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UG gründen: Was Du über diese Rechtsform und ihre Gründung wissen musst

Lukas Zoerner
Lukas Zoerner Juni 2021 16 Min

Inhaltsverzeichnis

Bevor Du Deine Geschäftsidee umsetzt und ein Unternehmen gründest, solltest Du Dich mit den möglichen Rechtsformen beschäftigen. Womöglich eignet sich die Rechtsform der UG für Dein Vorhaben. Alle wichtigen Informationen und Voraussetzungen, um eine UG gründen zu können, findest Du in diesem Artikel. Wir möchten Dich dabei unterstützen, die ideale Rechtsform für Dein Unternehmen und Dein Vorhaben zu finden. Unabhängig davon, ob Du Dich letztendlich für die Rechtsform der UG entscheidest. Falls Du noch unschlüssig bist, welche die beste Unternehmensform für Deine Geschäftsidee ist, kannst Du in unserer Übersicht zu allen Rechtsformen in Deutschland mehr darüber lesen:

Hast Du womöglich über die Gründung einer Unternehmergesellschaft nachgedacht? Nachfolgend informieren wir Dich umfassend über die Rechtsform der UG.

Was ist eine UG?

Eine Unternehmergesellschaft (Abkürzung UG) ist eine Sonderform der GmbH, die 2008 in Deutschland eingeführt wurde. Beide Rechtsformen gelten als Kapitalgesellschaften mit beschränkter Haftung und gleichen sich in vielen Punkten. Der wohl wichtigste Unterschied für Gründer: Bei einer GmbH benötigst Du ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro. Beim Gründen einer UG ist nur ein Stammkapital von einem Euro notwendig. Daher wird die UG auch als kleine GmbH, Mini-GmbH oder 1-Euro-GmbH bezeichnet. Eine Mini-GmbH in Deutschland zu gründen, ist eine kostengünstige Variante, um Unternehmer zu werden und um einen schnellen Einstieg in die Selbstständigkeit zu ermöglichen, ohne das Risiko einer GmbH zu tragen.

Wer darf eine UG gründen?

Wer sich selbstständig machen will, steht nicht nur vor der Frage, womit er sich selbstständig macht, sondern auch, wie man ein Unternehmen gründet und in welcher Rechtsform. Prinzipiell darf jeder Unternehmer eine Firma als UG gründen. Dabei ist es nicht relevant, womit Du Dich selbstständig machst. Wie viele Gesellschafter für eine UG-Gründung nötig sind, ist gesetzlich nicht festgelegt. Du kannst Dein eigenes Unternehmen sowohl als Einzelperson als auch gemeinsam mit Partnern gründen.

UG-Haftung

Die UG bietet Gründern eine gute Möglichkeit, ohne viel Stammkapital zu gründen und gleichzeitig die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen zu beschränken. Für die UG-Gesellschafter gelten die gleichen Haftungsregeln wie für die Gesellschafter einer GmbH. Gegenüber Gläubigern haftet die UG nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Die Gesellschafter haften nur in Ausnahmefällen mit ihrem privaten Vermögen. So haften sie beispielsweise privat 

  • für persönliche Kredite oder Bürgschaften
  • beim Vorliegen strafrechtlich relevanter Handlungen
  • bei Verstößen gegen die Regeln über das GmbH-Kapital 
  • bei der Durchgriffshaftung (z. B. bei Vermögensvermischung oder Unterkapitalisierung)

Gleichzeitig bringen die Haftungsregelungen verschiedene Pflichten mit sich. Dazu gehört beispielsweise die Insolvenzantragspflicht. Das heißt, im Fall einer drohenden Insolvenz muss die UG innerhalb bestimmter Fristen Antrag auf Regelinsolvenz stellen. Die Insolvenzverschleppung stellt eine Verletzung der Regeln dar, ist strafbar und Gesellschafter haften in diesem Fall persönlich. 

Gewinnausschüttung in der UG

Die Gewinne einer UG dürfen nicht in voller Höhe ausgeschüttet werden. Das Unternehmen ist dazu verpflichtet, 25 Prozent ihrer Gewinne zurückzubehalten. Dieses Geld fließt in eine gesetzliche Rücklage, bis ein Mindeststammkapital von 25.000 Euro erreicht ist. Eine zeitliche Vorgabe für die Ansparpflicht gibt es nicht. Erzielt die UG keine Gewinne, fließen entsprechend auch keine Gelder in die Rücklage. Auf der anderen Seite ist eine verdeckte Gewinnausschüttung – beispielsweise durch eine unangemessene Erhöhung des Gehalts des Geschäftsführers – strafbar. Ist die Ansparsumme erreicht, müssen keine Gewinne mehr zurückgehalten werden. Die Gründer einer UG haben dann die Wahl, die UG in eine GmbH umzufirmieren oder sie weiterhin als UG zu führen.  

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Buchhaltung in der UG

Als Variante der GmbH gelten auch für die UG die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB) in Bezug auf die ordnungsgemäße Buchführung. Das bedeutet, die UG ist gesetzlich zur doppelten Buchführung inklusive der Erstellung einer Jahresbilanz verpflichtet.

Welche Steuerarten sind für die UG-Gründung relevant?

Die UG ist eine Kapitalgesellschaft. Entsprechend muss sie die Körperschaftsteuer entrichten. Sie ist zudem gewerbesteuer- und umsatzsteuerpflichtig. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und sich von der Zahlung der Umsatzsteuer befreien lassen. Auf Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter wird Kapitalertragsteuer fällig.

Name der UG

Bei der Wahl des Firmennamens sind Du und Deine Gesellschafter beim Gründen einer UG vergleichsweise frei. Er kann eine Personen-, Sach- oder Fantasienamen haben. Entscheiden ist, dass der Zusatz „UG (haftungsbeschränkt)“ im Namen geführt wird.

UG gründen: Unterschied zur GmbH?

Sowohl die Gesellschaftsform UG als auch die GmbH gelten als Kapitalgesellschaften mit beschränkter Haftung und gleichen sich in vielen Punkten. Der wohl wichtigste Unterschied für Gründer liegt in der Höhe des Stammkapitals. Ein weiterer Unterschied ist, dass 25 Prozent des Jahresgewinns als Rücklage zurückbehalten werden müssen. Hat diese Rücklage eine Höhe von mindestens 25.000 Euro erreicht, kann die UG in eine GmbH umgewandelt werden.

Umwandlung der UG in eine GmbH

Vor der UG-Umwandlung in eine GmbH muss die Bilanz der UG durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft werden. Gegebenenfalls werden auch Änderungen in der Satzung notwendig. Da hierbei zusätzliche Kosten entstehen, solltest Du vor Gründung der Unternehmensform UG genau prüfen, ob nicht die Gründung einer GmbH von vornherein sinnvoller ist.

Darüber hinaus muss eine Unternehmergesellschaft den Zusatz „UG (haftungsbeschränkt)“ im Firmennamen tragen.

UG gründen: Welche Vorteile bietet die Unternehmergesellschaft?

Die Rechtsform UG hat ihre Vorteile und ihre Nachteile. Warum Du eine UG gründen solltest, hat viele gute Gründe. Eine Unternehmensgründung als UG eignet sich für alle Tätigkeiten, Dienstleistungen und Gewerbeformen. Sie kann von einer Einzelperson gegründet werden, die automatisch als Geschäftsführer der UG eintritt. Die mögliche Anzahl der Gesellschafter ist grundsätzlich nicht beschränkt. Ist eine Einzelperson Geschäftsführer einer UG, kann er zum Angestellten des eigenen Unternehmens werden und sich monatlich ein festes Gehalt auszahlen. Der Vorteil: Die Kosten für das Gehalt des Geschäftsführers können als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Damit verringerst Du den zu versteuernden Gewinn. Obwohl die Kosten für die Gründungsformalitäten der Unternehmergesellschaft vergleichsweise hoch sind, können sie bei Verwendung einer Mustersatzung und bei einer Mindesteinlage von nur einem Euro geringer ausfallen als bei Gründung einer Personengesellschaft.

Weitere Vorteile der UG-Gründung sind:

  • Durch die UG-Gründung entsteht eine juristische Person. Damit steht bei der UGHaftung nicht der Gründer als Einzelperson, sondern die Firma im Vordergrund. Die UG-Haftung ist auf das Vermögen der UG beschränkt. Haftungsbeschränkt bedeutet, dass das Privatvermögen der Geschäftsführung unberührt bleibt.
  • Als juristische Person unterliegt die UG der Zahlung der Körperschaftsteuer. Damit sind die Steuersätze meist günstiger im Vergleich zur Einkommensteuer bei natürlichen Personen.
  • Formell sind Gründung und Abwicklung der Rechtsform UG im Vergleich zur Gründung einer Aktiengesellschaft (AG) weniger aufwendig und komplex.
  • Die Gesellschafter können ihre Anteile einer Unternehmergesellschaft unkompliziert verkaufen.
  • Wer keinen Wohnsitz in Deutschland hat, kann ebenfalls eine UG gründen, solange der Unternehmenssitz in Deutschland liegt und es über eine Geschäftsadresse in Deutschland verfügt.  

UG gründen: Welche Nachteile hat die Rechtsform der Unternehmergesellschaft?

Eine UG zu gründen, erweist sich häufig als gute Alternative für Gründer, denen Eigenkapital für das Stammkapital fehlt und die kein Fremdkapital aufnehmen möchten. Wer die eigene Firma als UG gründen möchte, sollte sich allerdings auch mit den Nachteilen dieser Rechtsform befassen:

  • Im Unterschied zur GmbH ist für die UG-Gründung nur ein UG-Stammkapital von einem Euro notwendig. Was bei UG-Gründung vorteilhaft ist, kann im normalen Geschäftsablauf zum Problem werden. Bei zu niedrig gewähltem Stammkapital drohen Überschuldung und Insolvenz der UG.
  • Eine Ansparpflicht sorgt dafür, dass die Gesellschafter die Überschüsse der GmbH nicht voll ausschütten können, solange der Ansparbetrag noch nicht erreicht ist. Ist die Ansparsumme erreicht, kann die UG in eine GmbH umgewandelt werden. Die Umwandlung passiert nicht automatisch und der Prozess dahinter ist aufwendig und mit Kosten verbunden.
  • Für die UG gelten die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB). Du bist deshalb gesetzlich zur doppelten Buchführung und der Erstellung einer Jahresbilanz verpflichtet.
  • Viele Vorgänge wie der Verkauf von UG-Gesellschaftsanteilen müssen notariell beglaubigt werden.
  • Die Gesellschafter müssen ihr privates Vermögen strikt von dem der UG trennen, um Folgen von verdeckter Gewinnausschüttung zu vermeiden. Bei Verletzung ihrer Pflichten werden sie strafrechtlich verfolgt.
  • Ansehen und Kreditwürdigkeit sind bei Banken, Lieferanten und Gläubigern im Vergleich zu anderen Rechtsformen eher gering. So bestehen diese Stakeholder oft auf selbstschuldnerische Bürgschaften des Gesellschafters. Das hebt den Vorteil der Haftungsbeschränkung in den meisten Fällen wieder auf.
  • Der Name der UG muss im Rechtsverkehr den Zusatz  „UG (haftungsbeschränkt“ tragen. In der UG-Gründungsphase trägt er den Zusatz „UG (haftungsbeschränkt) in Gründung (i. G.)“.
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Checkliste UG gründen: Welche Schritte sind notwendig?

Der Gründungsprozess einer UG gleicht dem der Gründung einer GmbH:

  • UG-Gesellschaftsvertrag erstellen
  • UG-Geschäftsführer auswählen
  • UG-Geschäftskonto eröffnen
  • Eintrag der UG ins Handelsregister
  • Anmeldungen der UG bei Gewerbe- und Finanzamt

Bevor Du Dich daran machst, den Gesellschaftsvertrag zu entwerfen, kläre bereits im Vorfeld der UG-Gründung die grundlegenden Fragen: Hier geht es beispielsweise darum, wie viel Stammkapital eingebracht werden soll, wie hoch die Eigenkapitalquote sein soll, wer das Unternehmen führen und unter welchem Namen die Gesellschaft firmieren soll oder wo sie ihren Sitz haben soll. Bei der Antwort auf diese Fragen ist ein detaillierter Businessplan hilfreich. 

Informiere Dich ebenfalls bereits frühzeitig darüber, ob Du für Deine Business bestimmte Genehmigungen benötigst und beantragen diese rechtzeitig bei den entsprechenden Stellen. Häufig musst Du mehrere Wochen einplanen und vermeidest so, dass der Gründungsprozess ins Stocken gerät.

Schritt 1: Gesellschaftsvertrag erstellen und notariell beglaubigen lassen

Der Gesellschaftsvertrag der UG muss zumindest folgende Angaben enthalten:

  • den Firmennamen
  • den Sitz der Gesellschaft
  • den Gegenstand der Unternehmung
  • das Stammkapital
  • der Gewinnverteilung der UG
  • dem vertretungsberechtigten Geschäftsführer sowie weiterer UG-Gesellschafter und ihrer Geschäftsanteile 

Achte darauf, dass der Firmenname den Zusatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ trägt. Dieser Zusatz ist verpflichtend und gibt Investoren, Geschäftspartner, Kunden oder Lieferanten Auskunft über die Rechtsform Deines Unternehmens. Darüber hinaus solltest Du im Vorfeld sicherstellen, dass Dein Firmenname nicht bereits vergeben ist.

Um doppelte Kosten für den Notar aufgrund falscher oder fehlender Angaben zu vermeiden und die Rechtssicherheit der Vereinbarungen zu garantieren, lasse den Vertrag am besten von Deinem Anwalt erstellen oder zumindest im Vorfeld von ihm überprüfen.

UG-Musterprotokoll

Als Alternative zum UG-Gesellschaftsvertrag kann auch ein UG-Musterprotokoll genutzt werden, um den Gründungsprozess zu vereinfachen und zu beschleunigen. Gleichzeitig kannst Du damit die Notarkosten senken. Allerdings kannst Du keine Anpassungen oder zusätzliche individuelle Regelungen im Musterprotokoll vornehmen. Außerdem darfst Du das Musterprotokoll nur verwenden, wenn Deine UG nicht mehr als drei Gesellschafter und nur einen Geschäftsführer hat.

Hast Du gemeinsam mit Deinen Mitgesellschaftern den Gesellschaftsvertrag erstellt, führt euch der erste Schritt zum Notar, um den Gesellschaftsvertrag beurkunden zu lassen. Bei diesem Termin müssen alle Gesellschafter anwesend sein. Um Notarkosten zu sparen, kann bei dieser Gelegenheit auch gleich der Geschäftsführer bestellt werden. 

Schritt 2: Geschäftskonto eröffnen

Um ein UG zu gründen und das Stammkapital im Gesellschaftsvertrag vereinbarte Stammkapital zu hinterlegen, benötigst Du ein Geschäftskonto für die UG. Bei der Kontoeröffnung legst Du den notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag vor. 

Die UG gilt erst mit Eintrag in das Handelsregister als rechtswirksam gegründet. Bis dahin besteht sie als eine Art Vorgesellschaft und firmiert bis zum Eintrag in das Handelsregister als UG in Gründung (UG i. G.). Beim Eröffnen des Geschäftskontos können sich dadurch bei traditionellen Banken Probleme ergeben.

Damit der Gründungsprozess reibungslos weiter laufen kann und es zu keinen unnötigen Verzögerungen kommt, bietet Penta Unternehmen bereits in der Gründungsphase ein Online Geschäftskonto an. Darüber hinaus erhalten UG-Gründer, wenn gewünscht fachkundige Unterstützung von qualifizierten Anwälten, Beratung und Hilfe bei der Suche nach einem Notar und Steuerberater sowie Vorlagen für Gründungsdokumente, Verträge und Rechnungen. So steht Dir nichts mehr im Wege, eine UG zu gründen.

Alles, was Du zur Eröffnung Deines UG-Geschäftskontos brauchst, sind die Kerndaten zu Deinem Unternehmen, die Gründungsurkunde mit dem Siegel des Notars, die Gesellschafterliste sowie die Personalausweise der gesetzlichen Vertreter. Die Eröffnung erfolgt rein digital: Du lädst die notwendigen Dokumente hoch, beantwortest einige gesetzlich vorgeschriebene Fragen und schon startet der Prozess zur persönlichen, videobasierten Identifikation aller Geschäftsführer. Dieser Prozess dauert nur wenige Minuten. Liegen alle Informationen vollständig vor, steht Dir Dein Online Geschäftskonto meist bereits am Tag der Anmeldung zur Verfügung.

Nach spätestens zehn Wochen musst Du aufgrund gesetzlicher Vorschriften allerdings einen Handelsregisterauszug vorlegen, um die temporäre Deaktivierung Deines Firmenkontos zu vermeiden.

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Schritt 3: UG im Handelsregister anmelden

Sobald Du das Stammkapital Deiner neuen UG Gesellschaft auf Dein Geschäftskonto überwiesen hast, kannst Du Deine UG offiziell im Handelsregister anmelden. Als Kapitalgesellschaft wird die UG in das Handelsregister Abteilung B (HRB) eingetragen. Der Antrag wird mithilfe eines Notars ausgefüllt, der ihn anschließend an das Amtsgericht weiterleitet. Da Du Stammkapital hinterlegen musst, benötigt er einen Kontoauszug Deines Geschäftskontos sowie den Einzahlungsbeleg. Nach einer Prüfung durch das Amtsgericht wird der Eintrag im Handelsregister im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gegeben.

Für den Handelsregistereintrag der UG werden eine Gebühr für die Eintragung beim jeweiligen Amtsgericht sowie Notarkosten fällig.

Schritt 4: Gewerbe anmelden

Jede selbstständige Tätigkeit, die auf eigenes finanzielles Risiko über einen längeren Zeitraum mit dem Ziel, Gewinne zu erwirtschaften, ausgeführt wird, gilt als Gewerbe und muss beim Gewerbeamt angemeldet werden. Die Anmeldung erfolgt im jeweiligen Gewerbe- und Ordnungsamt Deiner Stadt. Willst Du die Anmeldung persönlich erledigen, lass Dir einen Termin geben, um vor Ort einen Gewerbeschein auszufüllen. Diesen reichst Du zusammen mit dem Gesellschaftsvertrag ein. Mittlerweile hast Du aber auch die Möglichkeit, Dein Gewerbe online anzumelden.

Schritt 5: Steuernummer beantragen

In der Regel informiert das Gewerbeamt das Finanzamt über Neugründungen, damit Du eine Steuernummer für Dein Unternehmen erhältst. Um Zeit zu sparen, kannst Du diese alternativ auch selbst beantragen. Dazu gibts Du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung bei Deinem zuständigen Finanzamt ab.

Neben Finanz- und Gewerbeamt für die UG musst Du gegebenenfalls auch weitere Stellen wie Deine zuständige Berufsgenossenschaft oder die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK) informieren. Planst Du eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschäftigen, musst Du zudem eine Betriebsnummer bei der Agentur für Arbeit beantragen.

Die Dauer für das Gründen einer UG variiert. Plane für die Gründung einer UG ein paar Tagen bis wenige Wochen ein bis alle nötigen Prozesse durchlaufen sind.

UG gründen: Die Kosten bei der Gründung der Unternehmergesellschaft

Das Stammkapital zur UG-Gründung ist mit einem Euro sehr gering. Trotzdem musst Du beim Gründen einer UG realistisch mit Kosten in Höhe von mehreren Hundert Euro rechnen, um Dein Unternehmen an den Start zu bringen.

Die UG haftungsbeschränkt ist gesetzlich dazu verpflichtet, Gründungsdokumente notariell beglaubigen zu lassen. Die Höhe der Notarkosten regelt das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG).

Um eine UG zu gründen, solltest Du die folgenden Kosten Deiner Kalkulation berücksichtigen:

  • Anwaltskosten für die Prüfung des UG-Gesellschaftsvertrags: Du kannst alternativ ein Musterprotokoll UG nutzen, um die Kosten zu reduzieren.
  • Stammkapital UG: Hier bist Du ab einem Euro dabei.
  • Notarkosten: Die Gebühren sind abhängig von der Höhe des Stammkapitals, der Anzahl der UG-Gründer und der Art des Gesellschaftsvertrags. Wenn Du eine Mustersatzung verwendest, liegen die Notarkosten für die Handelsregisteranmeldung bei 30 Euro. Bei einer individuellen Satzung werden 62,50 Euro fällig. Eine Übersicht der Gebühren des Handelsregisterverfahrens findest Du beispielsweise bei der IHK Berlin.
  • Kosten für die Gewerbeanmeldung in Höhe von 30 Euro. Die Höhe der Kosten kann je nach Gewerbeamt variieren.
  • Gründungskosten UG für die Eröffnungsbilanz: Die Höhe der Kosten hängt davon ab, ob Du einen Steuerberater beauftragst oder die Bilanz alleine beispielsweise mit einer Software erstellst.
  • Gebühren für Dein UG-Geschäftskonto. Das Online Geschäftskonto von Penta gibt es bereits ab 9 Euro im Monat.
  • Der Mitgliedsbeitrag in der Industrie- und Handelskammer hängt von Gewerbeertrag und Deinem Umsatz ab.
  • Der Mitgliedsbeitrag der Handwerkskammer liegt für Kapitalgesellschaften etwa bei 375 Euro.

GmbH vs. UG gründen: eine kostengünstige Alternative

Als Gründer stehst Du vor der Frage, ob die UG oder die GmbH die passende Rechtsform für Dein Unternehmen ist. Die eingeschränkte Haftung und das geringe Stammkapital machen die UG gerade für Gründer zu einer guten Alternative zur GmbH. Allerdings kann der größte Vorteil der UG im weiteren Geschäftsverlauf schnell zum größten Nachteil werden. Bei zu niedrig gewähltem Stammkapital drohen Überschuldung und Insolvenz. Darüber hinaus ist das Ansehen bei Banken, Lieferanten und Gläubigern eher gering, falls Du eine UG gründest. Eine Ansparpflicht sorgt darüber hinaus dafür, dass die Überschüsse nicht voll ausgeschüttet werden können, solange der Ansparbetrag von 25.000 Euro noch nicht erreicht ist. Ist die Ansparsumme erreicht, muss die UG in eine GmbH umgewandelt werden. Entsprechend solltest Du gut überlegen, ob die Vorteile der UG tatsächlich überwiegen oder ob es sinnvoller ist, Dein Unternehmen gleich als GmbH zu gründen.


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Disclaimer

Diese Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und überprüft worden. Trotzdem möchten wir Dich darauf hinweisen, dass wir keine Haftung für Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit übernehmen können. Diese Informationen ersetzt im Zweifel keine rechtliche Beratung. Solltest Du also rechtliche beziehungsweise steuerrechtliche Fragen haben, wende Dich bitte an Deinen Anwalt oder Steuerberater.
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