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SEPA Firmenlastschrift, wie funktioniert das?

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ivan 23 Jul 2019

„SEPA“ sagt mittlerweile sicherlich jedem etwas. Weniger bekannt ist der Ablauf für eine SEPA Firmenlastschrift.  Wir versuchen, dich in diesem Artikel aufzuklären, und geben dir so einen Überblick über SEPA-Firmenlastschriften.

SEPA, die „Single Euro Payments Area“, ist im Zusammenhang mit dem Zahlungsverkehr innerhalb der Europäischen Union eingeführt worden. Seit Februar 2014 wird das Verfahren in fast allen Mitgliedsstaaten der EU genutzt, um auf dem elektronischen Weg Geld zu überweisen. Die Vorteile von SEPA sind unter anderem: Privatleute und Geschäftskunden können in einer beliebigen Bank in ganz Europa ein Konto eröffnen und Überweisungen können einfacher und sicherer über Grenzen, innerhalb der EU, ausgeführt werden.

SEPA: Die Situation in der Vergangenheit und heute

Zuvor hatte jeder EU-Mitgliedsstaat sein eigenes Zahlungs- und Überweisungssystem. So taten sich Privatleute, aber auch Unternehmer schwer, ein schnelles und einfaches Verfahren für ihre Geldtransfers zu finden. Wichtigstes Kennzeichen des SEPA-Versuches ist dabei die IBAN, die einheitliche Kontonummer für (fast) alle SEPA-Mitgliedsstaaten. Dazu kommt die BIC, die es ermöglicht, Banken eindeutig zu identifizieren. Privatpersonen können durch SEPA so deutlich unkomplizierter als zuvor Überweisungen ins europäische Ausland durchführen. Übrigens unterstützen neben 28 EU-Ländern auch Norwegen, die Schweiz, Island, Liechtenstein, Monaco und San Marino das SEPA-Verfahren.

Lastschriften, in Deutschland auch unter dem Namen Bankeinzug bekannt, waren bereits vor der Einführung des SEPA Verfahrens ein gängiges Mittel, um Rechnungen zu begleichen. Der Zahlungsempfänger fordert vom Zahlungspflichtigen die Genehmigung für eine Lastschrift ein, und darf nach Unterzeichnung des Lastschriftmandats den fälligen Betrag einziehen. Die Forderung wird automatisch von der Bank des Schuldners auf die des Gläubigers überwiesen. Im Gegensatz zu dem Dauerauftrag, den der Zahlungspflichtige von sich aus erteilt, kann der zu überweisende Geldbetrag hier variieren.

Laut einer Statistik der Europäischen Zentralbank stellten die Lastschrifteinzüge 2017 immerhin 19% aller bargeldlosen Zahlungsvorgänge in der EU dar. Getoppt wird das nur von den Kartenzahlungen (52%) und den Überweisungen (24%). Insgesamt wurden laut Europäischer Zentralbank 2017 rund 25 Milliarden Transaktionen mittels Lastschrift getätigt. Doch was hat es nun mit der speziellen Firmenlastschrift auf sich? Eines vorweg: Die SEPA Firmenlastschrift beruht auf dem gleichen Prinzip wie die Basislastschrift.

SEPA Firmenlastschrift und SEPA Basislastschrift, wo ist der Unterschied?

Die Firmenlastschrift, auf Englisch „SEPA Business to Business Direct Debit“, ist anders als die Basislastschrift nur für den Zahlungsverkehr zwischen Unternehmen gedacht. Beispielsweise von GmbH zu UG sind Firmenlastschriften über das Geld auf dem Geschäftskonto demnach möglich. Sie ist nicht für Geldüberweisungen zwischen Privatpersonen oder Privat- und Geschäftsleuten konzipiert worden. Verbraucher sind also von vorneherein von SEPA Firmenlastschriften ausgeschlossen. Als Verbraucher gilt dabei jeder, der die Überweisung beziehungsweise das Rechtsgeschäft für seine privaten Zwecke und nicht für seine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit ausführt.

Neben dem rein geschäftlichen Tätigkeitsfeld definiert sich die Firmenlastschrift dadurch, dass der Zahlungspflichtige nicht in der Lage ist, Rückbuchungen ausführen zu lassen. Widerspruch bei SEPA Firmenlastschriften einzulegen, geht also nicht. Das gilt natürlich nur, wenn das Mandat korrekt autorisiert wurde und noch gültig ist. Ausnahme: Falls das SEPA Lastschriftmandat gekündigt wurde, die Empfängerbank aber nicht informiert, dann gilt eine Frist von 13 Monaten, um das Geld zurückzuverlangen. Bei der normalen SEPA Basislastschrift, die zwischen Privatpersonen und Unternehmen üblich ist, ist es im Gegensatz dazu recht problemlos möglich, Lastschrifteinzüge innerhalb von acht Wochen zurückzuweisen.

Ein weiterer Unterschied zur Basis-Variante: Die Bank des Schuldners überprüft die Lastschrift und damit die Daten des Mandats vor der Ausführung. Darum sollte der Zahlungspflichtige seiner Bank eine Kopie des Mandats zukommen lassen. Insgesamt sind sich SEPA Firmenlastschrift und die SEPA Basislastschrift allerdings sehr ähnlich: der Zweck, Geld einzuziehen, wird von beiden Verfahren gleichermaßen erfüllt.

Was sind die Unterschiede und Vorteile der Firmenlastschrift?

Wie kann ich als Unternehmer Lastschriften einrichten?

Die Genehmigung des Geldeinzugs zwischen Unternehmen muss schriftlich und mithilfe spezieller Formulare erfolgen. Das SEPA Firmenlastschriftmandat sollte in der Muttersprache des Zahlungspflichtigen verfasst sein, unter bestimmten Bedingungen ist auch die englische Sprache erlaubt. Wie genau das Formular für ein SEPA Lastschriftmandat auszusehen hat, das kannst du zum Beispiel online an Hand von vielen Beispielen nachvollziehen. Hier etwa als PDF von der Dänischen Bank. Andere Vorlagen zur SEPA Firmenlastschrift sind ebenso im Internet verfügbar; dadurch kannst du Zeit und damit auch (zumindest ein wenig) Geld sparen.

Wenn du als Gründer oder Unternehmer Zahlungen mithilfe des SEPA-Lastschriftverfahrens einziehen möchtest, dann brauchst du dazu eine sogenannte Gläubiger-Identifikationsnummer. Damit die Erteilung einer Lastschrift rechtsgültig ist, benötigst du diese Identifikationsnummer. Die ID kann von Geschäftsleuten bei der Deutschen Bank angefragt werden. Insgesamt ist es also ein recht komplexes Verfahren, bis du als Verantwortlicher endlich SEPA Lastschriften selbst durchführen kannst.

Es ist allerdings auch möglich, SEPA-Lastschriften „outzusourcen“ und Dritte damit zu beauftragen. Diesen Service bietet demnächst beispielsweise auch Penta an, um so das Verfahren für SEPA Lastschriften für dich als Gründer/in oder Chef/in eines KMU zu erleichtern.

Eine allgemeine Übersicht über alle Lastschriftarten findest Du hier.

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