Gründung Selbstständigkeit

Trends 2020: Geschäftsideen für Deinen Start in die Selbstständigkeit

Immer mehr Erwerbstätige entschließen sich zum Schritt in die Selbstständigkeit. Gut vier Millionen Menschen gehen 2020 in Deutschland einer selbstständigen Tätigkeit nach. Dabei hat sich die Zahl der Solo-Selbstständigen besonders deutlich erhöht. Die Gründe für die Selbstständigkeit sind unterschiedlich: Die einen bevorzugen die berufliche Autonomie. Andere wagen den Schritt in die Selbstständigkeit, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Ältere Erwerbstätige nutzen die Selbstständigkeit, um ihren Übergang ins Rentenalter flexibel zu gestalten. Unabhängig von der Motivation, brauchst Du für die Gründung eines Unternehmens oder den Start in Deine Selbstständigkeit als Freiberufler, Freelancer oder Gewerbetreibender eine innovative Geschäftsidee.

Trends 2020 

Inspiration für zündende Ideen bieten Dir aktuelle Trends. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Nachhaltigkeit sind nach wie vor Trends, die Gründer bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen antreiben. Der Klimawandel, 5G und sicher auch die Corona-Pandemie, die uns in vielen Bereichen unseres Lebens zum Umdenken zwingt, führt zu einem grundlegenden Wandel unserer Werte. Verbraucher erwarten, dass Unternehmen den schonenden und ausgeglichenen Umgang mit Ressourcen sowie Datenschutz und Datensicherheit in den Vordergrund ihrer Geschäftstätigkeit stellen.

Der Wandel von „Ich“ zu „Wir“!

Das wachsende Bewusstsein, dass es nicht um einzelne Personen, sondern um alle Menschen und den gesamten Planeten geht, wirkt sich auf unser Leben, unsere Arbeit und unser Kaufverhalten aus. Wir konsumieren deutlich bewusster. Zusätzlich eröffnet die 5G-Technik mit deutlich schnelleren Datenübertragungen Wege, um das Zusammenspiel von Mensch und Maschine weiter zu optimieren.

Unternehmen müssen moralisch einwandfreie Produkte und Services anbieten, mit denen Kunden sich gesellschaftlich, politisch sowie im Hinblick auf die Umwelt wohlfühlen zu können. Damit zwingen sie Unternehmen, ihren Erfolg nicht mehr ausschließlich über finanzielles Wachstum zu definieren. Wenn es Dir gelingt, Deinen Kunden in einer Welt, die sich ständig verändert, Produkte und Services mit einem bedeutenden Mehrwert für die Gesellschaft und die Umwelt zu bieten, stehen die Chancen gut, langfristig Erfolg zu haben.

Geschäftsideen für Deine Selbstständigkeit

Coworking Spaces eröffnen

Unsere Art, zu arbeiten, hat sich mit dem Anspruch an Nachhaltigkeit, ressourcenschonende Arbeitsplätze und neue Formen der Zusammenarbeit gewandelt. Büroarbeitsplätze sind teuer. Raum ist knapp. Start-ups, Selbstständige, Freiberufler oder Freelancer können und wollen sich diesen Luxus heute nicht mehr leisten. Die perfekte Alternative sind Coworking Spaces. In nahezu allen großen und zunehmend auch in kleineren deutschen Städten teilen sich die Coworker Büro und Besprechungsräume mit anderen Coworkern aus unterschiedlichen Firmen, die an unterschiedlichen Projekten arbeiten. Gemeinsam nutzen sie die vorhandene technische Infrastruktur wie Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon oder Beamer. Diese Art der Zusammenarbeit schont die Ressourcen und stärkt gleichzeitig das Wirgefühl: Austausch und gegenseitige Unterstützung sind zentrale Bestandteile.

Virtuelle Assistenten  und Remote Jobs

Ortsunabhängiges Arbeiten steht hoch im Kurs bei den Generationen Y und Z. Arbeitsmodelle werden zunehmend flexibler und die Digitalisierung ermöglicht das Arbeiten von überall auf der Welt zu jeder erdenklichen Tageszeit. Im Zuge dieser Veränderungen entwickeln sich neue Jobs, die remote, also aus der Ferne beispielsweise aus dem Homeoffice ausgeübt werden können. Immer mehr Unternehmen sind auf der Suche nach Virtuellen Assistenten, die häufig administrative Aufgaben wie Anrufe, Verwaltung oder die Organisation von Terminen wie Meetings oder Geschäftsreisen übernehmen. Die Aufgaben können aber auch spezifischer sein: Sie reichen von Korrekturlesen, SEO und Recherche über Kundenunterstützung bis hin zu Buchhaltung, Webdesigns und der Entwicklung von Marketingstrategien. Job-Angebote findest Du in zahlreichen Jobbörsen und Portalen wie my vpa und Strandschicht, die sich auf Remote Jobs spezialisiert haben.

Home Schooling und E-Learning

Zuhause lernen ist ein alter Hut, der durch die Corona-Pandemie wieder an Aktualität gewonnen hat. Eigentlich meint der Begriff auch nicht den normalen Schulunterricht oder Universitätsbetrieb, der digital statt wie gewohnt analog stattfindet. Ursprünglich ist es ein ganz eigenes Konzept, das nicht eine Gruppe, sondern den einzelnen Schüler in den Mittelpunkt stellt. Nichtsdestotrotz ist das Lernen von zuhause, sei es im Rahmen der Schulpflicht oder in Form einer Weiterbildung ein Trend, der sich mit der zunehmender Digitalisierung verstärkt. Eine weitere Alternative, Dein Wissen als Dozent oder Coach weiterzugeben, ist das E-Learning oder Electronic Learning. Darunter versteht man alle Formen des Lernens, bei denen elektronische oder digitale Medien zum Einsatz kommen, um Lernmaterialien zu präsentieren oder zu verteilen. Zwischenmenschliche Kommunikation kann zur Unterstützung zusätzlich eingesetzt werden, ist aber kein Muss.

Digitales Geld

Onlinebanking ist im privaten und geschäftlichen Zahlungsverkehr längst angekommen, Mobile Payment setzt sich immer weiter durch und ersetzt langfristig das Bargeld. Damit sind die Möglichkeiten, die die Digitalisierung im Zahlungsverkehr eröffnet, aber noch längst nicht erschöpft. Während man heute bei digitalem Geld an Kreditkarten oder Paypal denkt, sind durch die digitale Entwicklung weitere Ansätze, Zahlungsmittel noch zu personalisieren denkbar. So könnte man beispielsweise Möglichkeiten schaffen, Rabatte für Studenten oder Rentner bei der der Zahlung über ein entsprechendes Zahlungsmittel gleich mit zu berücksichtigen.

Internet of Bodies (IoB)

Als Erweiterung des Internet of Things (IoT) wird uns das Internet of Bodies (IoB) über kurz oder lang genau so selbstverständlich erscheinen. Die verantwortungsvolle Nutzung von 5G, Technologien zur Gesichtserkennung oder weiteren biometrischen Technologien bieten enorme Möglichkeiten, Daten zu erfassen, zu sammeln und zwischen dem menschlichen Körper und Maschinen auszutauschen. Smart-Home-Anwendungen, autonome Fahrzeuge, digitale Zwillinge oder digitale Krankenakten könnten so mit Daten versorgt werden.

Pflege und Betreuung

Als Begleiterscheinung der Pandemie wird deutlich, was eigentlich schon lange klar war. Die Kapazitäten in der Kinderbetreuung, bei Pflegediensten und Unterstützung im Haushalt reichen längst nicht aus. Kitas schließen in der Regel nachmittags, mit Glück abends. Berufstätige Eltern, die in Nachtschichten arbeiten, müssen die Betreuung ihrer Kinder weitestgehend privat organisieren. Pflegekräfte kommen überwiegend aus dem angrenzenden Ausland zu uns. Auch hier reichen weder die Kapazitäten noch die Einkommen der Pflegebedürftigen.

Dogwalker

Mittlerweile gehört ein Bürohund ja fast schon zur Standardausstattung von Unternehmen. Wer als Hundebesitzer nicht die Möglichkeit hat, seinen Vierbeiner mit ins Büro zu nehmen oder ihn privat versorgen zu lassen, wendet sich an die sogenannten Dogwalker. Wer diesen Job machen möchte, benötigt keine spezifische Ausbildung. Dir sollte allerdings klar sein, dass es nicht nur darum geht, eine Runde um den Block zu gehen. Dogwalker bieten die Rund-um-Versorgung: 

  • sie holen die Tiere ab und bringen sie zurück, 
  • füttern die Hunde, 
  • übernehmen Besuche beim Tierarzt und verabreichen wenn notwendig Medikamente, 
  • sorgen für ausreichend Bewegung und 
  • führen kleine Übungen mit den Hunden durch, um sie auch geistig zu fordern. 

Und das nicht nur mit einem Hund, sondern mit mehreren Hunden gleichzeitig. Ein Fulltime-Job, aber für Hundeliebhaber eine gute Möglichkeit, ihr Hobby zum Beruf zu machen.

Haushalts- und Lieferdienste

Weitere Unterstützung für Senioren oder Berufstätige bieten Haushaltsdienste. Hier lohnt der Blick über den großen Teich zu „Hello Alfred“, einem amerikanischen Technologieunternehmen, das Verbraucher mit On-Demand- und lokalen Dienstleistungen verbindet, um Besorgungen und Aufgaben zu erledigen. Alfred, der persönliche, digitale Hausverwalter, steht den Mitgliedern zur Seite und leitet ihre Anfragen an die entsprechende Dienstleister weiter. Senioren oder Berufstätige zählen ebenso wie Studenten zur Zielgruppe zahlreicher Lieferdienste, die ihre Kunden mit den unterschiedlichsten Produkten versorgen.

Gesunde Ernährung, Selbstversorger, Hobbyköche, Stadtimkereien und Manufakturen 

Der Trend zu einer bewussten Ernährung, die zum einen uns selbst guttut, zum anderen aber auch die Schonung der Ressourcen, biologischen Anbau und die artgerechte Haltung fordert, ist ein ungebrochener Trend. Hier bieten sich Dir zahlreiche Möglichkeiten, Dir eine eigene Existenz aufzubauen. Es gibt viele schöne Ideen, den regionalen und saisonalen Ansatz zu unterstützen. Ob als Gärtner, Koch, Imker, in der Landwirtschaft oder Tierhaltung. Unternehmen wie „Kauf ne Kuh“ setzen auf Qualität statt Quantität und bieten hochwertiges Fleisch direkt vom Bauern. Hofläden und Manufakturen boomen ebenfalls: hier kannst Du selbst gemachte Produkte verkaufen und wenn es gut läuft, den Vertrieb durch Deinen eigenen Onlineshop erweitern.

Unverpackt-Läden

Früher ist man zum Einkaufen einfach mit einem Einkaufskorb und seiner eigene Milchflasche in den Krämerladen, Eierkartons wurden zum Wiederverwenden aufbewahrt, Fisch in Zeitungspapier verpackt. Heute bedeutet ein Einkauf in der Regel jede Menge Verpackungsmüll. Diesem Trend haben Unverpackt-Läden den Kampf angesagt. Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Ressourcen schonen statt Wegwerfartikeln und Plastikmüll stehen auf dem Programm.

Upcycling

Beim Upcycling werden Abfallprodukte oder scheinbar nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Zahlreiche Branche wie die Bekleidungsindustrie haben diesen Trend aufgegriffen und stellen ihre Produkte aus recyceltem Plastik aus den Weltmeeren her. Taschen und Rucksäcke aus alten Planen, aber auch Glas, Holz lassen wiederverwerten, um den Verbrauch von Rohstoffen zu reduzieren.

Eigene Idee vs. Franchise und Copycats

Diese Auflistung ist natürlich nur eine kleine Auswahl möglicher Ideen. Inspiration lauert überall. Eine zu hundert Prozent eigene Idee zu entwickeln ist daher eine kleine Herausforderung. Es muss aber nicht immer die eigene Geschäftsidee sein: Als Gründer kannst beispielsweise auch ein Franchise-Konzept in Betracht ziehen. Etablierte Unternehmen überlassen Dir gegen Gebühr die Rechte zur Namens- und Konzeptnutzung – funktionierendes Geschäftsmodell mit Marketingplan inklusive. Eine weitere Alternative stellen die sogenannten Copycats dar. Mit viel Kreativität werden erfolgreiche Geschäftsmodelle nachgeahmt, ohne dabei Marken– oder Patentrechte zu verletzten.

Ausgezeichnete Geschäftsideen!

Mit dem renommierten KfW Award Gründen zeichnet die KfW Bankengruppe bereits seit 1998 deutsche Start-ups in den ersten fünf Jahren ihrer Geschäftstätigkeit aus. Die Bewerbung für 2020 startet am 1. Juni. Weitere Inspiration findest Du in den Geschichten der Gründer, die hinter den kreativen Geschäftsideen stecken.