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Dauer einer Überweisung: Welche Fristen gibt es?

Yasmin
Yasmin März 2021 8 Min

Inhaltsverzeichnis

Im Geschäftsleben kommt es darauf an, dass Gelder rechtzeitig auf dem Konto Deiner Lieferanten, Dienstleistern, Geschäftspartnern, Banken oder Deinen Angestellten ankommen. Um die pünktliche Zahlung zu gewährleisten und Zinsen für Verzug zu vermeiden, musst Du die unterschiedlichen Regelungen für die Dauer von Überweisungen kennen. Die Dauer einer beleglosen Überweisung innerhalb der EU regelt die EU-Zahlungsdiensterichtlinie oder PSD2 (Payment Service Directive). Grundlage für die Umsetzung in Deutschland bildet § 675s des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zur Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge.

Für welche Transaktionen gelten die Regeln?

Die Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge gilt für alle Vorgänge, bei denen Geld von einem Konto auf ein anderes Konto überwiesen wird. Hierzu zählen:

Unterschied beleglose und beleghafte Überweisungen

Du kannst Überweisungen online oder am Kundenterminal Deiner Bank tätigen. In diesem Fall spricht man von beleglosen Überweisungen. Im Gegensatz dazu füllst Du bei der beleghaften Überweisung einen Vordruck Deiner Bank aus und gibst ihn dort ab. Die Angaben auf dem Überweisungsformular werden anschließend von einem Bankangestellten in das System eingegeben.

Wie lange dauert eine Überweisung?

Bis 2012 durfte der Geldtransfer vom Konto des Absenders bis zum Konto des Empfängers noch bis zu einer Woche dauern. Mit der Umsetzung der EU-Zahlungsdiensterichtlinie in deutsches Recht wurden auch die Regelungen über die Ausführungsfristen für Überweisungen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) neu festgelegt. Seit dem 1. Januar 2012 gibt es klare Regelungen, die die Dauer einer Überweisung im Onlinebanking sowie mit Überweisungsvordrucken deutlich verringern. Beleglose, also Online-Überweisungen, dürfen nur noch maximal einen Bankarbeitstag dauern. 

Beleghafte Überweisungen, also Überweisungen mit einem Überweisungsvordruck aus Papier, sind für Banken mit einem höheren Verwaltungsaufwand verbunden. Sie werden gesammelt und zu einem bestimmten Zeitpunkt von einem Bankangestellten in das System übertragen. Aufgrund dieses erhöhten Aufwands gelten für beleghafte Überweisungen längere Fristen. Hier haben die Banken bis zu zwei Bankarbeitstage Zeit für die Ausführung. 

Diese Regelungen für die Dauer einer Überweisung gelten einheitlich im Inland sowie für alle Zahlungen in Euro innerhalb des gesamten SEPA-Raumes. Dieser sogenannte einheitliche EU-Zahlungsverkehrsraum umfasst alle Länder, deren Währung der Euro ist. Hierzu zählen neben den EU-Staaten auch die Länder Andorra, Island, Liechtenstein, San Marino, Monaco, Norwegen, die Schweiz und der Vatikanstaat.

Zahlungsdienstleister sind verpflichtet, diese Fristen einzuhalten und dürfen nicht zum Nachteil ihrer Kunden von ihnen abweichen. Für die Banken heißt das, dass sie als Zahlungsdienstleister des Kunden, der einen Auftrag erteilt, den fristgerechten Eingang des Überweisungsbetrags beim Zahlungsdienstleister des Überweisungsempfängers sicherstellen muss. Schließlich verlassen Kunden sich bei ihren Bankgeschäften auf diese Fristen und weisen Gelder so an, dass sie rechtzeitig beim Empfänger ankommen. Auf der anderen Seite ist die Bank des Überweisungsempfängers grundsätzlich verpflichtet, den überwiesenen Geldbetrag umgehend dem Konto des Zahlungsempfängers gutzuschreiben.

Dauer Überweisung: Daueraufträge

Daueraufträge, die innerhalb des SEPA-Raums in Euro ausgeführt werden, werden wie Überweisungen und Lastschriften behandelt. Auch hier gilt für die Dauer einer Überweisung die Frist von einem Bankarbeitstag. Da Du als Bankkunde Deine Daueraufträge selbst einrichtest, musst Du diese Frist dabei ebenfalls berücksichtigen, damit Dein Geld pünktlich dem Konto des Empfängers gut geschrieben werden kann.

Dauer Überweisung: Auslandsüberweisungen 

Die Dauer für eine Überweisung in das EU-Ausland ist ebenfalls geregelt und beträgt maximal einen Bankarbeitstag. Voraussetzung für diese Frist ist, dass der Geldbetrag auf dem Empfängerkonto in Euro ankommt. Diese Frist gilt nicht für Überweisungen in einer Fremdwährung. Innerhalb des SEPA-Raums müssen Banken den überwiesenen Betrag innerhalb von vier Bankarbeitstagen auf dem Konto des Zahlungsempfängers gutschreiben.

Auslandsüberweisungen in Drittstaaten außerhalb der EU sind nicht gesetzlich geregelt. Hier gibt es keine Fristen, wie lange es dauern darf, bis Geld auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben wird. Besonders viel Zeit musst Du für Überweisungen in ungewöhnlichen Währungen einplanen. Diese Gelder können bis zu 14 Tage unterwegs sein. 

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Bankarbeitstage

Wenn bei den Fristen von Arbeitstagen die Rede ist, sind die Bankarbeitstage gemeint. Ein Bankarbeitstag ist ein Arbeitstag, an dem Kreditinstitute weltweit für den Publikumsverkehr geöffnet sind. Diese Tage weichen von den herkömmlichen Werktagen ab und umfassen nur den Zeitraum von Montag bis Freitag. An diesen Tagen wird auch der bargeldlose Zahlungsverkehr abgewickelt. Im Gegensatz dazu werden Zahlungen am Wochenende sowie an den Bankfeiertagen nicht bearbeitet. Regionale Feiertage gelten nicht als Bankfeiertage und werden entsprechend nicht berücksichtigt. Die Bankfilialen haben geschlossen. Das heißt, Du kannst keine beleghaften Überweisungen tätigen. Bargeldlose Zahlungsvorgänge wie die Online-Überweisung werden jedoch trotzdem bearbeitet. Das heißt: 

  • Online-Überweisungen oder Überweisungen am Terminal Deiner Bank, die Du an einem Samstag tätigst, werden erst am Montag ausgeführt.
  • Beleglose Überweisungen, die Du an einem Bankfeiertag tätigst werden, werden erst am nächsten Bankarbeitstag ausgeführt. 

Zu den Bankfeiertagen, die in Deutschland gelten, zählen:

  • Neujahr (1. Januar)
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • Tag der Arbeit (1. Mai)
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober)
  • Heiligabend (24. Dezember)
  • 1. Weihnachtsfeiertag (25. Dezember)
  • 2. Weihnachtsfeiertag (26. Dezember)
  • Silvester (31. Dezember)

Annahmeschluss für Überweisungen

Damit Deine Überweisung fristgerecht ausgeführt wird, musst neben der Art der Überweisung und dem Tag der Überweisung auch die Uhrzeit der Überweisung beachten. Hier gilt der sogenannte Annahmeschluss, auch Cut-off-Zeitpunkt genannt. Das heißt, jede Bank ist verpflichtet, an Bankarbeitstagen die Annahme von Überweisungsaufträgen bis mindestens 14:00 Uhr zu gewährleisten. Je nach Bank kann der Annahmeschluss variieren. Direktbanken nehmen Überweisungen in der Regel länger an. Üblich ist der Annahmeschluss zwischen 14:00 und 20:00 Uhr.

Annahmeschluss für ausgewählte Banken:

  • Berliner Sparkasse: 19:30 Uhr 
  • Comdirect: 18:00 Uhr
  • Commerzbank: 17:00 Uhr
  • Deutsche Bank: 16:00 Uhr
  • Hypovereinsbank: 17:00 Uhr
  • ING: 18:00 Uhr
  • Postbank: 14:00 Uhr
  • Solarisbank: 14:00 Uhr
  • Sparda Bank: 19:30 Uhr
  • Targo Bank: 20:15 Uhr

Kommt eine Überweisung nicht innerhalb des nächsten Bankarbeitstages auf dem Empfängerkonto an, kann es daran liegen, dass der Annahmeschluss für Überweisungen verstrichen ist. Verpasst Du den Cut-off-Zeitpunkt, muss Deine Bank Deine Überweisung nicht mehr an diesen Werktag durchführen, sondern kann ihn erst am nächsten Tag bearbeiten. Informiere Dich daher über den Annahmeschluss Deiner Bank. Angaben zum Annahmeschluss findest Du in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder in den Sonderbedingungen für den Zahlungsverkehr Deines Zahlungsdienstleisters. Hältst Du Dich an diese Frist, werden alle Überweisungen, die Du bis zum Annahmeschluss Deiner Bank tätigst, innerhalb der gesetzlichen Frist von einem Bankarbeitstag gebucht und Dein Geld ist spätestens am nächsten Werktag beim Empfänger. 

Wenn es einmal besonders schnell gehen muss

Die Frist von nur einem Bankarbeitstag ist im Vergleich zu früher sehr schnell. Allerdings muss es manchmal einfach noch schneller gehen. Wenn Du keinen Tag Zeit, bis das Geld auf dem Geschäftskonto eines Empfängers ankommen muss, kannst Du auf Echtzeitüberweisungen oder Blitzüberweisungen zurückgreifen. 

Echtzeitüberweisungen 

Unter der Voraussetzung, dass Deine Bank und die Bank des Empfängers die Echtzeitüberweisung unterstützen, werden Gelder in Sekundenschnelle überwiesen und dem Empfängerkonto gutgeschrieben. Dieses Tempo ist möglich, da Online-Überweisungen beim sogenannten Instant Payment nicht gesammelt durchgeführt werden, sondern Gelder in Echtzeit übertragen werden. Entsprechend sind Instant-Payment-Diensten wie Paypal insbesondere im Onlinehandel aufgrund der verkürzten Dauer für Überweisungen sehr beliebt.

Blitzüberweisung 

Bei der Blitzüberweisung muss der Empfänger nur wenige Stunden auf sein Geld warten. Die tatsächliche Dauer der Überweisung hängt von der jeweiligen Bank ab. Im Gegensatz zur Echtzeitüberweisung kannst Du mit der Blitzüberweisung nicht nur online Geld überweisen, sondern auch den Vordruck Deiner Bank in der Filiale nutzen. In der Regel lassen sich Banken diesen Service mit einer Gebühr zwischen fünf und 25 Euro allerdings teuer bezahlen. 

Vor- und Nachteile von schnellen Überweisungen

Ingesamt hat die verkürzte Dauer für eine Überweisung einen positiven Einfluss auf den Zahlungsverkehr. Insbesondere im Onlinehandel ergeben sich große Vorteile: Das Geld ist schneller beim Verkäufer. Entsprechend erhält der Käufer seine Ware ebenfalls in einem kürzeren Zeitraum. Allerdings solltest Du beim Ausfüllen der Überweisung sorgfältig auf die Richtigkeit der Empfängerdaten achten. Bemerkst Du beispielsweise einen Zahlendreher in der IBAN (International Bank Account Number) oder dem BIC (Bank Identifier Code) und willst eine Überweisung widerrufen, musst Du aufgrund der verkürzten Überweisungsdauer sehr schnell reagieren. Hat Deine Bank die Überweisung bereits ausgeführt, wird es schwieriger, Dein Geld zurückzuholen.

Dauer einer Überweisung: Auf einen Blick

Seit dem 1. Januar 2012 gelten für Zahlungsdienstleister folgende Fristen zur Ausführung von Überweisungen ihrer Kunden:

  • Online-Überweisungen in Euro innerhalb des EWR: 1 Bankarbeitstag
  • Beleghafte Überweisungen in Euro: 2 Bankarbeitstage
  • Online-Überweisungen innerhalb des EWR, die nicht in Euro erfolgen: 4 Bankarbeitstage
  • Beleghafte Überweisungen, die nicht in Euro erfolgen: 5 Bankarbeitstage
  • Für Überweisungen außerhalb des EWR gelten keine Fristen
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