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Überbrückungshilfe III und die Neustarthilfe für Soloselbstständige – Was Du jetzt wissen solltest

Dorothea Klein
Dorothea Klein November 2020 7 Min

November 2020 in Deutschland: Während wir uns erneut in einem Teil-Lockdown befinden, liegen alle Hoffnungen auf einem Impfstoff. Bevor das öffentliche Leben irgendwann hoffentlich zur Normalität zurückkehrt, heißt es jetzt aber noch einmal durchhalten. Wenn Du selbstständig bist, gilt das in doppelter Hinsicht – häufig musst Du nicht nur privat, sondern auch wirtschaftlich mit einer anhaltenden Ausnahmesituation umgehen. Glücklicherweise gibt es Neuerungen in Bezug auf die Überbrückungshilfe und die Neustarthilfe für Soloselbstständige.

Um Unternehmen und Solo-Selbstständige in der Krise weiterhin wirtschaftlich zu unterstützen, hat die Bundesregierung sich jetzt darauf geeinigt, die unterstützenden Maßnahmen zu verlängern und teilweise auszuweiten. 

So steht neben den neu beschlossenen Novemberhilfen fest, dass die Überbrückungshilfe in eine dritte Phase gehen soll. Eine der größten Neuerungen ist die darin enthaltene Neustarthilfe für Soloselbstständige. Damit möchte die Bundesregierung unter anderem die Kultur- und Veranstaltungsbranche unterstützen.

Die Verlängerung der Corona-Überbrückungshilfe

Schon seit Juni 2020 begleitet uns die Überbrückungshilfe und sie wird uns weiterhin begleiten: Am 1. Januar 2021 geht sie für ein halbes Jahr in die dritte Phase.

Lies dazu gerne noch einmal in unseren Artikel zur zweiten Phase der Überbrückungshilfe rein. Dort haben wir im Detail behandelt, welche Anforderungen and eine Förderung geknüpft sind, wie Du den Antrag stellst und mit wie viel Geld Du voraussichtlich rechnen kannst. 

Sich mit diesem Thema zu beschäftigen, kann sich jetzt doppelt lohnen: Während viele Rahmenbedingungen in der dritten Phase aller Voraussicht nach gleich bleiben, kannst Du bis 31. Dezember 2020 auch noch einen Antrag auf Förderung in der zweiten Phase stellen.

Für wen ist die Überbrückungshilfe III gedacht?

Die Überbrückungshilfe kann Dich als Freiberufler oder kleines oder mittelständisches Unternehmen unterstützen, wenn Deine Umsätze in Folge der Maßnahmen der Corona-Pandemie stark zurückgegangen sind, Du aber weiterhin hohe Fixkosten hast. Diese Kosten sind förderfähig, können bei der Überbrückungshilfe also geltend gemacht werden. Das gilt zum Beispiel für Kinos oder Restaurants, die weiterhin Miete, Löhne oder Gehälter zahlen müssen.

Genau wie in den letzten beiden Phasen, musst Du auch den Zuschuss der Überbrückungshilfe III nicht zurückzahlen. Voraussetzung dafür ist, dass Du ihn rechtmäßig beantragst und die Gelder entsprechend der Vorgaben verwendest.

Was ändert sich mit der Überbrückungshilfe III? 

Das Problem an der „traditionellen“ Überbrückungshilfe: Wer keine oder nur geringe betriebliche Fixkosten geltend machen kann, profitiert nur sehr eingeschränkt von der Überbrückungshilfe. Insbesondere KünstlerInnen und Kulturschaffende, aber auch andere Soloselbstständige teilen dieses Schicksal.

Daher kommt ab Januar 2021 die Neustarthilfe als neuer Teil der Überbrückungshilfe hinzu. Das ist ein einmaliger Zuschuss, der auf einer Pauschale basiert und eigens für die Gruppe der Soloselbstständigen gedacht ist.

Aber auch bei der „traditionellen“ Überbrückungshilfe soll es in Phase III nun weitere Änderungen und Verbesserungen geben:

  • Die bisherige Förderhöchstsumme betrug 50.000 Euro pro Monat. Ab Januar 2021 können maximal 200.000 Euro Betriebskosten im Monat erstattet werden. 
  • Die Regierung hat darüber hinaus weitere Verbesserungen bei der „Ansetzbarkeit von Ausgaben für Instandhaltung, Modernisierungsmaßnahmen oder auch Kosten für Abschreibungen“ angekündigt. Genauere Infos hierzu sollen laut Bundesregierung noch folgen.

Wer ist berechtigt, die Neustarthilfe für Soloselbstständige zu beantragen?

Dein Umsatz ist wegen der Corona-Maßnahmen stark zurückgegangen, aber Du kannst keine oder nur geringe betriebliche Fixkosten vorweisen? Dann wurde die Neustarthilfe vielleicht genau für Dich ins Leben gerufen. 

Um festzustellen, ob Du berechtigt bist, wird als Erstes geprüft, ob du mindestens 51 Prozent deines Einkommens im Referenzzeitraum (in der Regel aus dem Jahr 2019) aus selbstständiger Tätigkeit erzielt hast.

Außerdem solltest Du genau prüfen, ob Du unter Umständen vielleicht doch für eine Förderung mit der traditionellen Überbrückungshilfe in Betracht kommst. Wenn dies der Fall sein sollte, musst Du Dich für einen der beiden Wege entscheiden. Du kannst also nicht parallel Fixkosten bei der traditionellen Überbrückungshilfe geltend machen, während Du Neustarthilfe beantragst.

Wie hoch ist die Neustarthilfe?

Die Neustarthilfe ist eine einmalige Zahlung, die 25 Prozent Deines erwarteten Umsatzes von Januar bis Juni 2021 abdeckt. Gedeckelt ist sie bei 5.000 Euro

Bei der Hilfe handelt es sich um eine Betriebskostenpauschale, für die Du keine Fixkosten nachweisen musst. Man schaut sich bei der Berechnung lediglich an, ob und wie weit Dein Umsatz im Vergleich zum Referenzzeitraum zurückgeht. 

Dafür vergleicht man den Umsatz der sieben Monate zwischen Dezember 2020 und Juni 2021 mit einem Referenzumsatz in 2019. 

Der Referenzmonatsumsatz

Der Referenzmonatsumsatz ist Dein durchschnittlicher monatlicher Umsatz im Jahr 2019. Das heißt, Du addierst alle Deine Monatsumsätze des Jahres 2019 und teilst die Summe dann durch zwölf. Wenn Du Dich erst nach dem 1. Oktober 2019 selbstsändig gemacht hast, dann kannst Du Dich zwischen zwei Varianten entscheiden, um den Referenzmonatsumsatz zu berechnen: Entweder Du wählst den durchschnittlichen Monatsumsatz vom Januar und Februar 2020 oder den durchschnittlichen Monatsumsatz des 3. Quartals 2020 (1. Juli bis 30. September 2020).

Nachdem der Referenzmonatsumsatz bestimmt wurde, kann mit dem Referenzumsatz verglichen werden.

Der Referenzumsatz

Der Referenzumsatz ist der Referenzmonatsumsatz mal sieben. So stellt man fest, wie hoch der Umsatz von Dezember 2020 bis Juni 2021 ohne die Einwirkung Corona in etwa gewesen wäre und vergleicht ihn mit der tatsächlichen Höhe.

Wie sieht es mit der Auszahlung und Rückzahlung der Neustarthilfe aus?

Nehmen wir also an, Dir wird die Neustarthilfe im nächsten Jahr bewilligt: Die Auszahlung soll laut Regierung noch vor Juni 2021 erfolgen – und da der zu betrachtende Zeitraum dann noch gar nicht abgelaufen ist, handelt es sich also um einen Vorschuss.

Daher musst Du nach Ablauf des Juni eine Endabrechnung erstellen: Du checkst, ob Deine Umsätze in den letzten sieben Monaten tatsächlich unter 50 Prozent im Vergleich zum Referenzumsatz geblieben sind. 

Dies erfolgt eigenverantwortlich durch eine Selbstprüfung. Warst Du im Förderzeitraum zusätzlich zu Deiner selbstständigen Tätigkeit angestellt, muss das damit verdiente Geld zu Deinen Einkünften addiert werden. 

Liegen deine Einnahmen nach deiner Selbstprüfung tatsächlich immer noch unter 50 Prozent des Umsatzes im Referenzzeitraum, kannst Du die erhaltene Förderung zu 100 Prozent behalten. Lagen sie aber darüber, musst Du Teile zurückzahlen. Eine Ausnahme gibt es nur dann, wenn die Abweichung unter 500 Euro liegt. Dann handelt es sich nämlich um einen sogenannten Bagatellbetrag und Du musst keine Rückzahlung leisten.

Falls Du die 50 Prozent des Umsatzes um mehr als 500 Euro überschreitest, ist die Höhe der Rückzahlung folgendermaßen gestaffelt: 

Umsatz von Dezember – Juni 2021 im Vergleich zum Umsatz im Referenzzeitraum (Angaben in Prozent)Wie viel Prozent der Neustarthilfe musst Du zurückzahlen? (Angaben in Prozent)
50 – 70  25
70 – 8050
80 – 9075
> 90100

Quelle: Nähere Informationen hier

Achtung: Gegebenenfalls anfallende Rückzahlungen musst Du der Bewilligungsstelle bis 31. Dezember 2021 unaufgefordert mitteilen und überweisen.

Wie kann ich die Neustarthilfe beantragen? 

Die Überbrückungshilfe III – und damit auch die Neustarthilfe – soll ab dem 1. Januar 2021 gelten. Wegen der Abstimmung mit den Ländern und der EU-Kommission sowie der nötigen technischen Programmierungen, wird man den Antrag voraussichtlich erst ein paar Wochen nach Start des Programms stellen können. 

Weitere Details hierzu werden laut Bundesregierung in den nächsten Wochen bekannt gegeben. Wir von Penta halten Dich natürlich auf dem Laufenden.

Überbrückungshilfe III oder Neustarthilfe für Soloselbstständige?

Kommst Du für die Neustarthilfe in Frage, oder planst Du in der dritten Phase eher auf die „reguläre“ Überbrückungshilfe zu setzen? Wir hoffen, dass wir Licht ins Dunkel bringen und Dir einen Überblick über die nötigen Schritte verschaffen konnten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie liefert Dir außerdem weitere Informationen zu allen verfügbaren Corona-Hilfen, falls Du Dich nich umfassender informieren möchtest.

Als Unternehmer kannst Du kein Chaos gebrauchen – erst recht nicht in diesen turbulenten Zeiten. Damit Du nicht nur bei den neuen Corona-Hilfen den Durchblick hast, sondern auch bei Deinem Business Banking klare Sicht hast, haben wir mit Penta einfaches Business Banking und ein digitales Geschäftskonto für die digitale Welt entwickelt.

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