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Unternehmensformen im Überblick: So wählst Du die richtige

Yasmin
Yasmin März 2021 32 Min

Inhaltsverzeichnis

Die Unternehmensform spielt bei der Gründung eine entscheidende Rolle. Grob werden die verschiedenen Unternehmensformen in Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften unterteilt. Sie unterscheiden sich in ihren Anforderungen an die Gründer. Wer ein Unternehmen gründen möchte, sollte sich also zunächst einmal eine Übersicht über die Unternehmensformen in Deutschland verschaffen.

Welche Unternehmensformen bzw. Gesellschaftsformen und Arten von Unternehmen gibt es, und worauf musst Du bei den unterschiedlichen Unternehmensformen von Firmen achten, wenn Du eine Firma gründen willst? Wäge sorgfältig ab, welche Unternehmensform sich am besten für Dein Business eignet. Eine zentrale Rolle spielen Fragen zur Haftung und dem Startkapital. Aber auch formale Aspekte bei der Gründung oder bei der Buchführung sind entscheidend.

Wir haben ein übersichtliches E-Book mit allen Unternehmensformen zusammengestellt, dass Du hier herunterladen kannst:

Unternehmensformen Übersicht

Die Wahl der Gesellschaftsform ist eine entscheidende Grundlage für den Erfolg Deiner Unternehmensgründung. Egal ob Du ein Startup gründen möchtest, oder ein Business neben Deinem Job aufbauen willst. Eine Unternehmensform, die zum Gründen Deiner Firma genau richtig ist, kann sich später aufgrund von Veränderungen im Unternehmen als nachteilig erweisen. Sei vorbereitet, falls ein Wechsel der Unternehmensform notwendig wird und behalte dafür die Entwicklung Deines Unternehmens aufmerksam im Auge und überprüfe regelmäßig Deine Entscheidung. Wir möchten Dich mit folgender Unternehmensformen-Übersicht unterstützen. Des Weiteren stellen wir Dir sämtliche relevanten Informationen zum Thema Gründung und wie man ein Unternehmen gründen kann bereit.

Einzelunternehmen

Als Einzelkaufmann oder Einzelunternehmer befindet sich Dein Unternehmen vollständig in Deinem alleinigen Besitz. Bei der Rechtsform Einzelunternehmen hast Du den alleinigen Anspruch auf alle anfallenden Gewinne und Verluste und trägst das alleinige Risiko. Das heißt, Du haftest in vollem Umfang und auch mit Deinem Privatvermögen. Ein solches Unternehmen gründest Du entweder ohne Stammkapital oder mit einer beliebigen Summe. Stammt das Geld von Dir selbst, handelt es sich um Eigenkapital. Du kannst das Firmenvermögen jederzeit durch neue Einlagen erhöhen. Entweder durch weiteres Eigenkapital oder durch die Aufnahme von Fremdkapital. Die Kosten für die Unternehmensgründung eines Einzelunternehmens sind gering. Im laufenden Betrieb musst Du Zahlungen der Einkommensteuer und Gewerbesteuer berücksichtigen. Die Unternehmensform Einzelunternehmen stellt eine sehr beliebte und weit verbreitete Variante inmitten der verschiedenen Unternehmensformen dar und ist für viele Einzelpersonen eine sehr gute Option für die Unternehmensgründung.

Kleingewerbe

Als Gewerbe gilt jede eigenverantwortliche unternehmerische Tätigkeit. Steht bei Unternehmensgründung kein großes Betriebsvermögen im Hintergrund, um gleich zahlreiche Mitarbeiter zu beschäftigen und hohe Umsätze zu erzielen, ist die Gründung eines Kleingewerbes eine gute Option, um sich eine eigene Existenz aufzubauen. Als Gewerbetreibender unterliegst Du den Vorschriften für Kleingewerbetreibende. Diese findest Du im Bürgerlichen Gesetzbuch, in der Gewerbeordnung sowie den Steuer- und Sozialgesetzen. Eine notarielle Beurkundung ist bei der Gründung der Unternehmensform Kleingewerbe nicht von Nöten. Der Aufwand, ein Kleingewerbe zu betreiben ist relativ gering und ist durch den schnellen Anmeldeprozess eine günstige Variante, wenn Du eine Firma gründen möchtest. Kleingewerbetreibende sind nicht zur doppelten kaufmännischen Buchführung verpflichtet, müssen keine Bilanz erstellen, keinen Jahresabschluss veröffentlichen und keine Inventur durchführen.

Das perfekte Geschäftskonto für Unternehmen in Gründung

Die Gewerbesteuerpflicht

Kleingewerbe sind grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig. Um in Deutschland ein Kleingewerbe zu betreiben, musst Du Dein Unternehmen beim Gewerbeamt anmelden und einen Gewerbeschein beantragen. Wenn Du bereits hauptberuflich in einem anderen Beruf tätig bist und Du Deinem eigenen Gewerbe nur wenige Stunden im Monat nachgehst, fällt Deine Tätigkeit in die Kategorie des Nebenerwerbs. Der Vorteil ist, dass bei dieser Unternehmensform keine Sozialversicherungsbeiträge auf die Einnahmen aus einem Nebengewerbe anfallen, wenn der Zeiteinsatz unter 20 Stunden liegt und das Einkommen aus dem Nebengewerbe den Haupterwerb wirtschaftlich nicht übersteigt. Die Kosten für eine Gewerbeanmeldung sind unabhängig von der Anmeldung eines Haupt- oder Nebengewerbes und betragen je nach Gemeinde 10 bis 60 Euro.

Als Gewerbetreibender kannst Du einen steuerlichen Freibetrag von 24.500 Euro in Anspruch nehmen. Dieser Betrag gilt für jedes einzelne Gewerbe. Meldest Du zwei Gewerbe an, erhältst Du den Freibetrag auch zweimal. Der Ertrag, der über diese Grenze hinaus eingenommen wird, wird mit 3,5 Prozent und dem Hebesatz der entsprechenden Gemeinde versteuert. Gewerbetreibende sind Pflichtmitglieder in der Industrie- und Handelskammer.

Anmeldung beim Finanzamt

Nach der Gewerbeanmeldung informiert das Gewerbeamt Behörden und Institutionen wie die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer (HWK) und das Finanzamt über Dein Vorhaben. Beim Finanzamt erhältst Du einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den Du ausgefüllt zurückschicken musst. Du kannst Deine private Steuernummer als Kleingewerbetreibender weiterhin nutzen, solltest aber die vom Finanzamt zugeteilte neue Steuernummer nutzen, um Berufliches und Privates voneinander zu trennen. 

Entsprechend solltest Du Dir für diese Unternehmensform bei der Gründung auch ein Geschäftskonto einrichten. Ein geeignetes Geschäftskonto das Deinen Anforderungen als Kleingewerbetreibender entspricht, gibt es beispielsweise bei Penta. Informiere dich hier über die exklusiven Vorteile.

Umsatz-, Einkommen- und Gewerbesteuerpflicht

Als Gewerbetreibender bist Du umsatzsteuer-, einkommens- und gewerbesteuerpflichtig. Verwechsle aber nicht Kleingewerbe und Kleinunternehmen. Die sogenannte Kleinunternehmerregelung bezieht sich nicht auf die Größe Deines Unternehmens, sondern auf die Höhe des Umsatzes. Kleinunternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes können Gewerbetreibende, Selbstständige, Freiberufler sowie Land- und Forstwirte sein. Voraussetzung ist, dass ihr Vorjahresumsatz nicht über 22.000 Euro gelegen hat und der Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro betragen wird.

Nach der Gewerbeanmeldung und der Anmeldung beim Finanzamt gilt Dein Gewerbeunternehmen offiziell als gegründet. Die Pflicht zur Anmeldung im Handelsregister entfällt für kleingewerbliche Unternehmen.

Der Freiberufler

Die Unternehmensform des Freiberuflers ist eine Form des Einzelunternehmers, die bestimmten Berufsgruppen vorbehalten ist. Es gelten besondere Grundlagen, Voraussetzungen und gesetzliche Bestimmungen, die Du als Freiberufler erfüllen musst. 

Das Einkommensteuergesetz (EstG) regelt, dass Unternehmer, die einen der sogenannten Katalogberufe ausüben, automatisch als Freiberufler gelten. Zu diesen Berufsgruppen zählen beispielsweise:

  • wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten
  • medizinische Berufe wie Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker oder Krankengymnasten
  • Anwälte und Notare
  • Ingenieure und Architekten
  • Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer oder Steuerbevollmächtigte
  • Journalisten und Bildberichterstatter
  • Dolmetscher und Übersetzer

Die Grenzen zwischen freiberuflichen und gewerblichen Tätigkeiten sind häufig nicht ganz klar. In letzter Instanz legt das Finanzamt fest, wer Freiberufler ist. Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer und sind nicht verpflichtet, sich in das Handelsregister eintragen zu lassen. Bei der Buchhaltung hast Du es leicht, denn Du bist nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet. Eine Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) ist ausreichend. Du kannst Dich als Freiberufler freiwillig im Handelsregister eintragen lassen. Dabei solltest Du die Vor- und Nachteile aber genauestens abwägen. Liegt Dein Vorjahresumsatz nicht über 22.000 Euro und wird im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro betragen, kannst Du als Freiberufler die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und Dich von der Umsatzsteuer befreien lassen. 

Die Unternehmensgründung als Freiberufler ist mit einem recht geringen Aufwand verbunden. Zum Unternehmen gründen benötigst Du nicht zwingend ein Startkapital. Du meldest Dein Unternehmen beim Finanzamt an, erhältst Deine Steuernummer, eröffnest ein Geschäftskonto, um private von beruflichen Ausgaben sauber zu trennen und dann kann es losgehen!

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Das smarte Geschäftskonto für Freiberufler

Ein-Personen-GmbH

Im Zuge einer Angleichung an das EU-Recht können seit 2008 auch Einzelpersonen eine AG oder GmbH, quasi eine Ein-Mann-Kapitalgesellschaft, gründen. Die Unternehmensform der Ein-Personen-GmbH ist im Vergleich zum Kleingewerbe und dem Freiberufler ein Einzelunternehmen mit beschränkter Haftung. Es gelten im Grunde die gleichen Bedingungen wie für die GmbH, mit dem Unterschied, dass es in der Ein-Personen-GmbH nur einen bestimmenden Gesellschafter gibt. Sie verbindet quasi die Vorzüge eines Einzelunternehmens mit der Haftungsbeschränkung einer GmbH. Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass Banken bei der Kreditvergabe an Ein-Personen-GmbHs zurückhaltend reagieren. Für ein kapitalintensives Unternehmen liegt bei der Gründung in dieser Unternehmensform ein großer Nachteil.

Bei Gründung und Betrieb gibt es zahlreiche Formalitäten zu berücksichtigen:

  • Betrieb eines Handelsgewerbes
  • Stammkapital in Höhe von mindestens 25.000 Euro
  • Pflicht, zur Anmeldung beim Gewerbeamt und zur Eintragung in das Handelsregister
  • Gesellschaftervertrag, der notariell beglaubigt werden muss
  • Namens für Dein Unternehmen mit dem Zusatz „GmbH“
  • Pflicht zur doppelten Buchführung verpflichtet
  • Erstellung von Jahresabschlüssen inklusive Bilanz und Gewinn- und-Verlust-Rechnung
  • Gewinne unterliegen der Körperschaftsteuer
  • Möglicher Lohn für Geschäftsführer ist einkommensteuerpflichtig

Ein-Personen-AG

Der Name lässt es bereits vermuten: Die Ein-Personen-AG lässt sich bereits mit nur einem Aktionär gründen. Allerdings sind mindestens drei Aufsichtsräte zu bestellen. Im Vergleich zu anderen Unternehmensformen sind die Gründungsformalitäten und die laufenden Pflichten deutlich aufwendiger. Mit einem Grundkapital von mindestens 50.000 Euro sowie weiteren Kosten für Notare, Gerichte, Hauptversammlung, Prüfung und Publikation der Jahresabschlüsse sowie weiteren Kosten zur Einführung und Sicherung der Aktien, ist die Gründung dieser Unternehmensform auch recht teuer.

Der Gründer der kleinen AG tritt als Aktionär auf und muss mindestens ein Viertel des Grundkapitals sofort einbringen. Es wird ein Aufsichtsrat bestimmt, der wiederum den Vorstand benennt. Die Unternehmensgründung wird vom Vorstand, dem Aufsichtsrat und von einem Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater geprüft. Das Grundkapital wird in Aktien aufgeteilt. Der Mindestnennwert beträgt 1 Euro. Mit dem Eintrag in das Handelsregister haftet das Gesellschaftsvermögen der AG in voller Höhe.

Checkliste Unternehmensgründung

Voraussetzung für Deine Selbstständigkeit ist neben Deiner Geschäftsidee die passende Rechtsform, um Deine Firma zu gründen. Je nach Art des Unternehmens gibt es zahlreiche Rechtsformen in Deutschland. Die verschiedenen Unternehmensformen haben ihre Vor- und Nachteile. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, eine Beratung für Deine Unternehmensgründung in Anspruch zu nehmen, um Dein Unternehmen Schritt für Schritt aufzubauen.

Unternehmensformen Übersicht: Personengesellschaften

Bei Personengesellschaften stehen die beteiligten Gesellschafter im Fokus. Für eine Gründung werden mindestens zwei natürliche oder juristische Personen als Gesellschafter benötigt. Alle Gesellschafter haften persönlich und unbeschränkt auch mit ihrem Privatvermögen. Eine Kapitaleinlage ist üblich, aber keine Voraussetzung. Die Grundlage dieser Unternehmensform stellt ein formfreier Gesellschaftsvertrag dar.

Bei der Buchhaltung wird zwischen den unterschiedlichen Formen von Personengesellschaften unterschieden: Für die GbR ist eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung ausreichend. Personengesellschaften wie OHG, KG, GmbH & Co. KG, GmbH & Co. OHG, die im Handelsregister eingetragen sind, sind zur doppelten Buchführung verpflichtet.

Personengesellschaft sind umsatz- und gewerbesteuerpflichtig. Bei der Einkommensteuer und der Erbschaftssteuer werden die Gesellschafter anteilig besteuert. 

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die Rechtsform der offenen Handelsgesellschaft (OHG) lässt sich mit wenig bürokratischem Aufwand gründen. Dafür trägst Du aber die persönliche Verantwortung für das Unternehmen und haftest mit Deinem Privatvermögen. Die Offene Handelsgesellschaft ist ein Gewerbeunternehmen, das in erster Linie mit Waren handelt. Ob Du als klassischer Händler Waren kaufst, diese weiterverkaufst oder selbst produzierte Waren verkaufst, spielt für diese Unternehmensform allerdings keine Rolle.

Prinzipiell ist die OHG als Unternehmensform für jede Art der Unternehmensgründung geeignet. Für die Gründung einer OHG werden mindestens zwei Gesellschafter benötigt, die beide gleichzeitig als Geschäftsführer fungieren. Besteht die OHG aus mehreren Gesellschaftern, kann eine entsprechende Anzahl an Geschäftsführern bestellt werden. Bei mehreren Geschäftsführern müssen die Zuständigkeiten klar geregelt werden. Beispielsweise muss geklärt werden, wer für welche Themen und Bereiche verantwortlich und für welche Entscheidungen das Einverständnis aller nötig ist. Diese Zuständigkeiten werden in einem detaillierten Gesellschaftsvertrag geregelt. Dieser muss nicht zwingend schriftlich geschlossen werden. Es genügen bereits mündliche Vereinbarungen. Um Ärger zu vermeiden, ist die Schriftform allerdings empfehlenswert.

Der Gesellschaftsvertrag regelt den Zweck des Unternehmens, die Höhe der Einlagen der Geschäftsführer, die Vertretungsbefugnisse, die Vorgehensweise bei Ausscheiden eines Gesellschafters sowie dem Vorgehen bei Auflösung der OHG. Ein gut aufgesetzter Gesellschaftsvertrag verleiht einer OHG ein solides Fundament, auf dem Du und Deine Mitgründer aufbauen können. Die Situation mit zwei oder mehreren Geschäftsführern ist nicht immer einfach, allerdings kann die Verantwortung für bestimmte Themen sinnvoll und gerecht verteilt werden. 

Stichwort Verantwortung:

Die persönliche Haftung für Dich als Gesellschafter ist nicht völlig risikofrei. In erster Linie haftet die OHG mit ihrem Kapital für die entstehenden Verbindlichkeiten. Darüber hinaus haften aber auch alle Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen. Bei einem Rechtsstreit kann es dadurch schnell auch Dein privates Vermögen betreffen. Im Gegenzug wird kein Stammkapital benötigt.

Die Unternehmensform der OHG muss in das Handelsregister eingetragen werden. Der Antrag wird mithilfe eines Notars ausgefüllt, der ihn auch beim zuständigen Registergericht einreicht. Anschließend musst Du Deine Firma beim Gewerbe- und Finanzamt anmelden. Verbunden mit der Handelsregisterpflicht, ist die Pflicht zur detaillierten Aufzeichnung von Einnahmen und Ausgaben. Anders als bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), muss eine OHG die Regelungen zur doppelten Buchführung beachten und einen Jahresabschluss erstellen. Dieser besteht aus einer Bilanz sowie der Gewinn- und Verlust-Rechnung. Einer der Vorteile der OHG gegenüber einer GmbH oder AG ist, dass diese Dokumente nicht veröffentlicht werden müssen.

Für den Anmeldeprozess werden Kosten für den Handelsregistereintrag, die Gewerbeanmeldung sowie Notarkosten fällig. Wer bei der Erstellung des Gesellschaftsvertrags auf einen Anwalt verzichtet, kann zumindest hier Kosten sparen. Ebenfalls sparen kannst Du bei der Wahl Deines Geschäftskontos. Ein Firmenkonto ist für die OHG verpflichtend und lässt sich beispielsweise bei Penta schnell und unkompliziert online eröffnen.

Wenn sich alle Gesellschafter aktiv am Unternehmensgeschehen beteiligen wollen und die persönliche Haftung nicht scheuen, ist die Offene Handelsgesellschaft eine gute Option zur Unternehmensgründung.

Kommanditgesellschaft (KG)

Kommanditist und Komplementär sind die entscheidenden Akteure einer Kommanditgesellschaft. Vereinfacht dargestellt übernimmt bei dieser Unternehmensform einer die Verantwortung, der andere ist begleitend dabei. Der „Vollhafter“ ist der Komplementär, der „Teilhafter“ ist der Kommanditist. 

  • Der Komplementär haftet persönlich für Forderungen. Bei Rechtsstreitigkeiten haftet dieser auch mit seinem Privatvermögen. Dafür ist er alleinberechtigter Geschäftsführer und muss den Kommanditisten nicht zwingend ein Mitspracherecht gewähren, sofern dies im Gesellschaftsvertrag nicht anderweitig geregelt ist.
  • Der Kommanditist bringt Kapital in das Unternehmen ein und haftet ausschließlich mit dieser Summe. Der Kommanditist kann auch als juristische Person auftreten. Falls nicht anderes festgelegt wurde, hat der Kommanditist kein Entscheidungsrecht.

Obwohl es sich bei der Kommanditgesellschaft um eine Personengesellschaft handelt, profitiert der Kommanditist wie bei Kapitalgesellschaften von den Vorteilen der beschränkten Haftung. Der Kommanditist geht somit kein großes Wagnis ein, wenn er sich am Unternehmen beteiligt. Dies ist für eine Personengesellschaft einzigartig und stellt einen großen Vorteil gegenüber einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder einer Offenen Handelsgesellschaft (OHG) dar.

Für die Gründung dieser Unternehmensform ist kein Stammkapital festgeschrieben. Die Finanzierung durch den Kommanditisten sorgt dennoch für ein solides Ansehen bei Kapitalgebern. Bei einer KG ist ebenfalls der Gesellschaftsvertrag der erste Schritt auf dem Weg zur Unternehmensgründung. Lege besonderes Augenmerk auf die Mitbestimmungsregelung der Kommanditisten. Du kannst ihnen beispielsweise ein Mitspracherecht bei außergewöhnlichen Investitionen einräumen. Auch die Aufteilung möglicher Gewinne oder Verluste sind im Vorfeld zu regeln, ebenso wie Bestimmungen zur Nachfolge, bei Ausscheiden eines Kommanditisten.

Im nächsten Schritt wird die KG in das Handelsregister eingetragen sowie beim Gewerbe- und Finanzamt angemeldet. Mit dem Eintrag in das Handelsregister ist die KG verpflichtet, die Richtlinien zur Buchführung aus dem Handelsgesetzbuch einhalten. Dazu gehören die doppelte Buchführung und die Erstellung eines Jahresabschlusses.

Unternehmensgründung Rechtsform

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Mit geringen Kosten und ohne großen organisatorischen Aufwand startest Du mit einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts in das Geschäftsleben. Für die Gründung der GbR ist kein schriftlicher Vertrag erforderlich. Sie kann quasi papierlos erfolgen. Eine eindeutige mündliche Vereinbarung und ein Zweck, den die Gesellschafter gemeinsam verfolgen, sind grundsätzlich ausreichend. Um Streitigkeiten zu vermeiden, ist es allerdings ratsam, dennoch einen schriftlichen Vertrag aufzusetzen. 

Erste Voraussetzung für die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist der Zusammenschluss von mindestens zwei Personen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um natürliche oder juristische Personen handelt. Theoretisch können sich also auch zwei Unternehmen, wie eine GmbH und eine AG, zur Gründung einer GbR entschließen. Die GbR ist gewerbesteuerpflichtig. Für die Anmeldung beim Gewerbeamt sind die Unterschriften aller Gesellschafter erforderlich. Das Gewerbeamt kümmert sich in der Regel um die Weitergabe Deiner Daten an das Finanzamt, damit Du eine Steuernummer für die GbR erhältst. Diesen Prozess kannst Du durch einen persönlichen Besuch beschleunigen.

Ein möglicher Nachteil dieser Unternehmensform ist, dass Du als Gründer einer GbR persönlich für das Unternehmen verantwortlich bist. Du kannst als Privatperson verklagt werden und haftest mit Deinem privaten Vermögen. Das fehlende Stammkapital verringert außerdem das Ansehen bei Kapitalgebern. 

Die Unternehmensgründung als GbR hat aber auch ihre Vorteile: 

  • Einfache Gründung mit nur wenigen Voraussetzungen
  • Gründungskosten sind vergleichsweise gering
  • Nur wenige Auflagen sind im laufenden Betrieb zu erfüllen

Eine GbR zu gründen, ist eine solide Alternative für Existenzgründer. Durch den unkomplizierten Gründungsprozess sparst Du Zeit und Geld. Du solltest aber bedenken, dass Du die Unternehmensform später wechseln musst, wenn Dein Unternehmen eine bestimmte Größe überschreitet. 

Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft (GmbH & Co. KG)

Die GmbH & Co. KG ist eine Mischform aus den Unternehmensformen GmbH und Kommanditgesellschaft (KG). Sie wird als Kommanditgesellschaft behandelt und gilt somit als Personengesellschaft. Der Komplementär in einer KG ist ein Gesellschafter, der persönlich mit seinem privaten Vermögen haftet. Der Komplementär einer GmbH & Co. KG ist keine natürliche Person, sondern eine GmbH. Diese GmbH haftet unbeschränkt mit ihrem Gesellschaftsvermögen.

Im ersten Schritt wird eine GmbH gegründet. Dazu sind mindestens ein persönlich haftender Gesellschafter und ein Teilhaber erforderlich. Nach Eintrag in das Handelsregister kann die GmbH & Co. KG gegründet werden. Die Gesellschaft ist bereits vor Eintrag in das Handelsregister geschäftsfähig. Die Kommanditisten haften bis zum Eintrag auch mit ihrem Privatvermögen, nach Unternehmensgründung tritt die volle Haftungsbeschränkung in Kraft. Die Grundlagen der Gesellschaft werden im Gesellschaftsvertrag oder der Satzung festgehalten. Für die Gründung ist ein Mindestkapital in Höhe von 25.000 Euro notwendig. Dieses kann auch als Sachwert erbracht werden.

Aktiengesellschaft & Compagnie Kommanditgesellschaft (AG & Co. KG)

Bei einer AG & Co. KG handelt es sich um eine Kommanditgesellschaft (KG), bei der eine Aktiengesellschaft (AG) die Funktionen des Komplementärs wahrnimmt. Die Geschäfte der KG werden durch den Vorstand der AG geführt. In der Praxis kommt diese Unternehmensform im Vergleich zur GmbH & Co. KG selten vor, da die Gründung einer AG weitaus aufwendiger ist als die einer GmbH.

Der Komplementär ist die AG, die mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet. Die Gewinnbeteiligung und die Besteuerung erfolgen nach den Bestimmungen über die KG. Geschäftsführung und Vertretungsmacht liegen bei der Komplementär-AG beziehungsweise bei deren Vorstand. 

Stille Gesellschaft

Die Stille Gesellschaft bietet sich eher als unbürokratische Investition in ein Unternehmen zur Unternehmensgründung an. Der Inhaber des Unternehmens kann so sein Kapital schnell und unkompliziert aufstocken, ohne sich in seiner Entscheidungsbefugnis einschränken zu lassen. Der Stille Gesellschafter erhält im Gegenzug für seine Betriebseinlage eine Gewinnbeteiligung. Die Haftung ist auf die Höhe seiner Einlagen begrenzt. Sofern es nicht anders im Gesellschaftsvertrag geregelt ist, tritt er nicht nach Außen in Erscheinung und beteiligt sich nicht an der Geschäftsführung. Er hat das Recht, den Jahresabschluss zu prüfen und nimmt im Fall einer Insolvenz, die die rechtliche Stellung eines Gläubigers ein.

Unternehmensformen Übersicht: Kapitalgesellschaften

Bei den Unternehmensformen der Kapitalgesellschaften steht bei der Unternehmensgründung das hinterlegte Kapital im Vordergrund. Im Vergleich zu Personengesellschaften oder Einzelunternehmen besteht bei den Unternehmensformen der Kapitalgesellschaften eine strikte Trennung der Gesellschaft als eigenständige juristische Person und ihren Gesellschaftern. 

Die Kapitalgesellschaft hat Rechte und Pflichten, kann Vermögen besitzen und unter dem Firmennamen klagen und verklagt werden. Zur Gründung sind mindestens zwei natürliche oder juristische Personen notwendig. Ausnahme bilden die Ein-Personen-GmbH beziehungsweise die Ein-Personen-UG und die Ein-Personen-AG.

Eine Kapitaleinlage ist Voraussetzung. Ihre Höhe variiert je nach Gesellschaftsform zwischen 1 und 50.000 Euro. Kapitalgesellschaften sind handelsregisterpflichtig, sie sind zur doppelten Buchführung verpflichtet sowie zur Erstellung von Jahresabschlüssen und deren Veröffentlichung in elektronischer Form beim Bundesanzeiger. Neben Umsatzsteuer und Gewerbesteuer sind auch Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer relevant. Kapitalgesellschaften haften mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Ausnahme bildet die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Hier haftet der Komplementär unbeschränkt und persönlich. Die Gesellschafter bestimmen einen Geschäftsführer. Hierbei kann es sich auch um einen der Gesellschafter handeln. Die Gewinn- und Verlustverteilung erfolgt bei Kapitalgesellschaften immer anteilig, abhängig vom eingebrachten Kapital der Gesellschafter.

Aktiengesellschaft (AG)

Die Aktiengesellschaft ist die bevorzugte Rechtsform börsennotierter Unternehmen. Sie ist besonders gut für größere Unternehmen, aber auch für mittelständische Unternehmen geeignet. Ihr Zweck ist immer ein Handelsgewerbe. Entsprechend muss sie beim Gewerbeamt angemeldet und in das Handelsregister eingetragen werden. An der Gründung einer AG sind eine oder mehrere Personen beteiligt, die die Aktien der Gesellschaft gegen Einlagen übernehmen. Das nötige Stammkapital für die Unternehmensgründung beträgt 50.000 Euro und wird in Aktien aufgeteilt. Diese Anteile werden verkauft – die Inhaber des Unternehmens sind damit die Aktionäre. Die Vergabe der Aktien sichert das Eigenkapital des Unternehmens. Damit genießt sie ein hohes Ansehen bei Banken, Investoren, Kunden und Geschäftspartnern. Die Haftung der Anteilseigner der Aktiengesellschaft ist auf die Höhe ihrer Anteile, also auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt, das heißt, dass die Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haften.

Die AG wird eigenverantwortlich vom Vorstand geleitet, der durch den Aufsichtsrat, der aus mindestens drei Mitgliedern bestehen muss, überwacht wird. Zudem gibt es zustimmungspflichtige Geschäfte.

Für die Gründung und Leitung einer AG herrschen hohe formale Anforderungen. In einem ersten Schritt wird ein Gesellschaftsvertrag beziehungsweise eine Satzung erstellt, die notariell beglaubigt werden muss.

Die Satzung enthält: 

  • Name und Sitz der Gesellschaft
  • Unternehmensgegenstand
  • Höhe des Grundkapitals sowie dessen Zerlegung entweder in Nennbetragsaktien oder in Stückaktien
  • Anzahl der Vorstände beziehungsweise Regeln zur Festlegung der Anzahl 
  • Informationen, ob die Aktien auf den Inhaber oder auf den Namen der Gesellschaft ausgestellt werden

Die Satzung wird von einem Notar beglaubigt. Zu diesem Termin ist das Erscheinen aller Gründer, die als Aktionäre auftreten, aller künftigen Vorstandsmitglieder sowie aller angehenden Aufsichtsratsmitglieder erforderlich. Es folgt die Übernahme der Aktien durch die Aktionäre. Im Zuge der ersten Hauptversammlung werden der Aufsichtsratsvorsitzenden und sein Vertreter, ein Abschlussprüfer sowie der Vorstand bestellt.

Die Gründer sind verpflichtet, einen Gründungsbericht vorzulegen, der von Vorstand und Aufsichtsrat geprüft wird. Abschließend wird die Gründung auch noch durch eine unabhängige fachkundige Stelle, beispielsweise durch einen Wirtschaftsprüfer, geprüft. Mit Eintragung in das Handelsregister wird die AG rechtskräftig. 

Bei der Eröffnung des Geschäftskontos sind alle Gründer der AG zur Anwesenheit verpflichtet, da sie im Anschluss ihre Anteile am Grundkapital direkt auf das Konto einzahlen. Zum Zeitpunkt der Gründung müssen mindestens 12.500 Euro eingebracht werden. Die ausstehende Differenz des Grundkapitals muss zeitnah beglichen werden. Die Bescheinigung der Einzahlung ist die Grundlage zur Anmeldung beim Handelsregister. 

Nach Unternehmensgründung ist die AG zur doppelten Buchhaltung und zur Erstellung und Veröffentlichung eines Jahresabschlusses verpflichtet. Zusätzlich muss einmal im Jahr eine Hauptversammlung abgehalten werden. Dazu werden alle Aktionäre eingeladen, um beispielsweise über die Gewinnverteilung, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat oder über die Genehmigung des Jahresabschlusses zu entscheiden. 

Die AG erfordert also auch im laufenden Betrieb relativ hohen Aufwand. Zusammenfassend musst Du als Unternehmer für die Gründung und Führung einer Aktiengesellschaft einige Hürden nehmen. Dafür profitiert die AG von der Haftungsbeschränkung sowie ihrem guten Ansehen am Markt. Die Gründung einer AG ist eine komplexe Angelegenheit, die sich meist nur für relativ große Unternehmen rechnet. Grundsätzlich kann sie sich aber auch für KMUs oder größere Familienbetriebe als Unternehmensform eignen.

Unternehmensformen Übersicht Vorteile

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die GmbH zählt zu den beliebtesten Kapitalgesellschaften in Deutschland. Eine Gesellschaft mit begrenzter Haftung (GmbH) gilt als juristische Person und ist somit eine gute Wahl, um die Haftung mit Deinem Privatvermögen für Dich als Unternehmer zu beschränken. Bei der Gründung der GmbH muss Stammkapital in Höhe von mindestens 25.000 Euro eingebracht werden. Dies ist auch als Sacheinlage möglich. Die Führung der GmbH Kapitalgesellschaft übernimmt ein Geschäftsführer. Beim Start up Gründen ist es in der Regel der Gründer selbst. Ein Aufsichtsrat wird im Vergleich zur AG erst ab 500 Mitarbeitern eingerichtet. Eine GmbH muss zwingend in das Handelsregister eingetragen werden. Das Unternehmen ist zur doppelten Buchführung und zur Erstellung von Jahresabschlüssen verpflichtet. Der Jahresabschluss muss entsprechend veröffentlicht werden.

Das Unternehmen tritt mit dem Stammkapital im Hintergrund als juristische Person auf. Ihre Gründer haften bei Rechtsstreitigkeiten im Normalfall nicht mit ihrem Privatvermögen. Im Vergleich zur AG sind Gründung und Führung einer GmbH deutlich weniger aufwendig.

Die Gründung selbst erfordert einige wichtige Schritte:

  • Gesellschaftsvertrag erstellen 
  • Geschäftsführer auswählen
  • Geschäftskonto für die GmbH eröffnen
  • Eintrag in das Handelsregister
  • Anmeldungen bei Gewerbe- und Finanzamt

Im Gesellschaftsvertrag legst Du fest, wer die Gesellschafter sind, wie hoch das Stammkapital ist und was der Zweck des Unternehmens ist. Im nächsten Schritt eröffnest Du ein Geschäftskonto, das beim Unternehmen Gründen als Hauptkonto für Deine Einnahmen und Ausgaben funktioniert.

Als Nächstes stehen Behördengänge für den Handelsregistereintrag sowie die Anmeldung beim Gewerbe- und Finanzamt an. Die Dauer der Unternehmensgründung variiert zwischen ein paar Tagen und wenigen Wochen. Bei den Gründungskosten musst Du neben dem Stammkapital von mindestens 25.000 Euro mit Kosten in Höhe von etwa 1.000 Euro rechnen.

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Das beste Geschäftskonto für Deine GmbH

Zusammenfassend ist die GmbH die passende Unternehmensform einer Kapitalgesellschaft für Gründer, die die umfangreichen Voraussetzungen für die Gründung einer Aktiengesellschaft noch nicht erfüllen. Mit dem Stammkapital im Rücken genießt Dein Unternehmen ein hohes Ansehen bei Kunden und Geldgebern. Gleichzeitig profitierst Du von der eingeschränkten privaten Haftung.

Unternehmergesellschaft (UG)

Eine gute Alternative für Gründer, denen das Stammkapital fehlt und die kein Fremdkapital aufnehmen möchten, ist die Gründung einer Unternehmergesellschaft (UG). Sie ist quasi eine Sonderform der GmbH, die 2008 in Deutschland eingeführt wurde. Die beiden Unternehmensformen gelten als Kapitalgesellschaften mit beschränkter Haftung und gleichen sich in vielen Punkten. Der wohl wichtigste Unterschied für Gründer ist der, dass Du bei einer GmbH ein Startkapital von mindestens 25.000 Euro benötigst. Bei Gründung der UG ist nur ein Stammkapital von 1 Euro notwendig. Die UG wird daher auch „Mini-GmbH“ oder „1-Euro-GmbH“ genannt. Ein weiterer Unterschied ist, dass 25 Prozent des Jahresgewinns als Rücklage zurückbehalten werden müssen. Hat diese Rücklage eine Höhe von mindestens 25.000 Euro erreicht, muss die UG in eine GmbH umgewandelt werden. 

UG: Die Vorteile

  • Die UG eignet sich für alle Tätigkeiten, Dienstleistungen und Gewerbeformen. Sie kann von einer Einzelperson gegründet werden, die automatisch als Geschäftsführer der UG eintritt. Die mögliche Anzahl der Gesellschafter ist grundsätzlich nicht beschränkt. 
  • Ist eine Einzelperson Geschäftsführer einer UG, kann er zum Angestellten des eigenen Unternehmens werden und sich monatlich ein festes Gehalt auszahlen. Die Kosten für das Gehalt des Geschäftsführers können als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Damit verringerst Du den zu versteuernden Gewinn.
  • Obwohl die Kosten für die Formalitäten zur Unternehmensgründung hoch sind, können diese bei Verwendung einer Mustersatzung und bei einer Mindesteinlage von nur 1 Euro dennoch geringer ausfallen als bei Gründung einer Personengesellschaft.
  • Da die UG der Körperschaftsteuer unterliegt, sind die Steuersätze meist günstiger im Vergleich zur Einkommenssteuer bei natürlichen Personen.
  • Durch die Gründung einer UG entsteht eine juristische Person. Damit steht bei der Haftung nicht der Gründer als Einzelperson, sondern das Vermögen der UG im Vordergrund. Durch die Haftungsbeschränkung der UG bleibt das Privatvermögen der Geschäftsführung unberührt. 
  • Formell sind Gründung und Abwicklung dieser Unternehmensform deutlich simpler im Vergleich zu beispielsweise einer Aktiengesellschaft (AG). Die Gesellschafter können ihre Anteile der Gesellschaft unkompliziert verkaufen.

UG: Die Nachteile

  • Im Unterschied zur GmbH ist für die Gründung einer UG nur ein Startkapital von 1 Euro notwendig. Was bei Gründung vorteilhaft ist, kann im normalen Geschäftsablauf zum Problem werden. Bei zu niedrig gewähltem Stammkapital drohen Überschuldung und Insolvenz der UG.
  • Eine Ansparpflicht sorgt dafür, dass die Gesellschafter die Überschüsse der GmbH nicht voll ausschütten können, solange der Ansparbetrag noch nicht erreicht ist. Ist die Ansparsumme erreicht, muss die UG in eine GmbH umgewandelt werden. Das passiert nicht automatisch und der Prozess dahinter ist relativ aufwendig.
  • Du bist durch die Publizitätspflicht zur Buchhaltung und Bilanzierung verpflichtet.
  • Die Gesellschaftsform UG ist gewerbesteuerpflichtig.
  • Viele Vorgänge wie der Verkauf von Gesellschaftsanteilen müssen notariell beglaubigt werden.
  • Die Gesellschafter müssen ihr privates Vermögen strikt von dem der UG trennen, um Folgen von verdeckter Gewinnausschüttung zu vermeiden. Bei Verletzung ihrer Pflichten werden sie strafrechtlich verfolgt.
  • Ansehen und Kredi2twürdigkeit sind bei Banken, Lieferanten und Gläubigern gering. Sie bestehen oft auf selbstschuldnerische Bürgschaften des Gesellschafters. Das hebt den Vorteil der Haftungsbeschränkung in den meisten Fällen wieder auf.
  • Der Name der UG ist im Rechtsverkehr auf die Bezeichnung „Name der Firma“ + „UG“ beschränkt.

Unabhängig von der Unternehmensform musst Du bereits im Vorfeld der Gründung als UG einige Fragen klären. Wie hoch soll beispielsweise die Eigenkapitalquote sein, wer soll das Unternehmen führen und mit welchem Namen soll die UG auftreten. Auch hierbei ist ein Businessplan sinnvoll.

Schritt 1: Gesellschaftsvertrag notariell beglaubigen

Der erste Schritt führt Dich zum Notar, der Deinen Gesellschaftsvertrag beurkundet. Lass den Vertrag am besten im Vorfeld vom Anwalt überprüfen.

Schritt 2: Geschäftskonto eröffnen

Übrigens: Während des Gründungsprozesses ist Dein Unternehmen offiziell eine „UG in Gründung“. Beim Eröffnen des Geschäftskontos können sich dadurch bei manchen Banken Probleme ergeben. Wir bei Penta stellen unser Firmenkonto auch UGs in Gründung unkompliziert zur Verfügung. Nach spätestens zehn Wochen benötigen wir aufgrund gesetzlicher Vorschriften einen Handelsregisterauszug, um die vollwertige Aktivierung zu ermöglichen.

Schritt 3: Im Handelsregister anmelden

Sobald Du das Stammkapital Deiner neuen Gesellschaft auf Dein Geschäftskonto überwiesen hast, kannst Du Dich offiziell im Handelsregister anmelden.

Schritt 4: Gewerbe anmelden

Im nächsten Schritt folgt die Anmeldung Deiner UG beim Gewerbeamt. Lass Dir einen Termin geben, um vor Ort einen Gewerbeschein auszufüllen. Diesen reichst Du zusammen mit dem Gesellschaftsvertrag ein.

Schritt 5: Steuernummer beantragen

Nun musst Du nur noch das Finanzamt kontaktieren und den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen, um Deine Steuernummer zu beantragen.

Plane für die Unternehmensgründung einer UG ein paar Tagen bis wenige Wochen ein, bis Du alle nötigen Prozesse durchlaufen hast. 

UG Unternehmensform: Die Kosten im Überblick

Das Startkapital zur Firmengründung einer UG ist mit 1 Euro natürlich sehr gering. Trotzdem musst Du realistisch mit Kosten in Höhe von mehreren Hundert Euro rechnen, um Dein Unternehmen an den Start zu bringen. Die Höhe der Kosten ist von verschiedenen Faktoren abhängig und kann variieren.

Die folgenden Kosten solltest Du bei Deiner Kalkulation berücksichtigen:

  • Anwaltskosten für die Erstellung des Gesellschaftsvertrags: Du kannst alternativ ein Musterprotokoll nutzen, um die Kosten zu reduzieren
  • Stammkapital: hier bist Du ab 1 Euro dabei
  • Notarkosten: die Gebühren sind abhängig von der Höhe des Stammkapitals
  • Kosten für den Handelsregistereintrag und die Gewerbeanmeldung
  • Gründungskosten für die Eröffnungsbilanz: die Höhe der Kosten hängt davon ab, ob Du einen Steuerberater beauftragst oder die Bilanz alleine mit einer Software erstellst

Das perfekte Geschäftskonto für Deine UG

Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)

Die Kommanditgesellschaft auf Aktien ist eine Mischform aus den Unternehmensformen der Kommandit- und Aktiengesellschaft. Die KGaA hat einen persönlich haftenden Gesellschafter und eignet sich für Unternehmen, die auf eine Fremdfinanzierung angewiesen sind, aber nicht auf die Geschäftsführung oder ihre alleinigen Entscheidungskompetenzen verzichten wollen. 

Das Grundkapital zur Unternehmensgründung beträgt mindestens 50.000 Euro. Es ist mindestens ein Gesellschafter nötig, der als Komplementär persönlich haftet. Die Anzahl der Kommanditaktionäre, also der Kommanditisten der Gesellschaft, ist beliebig. Obwohl sie große Teile des Grundkapitals des Unternehmens in Form von Aktien besitzen, haben sie kaum Einfluss und Entscheidungsgewalt auf die Handlungen der Geschäftsführung. Eine Satzung regelt unter anderem die Vergabe von Aktien und deren Verteilung auf die Gesellschafter. Die Gesellschaft besteht aus einem Vorstand, einem Aufsichtsrat und einer Hauptversammlung. Die Gründung ist mit der notariellen Beglaubigung der Satzung rechtskräftig. Der Eintrag in das Handelsregister ist verpflichtend und der Zusatz „KGaA“ muss im Firmennamen enthalten sein. 

Eingetragene Genossenschaft (eG)

Eine eingetragene Genossenschaft, kurz eG, ist eine Kapitalgesellschaft, deren genauer Zweck gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale und oder kulturelle Belange soll durch die Genossenschaft gefördert werden. 

  • Eine eG besteht aus mindestens drei Mitgliedern.
  • Für die Gründung ist eine Satzung erforderlich.
  • Der genossenschaftliche Prüfungsverband unterstützt und kontrolliert Dein Unternehmen. Die Mitgliedschaft Deines Unternehmens in diesem Verband ist Pflicht.
  • Die Haftung ist wie bei der GmbH oder Aktiengesellschaften auf das Unternehmensvermögen begrenzt.

Nicht jedes Unternehmen darf sich als eingetragene Genossenschaft gründen. Der genossenschaftliche Prüfungsverband kontrolliert streng, welche Unternehmen sich als eG organisieren dürfen. Darüber, ob diese Unternehmensform für Dich und Deine Geschäftsidee infrage kommt, kannst Du Dich umfassend informieren, beispielsweise beim Genossenschaftsverband – Verband der Regionen. Grundlage für die Entscheidung bildet unter anderem die Satzung, die bereits vor Unternehmensgründung erstellt werden muss. Hierzu findest Du online zahlreiche Vorlagen, beispielsweise die Mustersatzung des Genossenschaftsverbands. In Deiner Satzung müssen insbesondere die folgenden Punkte geklärt werden:

  • Was kosten die Geschäftsanteile?
  • Wie viele Geschäftsanteile kann jedes Mitglied erwerben?
  • Was passiert mit dem Gewinn, den die Genossenschaft möglicherweise erwirtschaftet?
  • Wann wird die Generalversammlung der Mitglieder einberufen?

Die eG ist eine sehr spezielle Form der Unternehmensgründung in Deutschland, die unter den richtigen Voraussetzungen durchaus eine gute Alternative zu anderen Unternehmensformen sein kann, auch wenn die Anforderungen des genossenschaftlichen Prüfverbandes recht hoch sind und es nur wenige Branchen gibt, in denen Unternehmen als eGs vorkommen.

Europäische Aktiengesellschaft/Societas Europaea (SE)

Die Unternehmensform der Europäischen Aktiengesellschaft, kurz SE für Societas Europaea, entspricht in vielen Bereichen der klassischen AG. Die SE-Verordnung enthält lückenhafte Regelungen, die durch das nationale Recht des jeweiligen EU-Mitgliedstaates ergänzt wird, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. Neben der europäischen Verordnung werden bei einem Unternehmen mit Sitz in Deutschland die deutschen SE-spezifischen Regelungen sowie das deutsche Aktienrecht angewandt.

Diese Unternehmensform genießt hohes Ansehen im Ausland. Wer sein Unternehmen international ausrichten möchte, profitiert hier vom positiven Image. Im Vergleich zum deutschen Aktienrecht sind vergleichsweise einfache Strukturen in der Unternehmensführung möglich. Die Aufgaben von Vorstand und Aufsichtsrat dürfen beispielsweise gebündelt werden. Das nötige Kapital für die Unternehmensgründung ist mit 120.000 Euro vergleichsweise hoch. 

Eine SE kann ausschließlich durch bereits bestehende Gesellschaften gegründet werden. Die zwei am häufigsten vorkommenden Unternehmensformen Varianten sind die Umwandlung einer klassischen AG in eine SE oder die Verschmelzung von zwei AGs auf eine SE. Für die Umwandlung muss ein Mitbestimmungsverfahren durchgeführt werden. Die Geschäftsführung der zu gründenden SE verhandelt mit den Arbeitnehmervertretern über die Mitbestimmung im Aufsichtsrat sowie die Gründung eines SE-Betriebsrats. Diesem Betriebsrat stehen Unterrichtungs- und Anhörungsrechte in grenzüberschreitenden Angelegenheiten zu. Dieser Prozess ist zeitintensiv, wodurch die Gründung bis zu neun Monaten dauern kann. 

GmbH und UG in Gründung

Die GmbH gilt erst mit Eintrag in das Handelsregister als gegründet. Bis dahin besteht sie als eine Art Vorgesellschaft, die Vor-GmbH oder auch GmbH in Gründung (GmbH i. G.). Das Gleiche gilt für die UG, auch Mini-GmbH genannt. Bis zum Eintrag in das Handelsregister firmiert sie als UG in Gründung (UG i. G.).

Was gibt es für Unternehmer in Gründung zu beachten?

Als Kapitalgesellschaft haften die Gesellschafter einer GmbH nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern ausschließlich mit dem Firmenvermögen. Mit der Gründung einer Vorgesellschaft zur GmbH entsteht aber bereits eine Personengesellschaft, meist in Form einer GbR. Der Gesellschaftszweck der GbR ist die Gründung der GmbH. Als Gesellschafter einer Personengesellschaft haften die Gründer bis zur endgültigen Gründung in vollem Umfang mit ihrem Privatvermögen.

Eine Vorgründungsgesellschaft existiert ab dem Zeitpunkt, an dem die Gründer den Beschluss gefasst haben, gemeinsam eine GmbH zu gründen. Mit Abschluss des notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrages und nach Eintragung in das Handelsregister geht die GmbH i.G. in die GmbH über. Die Vorgründungsgesellschaft dient ausschließlich dem Zweck, die Gründung der GmbH vorzubereiten. Wird sie in dieser Vorbereitungsphase bereits unternehmerisch tätig, kann aus der GbR eine offene Handelsgesellschaft (OHG) werden.

Für die UG gelten die Haftungsregelungen des GmbH-Gesetzes. Entsprechend gelten für Unternehmergesellschaften in Gründung die gleichen Bedingungen wie für die GmbH i. G.

In der Übergangsphase haben die Gesellschafter beziehungsweise Geschäftsführer bereits Rechte und Pflichten. So müssen sie beispielsweise ein Geschäftskonto eröffnen, um das notwendige Stammkapital zu hinterlegen.

Geschäftskonto in der Gründungsphase eröffnen

Damit der Gründungsprozess reibungslos verlaufen kann und es zu keinen unnötigen Verzögerungen kommt, bietet Penta GmbHs und UGs bereits in der Gründungsphase ein Online Geschäftskonto während der Firmengründung an. Darüber hinaus erhalten Gründer, wenn Sie eine Firma gründen, fachkundige Unterstützung von qualifizierten Anwälten, Beratung und Hilfe bei der Suche nach einem Notar und Steuerberater sowie Vorlagen für Gründungsdokumente, Verträge und Rechnungen.

Erst mit Eintrag in das Handelsregister gilt das Unternehmen als eingetragene Kapitalgesellschaft. Ab diesem Zeitpunkt gelten dann sämtliche Rechte und Pflichten für ihre Gesellschafter und Geschäftsführer.

Alles, was Du zur Eröffnung Deines Geschäftskontos benötigst, sind die Kerndaten zu Deinem Unternehmen, die Gründungsurkunde mit dem Siegel des Notars, die Gesellschafterliste sowie die Personalausweise der gesetzlichen Vertreter. Die Eröffnung erfolgt rein digital. Du lädst die notwendigen Dokumente hoch, beantwortest einige gesetzlich vorgeschriebene Fragen und schon startet der Prozess zur persönlichen, videobasierten Identifikation aller Geschäftsführer über IDnow. Dieser Prozess dauert nur wenige Minuten. Liegen alle Informationen vollständig vor, steht Dir Dein Online Geschäftskonto meist bereits am Tag der Anmeldung zur Verfügung.

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