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Wie gründe ich eine Stiftung?

Lukas Zoerner
Lukas Zoerner Mai 2021 9 Min

Inhaltsverzeichnis

Stiftung gründen: Vorteile

Eine Stiftung zu gründen hat einige Vorteile, wenn man weiß, wie und was es zu beachten gibt. Die meisten Stiftungen basieren auf der Idee, soziale Projekte zu fördern, sein eigenes Vermögen auf eine nachhaltige Weise anzulegen oder die Familie langfristig abzusichern. Dazu musst Du zwar kein Millionär sein, aber ganz ohne Eigenkapital geht es auch nicht. Eine Stiftung ist ein langfristiges Projekt, das wohldurchdacht werden muss und nicht einer spontanen Eingebung folgen sollte. 

Mach Dir also bereits im Vorfeld Gedanken darüber, welche Art der Stiftung Du gründen willst, was Du mit ihr wie erreichen willst und ob Du bereit bist, Dein Geld nachhaltig für diesen Zweck zu investieren. 

Wir helfen Dir dabei, diese Fragen zu beantworten, erklären Dir die wichtigsten Stiftungsformen und erläutern, welche Entscheidungen Du treffen musst, damit Du aufwendige Änderungen im Nachhinein vermeiden kannst.

Verschiedene Stiftungsmodelle

Je nachdem, welchen Zweck Du mit der Stiftung verfolgst, bieten sich unterschiedliche Formen und Varianten an. Generell unterscheidet man zwischen rechtsfähigen und nicht rechtsfähigen Stiftungen, wobei letztere auch treuhänderische Stiftung genannt wird. 

Gemeinnützige Stiftung gründen

Als gemeinnützige oder auch Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen werden autonome Stiftungen bezeichnet, die von Bürgern für Bürger mit möglichst breitem Stiftungszweck geformt werden. 

Diese Art von Stiftung engagiert sich nachhaltig und dauerhaft für das Gemeinwesen in einem geografisch definierten Raum und reicht von sozialen oder kirchlichen Projekten bis zu Umwelt- und Tierschutz. Die Paragraphen 52 bis 54 der Deutschen Abgabenordnung (AO) geben Auskunft darüber, welche Stiftungszwecke als gemeinnützig anerkannt werden. 

Bei diesem Stiftungsmodell kommt das Vermögen von einer Gruppe von Bürgern und Bürgerinnen, die im Gegenzug für ihren Beitrag an der Umsetzung der Strategien und Entscheidungen zum Wohle der Stiftung beteiligt sind. Um Bürgerstiftungen zu fördern, sind sie vom Staat von folgenden Steuern befreit:

  • Kapitalertragsteuer
  • Körperschaft- und Gewerbesteuer
  • Erbschaft- und Schenkungssteuer
  • Sonderausgaben (was zu den Sonderausgaben gezählt werden kann, kannst Du in Paragraph 10 des Einkommensteuergesetzes nachlesen)

Die Familienstiftung gründen

Unter einer Familienstiftung versteht man eine mit Vermögen ausgestattete Institution, die dauerhaft dem Interesse Deiner oder einer Dir nahestehenden Familie dient. Das Vermögen wird also nicht von einer bestimmten Person, sondern von einer autonomen Stiftung übernommen. 

So eine Familienstiftung hat im Gegenteil zu Kapitalgesellschaften oder Vereinen weder Mitglieder noch Gesellschafter, sondern besteht aus einem Vermögen und einer Satzung, in der festgehalten wird, zu welchem Zweck das Vermögen verwendet wird und wie die Verwaltungsorgane definiert sind. 

Entweder zu Lebzeiten oder im Erbfall bringt der Stifter sein Privat- bzw. Betriebsvermögen in die Stiftung ein. Dabei kann es sich um Immobilien, Bargeld, Wertpapiere oder Gegenstände handeln. Die Destinatäre (Begünstigten) erhalten die geplanten, ihnen zugewiesenen Beiträge aus dem Stiftungsvermögen. Darunter können Mieten, Kapitalerträge oder Unternehmen fallen. 

Die steuerlichen Vorteile einer Familienstiftung sind zu vernachlässigen, dennoch machen sie einen Großteil der deutschen Stiftungen aus, geben sie der Familie doch eine gewisse finanzielle Sicherheit und gewährleisten den Zusammenhalt des privaten Vermögens.

Die Verbrauchsstiftung gründen

Eine Verbrauchsstiftung ist zeitlich begrenzt und unterscheidet sich dadurch von den meisten anderen Stiftungen. 

Für dieses Modell brauchst Du kein enormes Startkapital, dafür ist ein realistisches Ziel umso wichtiger. Denn eine Verbrauchsstiftung zielt genau darauf ab und löst sich mit seinem Erreichen auf. Möchtest Du mit Deiner Stiftung zum Beispiel ein Denkmal errichten, der lokalen Schule neue Bücher finanzieren oder ein bestimmtes wissenschaftliches oder Umweltprojekt fördern, ist die Stiftung mit der Fertigstellung des Projekts beziehungsweise mit dem Erreichen des gesetzten Ziels zu Ende. 

Eine solche Stiftung hat den Vorteil, dass Du als Stifter im Hier und Jetzt etwas bewirken kannst und die finanzielle Planung übersichtlich ist. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Stiftung von Bill Gates: Für den Fall, dass ein Impfstoff gegen Aids entwickelt wird, hat der Microsoft-Gründer angekündigt, das Kapital der Gates Foundation komplett dafür aufzubrauchen, um das Mittel so schnell wie möglich zu verbreiten. 

Die Treuhandstiftung gründen

Historisch betrachtet ist die Treuhandstiftung die ursprüngliche Form der Stiftung in Deutschland. Die Möglichkeit, hierzulande eine rechtsfähige Stiftung zu gründen, gibt es seit dem Beginn des letzten Jahrhunderts. 

Von einer Treuhandstiftung spricht man, wenn Du Dein Vermögen als Stifter oder Stifterin an eine andere Person (den sogenannten Treuhänder) abtrittst. Das gestiftete Geld geht dann als Sondervermögen in das Vermögen des Treuhänders ein. Dafür wird dieser mit der Aufgabe betraut, den Willen des Stifters und damit auch den Stiftungszweck zu verfolgen. Daher spricht man in diesem Falle auch von einer unselbstständigen Stiftung.

Stiftung gründen: Wie gründe ich eine Stiftung?

Um eine Stiftung zu gründen, musst Du rechtlich gesehen entweder eine volljährige Privatperson oder ein legales Unternehmen sein. Wenn Du Dir über Modell, Sinn und  Zweck und Zeitrahmen im Klaren bist, kannst Du die offiziellen Schritte zur Stiftungsgründung einleiten: 

Das Stiftungsgeschäft

Das Stiftungsgeschäft ist die verbindliche Erklärung, eine rechtsfähige Stiftung zur Erfüllung eines bestimmten Zweckes gründen zu wollen und sie dazu mit einem bestimmten Vermögen auszustatten. Im Stiftungsgeschäft müssen Name und Sitz der Stiftung und die Höhe des Stiftungsvermögens angegeben werden. Außerdem muss die Stiftungssatzung enthalten sein, die Auskunft über die Begünstigten der Stiftung, den Zeitrahmen und den Stiftungszweck gibt.

Der Stiftungszweck

Der Stiftungszweck wird in der Stiftungssatzung festgehalten und kann individuell festgelegt werden. Er reicht von Umwelt- und Naturschutz über Wissenschaft bis zu sozialen Projekten und ist die Basis Deiner Stiftung. Daher solltest Du Dir hierzu gründlich Gedanken machen und auf eine korrekte Formulierung achten, die den Zweck exakt erfasst. In der Regel ist hierfür der Stiftungsrat zuständig. Die gewählten Mitglieder müssen den Stiftungszweck konkretisieren und die Strategie erläutern, wie die Umsetzung aussehen soll. 

Ist Deine Stiftung einmal gegründet, kann der Zweck grundsätzlich nicht mehr geändert werden, es sei denn, Du hast in Deiner Urkunde einen „Zweckänderungsvorbehalt“ einfügen lassen. Die meisten Experten empfehlen dies, um komplizierte Änderungen im Nachhinein zu umgehen. 

Ist das Stiftungsgeschäft abgeschlossen, besiegelt diese Stiftungsurkunde den Transfer Deines Kapitals in die Stiftung und macht Deine Stiftung damit rechtsgültig.

Wie setze ich den Stiftungsrat zusammen?

Ein Teil der Stiftungsgründung besteht darin, den ersten Stiftungsrat zu bestimmen. Wähle am besten drei bis fünf Personen hierfür aus, damit es übersichtlich bleibt. 

Der Stiftungsrat ist das oberste Stiftungsorgan, vergleichbar mit dem Vorstand eines Unternehmens oder dem Verwaltungsrat einer AG. Die primären Aufgaben des Stiftungsrates sind die strategische und organisatorische Leitung der Stiftung im Sinne des Stiftungszweckes.

Stiftung gründen: Kosten

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) gibt keine konkreten Regelungen über die Höhe des zur Errichtung einer Stiftung erforderlichen Stiftungsvermögens vor. Allerdings besagt es, dass die Summe ausreichen muss, um dem Stiftungszweck gerecht zu werden. Daher setzen die meisten Stiftungsbehörden ein Mindestvermögen von 25.000 € voraus, das in anderen Fällen bis in den sechsstelligen Bereich gehen kann. 

Ansonsten gilt: Du musst so viel in Deine Stiftung investieren, wie es der Zweck erfordert. Dazu musst Du beachten, dass das Grundstockvermögen nicht angetastet werden darf, da dies lediglich für den Stiftungszweck verwendet wird. Je kostenintensiver also der Stiftungszweck, desto höher muss das eingebrachte Kapital sein.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, eine Stiftung zu gründen?

Generell kannst Du jederzeit ab Deinem 18. Lebensjahr eine Stiftung gründen. Mit einer testamentarischen Verfügung ist es sogar post mortem noch möglich. 

Allerdings hat eine  Stiftung zu Lebzeiten einige Vorteile, nicht nur die direkten Einflussmöglichkeiten. Als Stifter beziehungsweise Stifterin kannst Du Gründung und Fördertätigkeit selbst begleiten und entsprechend Einfluss auf die Ausgestaltung nehmen. Du kannst bei den wichtigsten Entscheidungen aktiv mitwirken und Dich an den Fortschritten erfreuen beziehungsweise, wenn nötig, korrektive Massnahmen ergreifen. 

Eine beliebte Alternative ist die Kombination aus beidem: Man errichtet eine Stiftung zu Lebzeiten, wirkt mit, hilft bei der Umsetzung und vermacht der Stiftung dann post mortem sein Restvermögen.

Kann eine Stiftung aufgelöst werden? 

Eine selbständige Stiftung kann nur durch Beschluss der Aufsichtsbehörde aufgelöst werden. Dies ist der Fall, wenn nach objektiver Wahrnehmung der Zweck nicht mehr erfüllt werden kann oder das Vermögen zur Zweckerfüllung nicht mehr ausreicht. (Ausnahme bilden hier die Verbrauchsstiftungen, die sich  mit dem Erreichen des Stiftungszwecks von selbst auflösen). Ein mögliches Restvermögen muss an eine zweckverwandte gemeinnützige Organisation übertragen werden.

Jede Liquidation setzt die Durchführung eines formellen Verfahrens voraus. Bis zum Abschluss des Verfahrens ist die Stiftung dazu verpflichtet, alle anfallenden Rechnungen zu begleichen. Bei einer unselbständigen Stiftung innerhalb einer Dachstiftung ist die Auflösung jederzeit möglich unter der Bedingung, dass das Stiftungskapital dem Zweck entsprechend einer gemeinnützigen Organisation vermacht wird. 

Eine Stiftung zu gründen, heißt, auf Dauer ein Zeichen zu setzen: für Dich selbst, Deine Lieben oder für das Wohl der Gemeinschaft. Aufgrund der Nachhaltigkeit einer Stiftung – egal welcher Art – solltest Du das Projekt gut durchdacht haben und Zeit in seine Planung investieren. 

Im besten Fall holst Du Dir einen Experten hinzu und lässt Dich vor und, wenn möglich, auch während des Prozesses beraten. So stellst Du sicher, dass später keine bösen Überraschungen auf Dich warten, die im  Nachhinein oftmals nicht mehr zu ändern sind. 

Verschaffe Dir aber immer zuerst einen Überblick über Deine finanzielle Situation, bevor Du zur Tat schreitest. Ein Konto bei Penta kann Dir dabei helfen. Durch die praktische Handhabung und übersichtliche Kontoführung hast Du immer einen Überblick über Deine Finanzen und kannst auf einen Blick abschätzen, ob und wie Du Deine Stiftung am besten finanzieren kannst. Die praktischen Konten unterstützen alle Rechtsformen und können innerhalb kürzester Zeit eröffnet werden, sodass Deiner Stiftung nichts mehr im Wege steht. 


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