Unterschiede zwischen der SEPA-Firmenlastschrift und SEPA-Basislastschrift

Oliver
Oliver Februar 2022 Fintech Content Editor 5 Min

Inhaltsverzeichnis

Im Vergleich zum SEPA-Basislastschriftverfahren ist die SEPA-Firmenlastschrift bisher noch recht unbekannt. SEPA steht für „Single Euro Payments Area“ und wird mittlerweile  von fast allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union als Instrument für den bargeldlosen Zahlungsverkehr innerhalb der EU genutzt. Wir erklären Dir, die Unterschiede zwischen der SEPA-Firmenlastschrift und der SEPA-Basislastschrift.

Das Wichtigste in Kürze

  • Privatpersonen nutzen im bargeldlosen Zahlungsverkehr die SEPA-Basislastschrift (B2C)
  • Unternehmen nutzen die SEPA-Firmenlastschrift, um Geld in das EU-Ausland zu transferieren (B2B)
  • Für den Zahlungseinzug ist ein SEPA-Lastschriftmandat bzw. ein SEPA-Firmenlastschriftmandat erforderlich
  • Bei SEPA-Firmenlastschriften ist keine Lastschriftrückgabe möglich

Was ist das SEPA-Lastschriftverfahren?

Seit 2014 wird das SEPA-Lastschriftverfahren genutzt, um Geld innerhalb der EU auf elektronischem Weg zu überweisen. Neben den 28 EU-Staaten unterstützen auch Länder außerhalb der Eurozone wie Norwegen, die Schweiz, Island, Liechtenstein, Monaco und San Marino das SEPA-Lastschriftverfahren.

Zuvor hatte jeder EU-Mitgliedsstaat sein eigenes Zahlungs- und Überweisungssystem. So taten sich Privatleute, aber auch Unternehmer schwer, Geld schnell und einfach zu transferieren.

Wichtigstes Merkmal des SEPA-Lastschrifteinzugs ist die sogenannte IBAN (International Bank Account Number), die einheitlich aufgebaute Kontonummer für die Kontoinhaber (fast) aller SEPA-Mitgliedsstaaten. Dazu kommt der Bank Identifier Code (BIC), der es ermöglicht, Banken eindeutig zu identifizieren. Zusätzlich ist der Zahlungsempfänger vor Einzug einer Zahlung verpflichtet, ein Lastschriftmandat bzw. ein Firmenlastschriftmandat einzuholen.

Umsätze mit Lastschriften 2020

Im Jahr 2020 wurde mit Lastschriften ein Umsatz im bargeldlosen Zahlungsverkehr in Höhe von rund 3.201 Milliarden Euro erzielt (Quelle: Statista).

Bei dem bargeldlosen Zahlungsverfahren wird zwischen der SEPA-Basislastschrift und der SEPA-Firmenlastschrift unterschieden.

Was ist die SEPA-Basislastschrift?

Mit dem SEPA-Basislastschriftverfahren (SEPA Core Direct Debit) können Privatpersonen deutlich unkomplizierter als zuvor Überweisungen im Inland sowie im europäischen Ausland durchführen. Im B2C-Bereich wird die Basislastschrift häufig bei wiederkehrenden Zahlungen beispielsweise um die Miete, Telekommunikations- oder Stromrechnung oder Versicherungsbeiträge direkt vom Konto des Kunden abzubuchen. Aber auch im Onlinehandel ist dieses Zahlungsverfahren weit verbreitet.

Als Ermächtigung für den Einzug fälliger Beträge, dient das SEPA-Lastschriftmandat. Ohne dieses Mandat darf der Zahlungsempfänger keine Zahlungen einziehen. Bei unberechtigten Abbuchungen können Privatpersonen innerhalb einer Frist von acht Wochen widersprechen.

Ein gültiges SEPA-Basislastschriftmandat enthält die folgenden Angaben und muss dem Zahlungsempfänger schriftlich vorliegen:

  • Bezeichnung des Zahlungsempfängers
  • eine Gläubiger-Identifikationsnummer des Zahlungsempfängers
  • Name des Kunden 
  • IBAN des Kunden
  • BIC des Kunden

Ändert sich die Höhe der fälligen Beträge, ist kein neues Mandat erforderlich. Das  Mandat kann aber jederzeit widerrufen werden.

Noch kein Penta Konto? Jetzt passendes Kontomodell wählen und Konto in 15 Minuten beantragen.

Was ist eine SEPA-Firmenlastschrift?

Das SEPA-Firmenlastschriftverfahren (SEPA Business to Business Direct Debit) ist für den Zahlungsverkehr zwischen Unternehmen (B2B) gedacht. Es kommt ausschließlich bei Geschäften mit Firmenkunden zum Einsatz. Auch hier ist ein gültiges Mandat erforderlich, um Beträge vom Geschäftskonto eines Unternehmens einzuziehen.

In der Theorie kann es daher eigentlich zu keinen Fehlbuchungen kommen, da der Zahlungspflichtige den Zahlungsempfänger zum Einzug berechtigt hat. Tritt dieser Fall dennoch ein, können Belastungen zwischen Privatpersonen oder zwischen Privatpersonen und Unternehmen bis zu 13 Monaten nach Belastung der Lastschrift zurückgegeben werden. 

Wie funktioniert eine SEPA-Firmenlastschrift?

Bei der SEPA-Firmenlastschrift werden die Lastschrift und die Daten des Mandats vor Ausführung der Zahlung von der Bank des Schuldners genau überprüft. Um Verzögerungen zu vermeiden, lassen die zahlungspflichtigen Unternehmen ihrer eigenen Bank eine Kopie des Mandats zukommen. 

Das SEPA-Firmenlastschriftmandat 

Wie beim SEPA-Basislastschriftverfahren ist auch bei der SEPA-Firmenlastschrift ein Mandat notwendig, um Gelder einzuziehen. Die erforderlichen Angaben gleichen denen im SEPA-Basislastschriftmandat. Vorausgesetzt, dass das entsprechende SEPA-Firmenlastschriftmandat korrekt autorisiert wurde und noch gültig ist, hat der Mandant oder Kunde bei der SEPA-Firmenlastschrift nach der Abbuchung allerdings keinen Anspruch mehr auf Rückbuchung. Entsprechend gibt es auch keine Frist für eine Lastschriftrückgabe.

Was sind die Unterschiede zwischen Firmenlastschrift und Basislastschrift?

Grundsätzlich gleichen sich die beiden Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Allerdings gibt es auch wesentliche Unterschiede. 

SEPA-BasislastschriftSEPA-Firmenlastschrift
Geschäfte mit Privatkunden (B2C) Geschäfte mit Geschäftskunden (B2B)
Es wird lediglich geprüft, ob ein Mandat vorliegt. Die Daten selbst werden aber nicht auf ihre Richtigkeit überprüft. Unternehmen hinterlegen Kopien ihrer Firmenlastschriften bei ihrer eigenen Bank: Überprüfung der Daten des SEPA-Firmenlastschriftmandats vor Ausführung durch die Bank des Schuldners.
Rückgabe einer unberechtigten Lastschrift ohne Angabe von Gründen innerhalb einer Frist von 8 Tagen möglich. Lastschriftrückgabe ist grundsätzlich nicht möglich.
Keine speziellen formellen Voraussetzungen. Das SEPA-Firmenlastschriftmandat muss neben inhaltlichen Anforderungen auch bestimmte formelle Voraussetzungen erfüllen.

Wie kannst Du als Unternehmer eine SEPA-Firmenlastschrift einrichten?

Die Genehmigung des Geldeinzugs mittels der SEPA-Firmenlastschrift zwischen Unternehmen muss schriftlich und mithilfe spezieller Formulare erfolgen. Das SEPA-Firmenlastschriftmandat sollte in der Muttersprache des Zahlungspflichtigen verfasst sein. Unter bestimmten Bedingungen ist auch ein Formular in englischer Sprache für die SEPA-Firmenlastschrift erlaubt. Vorlagen für das SEPA-Firmenlastschriftmandat findest Du im Internet.

Wenn Du als Gründer oder Unternehmer Zahlungen per SEPA-Firmenlastschrift einziehen möchtest, dann brauchst Du dazu eine sogenannte Gläubiger-Identifikationsnummer, damit die Erteilung einer Lastschrift rechtsgültig ist. Die ID kann von Geschäftsleuten bei der Deutschen Bank angefordert werden.

Fazit: Gleich und doch anders

In ihren Grundsätzen ähneln sich die beiden Verfahren. Es gibt aber auch wesentliche Unterschiede zwischen der SEPA-Firmenlastschrift und SEPA-Basislastschrift. Der wohl wesentlichste Unterschied ist, dass nach Einzug einer SEPA-Firmenlastschrift keine Rückbuchung durch den Schuldner möglich ist, wenn ein gültiges SEPA-Firmenlastschriftmandat vorliegt. Zudem muss dieses Mandat im Gegensatz zum SEPA-Basislastschriftmandat bestimmte formelle Voraussetzungen erfüllen.

Eine allgemeine Übersicht über alle Lastschriftarten findest Du hier.

Firmenkonto Banking für Unternehmen
Firmenkonto Banking für Unternehmen

Banking, das sich Deinem Unternehmen anpasst

Penta bietet Dir Tarife und Funktionen, die genau zu Deinen Bedürfnissen passen.

Nach oben