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Tagesmutter werden – Voraussetzungen, Kosten und Gründungsschritte

Yasmin
Yasmin August 2021 15 Min

Inhaltsverzeichnis

Die verantwortungsvolle Betreuung von Kindern und ihre frühe Förderung ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Für Eltern ist es allerdings nicht immer ganz einfach, Job und Familie miteinander zu vereinbaren. Insbesondere Selbstständige stehen hier vor einer großen Herausforderung. Der Staat ist sich dieser Herausforderung bewusst.

Entsprechend haben Kinder seit August 2013 ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Obwohl der Bund die Länder und Kommunen finanziell unterstützt, zusätzliche Betreuungsangebote zu schaffen, stehen nach wie vor nicht ausreichend Kitaplätze zur Verfügung. Der Rechtsanspruch bezieht sich jedoch nicht nur auf Kitaplätze, sondern auch auf die Betreuung durch Tagesmütter und Tagesväter in der Kindertagespflege. Hier bietet sich eine gute Möglichkeit, sich in einem zukunftssicheren Beruf selbstständig zu machen und Tagesmutter oder Tagesvater zu werden

Voraussetzungen, um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden

Wer selber Kinder hat, weiß, wie anspruchsvoll die Aufgabe ist, Kinder zu betreuen und zu fördern und ihren Ansprüchen jederzeit gerecht zu werden. Wer Tagesmutter werden will, sieht sich aber nicht nur mit den Ansprüchen der Kinder, sondern auch mit denen ihrer Eltern konfrontiert. Physische und psychische Belastbarkeit, Ausgeglichenheit, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit sowie Kooperationsfähigkeit zählen zu den persönlichen Eigenschaften, die Du in jedem Fall mitbringen solltest. Eltern, die die Betreuung ihrer Kinder in Deine Hände legen, wollen sichergehen, dass Du Erfahrung und Freude im Umgang mit Kindern hast und sie ihren Nachwuchs in liebevolle und kompetente Obhut geben.

Als Tagesmutter oder Tagesvater musst Du aber nicht nur die Eltern von Deiner persönlichen und fachlichen Eignung überzeugen. Um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden, muss auch das Jugendamt von Deiner Motivation, zur Betreuung, Erziehung und Bildung Deiner Schützlinge beizutragen, überzeugt sein.

Welche fachlichen Qualifikationen musst Du mitbringen, um Tagesmutter zu werden?

Tagesmutter ist kein Beruf, für den Du eine mehrjährige Ausbildung durchläufst. Ganz ohne eine fachliche Qualifikation läuft es allerdings nicht, wenn Du Tagesmutter oder Tagesvater werden willst. Voraussetzung, um selbstständig in der Kindertagespflege zu arbeiten, ist eine Qualifizierung und Prüfung als Tagesmutter oder Tagesvater. Diese Ausbildung setzt sich aus einem Vorbereitungskurs und einer Basisqualifizierung zusammen. Insgesamt musst Du 160 Unterrichts­stunden absolvieren, bevor Du Dich als qualifizierte Kindertagespflegeperson bezeichnen darfst. 

Während der Einführungsphase wird die Kindertagespflege aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet: aus Sicht der Tagesmutter, aus Sicht der Kinder und aus Sicht der Eltern. In der Basisqualifizierung wird Wissen rund um Betreuung, Erziehung, Bildung der Kinder vermittelt. Darüber hinaus werden auch die besonderen Herausforderungen, die die Tagespflege mit sich bringt, die Arbeitsbedingungen in diesem Beruf und die Zusammenarbeit mit den Eltern thematisiert. Die Inhalte der Ausbildung unterschiedet sich von Bundesland zu Bundesland. Informiere Dich vorab darüber, welche weiteren Regelungen in Deinem Bundesland gelten. Gegebenenfalls musst Du in einer Kita oder bei Tageseltern hospitieren, um Tagesmutter zu werden. In einigen Bundesländern musst Du zur Teilnahme an der Ausbildung zu Tagesmutter oder zum Tagesvater auch einen Schulabschluss (Haupt- oder Realschule) oder eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen. 

Vertragliche Regelungen mit den Eltern

Rein rechtlich bist Du nicht dazu verpflichtet, einen schriftlichen Vertrag über die Kinderbetreuung mit den Eltern der Kinder zu schließen. Mündliche Absprachen sind ausreichend. Trotzdem ist es ratsam, Absprachen zu Erziehungsmethoden, Maßnahmen in Notfällen, dem Umfang der Betreuung, Ort und Betreuungszeiten, Urlaubszeiten und Regelungen während der Ferien, an Feiertagen oder dem Wochenende schriftlich festzuhalten. Das Gleiche gilt für Kündigungsfristen und Deine Bezahlung.

Erste Hilfe für Kinder

Zusätzlich zu Deiner fachlichen Ausbildung musst Du die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Klein­kinder nachweisen. Die Kurse beispielsweise vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), den Johannitern oder dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) angeboten. Die Kurse dauern in der Regel sieben Stunden und behandeln Themen wie 

  • Verschlucken von Fremdkörpern
  • Beatmen und Herz-Lungen-Wiederbelebung 
  • stabile Seitenlage und Bauchlage
  • Hilfe bei Ertrinkungsunfällen
  • Vergiftungen im Haushalt und in der Natur
  • Insektenstiche
  • Nasenbluten 
  • Hausapotheke: Ausrüstung und Medikamente

Verfügst Du bereits über eine pädagogische Ausbildung beispielsweise als Erzieherin oder Erzieher oder hast bereits in der Kinderbetreuung gearbeitet, bewirbst Du Dich direkt beim Jugendamt, um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden.

Bereitschaft zur Weiterbildung

Tagesmutter Kurs Voraussetzungen

Hast Du Dir das notwendige Wissen angeeignet und die entsprechend Qualifikationen erworben, die Du brauchst, um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden, ist Deine Ausbildung aber noch nicht abgeschlossen. Um die Qualität der Betreuung, Förderung, Erziehung und Begleitung der Kinder zu gewährleisten, solltest Du auch nach der Ausbildung zur Tagesmutter oder zum Tagesvater alle zwei Jahre an einer Fortbildung teilnehmen. 

Tageseltern, die beim Jugendamt gemeldet sind, werden automatisch über Fortbildungsangebote informiert. Alternativ kannst Du Dich aber auch in anderen Einrichtungen – beispielsweise an der Volkshochschule oder Einrichtungen für Erwachsenenbildung – in Themen wie Entwicklung, Erziehung, Pflege und Versorgung von Kleinkindern fortbilden. Dazu findest Du zahlreiche Angebote im Internet.

Pflegeerlaubnis für Tageseltern beim Jugendamt beantragen

Mit der fachlichen Qualifikation in der Tasche bewirbst Du Dich im nächsten Schritt um eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt. Diese Erlaubnis benötigt jeder, der Kinder außerhalb des Haushaltes ihrer Eltern bzw. Erziehungsberechtigten während eines Tagesabschnitts gegen Bezahlung regelmäßig betreut. Die Betreuung muss dabei mehr als 15 Stunden in der Woche und länger als drei Monate erfolgen. 

Die Pflegeerlaubnis berechtigt Dich dazu, bis zu fünf Kinder aus unterschiedlichen Haushalten als Tagesmutter oder Tagesvater zu betreuen. Willst Du mehr als fünf Kinder betreuen, musst Du eine pädagogische Ausbildung nachweisen. Dabei sollte die Größe der Gruppe wie in Kitas eine bestimmte Anzahl an Kindern nicht überschreiten. Gruppen für Kinder unter drei Jahren sollten nicht mehr als zwölf Kinder umfassen, Gruppen für ältere Kinder nicht mehr als 18.

Für Deinen Antrag benötigst Du neben dem Nachweis Deiner Ausbildung zur Tagesmutter oder Tagesvater und dem Erste-Hilfe-Schein ein polizeiliches Führungszeugnis, einen Gesundheitsnachweis und einen Nachweis über einen ausreichenden Masernschutz vom Arzt sowie eine Unfall- und Haftpflichtversicherung.

Die Erteilung einer Pflegeerlaubnis erfolgt auf Basis der Überprüfung Deiner persönlichen und fachlichen Eignung sowie einer Prüfung, ob Du über entsprechend kindgerechte Räumlichkeiten verfügst. Die Kriterien, die Deiner Eignung, Tagesmutter zu werden, zugrundeliegen, findest Du im achten Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VIII) § 43 Abs. 2. Die Pflegeerlaubnis ist fünf Jahre lang gültig und muss nach Ablauf der fünf Jahre erneuert werden. 

Tagesmutter werden: die geeigneten Räumlichkeiten

Tagesmütter und Tagesväter betreuen ihre Kinder häufig im eigene Zuhause. Hast Du selber Kinder, sind Deine Räumlichkeiten vermutlich bereits kindgerecht, sicher und sauber gestaltet. Um die Pflegeerlaubnis zu erteilen, verschafft sich das Jugendamt einen Eindruck, ob Dein Zuhause den speziellen Vorgaben entspricht und die erforderlichen hygienischen Standards erfüllt. Stell daher vor dem Termin mit dem Jugendamt sicher, dass Dein Haus oder Deine Wohnung den Standards entspricht. Geeignete Räumlichkeiten verfügen über ausreichend Platz zum Spielen. Gleichzeitig bieten sie aber auch Möglichkeiten, sich zurückzuziehen und sich auszuruhen. Zudem ist für ausreichend Sicherheit gesorgt: Steckdosen sind nicht freizugänglich, Schubladen verschlossen und Ecken entschärft. Natürlich sollen die Kinder auch nicht den ganzen Tag im Haus verbringen. Entsprechend sollten die Räumlichkeiten auch über einen eigenen Garten verfügen oder in der Nähe eines Parks, einem Wald oder eines Spielplatzes gelegen sein. 

Hast Du nicht genug Platz oder kannst die geforderten Standards in Deinem eigenen Zuhause nicht erfüllen, kannst Du die Kindertagespflege auch in gemieteten Räumlichkeiten anbieten. Um die Kosten für die Miete zur reduzieren, kannst Du Dich mit anderen Tageseltern zusammentun. Voraussetzung ist, dass die Räumlichkeiten groß genug sind. Alternativ kannst Du Deine Dienste auch in einem Coworking Space anbieten. In diesem Fall ersparst Du den Eltern den Umweg zur Kindertagespflege. Auch hier gilt natürlich, dass sich die Räumlichkeiten für die Kindertagespflege eignen müssen.

Welche Kosten musst Du einplanen, um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden?

Um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden, musst Du unterschiedliche Kosten in Deiner Planung berücksichtigen. Zum einen kommen monatlich laufende Kosten auf Dich zu. Hierzu zählen beispielsweise die Miete und Nebenkosten für die Räumlichkeiten oder Versicherungsbeiträge. Gegebenenfalls musst Du einmalige Ausgaben für die kindgerechte Gestaltung der Räumlichkeiten und die Ausstattung einplanen – beispielsweise für ausreichend Hochstühle, eine Wickelkommode, Spielzeug oder anderen Materialien zur Beschäftigung der Kinder. 

Hinzu kommen Kosten für die Ausbildung, den Erste-Hilfe-Schein und die regelmäßige Fortbildung. Die Kosten für die Qualifizierung als Tagesmutter oder Tagesvater liegen etwa bei 1.000 Euro. Die Höhe der Kosten variiert allerdings von Bundesland zu Bundesland. In einigen Regionen ist die Ausbildung sogar kostenlos. Informiere Dich vorab beim zuständigen Jugendamt – möglicherweise übernimmt es einen Teil der Kosten. Machst Du Dich aus der Arbeitslosigkeit heraus als Tagesmutter oder Tagesvater selbstständig, übernimmt unter Umständen auch die Agentur für Arbeit die Kosten für Deine Umschulung. Für den Kurs Erste Hilfe am Kind plane je nach Anbieter circa 35 bis 40 Euro ein. Spricht vorab mit einer Krankenkasse – einige Kassen zahlen einen Zuschuss, andere übernehmen die kompletten Kosten.

Welche Kosten konkret auf Dich zu kommen, hängt von Deinem individuellen Gründungsvorhaben ab.

Tagesmutter werden: Wie hoch ist der Verdienst in der Kindertagespflege

Was Du in der Kindertagespflege verdienst, hängt davon ab, ob Du vom Jugendamt oder aus öffentlichen Mitteln bezahlt wirst oder ob Du Deinen Stundenlohn direkt mit den Eltern vereinbarst. Willst Du Tagesmutter oder Tagesvater beim Jugendamt werden, liegt der Stundenlohn zwischen drei und neun Euro zuzüglich Verpflegungskosten. Die Höhe des Verdienstes hängt dabei von der Deiner Qualifikation, Deinem Standort, der Anzahl und dem Alter der betreuten Kinder und der Betreuungsdauer ab.

Wirst Du direkt von den Eltern bezahlt, kannst Du den Preis natürlich selbst aushandeln. Bei der Kalkulation Deines Stundenlohns solltest Du außer Deiner Arbeitszeit weitere Kostenfaktoren berücksichtigen. Dazu zählen beispielsweise Materialkosten, Verpflegungskosten, Fahrtkosten oder Mietkosten. Aber auch Kosten für Deine Weiterbildung sowie Steuern, Versicherungsbeiträge und Sozialabgaben müssen mit Deinem Gehalt gedeckt sein.

Wie werde ich Tagesmutter? Schritt für Schritt Deine eigene Kindertagespflege gründen

Wie bei jeder Gründung benötigst Du auch um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden ein gutes Konzept, damit sich Deine Arbeit am Ende des Tages auch rechnet. Schritt 1 auf Deinem Weg in die Selbstständigkeit in der Kindertagespflege ist also die Erstellung eines gutdurchdachten Businessplans.

1. Businessplan erstellen

Die Grundlage, um als Tagesmutter oder Tagesvater durchzustarten, bildet Dein Businessplan. Du benötigst ein schlüssiges und solides Konzept, das die folgenden Angaben enthält:

  • Was ist Dein Geschäftsmodell: Welche Leistungen willst Du anbieten?
  • Welche fachliche und persönliche Qualifikation bringst Du mit?
  • Warum sollten Eltern Dir ihr Kind anvertrauen?
  • Wo bietest Du Deine Leistungen an?
  • Gibt es Alternativen zu Deinem Angebot in der Umgebung? 
  • Wie willst Du Dein Vorhaben finanzieren?
  • Mit welchen Einnahmen rechnest Du?
  • Wie willst Du Dein Angebot bekannt machen? 

2. Finanzierung sichern

Verfügst Du über die passenden Räumlichkeiten und die Ausstattung, um Tagesmutter zu werden, und musst keine zusätzlichen Investitionen einplanen. Die Kosten, die Dich erwarten, beschränken sich in diesem Fall auf die Ausbildungs- und Marketingkosten.

Planst Du, neue Räumlichkeiten anzumieten und diese entsprechend kindgerecht auszustatten, erwarten Dich deutlich höhere Gründungskosten. Kannst Du das notwendige Kapital nicht selbst aufbringen, musst Du Dir Gedanken über die Beschaffung von Fremdkapital machen. Hier stehen Dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Du kannst einen klassischen Kredit bei Deiner Bank beantragen. Eine gute Alternative ist das Crowd Funding. Vielleicht findest Du Eltern, die bereit sind, in Deine Idee zu investieren und bietest ihnen beispielsweise einen vergünstigten Preis für die Betreuung ihrer Kinder. 

Darüber hinaus bieten Bund und Länder verschiedene Fördermöglichkeiten in Form von Zuschüssen, Darlehen oder Bürgschaften, um Dich bei Deinem Start in die Selbstständigkeit zu unterstützen. Je nachdem, welche Summe Du benötigst, bieten sich hier unterschiedliche Förderprogramme wie der ERP-Gründerkredit der KfW Bankengruppe oder eine Förderung über einen Mikrokreditfonds an.

3. Geschäftskonto eröffnen

Zwar bist Du als Freiberufler nicht gesetzlich dazu verpflichtet, ein Geschäftskonto zu eröffnen oder zu führen. Dennoch ist es ratsam, geschäftliche und private Ausgaben sauber voneinander zu trennen. Mit dem Online Geschäftskonto von Penta beispielsweise behältst Du Deine Finanzen jederzeit im Blick und kannst Dir über Schnittstellen Deine Buchhaltung wesentlich erleichtern.

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4. Pflegeerlaubnis beantragen

Um die Pflegeerlaubnis beim Jugendamt zu beantragen, benötigst Du zahlreiche Nachweise. Dazu zählen

  • der Nachweis über die Teilnahme an der Ausbildung zur Tagesmutter oder Tagesvater
  • Nachweis über die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Klein­kinder 
  • ein polizeiliches Führungszeugnis
  • ein Gesundheitsnachweis inklusive dem Nachweis über einen ausreichenden Masernschutz 
  • der Nachweis über eine Unfall- und Haftpflichtversicherung
  • ein Nachweis über geeignete kindgerechte Räumlichkeiten

5. Anmeldung beim Finanzamt

Die Erziehung von Kindern gegen Entgelt gilt laut § 6 Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) nicht als Gewerbe. Erzieherische und unterrichtende Tätigkeiten werden vom Finanzamt als freiberufliche Tätigkeiten eingestuft. Entsprechend musst Du kein Gewerbe anmelden, um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden. Du benötigst keinen Gewerbeschein und zahlst auch keine Gewerbesteuer

Deine Leistungen als Tagesmutter oder Tagesvater sind gemäß § 4 Abs. 25 Umsatzsteuergesetz (UStG) auch nicht umsatzsteuerpflichtig. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass Du eine Erlaubnis zur Kindertagespflege besitzt. 

Der Verdienst von Tageseltern wird von den Jugendämtern, aus öffentlichen Mitteln der Kommunen oder von den Eltern, die ihre Kinder bei Dir in die Tagespflege geben, gezahlt. Unabhängig davon, wer Dein Gehalt zahlt, gelten alle Einnahmen, die Du als Tagesmutter oder Tagesvater erzielst, gemäß § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) als steuerpflichtige Einkünfte aus einer selbstständigen Tätigkeit. Das gilt auch für mögliche Erstattungen von Kosten beispielsweise Miete, Strom oder für die Verpflegung der Kinder. 

Du benötigst eine Steuernummer vom Finanzamt und musst sämtliche Einnahmen in Deiner Einkommensteuererklärung angeben. Bis zu einem jährlichen Einkommen von 9.696 Euro bist Du von der Zahlung der Einkommensteuer befreit. Du versteuerst nur den Betrag, der über diesen Steuerfreibetrag hinausgeht. Dazu stellst Du sämtlichen Einnahmen Deinen Betriebskosten gegenüber. In der Regel ist dafür eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ausreichend.

Zu den Betriebskosten von Tageseltern gehören beispielsweise

  • Miete
  • Nebenkosten
  • Telekommunikationskosten
  • Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen und Fachliteratur
  • Ausgaben für Material zur Beschäftigung der Kinder und die kindgerechte Ausstattung der Räumlichkeiten
  • Lebensmittelkosten für die Verpflegung der Kinder
  • Fahrtkosten und Eintrittsgelder sofern diese nicht bereits von den Eltern erstattet wurden
  • Versicherungsbeiträge für die betriebliche Absicherung 

Als Tagesmutter oder Tagesvater kannst Du eine Betriebsausgabenpauschale in Höhe von 300 Euro pro betreutem Kind und Monat von Deinen steuerpflichtigen Einnahmen abziehen. Ausgaben, die darüber hinaus gehen, musst Du belegen.

6. Tagesmutter werden: Versicherungsschutz abschließen

Bist Du als Tagesmutter abhängig beschäftigt, also bei den Eltern des Kindes angestellt, zahlen diese anteilig Deine Sozialversicherungsbeiträge. Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung trägt der Arbeitgeber zu hundert Prozent. 

Verdienst Du Dein Geld allerdings als selbstständige Tagesmutter oder selbstständiger Tagesvater, bist Du allein für Deine soziale Absicherung verantwortlich. 

Kranken- und Pflegeversicherung

In Deutschland ist jeder dazu verpflichtet, in die Kranken- und Pflegeversicherung einzuzahlen. Willst Du hauptberuflich selbstständig Tagesmutter oder Tagesvater werden, zahlst Du entweder freiwillig in die gesetzliche Krankenkasse ein oder Du schließt eine private Kranken- und Pflegeversicherung ab. 

Absicherung im Alter

Zur Sicherung Deiner Rente kannst Du Dich ebenfalls in der gesetzlichen Rentenversicherung absichern. Alternativ sorgst Du mit einer privaten Rentenversicherung für Dein späteres Auskommen. Die Rentenversicherungspflicht gilt auch für Tageseltern, die ihr Geld als Honorar direkt von den Eltern des Kindes bekommen und deren zu versteuerndes Einkommen 450 Euro pro Monat übersteigt. In diesem Fall müssen sie ihre Tätigkeit als Tagesmutter oder Tagesvater innerhalb von drei Monaten bei der Deutschen Rentenversicherung anmelden.

Tageseltern, die ihr Betreuungsentgelt vom Jugendamt beziehen, sind ebenfalls rentenversicherungspflichtig. Allerdings wird ihnen die Hälfte der Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung steuerfrei erstattet.

Gesetzliche Unfallversicherung

Selbstständig tätige Tageseltern sind zur Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft, der gesetzlichen Unfallversicherung verpflichtet. Zuständig ist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Wird die Kindertagespflege öffentlich gefördert, trägt das Jugendamt die Kosten für die gesetzliche Unfallversicherung. 

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Entschließt Du Dich dazu, Dich gegen das Risiko von Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit abzusichern, beachte dabei, dass Deine Tätigkeit als Tagesmutter oder Tagesvater von den Versicherungen nicht als Beruf anerkannt wird. Damit die Versicherung im Schadensfall auch zahlt, benötigst Du eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Haftpflichtversicherung

Um eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt zu erhalten, musst Du neben einer Unfallversicherung auch eine Haftpflichtversicherung nachweisen. Als Tagesmutter oder Tagesvater übernimmst Du die Aufsichtspflicht für die Kinder. Das heißt, Du haftest für Schäden, die die Kinder in Deiner Obhut verursachen. Entsprechend sicherst Du Dich mit einer Haftpflichtversicherung ab. Achte beim Abschluss der Versicherung darauf, dass sie auch tatsächlich die Tagespflege einschließt. 

Betriebshaftpflicht

Betreust Du als Tagesmutter oder Tagesvater Kinder in Deinen eigenen oder angemieteten kindgerechten Räumen, benötigst Du zudem eine Betriebshaftpflichtversicherung.

7. Kunden gewinnen

Hast Du alle Formalitäten erledigt, fehlen nur noch die Kinder. Arbeitest Du mit dem Jugendamt zusammen, musst Du Dich in der Regel nicht selbst um die Akquise kümmern. Planst Du, die Eltern direkt als Kunden zu gewinnen, hast Du unterschiedliche Möglichkeiten, Deine Dienste als Tagesmutter oder Tagesvater bekannt zu machen. 

Wer dringend einen Betreuungsplatz sucht, hat meist nicht die Zeit, auf die Vergabe eines Platzes durch das Jugendamt zu warten und ergreift selbst die Initiative. Du kannst Du mit Deiner eigenen Website punkten und die gängigen Social-Media-Kanäle nutzen, um von den Eltern gefunden zu werden. Alternativ trägst Du Dich in den sogenannten Tagespflegebörsen ein. 

Da Kindertagespflege natürlich Vertrauenssache ist, ist Mundpropaganda natürlich unbezahlbar. Hast Du Plätze frei, geh aktiv auf die Eltern in Deiner Gruppe zu. Wer weiß, vielleicht suchen Eltern auch dem Freundeskreis gerade einen Platz und freuen sich über eine Empfehlung.


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