So kannst Du Parkgebühren in der Steuererklärung absetzen

Oliver
Oliver April 2020 Fintech Content Editor 6 Min

Inhaltsverzeichnis

Die gute Nachricht: Als Selbstständiger kannst Du Parkgebühren für berufliche Fahrten von der Steuer absetzen. Die schlechte Nachricht: Das leidige Thema Parkplatzsuche in der Innenstadt bleibt Dir damit leider nicht erspart. Genau wie das Sammeln unzähliger Parkscheine. Doch der Aufwand lohnt sich: Wer weiß wie er vorgehen muss und welche Besonderheiten es zu beachten gibt, kann diese Kosten in einigen Fällen steuerlich absetzen.

Wie sind die Parkgebühren entstanden?

Um zu wissen, ob sich Gebühren steuerlich absetzen lassen, ist es zunächst wichtig zu wissen, ob Du privat oder beruflich mit Deinem Auto unterwegs warst. Sind Parkgebühren durch private Fahrten entstanden, beispielsweise beim Einkaufen oder einem Besuch von Freunden, kannst Du die Parkgebühren in der Steuererklärung nicht absetzen. Sind die Kosten jedoch aus beruflichen Gründen entstanden, kannst Du sie durchaus steuerlich geltend machen – doch auch hier gibt es bestimmte Faktoren, die Du beachten solltest.  

Parkgebühren am Arbeitsplatz steuerlich absetzen

Hast Du beispielsweise einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe Deines Arbeitplatzes gemietet, sind steuerlich keine Abzüge möglich. Die Parkgebühren sind in diesem Fall bereits mit der Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt, abgegolten. Diese liegt bei 0,30 Euro pro Entfernungskilometer zum Arbeitsplatz. Bieten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern kostenlose Parkplätze, gilt dies nicht als geldwerter Vorteil und muss auch nicht vom Arbeitnehmer versteuert werden. Das gilt auch für Fahrer von Dienstwagen oder Firmenwagen. Dabei ist es unwichtig, ob die Stellplätze dem Arbeitgeber gehören oder von ihm gemietet werden. Bezahlt der Arbeitgeber jedoch den Parkplatz an der Wohnung des Mitarbeiters, ist der Vorteil steuerpflichtig – es sei denn, beim geparkten Auto handelt es sich um einen Firmenwagen.

Parkgebühren auf Dienstreisen steuerlich absetzen

Gebühren, die im Zuge einer Auswärtstätigkeit anfallen, gelten als sogenannte Reisenebenkosten. Dabei solltest Du Folgendes beachten: Übernimmt der Arbeitgeber die Reisenebenkosten, schrumpft damit auch die Möglichkeit, diese steuerlich geltend zu machen. In diesem Fall kann nur noch die Summe abgesetzt werden, die nach Abzug der steuerfreien Zuwendungen offen bleibt. Stellt ein Unternehmer seinen Wagen auf einer Dienstreise auf einem kostenpflichtigen Parkplatz ab, gelten die dabei entstandenen Gebühren nicht mehr als abzugsfähige Werbungskosten. Sie werden nun den Betriebsausgaben zugerechnet. So kann der steuerpflichtige Gewinn eines Betriebes reduziert werden.

Dienstfahrten mit dem Fahrtenbuch dokumentieren

Um Ärger mit den Finanzbehörden zu vermeiden, ist es ratsam, ein Fahrtenbuch zu führen, in dem alle Dienstfahrten und die angefallenen Parkgebühren dokumentiert werden. So kann gewährleistet werden, dass Du die Fahrtkosten und Parkgebühren auch tatsächlich steuerlich geltend machen kannst. Diese Empfehlung betrifft sowohl Selbstständige als auch Arbeitnehmer und Angestellte. Zwar lässt sich ein gewisser Aufwand nicht vermeiden, wenn Du Dein Fahrtenbuch wirklich ordnungsgemäß führst, doch im Hinblick auf den steuerlichen Vorteil solltest Du die Zeit auf alle Fälle investieren. 

Die ordnungsgemäße Führung des Fahrtenbuchs

Um bösen Überraschungen bei der Betriebsprüfung vorzubeugen, solltest Du unbedingt auf die formelle und materielle Richtigkeit des Fahrtenbuchs achten. Das bedeutet, dass vor allem die vom Finanzamt geforderten Angaben wahrheitsgemäß notiert werden. Empfehlenswert ist es, die Aufzeichnungen zeitnah, gesondert und fortlaufend zu führen. So ersparst Du Dir spätere Arbeit und kannst Fehlangaben gezielt vorbeugen. Im Grunde müssen folgende Punkte enthalten sein:

  • Datum der Fahrt,
  • Reiseziel und Reisezweck,
  • Kilometerstand zu Beginn und am Ende der Dienstreise sowie
  • Angaben zum besuchten Geschäftspartner.

Tipp

Besuchst Du Kunden regelmäßig, solltest Du diese in einem Verzeichnis unter einer Kundennummer auflisten. Im Fahrtenbuch musst Du anschließend nur noch die Kundennummer angeben und kannst Dir somit einen Teil der Arbeit sparen. Wichtig ist jedoch, dass der Kunde anhand des Verzeichnisses eindeutig identifiziert werden kann. Das Verzeichnis wird als Bestandteil des Fahrtenbuchs gemeinsam mit der Steuererklärung eingereicht, um Parkgebühren und Fahrtkosten abzusetzen.

Wie werden Fahrtkosten steuerlich abgesetzt?

Parkgebühren entstehen im Zusammenhang mit Fahrten, die entsprechend als Fahrtkosten steuerlich abgesetzt werden können. Hier wird zunächst zwischen den Fahrtkosten des Arbeitnehmers und den Fahrtkosten eines selbstständig Tätigen unterschieden.

Als Arbeitnehmer kannst Du die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz in Form der Entfernungspauschale absetzen. Die tatsächlichen Fahrtkosten sind nur in besonderen Fällen absetzbar, zum Beispiel bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder für Menschen mit Behinderung.

Neben täglichen Pendelfahrten können Arbeitnehmer folgende Fahrten ebenfalls steuerlich absetzen:

  • Fahrtkosten zur beruflichen Fortbildung,
  • Fahrten zur Beschaffung von Arbeitsmitteln,
  • beruflich entstandene Reisen,
  • die erste und letzte Fahrt zu Beginn und zum Ende einer doppelten Haushaltsführung,
  • außergewöhnliche Belastungen wie Fahrten zum Arzt,
  • Fahrten zu Vorstellungsgesprächen sowie
  • Fahrten, die im Rahmen eines beruflich veranlassten Umzuges entstehen.

Bist Du selbstständig tätig und für Dein eigenes Unternehmen unterwegs, kannst Du die entstandenen Kosten als Betriebsausgaben abziehen. So lassen sich auch die Fahrtkosten in der Steuererklärung geltend machen. Für Fahrten zwischen Wohnung und Firmensitz wird die Entfernungspauschale genutzt.

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So ermittelst Du die Fahrtkosten

Um die absetzbaren Kosten zu ermitteln, hast Du zum einen die Option, die Fahrtkosten pauschal mit 0,30 Euro pro Kilometer abzusetzen oder einen Kilometersatz anhand der Fahrzeugkosten zu ermitteln. Entscheidest Du Dich für letztere Option, solltest Du zunächst alle Kosten, die in den letzten zwölf Monaten für den Betrieb Deines Wagens angefallen sind, ermitteln. Dazu gehören neben Reparaturkosten, Treibstoff und Pflege auch Kosten wie Kfz-Steuer, Versicherungen oder Gebühren für die Garage. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die anteilige Abschreibung Deines PKW. Hast Du den Wagen geleast, musst Du statt der Abschreibung die Leasingsonderzahlung und die Leasingraten in Deine Rechnung mit einbeziehen.

Anschließend ermittelst Du den Kilometersatz, den Du mit der Zahl der Kilometer multiplizierst, für die Du die Fahrtkosten absetzen möchtest. 

Parkgebühren steuerlich absetzen: Eine Zusammenfassung

Um Parkgebühren, die im Rahmen Deiner Beschäftigung entstehen, steuerlich abzusetzen, musst Du ordnungsgemäß und fehlerfrei festhalten, wann Du eine Dienstfahrt unternommen hast, wohin die Dienstfahrten gingen und aus welchem Grund sie stattfanden. 

Bedenke, dass privat entstandene Parkgebühren sich nicht absetzen lassen. Gleiches gilt für Parkkosten, die am Arbeitsplatz entstanden sind, da diese bereits mit der Entfernungspauschale abgegolten sind. Stellt ein Arbeitgeber seinen Angestellten einen kostenfreien Parkplätze zur Verfügung, muss dieser nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden. 

Unser Tipp: Die ordnungsgemäße Führung eines Fahrtenbuchs hat einen hohen Stellenwert. Bei Deinen Finanzen sieht es nicht anders aus: Mit dem Geschäftskonto von Penta kannst Du Dir die Arbeit enorm erleichtern und Ordnung in Deine Finanzen bringen.

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