Wie lange dauert eine Überweisung?

Yasmin
Yasmin Juli 2022 Content Editor 6 Min

Inhaltsverzeichnis

Im Geschäftsleben kommt es darauf an, dass Gelder rechtzeitig auf dem Konto Deiner Lieferanten, Dienstleistern, Geschäftspartnern, Banken oder Deinen Angestellten ankommen. Um die pünktliche Zahlung zu gewährleisten und Zinsen für Verzug zu vermeiden, musst Du die unterschiedlichen Regelungen kennen, wie lange eine Überweisung dauert.

Die Dauer einer beleglosen Überweisung innerhalb der EU regelt die EU-Zahlungsdiensterichtlinie oder PSD2 (Payment Service Directive). Grundlage für die Umsetzung in Deutschland bildet § 675s des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zur Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge.

Dauer einer Überweisung im Überblick

Seit dem 1. Januar 2012 gelten folgende Fristen zur Ausführung von Überweisungen:

  • Online-Überweisungen in Euro innerhalb des EWR: 1 Bankarbeitstag
  • Beleghafte Überweisungen in Euro: 2 Bankarbeitstage
  • Online-Überweisungen innerhalb des EWR, die nicht in Euro erfolgen: 4 Bankarbeitstage
  • Beleghafte Überweisungen, die nicht in Euro erfolgen: 5 Bankarbeitstage
  • Für Überweisungen außerhalb des EWR gelten keine Fristen

Dauer einer Überweisung: Für welche Transaktionen gelten die Regeln?

Die Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge gilt für alle Transaktionen, bei denen Geld von einem Konto auf ein anderes Konto überwiesen wird. Hierzu zählen:

Wie lange dauern Überweisungen?

Bis 2012 durfte der Geldtransfer vom Konto des Absenders bis zum Konto des Empfängers noch bis zu einer Woche dauern. Mit der Umsetzung der EU-Zahlungsdiensterichtlinie in deutsches Recht wurden auch die Regelungen über die Ausführungsfristen für Überweisungen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) neu festgelegt.

Seit dem 1. Januar 2012 gibt es klare Regelungen, die die Dauer einer Überweisung im Onlinebanking sowie mit Überweisungsvordrucken deutlich verringern. 

  • Beleglose Überweisungen, also Online-Überweisungen, dürfen nur noch maximal einen Bankarbeitstag dauern. 
  • Beleghafte Überweisungen, also Überweisungen mit einem Überweisungsvordruck aus Papier, sind für Banken mit einem höheren Verwaltungsaufwand verbunden. Sie werden gesammelt und zu einem bestimmten Zeitpunkt von einem Bankangestellten in das System übertragen. Aufgrund dieses erhöhten Aufwands gelten für beleghafte Überweisungen längere Fristen. Hier haben die Banken bis zu zwei Bankarbeitstage Zeit für die Ausführung. 

Diese Regelungen für die Dauer einer Banküberweisung gelten einheitlich im Inland sowie für alle Zahlungen in Euro innerhalb des gesamten SEPA-Raumes.

Dieser sogenannte einheitliche EU-Zahlungsverkehrsraum umfasst alle Länder, deren Währung der Euro ist. Hierzu zählen neben den EU-Staaten auch die Länder Andorra, Island, Liechtenstein, San Marino, Monaco, Norwegen, die Schweiz und der Vatikanstaat.

Dauer Überweisung: Daueraufträge

Daueraufträge, die innerhalb des SEPA-Raums in Euro ausgeführt werden, werden wie Überweisungen und Lastschriften behandelt. Auch hier gilt für die Dauer einer Überweisung die Frist von einem Bankarbeitstag. Da Du als Bankkunde Deine Daueraufträge selbst einrichtest, musst Du diese Frist dabei ebenfalls berücksichtigen, damit Dein Geld pünktlich dem Konto des Empfängers gut geschrieben werden kann.

Zahlungsdienstleister sind verpflichtet, diese Fristen einzuhalten und dürfen nicht zum Nachteil ihrer Kunden von ihnen abweichen. Für die Banken heißt das, dass sie als Zahlungsdienstleister des Kunden, der einen Auftrag erteilt, den fristgerechten Eingang des Überweisungsbetrags beim Zahlungsdienstleister des Überweisungsempfängers sicherstellen muss. Schließlich verlassen Kunden sich bei ihren Bankgeschäften auf diese Fristen und weisen Gelder so an, dass sie rechtzeitig beim Empfänger ankommen.

Auf der anderen Seite ist die Bank des Überweisungsempfängers grundsätzlich verpflichtet, den überwiesenen Geldbetrag umgehend dem Konto des Zahlungsempfängers gutzuschreiben.

Optionen für schnelle Überweisungen

Die Frist von nur einem Bankarbeitstag ist im Vergleich zu früher sehr schnell. Allerdings muss es manchmal einfach noch schneller gehen. Wenn Du keinen Tag Zeit, bis das Geld auf dem Geschäftskonto eines Empfängers ankommen muss, kannst Du auf Echtzeitüberweisungen oder Blitzüberweisungen zurückgreifen.

Echtzeit-Überweisungen

Unter der Voraussetzung, dass Deine Bank und die Bank des Empfängers die Echtzeitüberweisung unterstützen, werden Gelder in Sekundenschnelle überwiesen und dem Empfängerkonto gutgeschrieben. Dieses Tempo ist möglich, da Online-Überweisungen beim sogenannten Instant Payment nicht gesammelt durchgeführt werden, sondern Gelder in Echtzeit übertragen werden. Entsprechend sind Instant-Payment-Diensten wie PayPal insbesondere im Onlinehandel aufgrund der verkürzten Dauer für Überweisungen sehr beliebt.

Blitzüberweisung

Bei der Blitzüberweisung muss der Empfänger nur wenige Stunden auf sein Geld warten. Die tatsächliche Dauer der Überweisung hängt von der jeweiligen Bank ab. Im Gegensatz zur Echtzeitüberweisung kannst Du mit der Blitzüberweisung nicht nur online Geld überweisen, sondern auch den Vordruck Deiner Bank in der Filiale nutzen. In der Regel lassen sich Banken diesen Service mit einer Gebühr zwischen 5 und 25 € allerdings teuer bezahlen. 

Wie lange dauert eine Überweisung ins Ausland?

Die Dauer für eine Überweisung in das EU-Ausland ist ebenfalls geregelt und beträgt maximal einen Bankarbeitstag. Voraussetzung für diese Frist ist, dass der Geldbetrag auf dem Empfängerkonto in Euro ankommt. 

Die Frist gilt entsprechend nicht für Überweisungen in einer Fremdwährung. Innerhalb des SEPA-Raums müssen Banken den überwiesenen Betrag innerhalb von vier Bankarbeitstagen auf dem Konto des Zahlungsempfängers gutschreiben.

Auslandsüberweisungen in Drittstaaten außerhalb der EU sind nicht gesetzlich geregelt. Hier gibt es keine Fristen, wie lange eine Überweisung dauert bzw. wie lange es dauert, bis das Geld auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben wird. Besonders viel Zeit musst Du für Überweisungen in ungewöhnlichen Währungen einplanen. Diese Gelder können bis zu 14 Tage unterwegs sein. 

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Überweisung: Dauer am Wochenende und an Feiertagen

Wenn bei den Fristen von Arbeitstagen die Rede ist, sind die Bankarbeitstage gemeint. Ein Bankarbeitstag ist ein Arbeitstag, an dem Kreditinstitute weltweit für den Publikumsverkehr geöffnet sind. Diese Tage weichen von den herkömmlichen Werktagen ab und umfassen nur den Zeitraum von Montag bis Freitag. An diesen Tagen wird auch der bargeldlose Zahlungsverkehr abgewickelt. 

Im Gegensatz dazu werden Zahlungen am Wochenende sowie an den Bankfeiertagen nicht bearbeitet. Regionale Feiertage gelten nicht als Bankfeiertage und werden entsprechend nicht berücksichtigt. 

Zu den Bankfeiertagen, die in Deutschland gelten, zählen:

  • Neujahr (1. Januar)
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • Tag der Arbeit (1. Mai)
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober)
  • Heiligabend (24. Dezember)
  • 1. Weihnachtsfeiertag (25. Dezember)
  • 2. Weihnachtsfeiertag (26. Dezember)
  • Silvester (31. Dezember)

Hat die Bankfiliale geschlossen, kannst Du keine beleghaften Überweisungen tätigen. Bargeldlose Zahlungsvorgänge wie die Online-Überweisung werden jedoch trotzdem bearbeitet. Das heißt: 

  • Online-Überweisungen oder Überweisungen am Terminal Deiner Bank, die Du an einem Samstag tätigst, werden erst am Montag ausgeführt.
  • Beleglose Überweisungen, die Du an einem Bankfeiertag tätigst werden, werden erst am nächsten Bankarbeitstag ausgeführt. 

Fazit: Wie lange dauert eine Überweisung?

Mit Einführung der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 hat sich die Dauer für Überweisungen erheblich verkürzt. Seit Januar 2012 beträgt die Frist für die Dauer, um Geld online zu in Euro innerhalb des EWR zu überweisen nur noch einen Bankarbeitstag. Für die Ausführung beleghafter Überweisungen haben Zahlungsdienstleister zwei Bankarbeitstage Zeit. Überweisungen innerhalb des EWR, die nicht in Euro erfolgen, werden innerhalb von 4 bis 5 Bankarbeitstagen ausgeführt. Dagegen gelten für Überweisungen außerhalb des EWR keine Fristen. 

Zahlungsdienstleister sind verpflichtet, diese Fristen einzuhalten und müssen den fristgerechten Eingang des Überweisungsbetrags beim Zahlungsdienstleister des Überweisungsempfängers sicherstellen. Allerdings müssen Kunden bei diesen Fristen den Annahmeschluss sowie die Bankenfeiertage berücksichtigen und ihre Überweisungsaufträge entsprechend rechtzeitig aufgeben.

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FAQ – Wie lange dauert eine Überweisung?

Die Dauer einer Überweisung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

  1. Handelt es sich um einen beleghafte oder eine. Beleglose Überweisung? Zu den beleglosen Überweisungen zählen die Online-Überweisung, Daueraufträge, Lastschriften, Sammelüberweisungen und Einzelüberweisungen.
  2. Wird Geld im Inland oder in das EU-Ausland in Euro, in das EU-Ausland in einer Fremdwährung oder in Drittstaaten überwiesen?
  3. Bankarbeitstage und Bankfeiertage: Beleglose Überweisungen, die am Wochenende getätigt werden, werden erst am Montag ausgeführt. Beleglose Überweisungen, die an einem Bankfeiertag getätigt werden, werden erst am nächsten Bankarbeitstag ausgeführt.

Damit Deine Überweisung fristgerecht ausgeführt wird, musst neben der Art der Überweisung und dem Tag der Überweisung auch die Uhrzeit der Überweisung beachten. Hier gilt der sogenannte Annahmeschluss, auch Cut-off-Zeitpunkt genannt. Das heißt, jede Bank ist verpflichtet, an Bankarbeitstagen die Annahme von Überweisungsaufträgen bis mindestens 14:00 Uhr zu gewährleisten. Je nach Bank kann der Annahmeschluss variieren. Direktbanken nehmen Überweisungen in der Regel länger an. Üblich ist der Annahmeschluss zwischen 14:00 und 20:00 Uhr.

Annahmeschluss für ausgewählte Banken:

  • Berliner Sparkasse: 19:30 Uhr
  • Comdirect: 18:00 Uhr
  • Commerzbank: 17:00 Uhr
  • Deutsche Bank: 16:00 Uhr
  • Hypovereinsbank: 17:00 Uhr
  • ING: 18:00 Uhr
  • Postbank: 14:00 Uhr
  • Solarisbank: 14:00 Uhr
  • Sparda Bank: 19:30 Uhr
  • Targo Bank: 20:15 Uhr

Hältst Du Dich an diese Frist, werden alle Überweisungen, die Du bis zum Annahmeschluss Deiner Bank tätigst, innerhalb der gesetzlichen Frist von einem Bankarbeitstag gebucht und Dein Geld ist spätestens am nächsten Werktag beim Empfänger.

Kommt eine Überweisung nicht innerhalb des nächsten Bankarbeitstages auf dem Empfängerkonto an, kann es daran liegen, dass der Annahmeschluss für Überweisungen verstrichen ist. Verpasst Du den Cut-off-Zeitpunkt, muss Deine Bank Deine Überweisung nicht mehr an diesen Werktag durchführen, sondern kann ihn erst am nächsten Tag bearbeiten.

Informiere Dich daher über den Annahmeschluss Deiner Bank. Angaben zum Annahmeschluss findest Du in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder in den Sonderbedingungen für den Zahlungsverkehr Deines Zahlungsdienstleisters.

Online-Überweisungen zählen zu den beleglosen Überweisungen und dürfen maximal einen Bankarbeitstag dauern. Diese Regelung gilt einheitlich im Inland sowie für alle Zahlungen in Euro innerhalb des gesamten SEPA-Raumes.

Online-Überweisungen innerhalb des EU-Raumes in Fremdwährungen dauern bis zu vier Bankarbeitstage.

Online-Überweisungen in Drittstaaten können bis zu 14 Tage dauern.

Die Überweisung am Automaten einer Bank gilt als beleglose Überweisung und dauert in der Regel maximal einen Bankarbeitstag. Die Überweisung kann sich verzögern, sofern der Annahmeschluss nicht beachtet wird, die Überweisung am Wochenende oder einem Bankarbeitstag beauftragt wird oder in einer Fremdwährung ausgeführt werden soll.

Der Dauerauftrag zählt ebenfalls zu den beleglosen Überweisungen und darf maximal einen Bankarbeitstag dauern. Diese Regelung gilt einheitlich im Inland sowie für alle Zahlungen in Euro innerhalb des gesamten SEPA-Raumes. Die Ausführung des Dauerauftrags kann entsprechend länger dauern, wenn das Ausführungsdatum auf einen Bankfeiertag fällt. Bei Daueraufträgen in Fremdwährung muss der Kunde bei der Einrichtung die längere Dauer berücksichtigen.

Die Sparkasse ist an die Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge gebunden. Es gelten die entsprechenden Regelungen für beleghafte und beleglose Überweisungen.

Die Volksbank ist ebenfalls an die Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge gebunden. Auch hier gelten die entsprechenden Regelungen für beleghafte und beleglose Überweisungen.

Wie die Sparkasse und die Volksbank ist auch die Postbank an die Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge gebunden und muss sich an die entsprechenden Regelungen für beleghafte und beleglose Überweisungen halten.

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