Stammkapital für GmbH, UG und GbR hinterlegen

Oliver
Oliver März 2021 7 Min

Inhaltsverzeichnis

Am Anfang jeder Gründung steht die Frage, in welcher Rechtsform ein Unternehmen gegründet wird. Hier spiel gerade bei jungen Gründen das zur Gründung notwendige Stammkapital eine entscheidende Rolle. Für die Gründung einer Personengesellschaft wie der GbR wird gar kein oder nur sehr wenig Stammkapital benötigt. Bei einer Kapitalgesellschaft wie der AG liegt gesetzlich vorgeschriebene Stammkapital bei mindestens 50.000 Euro. Es gibt aber weitere Kapitalgesellschaften wie die GmbH oder die UG, für die Gründer vergleichsweise wenig Stammkapital benötigen.  

Was ist das Stammkapital?

Bei der Gründung eines Unternehmens wird abhängig von seiner Rechtsform die Hinterlegung eines Stammkapitals (engl. Share Capital) notwendig. Diese gesetzliche Mindesteinlage muss noch vor der Aufnahme des Geschäftsbetriebs von den Gesellschaftern aufgebracht und auf das Geschäftskonto des Unternehmens eingezahlt werden. Die Hinterlegung kann in Form einer Bareinlage, aber auch als Sacheinlage erfolgen. 

Die Höhe des notwendigen Grundkapitals variiert je nach der Rechtsform eines UnternehmensPersonengesellschaften erfordern im Vergleich zu Kapitalgesellschaften in der Regel weniger oder gar kein Stammkapital. Die unterschiedliche Höhe des hinterlegten Stammkapitals hat den Hintergrund der Haftungsbeschränkung. Während Gesellschafter von  Personengesellschaften mit ihrem Privatvermögen haften, treten Kapitalgesellschaften mit dem Stammkapital im Hintergrund als juristische Person auf. Ihre Gründer haften bei Rechtsstreitigkeiten im Normalfall nicht mit ihrem Privatvermögen.

Da die wesentliche Funktion des Stammkapitals die Beschränkung der persönlichen Haftung der Gesellschafter für das gezeichnete Kapital ist, darf es nach dem Grundsatz der Kapitalerhaltung nicht an die Gesellschafter verteilt werden. Allerdings darf es im Geschäftsbetrieb aufgebraucht werden und muss nicht unversehrt vorgehalten werden. Ist das Stammkapital aufgebraucht, besteht keine grundsätzlich keine Verpflichtung für die Gesellschafter, es wieder aufzufüllen.

Die Höhe des Stammkapitals ist nach oben offen

Die Höhe der Einlagen in das Unternehmen in Form des Stammkapitals ist nicht gedeckelt. Gesetzlich vorgesehen ist hier nur die Mindesthöhe von 25.000 Euro für haftungsbeschränkte Gesellschaften.

Stammkapital der GmbH

Stammkapital ist ein Begriff, der zumindest im rechtlichen Sinne nur Anwendung bei der GmbH findet. Das Mindestkapital für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) beträgt 25.000 Euro und muss von den Gesellschaftern noch vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit auf einem Geschäftskonto hinterlegt werden.

Bei mehreren Gesellschaftern, gibt es keine gesetzliche Regelung darüber, wie viel Geld der einzelne anteilig einbringen muss. In der Praxis ist es üblich, dass sich unterschiedliche Gesellschafter mit unterschiedlichen Anteilen einbringen. Eine Einlage von mindestens 100 Euro ist allerdings Pflicht, um Gesellschafter zu werden. In einer GmbH bildet die Stammeinlage einen Kapitalstock, die in die Haftungsmasse eingeht und Gläubigern im Falle von offenen Forderungen zur Verfügung steht.

Die Einzahlung des Stammkapitals einer GmbH muss nicht sofort in voller Höhe erfolgen. Um die GmbH zu gründen ist zunächst die Hälfte des Mindestkapitals ausreichend. Wie bei jeder Kapitalgesellschaft kann die Hinterlegung des Stammkapitals einer GmbH sowohl in Form einer Bareinlage auf dem Geschäftskonto eingezahlt werden als auch als Sacheinlage hinterlegt werden. 

Die Gründer einer GmbH müssen sich nicht auf einen festen Betrag des Gründungskapitals festlegen. Soll irgendwann ein größerer oder auch kleinerer Kapitalstock gebildet werden, ist das jederzeit möglich. Dazu ist es allerdings notwendig, die Satzung der GmbH zu ändern. Voraussetzung ist, dass die gesetzliche Vorgabe der Mindesteinlage von 25.000 Euro weiterhin gewährleistet ist.

Verwendung des GmbH Stammkapitals

Das Stammkapital spielt bei der Gründung sowie später im laufenden Betrieb eine wichtige Rolle für Banken: Es dient als Sicherheit und weist nach, dass sich ein Unternehmen auf absehbare Zeit finanzieren kann.

Banken bewerten die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens im allgemeinen höher, wenn es ein höheres Stammkapital vorweisen kann. Bei der geplanten Erhöhung des Kapitalstocks benötigt die GmbH dann nicht zwingend Eigenkapital, da sie vergleichsweise leicht an Fremdkapital zu günstigen Konditionen kommt.

Neben Banken beachten auch Investoren die Höhe des Kapitaleinlage einer GmbH: Wer in ein Unternehmen investieren möchte, schaut sich die finanziellen Voraussetzungen ganz genau an. Ein solides Grundgerüst mit ausreichend hohem Stammkapital ist hilfreich, um Geldgeber zu überzeugen, in ein Unternehmen zu investieren

Die gGmbH

Die gemeinnützige GmbH ist eine Form der GmbH, die sich für Gründer eignet, die neben einem wirtschaftlichen Zweck auch einen gemeinnützigen Zweck verfolgen. Gründer profitieren von Steuervorteile, die sonst Non-Profit-Organisationen vorbehalten sind. Die Höhe des notwendigen Stammkapitals liegt bei der gGmbH ebenfalls bei mindestens 25.000 Euro.

Stammkapital der UG

Eine UG, eine Unternehmergesellschaft, wird bereits mit einem Stammkapital von nur einem Euro gegründet. Notwendig ist nur ein Gesellschafter. Daher stammen auch die Bezeichnungen 1-Euro-GmbH, Mini-GmbH oder 1-Personen-GmbH. 

Die UG ist eine Variante der klassischen GmbH, bei der Unternehmer nicht mit ihrem Privatvermögen haften. Grundsätzlich entspricht die UG in ihrem Aufbau einer GmbH. Die Gründung ist aufgrund des geringen Startkapitals im Vergleich zu GmbH aber deutlicher günstiger. 

Damit das Stammkapital sich im Laufe der Geschäftstätigkeit vermehrt, ist die UG verpflichtet, mindestens 25 Prozent ihres Jahresgewinnes zurückbehalten. Dadurch wird das Stammkapital nach und nach aufgestockt. Erreicht die Stammeinlage die Höhe von 25.000 Euro, wird die UG in eine GmbH umgewandelt. Die GmbH kann den Jahresgewinn dann wieder beliebig investieren.

Das Ansehen einer UG ist bei Banken und Investoren aufgrund des niedrigeren Stammkapitals geringer als das der GmbH, da finanzielle Sicherheiten hier zunächst fehlen. Dafür vereinfacht und beschleunigt sich der Gründungsprozess bei einer UG im Vergleich zum Prozedere bei einer GmbH.

Stammkapital der GbR

Bei der Entscheidung, eine UG oder eine GbR zu gründen, ist meist die Höhe des Stammkapitals ausschlaggebend. Für die Gründung einer GbR, einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, wird kein Stammkapital benötigt. Allerdings handelt es sich bei der GbR wie bei der Kommanditgesellschaft (KG) oder der offenen Handelsgesellschaft (OHG) um eine Personengesellschaft.  Das heißt, im Vergleich zur GmbH oder UG entfällt durch das nicht vorhandene Stammkapital auch die Haftungsbeschränkung. Im Falle von offenen Forderungen oder bei Rechtsstreitigkeiten haften die Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen.

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Die passende Rechtsform für Deine Unternehmensgründung

Welche Rechtsform zur Gründung eines Unternehmens die richtige ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Neben der Höhe des erforderlichen Stammkapitals spielen weitere Aspekte eine Rolle. Zu diesen Aspekten gehört zum Beispiel, ob Du allein oder im Team gründen möchtest und welche Ziele Du mit Deinem Unternehmen erreichen möchtest. Die Wahl der Rechtsform ist jedoch eine Entscheidung, die gut überlegt sein sollte, da sie sich auf finanzielle, steuerliche und wirtschaftliche Bereiche Deines Unternehmens auswirkt.

Generell gilt, dass Kapitalgesellschaften wie die GmbH in Deutschland bei Unternehmern beliebt und bei Kapitalgebern hoch angesehen sind. Personengesellschaften sind aufgrund des fehlenden Stammkapitals weniger interessant für Kapitalgeber, dafür aber ein beliebte Alternative zur GmbH für junge Gründer.

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Stammkapital erhöht das Ansehen

Laut Definition handelt es sich beim Stammkapital um einen Betrag, der zur Gründung eines Unternehmens von den Gründern nachgewiesen auf einen Geschäftskonto in das Unternehmen eingebracht werden muss. Je nach Rechtsform gibt es verschiedene Regelungen zur Höhe des Stammkapitals: Grundsätzlich erfordert die Gründung von Kapitalgesellschaften ein höheres Stammkapital als Personengesellschaften. Bei Kapitalgesellschaften beschränkt sich aufgrund des hinterlegten Stammkapitals die Haftung auf das Unternehmensvermögen, während Gründer von Personengesellschaften mit ihrem privaten Vermögen haften.

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