Unternehmensformen im Überblick: So wählst Du die Richtige

Yasmin
Yasmin März 2021 Content Editor 20 Min

Inhaltsverzeichnis

Die Wahl der Unternehmensform ist eine entscheidende Grundlage für den Erfolg Deiner Unternehmensgründung. Daher solltest Du genau überlegen, welche Gesellschaftsform am besten zu Deinem geschäftlichen Vorhaben passt. Eine erste Übersicht über die Unternehmensformen in Deutschland ist der erste Schritt für eine fundierte Entscheidung.

Welche Gesellschaftsformen es gibt, worauf Du bei den unterschiedlichen Formen achten solltest und welche Unternehmensform sich am besten für Dein Business eignet, erfährst Du in diesem Ratgeber.

Wir haben außerdem ein übersichtliches E-Book mit allen Unternehmensformen zusammengestellt, dass Du hier herunterladen kannst:

Welche Arten von Unternehmensformen gibt es?

Grundsätzlich werden Unternehmensformen in Deutschland in drei Arten aufgeteilt:

Diese drei Arten unterscheiden sich in ihren Anforderungen, Rechten und Pflichten an die gründenden Personen. Eine zentrale Rolle spielen Fragen zur Haftung und dem Startkapital. Aber auch formale Aspekte bei der Gründung oder bei der Buchführung sind entscheidend.

Egal, ob Du ein Startup gründen oder ein Business neben Deinem Job aufbauen möchtest: Eine Unternehmensform, die zum Gründen Deiner Firma genau richtig ist, kann sich später aufgrund von Veränderungen im Unternehmen als nachteilig erweisen. Deshalb ist es wichtig, auch die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten Deines Unternehmens in die Entscheidung einfließen zu lassen.

Einzelunternehmen

Als Einzelkaufmann oder Einzelunternehmer befindet sich Dein Unternehmen vollständig in Deinem alleinigen Besitz. Solltest Du ein Einzelunternehmen gründen, hast Du den alleinigen Anspruch auf alle anfallenden Gewinne und Verluste und trägst das alleinige Risiko. Das heißt, Du haftest in vollem Umfang und auch mit Deinem Privatvermögen.

Ein solches Unternehmen gründest Du entweder ohne Stammkapital oder mit einer beliebigen Summe. Stammt das Geld von Dir selbst, handelt es sich um Eigenkapital. Du kannst das Firmenvermögen jederzeit durch neue Einlagen erhöhen. Entweder durch weiteres Eigenkapital oder durch die Aufnahme von Fremdkapital.

Die Kosten für die Unternehmensgründung eines Einzelunternehmens sind gering. Im laufenden Betrieb musst Du Zahlungen der Einkommensteuer und Gewerbesteuer berücksichtigen.

In diesem Artikel werden die folgenden Einzelunternehmen betrachtet:

Kleingewerbe

Als Gewerbe gilt jede eigenverantwortliche unternehmerische Tätigkeit. Steht bei Unternehmensgründung kein großes Betriebsvermögen im Hintergrund, um gleich zahlreiche Mitarbeiter zu beschäftigen und hohe Umsätze zu erzielen, ist die Gründung eines Kleingewerbes eine gute Option, um sich eine eigene Existenz aufzubauen.

Als Gewerbetreibender unterliegst Du den Vorschriften für Kleingewerbetreibende. Diese findest Du im Bürgerlichen Gesetzbuch, in der Gewerbeordnung sowie den Steuer- und Sozialgesetzen. Eine notarielle Beurkundung ist bei der Gründung der Unternehmensform Kleingewerbe nicht von Nöten.

Der Aufwand, ein Kleingewerbe zu betreiben ist relativ gering und ist durch den schnellen Anmeldeprozess eine günstige Variante, wenn Du eine Firma gründen möchtest. Kleingewerbetreibende sind nicht zur doppelten kaufmännischen Buchführung verpflichtet, müssen keine Bilanz erstellen, keinen Jahresabschluss veröffentlichen und keine Inventur durchführen.

Die Gewerbesteuerpflicht

Kleingewerbe sind grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig. Um in Deutschland ein Kleingewerbe zu betreiben, musst Du Dein Unternehmen beim Gewerbeamt anmelden und einen Gewerbeschein beantragen.

Wenn Du bereits hauptberuflich in einem anderen Beruf tätig bist und Du Deinem eigenen Gewerbe nur wenige Stunden im Monat nachgehst, fällt Deine Tätigkeit in die Kategorie des Nebenerwerbs. Der Vorteil ist, dass bei dieser Unternehmensform keine Sozialversicherungsbeiträge auf die Einnahmen aus einem Nebengewerbe anfallen, wenn der Zeiteinsatz unter 20 Stunden liegt und das Einkommen aus dem Nebengewerbe den Haupterwerb wirtschaftlich nicht übersteigt.

Die Kosten für eine Gewerbeanmeldung sind unabhängig von der Anmeldung eines Haupt- oder Nebengewerbes und betragen je nach Gemeinde 10 bis 60 Euro.

Als Gewerbetreibender kannst Du einen steuerlichen Freibetrag von 24.500 Euro in Anspruch nehmen. Dieser Betrag gilt für jedes einzelne Gewerbe. Meldest Du zwei Gewerbe an, erhältst Du den Freibetrag auch zweimal. Der Ertrag, der über diese Grenze hinaus eingenommen wird, wird mit 3,5 Prozent und dem Hebesatz der entsprechenden Gemeinde versteuert.

Gewerbetreibende sind Pflichtmitglieder in der Industrie- und Handelskammer.

Anmeldung beim Finanzamt

Nach der Gewerbeanmeldung informiert das Gewerbeamt Behörden und Institutionen wie die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer (HWK) und das Finanzamt über Dein Vorhaben.

Beim Finanzamt erhältst Du einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den Du ausgefüllt zurückschicken musst. Du kannst Deine private Steuernummer als Kleingewerbetreibender weiterhin nutzen, solltest aber die vom Finanzamt zugeteilte neue Steuernummer nutzen, um Berufliches und Privates voneinander zu trennen.

Entsprechend solltest Du Dir für diese Unternehmensform bei der Gründung auch ein Geschäftskonto für Einzelunternehmer einrichten.

Kleinunternehmerregelung

Als Gewerbetreibender hast Du die Möglichkeit, die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen. Kleinunternehmer sind im Sinne des Umsatzsteuergesetzes von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit. Voraussetzung ist, dass Dein Vorjahresumsatz nicht über 22.000 Euro gelegen hat und der Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro betragen wird.

Nach der Gewerbeanmeldung und der Anmeldung beim Finanzamt gilt Dein Gewerbeunternehmen offiziell als gegründet. Die Pflicht zur Anmeldung im Handelsregister entfällt für kleingewerbliche Unternehmen.

Freiberufler

Der Freiberuflers ist eine Form des Einzelunternehmers, die bestimmten Berufsgruppen vorbehalten ist. Es gelten besondere Grundlagen, Voraussetzungen und gesetzliche Bestimmungen, die den Unterschied zwischen Freiberufler und Selbstständigem ausmachen.

Das Einkommensteuergesetz (EstG) regelt, dass Unternehmer, die einen der sogenannten Katalogberufe ausüben, automatisch als Freiberufler gelten. Zu diesen Berufsgruppen zählen beispielsweise:

  • wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten
  • medizinische Berufe wie Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker oder Krankengymnasten
  • Anwälte und Notare
  • Ingenieure und Architekten
  • Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer oder Steuerbevollmächtigte
  • Journalisten und Bildberichterstatter
  • Dolmetscher und Übersetzer

Du kannst Dich als Freiberufler freiwillig einen Eintrag ins Handelsregister vornehmen lassen. Dabei solltest Du die Vor- und Nachteile aber genauestens abwägen.

Bei der Buchhaltung hast Du es leicht, denn Du bist nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet. Eine Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) ist ausreichend.

Liegt Dein Vorjahresumsatz nicht über 22.000 Euro und wird im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro betragen, kannst Du als Freiberufler die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und Dich von der Umsatzsteuer befreien lassen.

Die Unternehmensgründung als Freiberufler ist mit einem recht geringen Aufwand verbunden. Zum Unternehmen gründen benötigst Du nicht zwingend ein Startkapital. Du meldest Dein Unternehmen beim Finanzamt an, erhältst Deine Steuernummer und kannst direkt loslegen!

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Ein-Personen-GmbH

Die Unternehmensform der Ein-Personen-GmbH ist im Vergleich zum Kleingewerbe und dem Freiberufler ein Einzelunternehmen mit beschränkter Haftung. Sie verbindet quasi die Vorzüge eines Einzelunternehmens mit der Haftungsbeschränkung einer GmbH.

Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass Banken bei der Kreditvergabe an Ein-Personen-GmbHs zurückhaltend reagieren. Für ein kapitalintensives Unternehmen liegt bei der Gründung in dieser Unternehmensform ein großer Nachteil.

Bei Gründung und Betrieb gibt es zahlreiche Formalitäten zu berücksichtigen:

  • Betrieb eines Handelsgewerbes
  • Stammkapital in Höhe von mindestens 25.000 Euro
  • Pflicht, zur Anmeldung beim Gewerbeamt und zur Eintragung in das Handelsregister
  • Gesellschaftervertrag, der notariell beglaubigt werden muss
  • Namens für Dein Unternehmen mit dem Zusatz „GmbH“
  • Pflicht zur doppelten Buchführung verpflichtet
  • Erstellung von Jahresabschlüssen inklusive Bilanz und Gewinn- und-Verlust-Rechnung
  • Gewinne unterliegen der Körperschaftsteuer
  • Möglicher Lohn für Geschäftsführer ist einkommensteuerpflichtig

Ein-Personen-AG

Die Ein-Personen-AG lässt sich bereits mit nur einem Aktionär gründen. Allerdings sind mindestens drei Aufsichtsräte zu bestellen. Im Vergleich zu anderen Unternehmensformen sind die Gründungsformalitäten und die laufenden Pflichten deutlich aufwendiger und kostspieliger. Zu den Kosten einer Ein-Personen-AG gehören unter anderem:

  • Grundkapital von mindestens 50.000 Euro
  • Kosten für Notare, Gerichte, Hauptversammlungen, Prüfung und Publikation der Jahresabschlüsse
  • Weitere Kosten zur Einführung und Sicherung der Aktien

Wenn Du diese kleine Version einer AG gründen möchtest, trittst Du als Aktionär auf und musst mindestens ein Viertel des Grundkapitals sofort einbringen. Es wird ein Aufsichtsrat bestimmt, der wiederum den Vorstand benennt. Die Unternehmensgründung wird vom Vorstand, dem Aufsichtsrat und von einem Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater geprüft.

Das Grundkapital wird in Aktien aufgeteilt. Der Mindestnennwert beträgt 1 Euro. Mit dem Eintrag in das Handelsregister haftet das Gesellschaftsvermögen der AG in voller Höhe.

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Personengesellschaften

Bei Personengesellschaften stehen die beteiligten Gesellschafter im Fokus. Für eine Gründung werden mindestens zwei natürliche oder juristische Personen als Gesellschafter benötigt. Eine Kapitaleinlage ist üblich, aber keine Voraussetzung. Die Grundlage dieser Unternehmensform stellt ein formfreier Gesellschaftsvertrag dar.

Bei der Buchhaltung wird zwischen den unterschiedlichen Formen von Personengesellschaften unterschieden: Für die GbR ist eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung ausreichend. Personengesellschaften wie OHG, KG, GmbH & Co. KG, GmbH & Co. OHG, die im Handelsregister eingetragen sind, sind zur doppelten Buchführung verpflichtet.

Personengesellschaft sind umsatz- und gewerbesteuerpflichtig. Bei der Einkommensteuer und der Erbschaftssteuer werden die Gesellschafter anteilig besteuert.

Im Folgenden werden eigene bekannte Personengesellschaften näher betrachtet.

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die Rechtsform der offenen Handelsgesellschaft (OHG) lässt sich mit wenig bürokratischem Aufwand gründen. Dafür trägst Du aber die persönliche Verantwortung für das Unternehmen und haftest mit Deinem Privatvermögen. Stammkapital wird nicht benötigt.

Die Offene Handelsgesellschaft ist ein Gewerbeunternehmen, das in erster Linie mit Waren handelt.

Für die Gründung einer OHG werden mindestens zwei Gesellschafter benötigt, die beide gleichzeitig als Geschäftsführer fungieren. Bei mehreren Geschäftsführern müssen die Zuständigkeiten in einem Gesellschaftsvertrag klar geregelt werden.

Die Unternehmensform der OHG muss in das Handelsregister eingetragen werden. Der Antrag wird mithilfe eines Notars ausgefüllt, der ihn auch beim zuständigen Registergericht einreicht. Anschließend musst Du Deine Firma beim Gewerbe- und Finanzamt anmelden.

Ein Geschäftskonto für die OHG ist verpflichtend und lässt sich beispielsweise bei Penta schnell und unkompliziert online eröffnen.

Kommanditgesellschaft (KG)

Kommanditist und Komplementär sind die entscheidenden Akteure einer Kommanditgesellschaft, wobei der Komplementär der vollhaftende Verantwortliche und der Kommanditist die teilhaftende Begleitperson ist.

Der Komplementär haftet persönlich für Forderungen. Bei Rechtsstreitigkeiten haftet dieser auch mit seinem Privatvermögen. Dafür ist er alleinberechtigter Geschäftsführer und muss den Kommanditisten nicht zwingend ein Mitspracherecht gewähren, sofern dies im Gesellschaftsvertrag nicht anderweitig geregelt ist.

Der Kommanditist bringt Kapital in das Unternehmen ein und haftet ausschließlich mit dieser Summe. Der Kommanditist kann auch als juristische Person auftreten. Falls nicht anderes festgelegt wurde, hat der Kommanditist kein Entscheidungsrecht.

Obwohl es sich bei der Kommanditgesellschaft um eine Personengesellschaft handelt, profitiert der Kommanditist wie bei Kapitalgesellschaften von den Vorteilen der beschränkten Haftung. Der Kommanditist geht somit kein großes Wagnis ein, wenn er sich am Unternehmen beteiligt. Dies ist für eine Personengesellschaft einzigartig und stellt einen großen Vorteil gegenüber einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder einer Offenen Handelsgesellschaft (OHG) dar.

Für die Gründung dieser Unternehmensform ist kein Stammkapital festgeschrieben. Die Finanzierung durch den Kommanditisten sorgt dennoch für ein solides Ansehen bei Kapitalgebern.

Bei einer KG ist ebenfalls der Gesellschaftsvertrag der erste Schritt auf dem Weg zur Unternehmensgründung. Lege besonderes Augenmerk auf die Mitbestimmungsregelung der Kommanditisten. Auch die Aufteilung möglicher Gewinne oder Verluste sind im Vorfeld zu regeln, ebenso wie Bestimmungen zur Nachfolge, bei Ausscheiden eines Kommanditisten.

Im nächsten Schritt wird die KG in das Handelsregister eingetragen sowie beim Gewerbe- und Finanzamt angemeldet.

Unternehmensgründung Rechtsform

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Mit geringen Kosten und ohne großen organisatorischen Aufwand startest Du mit einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts in das Geschäftsleben.

Für die Gründung der GbR ist kein schriftlicher Vertrag erforderlich. Sie kann quasi papierlos erfolgen. Eine eindeutige mündliche Vereinbarung und ein Zweck, den die Gesellschafter gemeinsam verfolgen, sind grundsätzlich ausreichend. Um Streitigkeiten zu vermeiden, ist es allerdings ratsam, dennoch einen schriftlichen Vertrag aufzusetzen.

Erste Voraussetzung für die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist der Zusammenschluss von mindestens zwei Personen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um natürliche oder juristische Personen handelt.

Die GbR ist gewerbesteuerpflichtig. Für die Anmeldung beim Gewerbeamt sind die Unterschriften aller Gesellschafter erforderlich. Das Gewerbeamt kümmert sich in der Regel um die Weitergabe Deiner Daten an das Finanzamt, damit Du eine Steuernummer für die GbR erhältst.

Tipp: Mehr zum Thema GbR Steuern, erfährst Du in unserem Ratgeber.

Ein möglicher Nachteil dieser Unternehmensform ist, dass Du als Gründer einer GbR persönlich für das Unternehmen verantwortlich bist und mit Deinem privaten Vermögen haftest. Das fehlende Stammkapital verringert außerdem das Ansehen bei Kapitalgebern.

Die Unternehmensgründung als GbR hat aber auch ihre Vorteile: 

  • Einfache Gründung mit nur wenigen Voraussetzungen
  • Gründungskosten sind vergleichsweise gering
  • Nur wenige Auflagen sind im laufenden Betrieb zu erfüllen

Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft (GmbH & Co. KG)

Die GmbH & Co. KG ist eine Mischform aus den Unternehmensformen GmbH und Kommanditgesellschaft (KG). Sie wird als Kommanditgesellschaft behandelt und gilt somit als Personengesellschaft. Der Komplementär einer GmbH & Co. KG ist keine natürliche Person, sondern eine GmbH, die unbeschränkt mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet.

Im ersten Schritt wird eine GmbH gegründet. Dazu sind mindestens ein persönlich haftender Gesellschafter und ein Teilhaber erforderlich. Nach Eintrag in das Handelsregister kann die GmbH & Co. KG gegründet werden. Die Kommanditisten haften bis zum Eintrag auch mit ihrem Privatvermögen, nach Unternehmensgründung tritt die volle Haftungsbeschränkung in Kraft.

Die Grundlagen der Gesellschaft werden im Gesellschaftsvertrag oder der Satzung festgehalten.

Für die Gründung ist ein Mindestkapital in Höhe von 25.000 Euro notwendig. Dieses kann auch als Sachwert erbracht werden.

Aktiengesellschaft & Compagnie Kommanditgesellschaft (AG & Co. KG)

Bei einer AG & Co. KG handelt es sich um eine Kommanditgesellschaft (KG), bei der eine Aktiengesellschaft (AG) die Funktionen des Komplementärs wahrnimmt. Die Geschäfte der KG werden durch den Vorstand der AG geführt.

Die Gewinnbeteiligung und die Besteuerung erfolgen nach den Bestimmungen über die KG. Geschäftsführung und Vertretungsmacht liegen bei der Komplementär-AG beziehungsweise bei deren Vorstand.

Stille Gesellschaft

Die Stille Gesellschaft bietet sich eher als unbürokratische Investition in ein Unternehmen zur Unternehmensgründung an. Der Inhaber des Unternehmens kann so sein Kapital schnell und unkompliziert aufstocken, ohne sich in seiner Entscheidungsbefugnis einschränken zu lassen. Der Stille Gesellschafter erhält im Gegenzug für seine Betriebseinlage eine Gewinnbeteiligung. Die Haftung ist auf die Höhe seiner Einlagen begrenzt.

Sofern es nicht anders im Gesellschaftsvertrag geregelt ist, tritt er nicht nach Außen in Erscheinung und beteiligt sich nicht an der Geschäftsführung. Er hat das Recht, den Jahresabschluss zu prüfen und nimmt im Fall einer Insolvenz, die die rechtliche Stellung eines Gläubigers ein.

Kapitalgesellschaften

Bei den Unternehmensformen der Kapitalgesellschaften steht bei der Unternehmensgründung das hinterlegte Kapital im Vordergrund. Im Vergleich zu Personengesellschaften oder Einzelunternehmen besteht bei den Unternehmensformen der Kapitalgesellschaften eine strikte Trennung der Gesellschaft als eigenständige juristische Person und ihren Gesellschaftern.

Die Kapitalgesellschaft hat Rechte und Pflichten, kann Vermögen besitzen und unter dem Firmennamen klagen und verklagt werden. Zur Gründung sind mindestens zwei natürliche oder juristische Personen notwendig. Ausnahme bilden die Ein-Personen-GmbH beziehungsweise die Ein-Personen-UG und die Ein-Personen-AG.

Eine Kapitaleinlage ist Voraussetzung. Ihre Höhe variiert je nach Gesellschaftsform zwischen 1 und 50.000 Euro.

Kapitalgesellschaften haben folgende Verpflichtungen:

  • Eintrag in Handelsregister notwenig
  • Doppelte Buchführung und Jahresabschluss
  • Veröffentlichung der Jahresabschlüsse in elektronischer Form beim Bundesanzeiger
  • Zahlung von Umsatz-, Gewerbe-, Körperschaft- und Kapitalertragsteuer

Kapitalgesellschaften haften mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Ausnahme bildet die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Hier haftet der Komplementär unbeschränkt und persönlich.

Die Gesellschafter bestimmen einen Geschäftsführer. Hierbei kann es sich auch um einen der Gesellschafter handeln.

Die Gewinn- und Verlustverteilung erfolgt bei Kapitalgesellschaften immer anteilig, abhängig vom eingebrachten Kapital der Gesellschafter.

Im Folgenden beleuchten wir die wichtigsten Kapitalgesellschaften genauer.

Aktiengesellschaft (AG)

Die Aktiengesellschaft ist die bevorzugte Rechtsform börsennotierter Unternehmen. Ihr Zweck ist immer ein Handelsgewerbe.

An der Gründung einer AG sind eine oder mehrere Personen beteiligt, die die Aktien der Gesellschaft gegen Einlagen übernehmen. Das nötige Stammkapital für die Unternehmensgründung beträgt 50.000 Euro und wird in Aktien aufgeteilt. Diese Anteile werden verkauft – die Inhaber des Unternehmens sind damit die Aktionäre. Die Vergabe der Aktien sichert das Eigenkapital des Unternehmens. Damit genießt sie ein hohes Ansehen bei Banken, Investoren, Kunden und Geschäftspartnern.

Die Haftung der Anteilseigner der Aktiengesellschaft ist auf die Höhe ihrer Anteile, also auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt, das heißt, dass die Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haften.

Für die Gründung und Leitung einer AG herrschen hohe formale Anforderungen:

  • Festlegung eines Vorstands und Aufsichtsrats (mindestens drei Mitglieder)
  • Gesellschaftsvertrag bzw. Satzung notwenig
  • Notarielle Beglaubigung
  • Vorlage eines Gründungsberichts
  • Eintrag ins Handelsregister
  • Doppelte Buchführung und Jahresabschluss
  • Jährliche Hauptversammlung
  • Eröffnung eines Geschäftskontos

Bei der Eröffnung des Geschäftskontos sind alle Gründer der AG zur Anwesenheit verpflichtet, da sie im Anschluss ihre Anteile am Grundkapital direkt auf das Konto einzahlen. Zum Zeitpunkt der Gründung müssen mindestens 12.500 Euro eingebracht werden. Die ausstehende Differenz des Grundkapitals muss zeitnah beglichen werden. Die Bescheinigung der Einzahlung ist die Grundlage zur Anmeldung beim Handelsregister. 

Unternehmensformen Übersicht Vorteile

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die GmbH zählt zu den beliebtesten Kapitalgesellschaften in Deutschland. Eine Gesellschaft mit begrenzter Haftung (GmbH) gilt als juristische Person und ist somit eine gute Wahl, um die Haftung mit Deinem Privatvermögen für Dich als Unternehmer zu beschränken.

Das Stammkapital für eine GmbH beträgt mindestens 25.000 Euro. Dies ist auch als Sacheinlage möglich.

Die Führung der GmbH Kapitalgesellschaft übernimmt ein Geschäftsführer. Ein Aufsichtsrat wird im Vergleich zur AG erst ab 500 Mitarbeitern eingerichtet.

Eine GmbH muss zwingend in das Handelsregister eingetragen werden. Das Unternehmen ist zur doppelten Buchführung und zur Erstellung von Jahresabschlüssen verpflichtet. Der Jahresabschluss muss entsprechend veröffentlicht werden.

Die Gründung selbst erfordert einige wichtige Schritte:

  1. Gesellschaftsvertrag der GmbH erstellen 
  2. Geschäftsführer auswählen
  3. Geschäftskonto für die GmbH eröffnen
  4. Eintrag in das Handelsregister
  5. Anmeldungen bei Gewerbe- und Finanzamt

Bei den Gründungskosten musst Du neben dem Stammkapital von mindestens 25.000 Euro mit Kosten in Höhe von etwa 1.000 Euro rechnen.

Unternehmergesellschaft (UG)

Eine gute Alternative für Gründer, denen das Stammkapital fehlt und die kein Fremdkapital aufnehmen möchten, ist die Gründung einer Unternehmergesellschaft (UG). Sie ist quasi eine Sonderform der GmbH, die 2008 in Deutschland eingeführt wurde. Die beiden Unternehmensformen gelten als Kapitalgesellschaften mit beschränkter Haftung und gleichen sich in vielen Punkten.

Der wohl wichtigste Unterschied für Gründer ist der, dass Du bei einer GmbH ein Startkapital von mindestens 25.000 Euro benötigst. Bei Gründung der UG ist nur ein Stammkapital von 1 Euro notwendig. Die UG wird daher auch „Mini-GmbH“ oder „1-Euro-GmbH“ genannt.

Ein weiterer Unterschied der UG und GmbH ist, dass 25 Prozent des Jahresgewinns als Rücklage zurückbehalten werden müssen. Hat diese Rücklage eine Höhe von mindestens 25.000 Euro erreicht, muss die UG in eine GmbH umgewandelt werden.

Die UG bietet Gründern einige Vorteile. So eignet sie sich für alle Tätigkeiten, Dienstleistungen und Gewerbeformen. Sie kann von einer Einzelperson gegründet werden, die automatisch als Geschäftsführer der UG eintritt. Die mögliche Anzahl der Gesellschafter ist grundsätzlich nicht beschränkt. Des Weiteren: Da die UG der Körperschaftsteuer unterliegt, sind die Steuersätze meist günstiger im Vergleich zur Einkommenssteuer bei natürlichen Personen. Auch die juristische Persönlichkeit der UG bietet Gründern eine gewisse Rechtssicherheit.

Dennoch sollten auch die Nachteile der UG beachtet werden. Im Unterschied zur GmbH ist für die Gründung einer UG nur ein Startkapital von 1 Euro notwendig. Was bei Gründung vorteilhaft ist, kann im normalen Geschäftsablauf zum Problem werden. Bei zu niedrig gewähltem Stammkapital drohen Überschuldung und Insolvenz der UG. Außerdem sorgt eine Ansparpflicht dafür, dass die Gesellschafter die Überschüsse der GmbH nicht voll ausschütten können, solange der Ansparbetrag noch nicht erreicht ist. Ist die Ansparsumme erreicht, muss die UG in eine GmbH umgewandelt werden. Das passiert nicht automatisch und der Prozess dahinter ist relativ aufwendig. Nicht zu letzt müssen die Gesellschafter ihr privates Vermögen strikt von dem der UG trennen, um Folgen von verdeckter Gewinnausschüttung zu vermeiden. Bei Verletzung ihrer Pflichten werden sie strafrechtlich verfolgt.

Letztendlich verläuft die Gründung einer UG nach den folgenden Schritten:

  1. Gesellschaftsvertrag erstellen und notariell beglaubigen lassen
  2. Geschäftskonto eröffnen
  3. Im Handelsregister anmelden
  4. Gewerbe anmelden
  5. Steuernummer beantragen

Plane für die Unternehmensgründung einer UG ein paar Tagen bis wenige Wochen ein, bis Du alle nötigen Prozesse durchlaufen hast.

Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)

Die Kommanditgesellschaft auf Aktien ist eine Mischform aus den Unternehmensformen der Kommandit- und Aktiengesellschaft. Die KGaA hat einen persönlich haftenden Gesellschafter und eignet sich für Unternehmen, die auf eine Fremdfinanzierung angewiesen sind, aber nicht auf die Geschäftsführung oder ihre alleinigen Entscheidungskompetenzen verzichten wollen.

Das Grundkapital zur Unternehmensgründung beträgt mindestens 50.000 Euro. Es ist mindestens ein Gesellschafter nötig, der als Komplementär persönlich haftet. Die Anzahl der Kommanditaktionäre, also der Kommanditisten der Gesellschaft, ist beliebig. Obwohl sie große Teile des Grundkapitals des Unternehmens in Form von Aktien besitzen, haben sie kaum Einfluss und Entscheidungsgewalt auf die Handlungen der Geschäftsführung.

Eine Satzung regelt unter anderem die Vergabe von Aktien und deren Verteilung auf die Gesellschafter.

Die Gesellschaft besteht aus einem Vorstand, einem Aufsichtsrat und einer Hauptversammlung. Die Gründung ist mit der notariellen Beglaubigung der Satzung rechtskräftig.

Der Eintrag in das Handelsregister ist verpflichtend und der Zusatz „KGaA“ muss im Firmennamen enthalten sein. 

Eingetragene Genossenschaft (eG)

Eine eingetragene Genossenschaft (kurz eG) ist eine Kapitalgesellschaft, deren genauer Zweck gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale und oder kulturelle Belange soll durch die Genossenschaft gefördert werden. 

  • Eine eG besteht aus mindestens drei Mitgliedern
  • Für die Gründung ist eine Satzung erforderlich
  • Der genossenschaftliche Prüfungsverband unterstützt und kontrolliert Dein Unternehmen. Die Mitgliedschaft Deines Unternehmens in diesem Verband ist Pflicht
  • Die Haftung ist wie bei der GmbH oder Aktiengesellschaften auf das Unternehmensvermögen begrenzt

Nicht jedes Unternehmen darf sich als eingetragene Genossenschaft gründen. Der genossenschaftliche Prüfungsverband kontrolliert streng, welche Unternehmen sich als eG organisieren dürfen. Grundlage für die Entscheidung bildet unter anderem die Satzung, die bereits vor Unternehmensgründung erstellt werden muss.

Die eG ist eine sehr spezielle Form der Unternehmensgründung in Deutschland, die unter den richtigen Voraussetzungen durchaus eine gute Alternative zu anderen Unternehmensformen sein kann, auch wenn die Anforderungen des genossenschaftlichen Prüfverbandes recht hoch sind und es nur wenige Branchen gibt, in denen Unternehmen als eGs vorkommen.

Europäische Aktiengesellschaft/Societas Europaea (SE)

Die Unternehmensform der Europäischen Aktiengesellschaft, kurz SE für Societas Europaea, entspricht in vielen Bereichen der klassischen AG. Die SE-Verordnung enthält lückenhafte Regelungen, die durch das nationale Recht des jeweiligen EU-Mitgliedstaates ergänzt wird, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. Neben der europäischen Verordnung werden bei einem Unternehmen mit Sitz in Deutschland die deutschen SE-spezifischen Regelungen sowie das deutsche Aktienrecht angewandt.

Diese Unternehmensform genießt hohes Ansehen im Ausland. Wer sein Unternehmen international ausrichten möchte, profitiert hier vom positiven Image. Im Vergleich zum deutschen Aktienrecht sind vergleichsweise einfache Strukturen in der Unternehmensführung möglich. Die Aufgaben von Vorstand und Aufsichtsrat dürfen beispielsweise gebündelt werden. Das nötige Kapital für die Unternehmensgründung ist mit 120.000 Euro vergleichsweise hoch. 

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Disclaimer

Diese Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und überprüft worden. Trotzdem möchten wir Dich darauf hinweisen, dass wir keine Haftung für Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit übernehmen können. Diese Informationen ersetzt im Zweifel keine rechtliche Beratung. Solltest Du also rechtliche beziehungsweise steuerrechtliche Fragen haben, wende Dich bitte an Deinen Anwalt oder Steuerberater.
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