliche Förderung in Anspruch zu nehmen, gibt unterschiedliche Riester-Vertragsformen:

  • Die klassische Riester-Rente
  • Den Wohn-Riester-Vertrag
  • Den Riester-Bausparvertrag 
  • Den Riester-Banksparplan
  • Der Riester-Fondssparplan

Wer schon bei Vertragsabschluss wissen möchte, welche Summe ihn am Ende erwartet, entscheidet sich für die klassische Riester-Rente mit garantierter Verzinsung. Diese Garantie hat allerdings auch ihren Preis: Zum einen sind die Kosten für die private Rentenversicherung im Vergleich zu anderen Riester-Formen relativ hoch. Zum anderen musst Du mit hohen Abzügen rechnen, wenn Du vor Rentenantritt Kapital entnimmst, kündigst oder den Anbieter wechseln möchtest. 

Wer auf eine Immobilie zur Altersvorsorge setzt, zahlt das Darlehen mit dem Wohn-Riester-Vertrag durch die staatliche Förderung schneller zurück. Diese Vertragsform lohnt sich besonders, wenn der Zinssatz höher ist als bei einem Darlehen ohne Förderung. Im Vergleich zur klassischen Riester-Rente erhältst Du keine monatliche Rente, sondern wohnst im Alter sozusagen mietfrei und musst diesen Vorteil über ein Wohnförderkonto versteuern. Voraussetzung für diese Art der Förderung ist, dass Du die Immobilie entsprechend auch selbst bewohnst. 

Alternativ bietet sich hier der Riester-Bausparvertrag zur Finanzierung einer Immobilie an. Der Bausparvertrag wird allerdings niedriger verzinst als die anderen Sparformen. Wer sich im Laufe der Zeit gegen den Kauf einer Immobilie entscheidet, kann den Bausparvertrag in eine andere Riester-Variante umwandeln, um höhere Renditen zu erzielen. 

Die dritte Möglichkeit zur Finanzierung von Wohneigentum ist der Riester-Banksparplan, mit dem Du Eigenkapital für die Finanzierung einer Immobilie ansparst. 

Mit einem Riester-Fondssparplan erwirbst Du einen Anspruch auf die Auszahlung sämtlicher Einzahlungen in die Rentenversicherung bei Renteneintritt. Im Vergleich zu den anderen Riester-Vertragsformen, verspricht der Fondssparplan die beste Chance auf hohe Renditen, da die Summe der gesparten Beiträge zum Ende der Laufzeit garantiert ist.

Was musst Du beim Abschluss der Riester-Rente beachten?

Unabhängig von der Wahl des Riester-Models erhalten Erwachsene eine Förderung in Höhe von bis zu 175 Euro im Jahr. Hast Du das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht, steht Dir im ersten Jahr zusätzlich einen Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 Euro zu. Wer Kinder hat, erhält pro Kind weitere Zulagen bis zu 300 Euro im Jahr. 

Die Höhe der Förderung ist von den eingezahlten Eigenbeiträgen abhängig. Pro Jahr musst Du mindestens 60 Euro. Zahlst Du weniger als vier Prozent Deines Jahresbruttoeinkommens, bekommst Du allerdings nicht den vollen Zuschuss. Du solltest daher regelmäßig überprüfen, ob Dein Beitrag zur Riester-Rente noch ausreicht, um Dir die komplette Zulage zu sichern.

Neben den Beitragszahlungen wird in der Regel innerhalb der ersten fünf Jahre eine Gebühr für den Vertragsabschluss fällig. Die Beiträge für diese private Rentenversicherung kannst Du in Deiner Einkommensteuererklärung geltend machen. Die Auszahlung der privaten Rentenversicherung ist steuerpflichtig und wird auf die Grundsicherung angerechnet. Entschließt Du Dich, den Riester-Vertrag zu kündigen, musst Du wie bei jeder privaten Rentenversicherung finanzieller Verluste in Kauf nehmen.

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Die Basis- oder Rürup-Rente

Eine weitere Form der privaten Rentenversicherung ist die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt. Hierbei zahlst Du flexibel monatlich, jährlich oder einfach, wenn Du Kapital übrig hast, Beiträge bei einem Renten-Anbieter ein. Dieser verwendet Dein Geld, um Kapital zu schaffen und durch Verzinsungen und andere Geschäfte zu vermehren. Die Beiträge zu dieser privaten Rentenversicherung kannst Du 2021 bis zu einer Höhe von cirka 92 Prozent von der Steuer absetzen. Dieser Prozentsatz erhöht sich jedes Jahr um weitere zwei Prozent. Das heißt, ab 2025 sind die Beiträge zur privaten Altersvorsorge zu hundert Prozent steuerlich absetzbar.

Immobilien als private Rentenversicherung

Auch ohne Riester-Förderung ist eine private Rentenversicherung in Form einer Immobilie eine gute Möglichkeit, vorzusorgen. Du kannst die Immobilie entweder selbst bewohnen und damit Mietkosten sparen. Alternativ kannst Du ein Haus oder eine Eigentumswohnung auch vermieten und von den Mieteinnahmen leben. Eine Immobilie als Privatrente ist sicherlich empfehlenswert. Allerdings musst Du hier sehr sorgfältig kalkulieren, um im Alter wirklich zu profitieren. Damit sich eine selbst genutzte Immobilie oder die Vermietung lohnt, sollte sie bei Renteneintritt schuldenfrei sein. Da auch immer wieder Kosten für die Instandhaltung anfallen, ist es mit der Immobilie allein als Altersvorsorge nicht getan. Es empfiehlt sich hier zusätzliche Maßnahmen der privaten Altersvorsorge zu treffen. 

Erwerbsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit

Wer als Selbstständiger freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt, profitiert neben der Altersrente auch von der Absicherung bei Erwerbsunfähigkeit. Entscheidest Du Dich gegen die gesetzliche Rentenversicherung, lohnt es die zusätzliche Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit. Achte bei Vertragsabschluss aber genau auf die Unterschiede: 

  • Kannst Du aus gesundheitlichen Gründen gar nicht mehr am Berufsleben teilnehmen, bist Du erwerbsunfähig.
  • Kannst Du zwar nicht mehr in Deinem Beruf arbeiten, aber noch in einem anderen Bereich eingesetzt werden, bist Du berufsunfähig. 

Bei der Berufsunfähigkeit ist das Verweisungsrecht von entscheidender Bedeutung. Ist dieses Recht von Deiner Berufsunfähigkeitsversicherung ausgenommen, bist Du verpflichtet, andere zumutbare Tätigkeiten auszuüben, bevor Du Leistungen aus Deinem Vertrag erhältst.

Welche private Altersvorsorge ist sinnvoll für Selbstständige?

Ob freiwillig gesetzlich versichert, zulagenberechtigt für die Riester-Rente, Immobilien, die klassische private Rentenversicherung oder die Rürup-Rente. Die passende private Altersvorsorge hängt immer von Deinen individuellen Umständen ab. Wer sichergehen will, baut die private Altersvorsorge auf mehreren Säulen auf. Achte bei Deiner Entscheidung in jedem Fall darauf, flexibel zu bleiben. Als Selbstständiger weißt Du, dass sich Deine unternehmerische Situation schnell ändern kann. Deine Altersvorsorge solltest Du daher ebenso flexibel anpassen können, um Deinen gewohnten Lebensstandard auch im Alter halten zu können.

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