Die größten Risiken für Unternehmen und wie Du ihnen entgegenwirkst

Yasmin
Yasmin April 2022 Content Editor 9 Min

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen sind zahlreichen Risiken ausgesetzt. Während sich einige durch eine vorausschauende und nachhaltige Unternehmensführung weitestgehend vermeiden lassen, gibt es andere Risiken für Unternehmen, auf die Du nur wenig oder gar keinen Einfluss hast.

Mit einem guten Risikomanagement lassen sich die meisten Risiken aber gut beherrschen. Es hilft Dir dabei, externe und interne Risiken frühzeitig zu erkennen, ihren Impact zu bewerten und Dein Unternehmen so vor größeren Schäden zu bewahren. 

In diesem Beitrag erfährst Du, welche Risiken für Unternehmen es gibt und wie Du in nur vier Schritten ein solides Risikomanagement aufbaust.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unternehmen sind zahlreichen internen und externen Risiken ausgesetzt
  • Unternehmen können nicht auf alle Risiken Einfluss nehmen
  • Mit einem Risikomanagementsystem lassen sich Risiken beherrschen

Externe Risiken für Unternehmen

Wer Risiken beherrschen will, muss sie zunächst einmal kennen. Obwohl insbesondere externe Risiken Unternehmen zwar bekannt sind, haben sie aber nur bedingt die Möglichkeit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Zu diesen Risiken zählen beispielsweise die wirtschaftlichen oder die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Land, die sich auf Angebot und Nachfrage auswirken können. 

Aktuell können wir gleich mehrere Veränderungen oder Ereignisse beobachten, die hier Einfluss nehmen. Zum einen hat die Pandemie die Kundenbedürfnisse verändert – zugunsten des Onlinehandels oder der Digitalisierung beispielsweise im Onlinebanking oder Mobile Payment. Aber auch das Kaufverhalten hat sich verändert – hin zu mehr Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung entlang der Lieferkette. Nicht zuletzt hat der Anstieg der Energie- und Treibstoffkosten Auswirkungen auf die Produktionskosten eines Unternehmens. 

Diese Risiken lassen sich zwar nur bedingt beherrschen, das heißt Unternehmen haben keinen direkten Einfluss darauf, ob oder wann ein solches Risiko auftritt. Wer das Weltgeschehen und die politische Lage aufmerksam beobachtet, kann entsprechende Trends aber frühzeitig erkennen und entsprechend darauf reagieren.

Technologische Risiken

In Zeiten der Digitalisierung gewinnt der technologische Vorsprung immer stärker an Bedeutung. Je mehr Prozesse in einem Unternehmen digitalisiert sind, desto größer sind die Auswirkungen bei einer technischen Störung. Fällt beispielsweise das Netzwerk aus, können keine Aufträge bearbeitet werden, keine Rechnungen erstellt werden, keine Zahlungen getätigt werden. Kommt es zu einer Betriebsstörung, steht die Produktion. Immer häufiger kommt es auch durch Ausfälle durch Cyberattacken. Diese sind nicht nur schlecht für den Betriebsablauf, sondern auch für den Ruf – immerhin geht es hier um sensible Kundendaten. 

Aber nicht nur Ausfälle stellen ein technologisches Risiko dar. Die technologische Entwicklung schreitet schnell voran: Bei einem Entwicklungsrückstand aufgrund fehlender Ressourcen, dem Verlust eines Entwicklungspartners, einer Verzögerung bei der Entwicklung und Fertigstellung neuer Produkte führen schnell dazu, von einem Wettbewerber, der über die modernsten Technologien verfügt, überholt zu werden.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Es liegt auf der Hand: Unternehmen mit nur einem Großkunden oder nur wenigen Kunden, die auf nur einen Lieferanten setzen, für ihre Produktion nur ein ganz bestimmtes Material verwenden und ihre Produkte nur über einen Vertriebskanal verkaufen, geraten schnell in wirtschaftliche Schieflage, wenn einer dieser Faktoren wegfällt. 

Diese leistungswirtschaftlichen Risiken lassen sich vermeiden, in dem Du Dein Unternehmen möglichst breit aufstellst:

  • Bau Dir einen soliden Kundenstamm auf
  • Vertreibe Deine Angebote über mehrere Vertriebskanäle
  • Weite Dein Geschäft durch Internationalisierung aus
  • Mach Dich nicht von einem einzigen Lieferanten abhängig
  • Überlege Dir Alternativen, um Materialengpässe zu vermeiden

Fehlerhafte Rechnungen

Eine korrekte Rechnungsstellung ist mit zahlreichen Pflichtangaben verbunden. Fehlerhaft ausgestellte Rechnungen können daher schnell zu Forderungsausfällen führen. Dieses Risiko kannst Du vermeiden, in dem Du eine Buchhaltungssoftware nutzt, um Rechnungen zu schreiben und einen Mahnprozess zu implementieren.

Finanzielle Risiken für Unternehmen

Als Unternehmer weißt Du, wie wichtig es ist, dass Deine Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen. Entsteht hier ein Ungleichgewicht, kannst Du Deinen Forderungen nicht mehr nachkommen und Du läufst im schlimmsten Fall Gefahr, Insolvenz anmelden zu müssen. Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken zählen alle Risiken, die sich unmittelbar auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) Deines Unternehmens auswirken. Beispiel für ein finanzielles Risiko sind das

  • Marktpreisrisiko (Änderungen von Zinsen oder Wechselkursen) der Marktpreise,
  • Kredit- oder Adressausfallrisiko (Insolvenz eines Debitors)
  • Liquiditätsrisiko
  • oder Zahlungsausfälle (strittige Forderungen)

Aber auch eine zu geringe Eigenkapitalquote kann ein finanzielles Risiko darstellen. Sie führt beispielsweise dazu, dass Du weiteres Kapital nur zu einem erhöhten Preis beschaffen kannst.

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Innerbetriebliche Risiken

Deinem Unternehmen drohen nicht nur von außen, sondern auch von innen Risiken, die Deine Geschäftstätigkeit und Deinen Geschäftserfolg beeinflussen. Zum einen sind da natürlich die Entscheidungen, die das Management eines Unternehmens trifft. Fehlentscheidungen oder das Aufschieben von Entscheidungen können schnell zu ernsten Konsequenzen führen. 

Aber nicht nur das Management nimmt erheblichen Einfluss auf das Unternehmen. Die. Mitarbeitenden eines Unternehmens sind häufig das größte Kapital eines Unternehmens. Sind die Mitarbeitenden unzufrieden, unmotiviert oder auch unqualifiziert, entstehen Unternehmen erhebliche Schäden. Entgegenwirken kannst Du diesem Risiko beispielsweise mit 

  • einer wertschätzenden Unternehmenskultur
  • einem Informationsfluss, der dafür sorgt, dass Deine Mitarbeitenden in der Lage sind, ihre Aufgaben zu erledigen
  • Prozessoptimierungen
  • Maßnahmen zur Mitarbeiterqualifikation

All diese Maßnahmen führen zur positiven Aufladung Deiner Arbeitgebermarke und sorgen in Verbindung mit einem gut durchdachten Recruting-Prozess dafür, dass qualifizierte und motivierte Mitarbeitende für Dein Unternehmen gewinnen kannst.

Als Unternehmer musst Du zudem in der Lage sein, personelle Ausfälle durch Krankheit oder Kündigung auch auf höheren Managementebenen kompensieren zu können und Dich rechtzeitig um Nachfolgeregelungen – auch für den Fall eines Inhaberwechsels – zu kümmern. 

Umweltrisiken

Bei den Umweltrisiken kann es sich sowohl um Schäden handeln, die Deinem Unternehmen durch Naturkatastrophen wie Sturm, Hochwasser oder auch Erdbeben entstehen. Es bezeichnet aber auch Schäden, die Dein Unternehmen Mensch und Umwelt zufügt. Damit verbunden ist letztendlich natürlich wieder ein finanzielles Risiko, um die entstandenen Umweltschäden zu beheben. 

Risiken für Unternehmen entgegenwirken

Dein Unternehmen ist also zahlreichen internen und externen Risiken ausgesetzt. Jede Entscheidung, die Du triffst, und jede Handlung, die Du vornimmst, hat Konsequenzen. Nicht immer entsteht hierdurch zwangsläufig ein Risiko. Dennoch solltest Du ein Bewusstsein für mögliche Risiken entwickeln, vorbereitet sein und Dir entsprechende Maßnahmen überlegen, mit denen sich die Risiken für Dein Unternehmen wirksam beherrschen lassen. Insbesondere bei den externen Risiken ist Dein Einfluss häufig begrenzt. Dennoch hilft ein durchdachtes Risikomanagement Dir dabei, Risiken zu identifizieren, zu bewerten und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

ISO 31000:2018

Die ISO-Norm unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung und Implementierung einer Risikomanagementstrategie. Dabei werden Risiken identifiziert, um die Auswirkungen der Risiken abzuschwächen, um sie so vor größeren Schäden zu schützen. Risikomanagement ist Chefsache, betrifft aber die gesamte Organisation. Alle Beteiligten müssen sich der Risiken bewusst sein, die negativen Auswirkungen, aber auch die Chancen kennen, die ein in der Unternehmenskultur festverankertes Risikomanagement bietet.

Um Dein eigenes Risikomanagement aufzusetzen und somit langfristig sowohl für interne als auch externe Risiken gewappnet zu sein, solltest Du die folgenden vier Schritte befolgen:

  1. Identifiziere potenzielle Risiken
  2. Bewerte die Risiken realistisch
  3. Plane Maßnahmen gegen diese Risiken
  4. Integriere Risikomanagement in Deine Unternehmensstruktur

Schritt 1: Risiken identifizieren

Es gibt zahlreiche Risiken, die Auswirkungen auf den Erfolg eines Unternehmens haben. Nicht alle dieser Risiken treffen aber unbedingt auf Dein Unternehmen zu. Um Dich wirksam gegen Risiken zu schützen, musst Du in einem ersten Schritt zunächst einmal die Risiken für Dein Unternehmen identifizieren

Hierfür stehen Dir unterschiedliche Maßnahmen zur Verfügung, um Dir einen Überblick zu verschaffen. Um die finanzwirtschaftlichen Risiken zu erkennen, kannst Du beispielsweise eine Analyse Deiner Bilanzen, Kennzahlen und Geschäftsberichte erstellen. Ebenfalls hilfreich ist ein Vergleich mit anderen Unternehmen (Benchmarking) sowie die Analyse des Marktes.  

Erheblichen Einfluss auf Deinen Geschäftserfolg haben gut funktionierende Prozesse. Sie verschaffen Dir zufriedene Kunden und zufriedene Mitarbeiter und damit letztendlich höhere Umsätze. Eine Prozessanalyse sollte daher bei der Identifikation Deiner Risiken nicht fehlen.

Viele dieser Informationen liegen Dir bereits vor und Du musst sie im Rahmen einer sorgfältigen Recherche zusammentragen. Alternativ kannst Du Dir das Know-how Deiner Mitarbeitenden zunutze machen. Im Rahmen von internen Workshops könnt ihr beispielsweise gemeinsam herausfinden, wo es Potenzial für mögliche Risiken gibt. Es schadet aber auch nicht, Experten um Rat zu fragen: Der Blick von außen fällt häufig auf Punkte, die beim Blick von innen schon gar nicht mehr auffallen. 

Schritt 2: Risiken bewerten

Sind die Risiken, die Auswirkungen auf Dein Unternehmen haben, identifiziert, geht es im nächsten Schritt weiter mit der Risikobewertung. Nicht jedes Risiko, dass Du identifiziert hast, gefährdet automatisch die Existenz Deines Unternehmens. Bei der Bewertung teilst Du die Risiken und die damit verbundene Gefahr für Dein Unternehmen mithilfe einer Skala ein. Zusätzlich nimmst Du eine Einschätzung vor, wie wahrscheinlich der Eintritt eines entsprechenden Risikos ist. Auf dieser Basis gehts Du zum nächsten Schritt über und planst die Gegenmaßnahmen, die Du zur Risikovermeidung ergreifen kannst.

Schritt 3: Maßnahmen planen

Gegen einige Risiken kannst Du Dich versichern. Gegen andere kannst Du konkrete Maßnahmen ergreifen, um das Risiko zu minimieren oder ihm rechtzeitig wirksam entgegenzuwirken. Erstellst Du einen Maßnahmenplan, behalte dabei aber im Auge, dass es Risiken gibt, die Du nicht beherrschen kannst. Das bedeutet aber nicht, dass Du diese Risiken vernachlässigen kannst. Für diese Fälle – beispielsweise für eine weltweite Pandemie oder den Ausbruch eines Krieges – entwickelst Du ein Worst-Case-Szenario. Das heißt, Du gehst vom schlimmstmöglichen Fall aus und guckst, was Du noch retten kannst. 

Schritt 4: Risikomanagement in die Unternehmensstruktur einbauen

Am Ende der Identifikation und Bewertung Deiner Risiken steht ein Risikokatalog. Diese beinhaltet eine Auflistung sämtlicher Risiken, dem Grad ihrer Auswirkung, der Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts sowie der geplanten Gegenmaßnahmen. Sie enthält aber auch die Verantwortlichen, die die jeweiligen Risiken im Auge behalten und diese regelmäßig – mindestens einmal im Jahr – überprüfen. Im Laufe der Zeit können sich die Risiken oder der Grad ihres Einflusses ändern. Dein Risikokatalog muss entsprechend auch regelmäßig aktualisiert werden.

Während der Gesamtprozess des Risikomanagements, der die Identifikation, Bewertung und Maßnahmenplanung umfasst, meist zentral angesiedelt ist, ist für die erfolgreiche Umsetzung das gesamte Unternehmen zuständig. Das bedeutet, dass das Risikomanagement fest in der Unternehmenskultur eines Unternehmens verankert ist und sich alle Mitarbeitenden der Risiken sowie ihrer Verantwortung zur Vermeidung der Risiken bewusst sind, aber auch vom Unternehmen beispielsweise durch Schulungen bei der praktischen Durchführung unterstützt werden. Gleichzeitig ist eine Kontrollinstanz erforderlich, die bereichs- und prozessunabhängig die Aktivitäten des Risikomanagements überwacht.

Fazit: gut vorbereitet in die Zukunft!

Als Unternehmer hast Du es täglich in der Hand, Deinen Geschäftserfolg durch Dein Handeln und Deine Entscheidungen positiv zu beeinflussen. Deine Entscheidungen triffst Du nach bestem Wissen und Gewissen und wägst Chancen und Risiken sorgfältig ab. Aber nicht alle Risiken kontrollieren oder lassen sich im Vorfeld voraussagen. Mit einem gut durchdachten Risikomanagement kannst Du potenzielle Risiken aber zumindest identifizieren, Dich darauf vorbereiten und rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. 

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