Was ist Stammkapital? Stammkapital für GmbH, UG und GbR

Oliver Juni 2018 8 Min

Bei der Gründung eines Unternehmens müssen frischgebackene Unternehmer viele Aspekte beachten, wozu neben rechtlichen Auflagen und Satzungen auch das sehr wichtige Stammkapital gehört. In diesem Artikel möchten wir Dir erklären, was Stammkapital ist, was Du als Unternehmer beachten solltest und wie viel Stammkapital für unterschiedliche Rechtsformen benötigt wird.

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Was ist Stammkapital?

Das Stammkapital ist die Geldsumme, die von den Gesellschaftern bei der Gründung in das Unternehmen eingebracht werden muss. Dieses Geld muss noch vor der Aufnahme des Geschäftsbetriebs aufgebracht und auf das Geschäftskonto des Unternehmens überwiesen werden. Es dient erst einmal dazu, die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu beweisen.

Das Stammkapital ist eins der Merkmale, durch welches sich die verschiedenen Rechtsformen maßgeblich unterscheiden: Personengesellschaften erfordern in der Regel weniger Stammkapital als Kapitalgesellschaften.

So auch bei der Gründung einer GmbH oder UG: wenn nämlich Stammkapital eingebracht wird, dann haftet der Unternehmer oder Gesellschafter nicht mehr mit seinem Privatvermögen für eventuelle Forderungen.

Dies ist bei Personengesellschaften anders – in diesen Gesellschaftsformen ist kein Stammkapital nötig, was Gründungen zwar erleichtert, aber Haftungsansprüche gegen den Unternehmer selbst ermöglicht. Der Zweck des Stammkapitals ist also nicht nur die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gegenüber von Gläubigern, sondern auch die rechtliche Absicherung gegenüber Forderungen.

Stammkapital GmbH

Stammkapital ist ein Begriff, der zumindest im rechtlichen Sinne nur Anwendung bei GmbHs findet. Die Mindesthöhe des Stammkapitals für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung beträgt 25.000€ und muss wie bereits erwähnt von den Gesellschaftern noch vor der Aufnahme des Geschäftsbetriebs vorgewiesen werden.

Es gibt dabei keine Regelung, dass alle Gesellschafter einer GmbH gleich viel Geld einbringen müssen. In der Praxis ist es tatsächlich so, dass sich verschiedene Personen mit unterschiedlich viel Geld an der Erbringung des Stammkapitals beteiligen. Eine Einlage von mindestens 100 € ist allerdings Plicht, um Gesellschafter werden zu können. In einer GmbH bildet das Stammkapital einen Kapitalstock, der in die Haftungsmasse geht und Gläubigern im Falle von offenen Forderungen zur Verfügung steht.

Du musst Dich übrigens nicht direkt bei der Gründung auf einen bestimmten Betrag für Dein GmbH Stammkapital festlegen, der dann für immer so bestehen bleibt. Wenn Dein Unternehmen irgendwann einen größeren (oder geringeren) Kapitalstock bilden möchte, dann ist das jederzeit möglich. Allerdings muss dafür die Satzung der GmbH geändert werden und die gesetzliche Vorgabe der 25.000 € muss natürlich weiterhin eingehalten werden.

Jetzt fragst Du Dich vielleicht: wo genau findet das GmbH Stammkapital Verwendung? Das Stammkapital spielt auch für Banken eine wichtige Rolle: Das Stammkapital dient als gewisse Sicherheit und weist nach, dass Dein Unternehmen sich auf absehbare Zeit finanzieren kann.

Banken bewerten also die Kreditsicherheit eines Unternehmens im Allgemeinen höher, wenn Du ein höheres Stammkapital vorweisen kannst. So kannst Du leichter an Fremdkapital kommen und vielleicht sogar günstigere Konditionen aushandeln.

Neben Banken beachten auch Investoren die Höhe des Stammkapitals: Wenn eine andere Firma oder ein/e Unternehmer/in in Dein Unternehmen investieren möchte, dann schaut er/sie sich die finanziellen Voraussetzungen natürlich ganz genau an. Ein solides Grundgerüst mit ausreichend hohem Stammkapital ist dabei sicherlich hilfreich und kann ein Argument für eine Investition darstellen.

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Stammkapital UG

Eine UG, also eine Unternehmergesellschaft, kann schon mit einem Stammkapital von nur einem Euro gegründet werden. Daher stammt auch die Bezeichnung 1-Euro-GmbH. Andere nennen die UG auch „Mini-GmbH“. Der Grund: Die UG ist eine Variante der „klassischen“ GmbH und sorgt durch den Charakter einer Kapitalgesellschaft dafür, dass der Unternehmer nicht mit seinem Privatvermögen haften muss.

Die UG gilt deshalb auch als Alternative, Grundsätzlich entspricht die UG in ihrem Aufbau einer GmbH, doch die Gründung gestaltet sich durch das geringe Stammkapital deutlicher einfacher.

Damit das Stammkapital nicht auf Ewigkeit bei nur einem Euro bleibt, müssen UGs mindestens 25 Prozent ihres Jahresgewinnes zurückbehalten und so das Stammkapital nach und nach aufstocken. Wenn letztendlich 25.000 € an Rücklagen erreicht sind, darf die UG in eine GmbH umgewandelt werden und der Jahresgewinn darf wieder beliebig investiert werden.

Das Ansehen einer UG ist bei Banken und Investoren allerdings aufgrund des niedrigeren Stammkapitals natürlich nicht so hoch wie im Falle der GmbH, denn finanzielle Sicherheiten fehlen erst einmal. Dafür vereinfacht und beschleunigt sich der Gründungsprozess bei einer UG im Vergleich zum Prozedere bei einer GmbH.

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Stammkapital GbR

Die Gründung einer GbR, also einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, bedarf keines Stammkapitals. Es handelt sich bei der GbR nämlich wie auch bei der Kommanditgesellschaft oder der offenen Handelsgesellschaft um eine Personengesellschaft. Das erleichtert eine Gründung, jedoch fehlt durch das nicht vorhandene Stammkapital auch die Haftungsbeschränkung.

Eine solche fehlende Haftungsbeschränkung kann für Dich als Unternehmer schnell zum Nachteil werden, denn im Falle von offenen Forderungen oder Rechtsstreitigkeit musst Du notfalls mit Deinem Privatvermögen zahlen.

Ist die Höhe des Stammkapitals nach oben offen?

Die Höhe der Einlagen in das Unternehmen in Form des Stammkapitals ist nicht gedeckelt. Gesetzlich vorgesehen ist hier nur die Mindesthöhe von 25.000€ für haftungsbeschränkte Gesellschaften. Du darfst demnach theoretisch unendlich viel Geld als Stammkapital nachweisen.

Welche Rechtsform solltest Du wählen?

Nach all diesen Informationen über die Höhe des erforderlichen Stammkapitals abhängig von den verschiedenen Rechtsformen fragst Du Dich nun wahrscheinlich, welche Rechtsform die richtige für Dein Unternehmen ist.

Leider lässt sich die Antwort auf diese Frage nur schwer pauschalisieren, da sie von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Zu diesen Aspekten gehört zum Beispiel, ob Du allein oder im Team gründen möchtest, wie viel Stammkapital zur Verfügung steht und welche Ziele Du mit Deinem Unternehmen erreichen möchtest. Die Wahl der Rechtsform ist jedoch eine Entscheidung, welche gut überlegt sein sollte, da sie sich auf finanzielle, steuerliche und wirtschaftliche Bereiche Deines Unternehmens auswirkt.

Generell gilt, dass die Rechtsform der GmbH in Deutschland als eine der beliebtesten und am besten angesehenen zählt und Personengesellschaften häufig schlechter angesehen sind, sich allerdings vor allem bei jungen Gründern durch das niedrige Eigenkapital an größerer Beliebtheit erfreuen.

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Fazit

Die Stammkapital Definition besagt, dass das Stammkapital die Summe an Geld beschreibt, welche zur Gründung eines Unternehmens von den Gründern nachgewiesen und in das Unternehmen eingebracht werden muss. Je nach Rechtsform gibt es verschiedene Regelungen zur Höhe des Stammkapitals: grundsätzlich erfordern Kapitalgesellschaften ein höheres Stammkapital als Personengesellschaften, wodurch sich die Haftung bei ersteren auf das Unternehmensvermögen beschränkt, während Gründer von Personengesellschaften mit ihrem privaten Vermögen haften.

Eine GmbH erfordert 25.000€ Kapitaleinlage, während die UG als kleine Form der GmbH lediglich 1€ Stammkapital erfordert. Du möchtest eine GmbH gründen ohne Stammkapital? Dann eignet sich die UG zwar, allerdings zielt diese Form auf die Umwandlung in eine GmbH zu einem späteren Zeitpunkt ab, wodurch mindestens 25% des Jahresgewinns in das Stammkapital eingezahlt werden müssen, bis die Summe von 25.000€ erreicht ist.

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts erfordert kein Stammkapital, wodurch Du als Gründer mit Deinem Privatvermögen haftest. Grundsätzlich ist es schwierig, eine einzige und bestimmte Rechtsform für die Gründung eines Unternehmens zu nennen, da diese Wahl von Faktoren wie der Anzahl der Gründer und dem verfügbaren Stammkapital abhängt.

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