Der ultimative Ratgeber zum Gründungszuschuss

Yasmin
Yasmin Dezember 2021 Content Editor 8 Min

Inhaltsverzeichnis

Arbeitslosigkeit trifft viele Menschen unerwartet und stellt sie erst einmal vor große Herausforderungen. Sie kann aber auch der Anlass sein, sich endlich den Traum der Selbstständigkeit zu erfüllen. Dabei unterstützt die Agentur für Arbeit Empfänger von ALG I mit dem Gründungszuschuss.

Dieser Zuschuss steht aber nicht jedem Arbeitslosen automatisch zu. Die Bewilligung ist an verschiedene Voraussetzungen gebunden, die Du erfüllen musst, um finanzielle Unterstützung für Dein Gründungs­vorhaben zu bekommen. Welche das sind, erfährst Du in diesem Ratgeber.

Was ist der Gründungszuschuss?

Der Gründungszuschuss ist eine finanzielle Förderung von der Bundesagentur für Arbeit, die es Arbeitslosen erleichtern soll, ihr eigenes Unternehmen zu gründen, um aus der Arbeitslosigkeit wieder in eine feste Tätigkeit zu kommen.

Oberstes Ziel der Behörde ist es allerdings, Arbeitslose in Arbeit oder Ausbildung zu vermitteln. Daher besteht für Arbeitslose, die ein eigenes Unternehmen gründen wollen, kein gesetzlicher Anspruch auf den Zuschuss. Bei dem Gründungszuschuss handelt es sich um eine sogenannte Ermessensleistung, die an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist.

Wird Dir die Förderung zur Existenzgründung gewährt, sind die Gelder, die Du beziehst, steuerfrei. Der Gründungszuschuss wird weder in Deiner Steuer als zusätzliche Einnahmen ausgewiesen noch unterliegt er dem Progressionsvorbehalt.

Im Gegensatz zu anderen Fördermitteln wie einem Gründerkredit musst Du den Gründungszuschuss nicht zurückzahlen. Entsprechend werden auch keine Zinsen erhoben. 

Progressionsvorbehalt

Gemäß § 32b des Einkommensteuergesetzes (EStG) unterliegen bestimmte Leistungen dem Progressionsvorbehalt. Hierzu zählen beispielsweise das Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Mutterschaftsgeld oder Elterngeld. Obwohl die Zuschüsse steuerfrei sind, erhöhen sie den Steuersatz, mit dem ein Steuerpflichtiger in seiner Einkommensteuer veranlagt wird.

Wer kann Gründungszuschuss beantragen?

Den Gründerzuschuss können Arbeitslose, die Arbeitslosengeld I (ALG I) beziehen, beantragen, um sich selbstständig zu machen und so aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen. Darüber hinaus müssen sie weitere Voraussetzungen erfüllen, um den Gründungszuschuss zu beantragen und diese der Bundesagentur für Arbeit bei der Antragstellung auch nachweisen.

Arbeitslose, die Arbeitslosengeld II (ALG II), auch Hartz IV genannt, beziehen, können den Gründungszuschuss nicht beantragen. Empfänger des ALG II können das Einstiegsgeld beantragen, um sich aus der Arbeitslosigkeit selbstständig zu machen. Auch hier besteht kein gesetzlicher Anspruch. Die Bewilligung des Einstiegsgeldes liegt ebenfalls im Ermessen der Bundesagentur für Arbeit.

Wer seine Arbeitslosigkeit durch die eigene Kündigung selbst verschuldet hat, hat für die Dauer von drei Monaten zunächst keinen Anspruch auf ALG I und kann folglich erst nach Ablauf dieser Frist den Gründungszuschuss beziehen.

Welche Voraussetzungen gelten für den Gründerzuschuss?

Wenn Du den Gründungszuschuss beantragen möchtest, musst Du als Empfänger von ALG I bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit noch mindestens 150 Tage Anspruch auf den Bezug des Arbeitslosengeldes haben.

Zudem erwartet die Bundesagentur für Arbeit, dass Du mithilfe des Gründungszuschusses eine hauptberufliche selbstständige Tätigkeit aufnimmst, mit der Du eigenständig für Deinen Lebensunterhalt sorgen kannst. Zu den Voraussetzungen für den Gründerzuschuss zählen:

Vorbereitung durch Businessplan

Entsprechend musst sie bei der Antragstellung davon überzeugen, dass Du für Deinen Start in die Selbstständigkeit bereit bist. Dein Engagement beweist Du beispielsweise mit einem Businessplan.

Ein Businessplan beschreibt Deine Geschäftsidee und das Konzept Deines Unternehmens und somit Deiner zukünftigen Tätigkeit. Zudem kann er Dich in der Gründungsphase dabei unterstützen, den Überblick zu behalten: Du legst Meilensteine fest und stellst einen Zeitplan auf, um regelmäßig Deine Fortschritte zu überprüfen und Verbesserungspotenzial zu identifizieren.

Gutachten zum Erfolgspotenzial

Für die Antragstellung benötigst Du die Fürsprache einer fachkundigen Stelle. Die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, aber auch Kreditinstitute, Gründungszentren oder Steuerberater sind dazu berechtigt, die sogenannte Tragfähigkeit Deines Gründungsvorhabens zu prüfen.

Ohne Vorlage eines entsprechenden Gutachtens wird Dir der Gründungszuschuss nicht bewilligt.  

Fachliche Qualifikation

Darüber hinaus musst Du Deine persönliche und fachliche Eignung darlegen. Hast Du eine überzeugende Geschäftsidee und beweist das notwendige Engagement, sie mithilfe des Gründungszuschusses auch erfolgreich umzusetzen, hast aber keine Kenntnisse in ordnungs­gemäßer Buchhaltung, kann es passieren, dass die Bundesagentur für Arbeit Deine fachliche Eignung überprüft oder Du an einem Kurs zur Existenzgründung teilnehmen musst.

Beziehst Du ALG I, kannst Du Deine Vermittlungskraft um einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, kurz AVGS, bitten, um kostenlos an einem Seminar teilzunehmen. Genau wie beim Gründungszuschuss handelt es sich auch bei dem Gutschein um eine Ermessensleistung, auf die Du keinen gesetzlichen Anspruch hast. Fragst Du selbst danach, zeigst Du Deiner Vermittlungskraft aber Dein Engagement und Deinen Willen, Dein Gründungsvorhaben erfolgreich umzusetzen.

Welche Voraussetzungen gelten für den Gründungszuschuss

Wie kann man den Gründungszuschuss beantragen?

Willst Du den Gründungszuschuss beantragen, musst Du persönlich bei der Bundesagentur für Arbeit vorsprechen. Einen Termin für dieses Gespräch kannst Du telefonisch unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 4 555500 oder online vereinbaren. Dieses Gespräch ist entscheidend für die Bewilligung Deines Antrags.

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Welche Unterlagen und Nachweise benötigst Du?

Den Antrag auf den Gründungszuschuss bekommst Du von Deiner Vermittlungskraft bei der Bundesagentur für Arbeit und füllst gemeinsam mit ihr aus. Dazu benötigst Du unterschiedliche Unterlagen und Nachweise:

  • Businessplan inklusive eines Finanzplans
  • Nachweis einer besonderen Qualifikation (Meisterbrief, Ausbildungszeugnis, Mitgliedschaft in einer Berufskammer, Gesundheitszeugnis, polizeiliches Führungszeugnis, Führerschein)
  • Nachweis der Tragfähigkeit Deines Gründungsvorhabens durch eine berechtigte Stelle
  • Nachweis über eine AVGS-Maßnahme

Wer entscheidet über den Gründungs­zuschuss?

Der Gründungszuschuss für Deine Existenzgründung wird von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt. Entsprechend wird ein Förderungsantrag an die Behörde gestellt und von ihr nach einer Prüfung bewilligt oder abgelehnt.

Welche Rahmenbedingungen gelten für den Gründerzuschuss?

Neben einer gründlichen Vorbereitung musst Du auch bestimmte Fristen im Blick haben, um den Gründungszuschuss zu beantragen. 

  • Du kannst den Gründungszuschuss erst beantragen, wenn Du ALG I beziehst.
  • Du musst bei der Gründung noch mindestens 150 Tage Anspruch auf ALG I haben. Vorsicht bei der Berechnung des Anspruchs auf den Gründungszuschuss: Die Bundesagentur für Arbeit berechnet jeden Monat mit 30 Tagen. 
  • Du darfst erst nach der Antragstellung gründen, ein nachträglicher Antrag wird nicht bewilligt, da mit der Aufnahme Deiner Selbstständigkeit Deine Arbeitslosigkeit und damit Dein Anspruch auf ALG I endet. 

Fristen für die Gründung

Um zu prüfen, ob Du noch ausreichend Tage für den Bezug von ALG I über hast, gilt der Tag der Gründung. Bei gewerblichen Unternehmen ist der Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung entscheidend, bei Freiberuflern die Anmeldung beim Finanzamt. Verpasst Du diese Fristen, erhältst Du keine Förderung. 

Dauer der Beantragung

Der Gründungszuschuss kann insgesamt für die Dauer von 15 Monaten beantragt werden. Die Förderdauer wird dabei in zwei Phasen unterteilt. Phase 1 dauert sechs Monate. 

Zuschuss verlängern 

Nach Ablauf der sechs Monate kann die Förderung in Phase 2 für weitere neun Monate beantragt werden. Hierfür musst Du nachweisen, dass Du hauptberuflich selbstständig tätig bist.

Höhe des Gründungszuschusses

Die Höhe des Fördergeldes hängt von der jeweiligen Phase ab:

  • Phase 1: Der Antragsteller erhält sein ALG I in bisher gewohnter Höhe. Die Höhe hängt davon ab, wie viel Du vor Beginn Deiner Arbeitslosigkeit verdient hast. Zusätzlich erhältst Du in Phase 1 einen Zuschuss in Höhe von monatlich 300 €.
  • Phase 2: Du erhältst für weitere neun Monate 300 € pro Monat. Die Zahlung des ALG I wird aber eingestellt.  

Was tun, wenn der Gründungszuschuss abgelehnt wird?

Erfüllst Du nicht die notwendigen Voraussetzungen, um den Gründungszuschuss zu beantragen, bleiben Dir weitere Möglichkeiten, Deinen Start in die Selbstständigkeit zu finanzieren.

Neben klassischen Finanzierungsmöglichkeiten wie einem Bankkredit oder der Investorensuche kannst Du Dich alternativ bei einem staatlichen Förder­­programm bewerben. Eine Übersicht der Förderprogramme in Deutschland findest Du im Existenzgründungs­portal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BWMi). 

Fazit: Gründungszuschuss für den Start in Deine Selbstständigkeit beantragen

Der Gründungszuschuss ist eine gute Möglichkeit, sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig zu machen. Allerdings ist die Bewilligung dieser Förderung an bestimmte Regelungen, hohe Anforderungen und eine sorgfältige Vorbereitung des Antrags gebunden. Die Mühe lohnt sich aber: Wird Dir der Gründungszuschuss bewilligt, erhältst Du bis zu 15 Monate finanzielle Unterstützung, um Dein Business aufzubauen. Und das beste: Du musst den Zuschuss weder versteuern noch zurückzahlen. 

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