Unser Leitfaden zum Frugalismus: 6 Tipps, wie Du sparsam leben kannst

Oliver
Oliver Juli 2022 Fintech Content Editor 7 Min

Inhaltsverzeichnis

Unser Leben wird von Tag zu Tag teurer. Das beginnt bei den Lebensmitteln, geht über die aktuellen Spritpreise und endet bei den Miet- und Kaufpreisen für Immobilien. 

Du möchtest, dass trotz der vielen Ausgaben am Ende des Monats noch ein bisschen Geld in der Haushaltskasse übrig bleibt? Egal, ob Du von einem lang ersehnten Urlaub träumst, an der Finanzierung einer Immobilie arbeitest oder Startkapital für Deinen Start in die  Selbstständigkeit benötigst: Versuch es doch einmal mit dem Frugalismus.

Wir haben 6 Tipps für Dich, wie Du im Alltag bewusst sparsam leben kannst, Dein Geld nur noch für die wirklich wichtigen Dinge ausgibst und so noch Geld für Deine Träume und Ziele übrig hast.

Status quo kennen und Prioritäten setzen

Es gibt unzählige Möglichkeiten, um im Alltag weniger Geld ausgeben zu müssen. Hier soll es aber nicht darum gehen, auf alles zu verzichten und sich nichts mehr zu können. Es geht vielmehr darum, sich bewusst zu machen, wo Dein Geld bleibt, ob Ausgaben tatsächlich sein müssen und ob Du an der einen oder anderen Stelle ohne großen Verzicht Kosten einsparen kannst. 

Verschaff Dir zunächst einen genauen Überblick über Deine Finanzen: Wie hoch sind Deine Einnahmen? Welche Ausgaben sind unverzichtbar und müssen monatlich fest eingeplant? Welche Ausgaben kannst Du reduzieren, ohne Dich groß einzuschränken? 

Hast Du den Status quo ermittelt, kannst Du Schwerpunkte setzen, wo Du Kosten einsparen kannst und auch dazu bereit bist. Diese Priorisierung sieht sicher bei jedem anders aus. Es gibt aber durchaus Bereiche, in denen jeder sparsam leben kann. 

Haushaltsbuch führen

Der Status quo bringt uns zum Haushaltsbuch. Darin listest Du alle Deine Ausgaben auf, die innerhalb einer Woche oder eines Monats anfallen – den Zeitraum kannst Du ganz nach Deinen Wünschen festlegen. Mit der Auflistung erhältst Du einen detaillierten Überblick darüber, wofür Du Dein Geld tatsächlich ausgibst.

Du wirst dabei erkennen, dass Du gerade für unnötige Kleinigkeiten überraschend viel Geld verschwendest. So kommt am Ende des Monats eine Summe zusammen, die man auch gut und gern vermeiden kann. Das Haushaltsbuch ist dafür die ideale Methode und deckt auch langfristig immer wieder Fehlkäufe auf.

Ob Du Dein Haushaltsbuch old school mit Stift und Papier führst oder lieber digital unterwegs bist, ist ganz allein Deine Entscheidung. Für einige hat die handschriftliche Liste fast etwas Meditatives. Wer nicht so gern mit der Hand schreibt, kann sein Haushaltsbuch auch mit einer App am Smartphone nutzen. 

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Finanz-Apps und Spar-Apps, die Dir einen tollen Überblick über Deine Ausgaben liefern und Dir dabei helfen, Geld zu sparen.

Lebensmitteleinkäufe planen

Der Lebensmitteleinkauf bietet jede Menge Einsparpotenzial. Hier gibt es zahlreiche Stellschrauben, mit denen Du Deine Ausgaben recht einfach reduzieren kannst. 

So kannst Du beispielsweise statt ständig essen zu gehen oder beim Lieferservice zu bestellen, öfter mal selbst kochen. Am besten erstellst Du einen wöchentlichen Essensplan. So weißt Du genau, was Du die nächsten Tage kochen möchtest und welche Lebensmittel Du in welcher Menge dafür benötigst. Das bewahrt Dich zum einen davor, überschüssige Lebensmittel wegwerfen zu müssen. Zum anderen wirst Du nicht in Versuchung geführt, unnütze und ungesunde Produkte zu kaufen.

Schreib Dir eine Einkaufsliste und auf gehts in den Supermarkt! Hier erwartet Dich gleich weiteres Einsparpotenzial. Schau Dich einmal aufmerksam um: Muss es wirklich das Markenprodukt sein oder greifst Du auf die Hausmarke zurück? 

Noch mehr Geld kannst Du sparen, wenn Du Deinen Essensplan an die Angebote im Supermarkt anpasst. So kannst Du auch gleich noch etwas zum Thema Nachhaltigkeit beisteuern, in dem Du auf regionale und saisonale Produkte zurückgreifst. 

Befolgst Du diese einfachen Tipps, wirst Du schnell feststellen, dass Du auch mit einem kleineren Lebenmittelbudget lecker, gesund und ausreichend essen kannst.

Einen Fehler, den Du auf jeden Fall vermeiden solltest, ist mit leerem Magen in den Supermarkt zu gehen. Gehst Du hungrig einkaufen, findest Du nämlich so gut wie alles ansprechend und verführerisch und füllst Deinen Einkaufswagen mit Produkten, die Du sonst gar nicht kaufen würdest. Dein Magen sollte also gefüllt und Dein Kopf klar sein, um auch mit wenig Geld gut leben zu können.

Betriebskosten sparen

Egal, ob Du zur Miete oder in einer eigenen Wohnung oder einen eigenen haus wohnst: Um die monatliche Miete wirst Du nicht herumkommen und kannst sie auch nur reduzieren, wenn Du in eine günstigere Wohnung umziehst. Und auch als Eigentümer erwarten Dich monatliche Kosten für Dein Eigenheim, die sich nicht einsparen lassen.

Du kannst aber sehr wohl Deine Betriebskosten mit ein paar einfachen Tipps reduzieren. Das klappt zum Beispiel, indem Du Dir Deine Verträge zu Strom, Wasser und Gas genau ansiehst und Anbieter miteinander vergleichst. So findest Du möglicherweise einen günstigeren Vertrag oder kannst mit einem Anbieterwechsel Geld sparen. 

Darüber hinaus kannst Du zusätzlich Kosten sparen, indem Du Deinen Energieverbrauch und Wasserverbrauch senkst. So sparst Du nicht nur Geld, sondern tust gleich noch etwas Gutes für die Umwelt. Geh einmal bewusst durch Deinen Alltag und überlege, wo Du Deinen Verbrauch einschränken kannst. Die Klassiker sind hier das Licht oder Deine Elektrogeräte ausschalten. Du kannst aber auch sparen, indem Du beispielsweise die Heizung nicht auf voller Stufe laufen lässt, die Räume nicht auskühlen lässt, sondern Stoß lüftest, auf ein Vollbad verzichtest und stattdessen duscht, Waschmaschine und Geschirrspüler nur anstellst, wenn sie wirklich voll sind oder in die Wärmedämmung Deines Hauses investierst. Diese Liste kannst Du bestimmt noch weiterführen…

Behalte immer den Überblick über Deine geschäftlichen Finanzen – mit dem übersichtlichen Konto von Penta.

Fahrtkosten sparen

Schon klar, nicht jeder kann problemlos auf einen eigenen Pkw verzichten. Es gibt sicher Gründe, die hohe Ausgaben in der Anschaffung, dem Unterhalt, der Versicherung und den Spritkosten rechtfertigen. Aber selbst mit einem eigenen Auto kannst Du Kosten sparen – beispielsweise durch Dein Fahrverhalten. Alternativ steigst Du einfach auf öffentliche Verkehrsmittel oder auf das Fahrrad um. Oder Du bildest eine Fahrgemeinschaft mit den Kollegen. Auch hier gilt wieder, dass Du nicht nur bares Geld sparst, sondern auch etwas Gutes für die Umwelt tust. 

Fahrtkosten kannst Du aber nicht nur im Alltag sparen, sondern auch im Urlaub. Wähle Dein Reiseziel ganz bewusst, verzichte auf den Flieger, wenn Du Dein Ziel auch mit der Bahn erreichen kannst oder mach einfach mal Urlaub zuhause!

Günstige Freizeitbeschäftigungen ausüben

Ok, jetzt gehst Du nur noch selten Essen, hast auf einen teueren Urlaub verzichtet und Dein Budget für Hobbys und Freizeitaktivitäten auch schon reduziert? Kein Problem: Du kannst auch in Deiner Freizeit mit so wenig Geld wie möglich auskommen und trotzdem Spaß haben. Statt mit Deinen Freunden in eine Bar zu gehen, lade sie zu Dir nach Hause ein. Statt Kino, nutze einen Streaming-Anbieter und veranstalte einen DVD-Abend.

Und tagsüber? Schau mal ins Internet: Du wirst Dich wundern, wie viele kostenlose Veranstaltungen es gibt.

Fazit: Sparsam leben zahlt sich aus!

Auch wenn es erst einmal schwer zu glauben ist, kann man im Alltag an der einen oder anderen Stelle mit ein paar einfachen Tipps Kosten sparen und mit nur wenig Geld auskommen. Ein gut vorbereiteter Einkauf mit Essensplan und Einkaufsliste hält Dich davon abhalten, Geld für unnötige Produkte oder Lebensmittel auszugeben und bewahrt Dich vor Spontankäufen, die Du später vielleicht bereust. 

Zusätzlich kannst Du Deinen Energieverbrauch überdenken: Hier schonst Du nicht nur Deinen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Überprüfe zudem einmal Deine Verträge: Ein Anbieterwechsel spart meist ebenfalls Kosten. 

Allerdings musst Du auch nicht extrem sparsam leben. Immerhin möchtest Du Deinen Alltag ja auch noch genießen und nicht an jeder einzelnen Stelle auf den Cent gucken. Mit unseren Tipps sollte es Dir aber gelingen, ein wenig sparsamer durchs Leben zu gehen und so etwas Geld für den nächsten Urlaub oder Deine anderen Ziele und Träume zur Seite legen zu können.

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Häufig gestellte Fragen zum Frugalismus

Frugalismus ist der bewusste Verzicht auf Konsum. Dieser Trend kommt aus den USA und basiert auf einer Lebensweise, bei der Menschen ihre privaten Ausgaben auf ein absolutes Minimum begrenzen. Das gesparte Geld fließt in den Vermögensaufbau.

Es gibt unterschiedliche Ausprägungen von Frugalismus: Während die einen extrem sparsam leben und auf nahezu alle privaten Ausgaben verzichten, die nicht lebensnotwendig sind, beschränken andere ihren Konsum dahingehend ein, dass sie keine Ressourcen verschwenden.

Der Frugalismus verfolgt das Ziel, so früh wie möglich aus dem Arbeitsleben ausscheiden zu können. Frugalisten leben in jungen Jahren besonders sparsam, um später sorgenfrei von ihren Ersparnissen zu leben. Dazu investieren sie meist in große Summen in Anlagen mit einer hohen Rendite.

Frugalisten sparen den Großteil ihres Einkommens, um früh in Rente zu gehen und sorgenfrei ihre Freiheit zu genießen. Um Frugalist zu werden, musst Du mindestens 30 % Deines Einkommens zurücklegen. Grundsätzlich kann also jeder Frugalist werden.

Tatsächlich stammen Frugalisten aber meist aus der oberen Mittelschicht, verfügen über einen Hochschulabschluss und einen entsprechenden Job mit einem überdurchschnittlich hohen Netto-Einkommen. In der Praxis sparen sie zudem eher 50 bis 80 % ihres Einkommens, um ihr Ziel schnellstmöglich – meist im Alter von 40 Jahren – zu erreichen.

Die Frugalismus-Tipps unterscheiden sich nicht wesentlich von den klassischen Spartipps. Grundlage, um den Großteil Deines monatlichen Einkommens zu sparen, ist zunächst einmal, Deine Ausgaben zu kennen. Frugalisten leben genügsam, das bedeutet, sie verzichten auf unnötige Ausgaben, nutzen Rabatte und Angebote, überprüfen regelmäßig ihre Ausgaben und passen Verträge gegebenenfalls an. Was kaputt geht, wird repariert, was nicht mehr gebraucht wird, verkauft. Darüber hinaus beschäftigen sie sich intensiv mit möglichen Investitionen und dem Finanzmarkt. Gewinne, die sie mit ihrem Ersparten erzielen, werden nicht ausgegeben, sondern reinvestiert.

2020 beliefen sich die durchschnittlichen Konsumausgaben pro Haushalt auf 2.507 € im Monat. Die Kosten für Wohnen, Energie und Instandhaltung der Wohnung machen dabei einen Anteil von etwa einem Drittel aus.

Grundsätzlich ist es dank zahlreicher Projekte, die darauf setzen, Essen, Unterkünfte, Kleidung, Bücher etc. miteinander zu teilen, in Deutschland möglich, auch ohne oder mit nur sehr wenig Geld zu leben. Allerdings dienen diese Projekte vorrangig dazu, Bedürftige zu unterstützen und nicht der Förderung des Frugalismus.

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