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Unternehmenswert berechnen: Wie viel ist Deine Firma wert?

Yasmin
Yasmin Oktober 2021 5 Min

Inhaltsverzeichnis

Der Wert Deines Unternehmens spielt in unterschiedlichen Szenarien eine wichtige Rolle. Willst Du Dein Unternehmen beispielsweise verkaufen, dient Dir der Unternehmenswert als Basis für den Verkaufspreis. Willst Du Dir einen oder mehrere Mitgesellschafter:innen an Bord holen, dient er als Basis für den Wert der Anteile. Willst Du Dein Unternehmen vererben oder erbst Du selbst eine Firma, ist der Firmenwert für die Steuer relevant. Um den Unternehmenswert zu berechnen, gibt es mehrere Methoden, die unterschiedliche Faktoren berücksichtigen. 

Unterschiedliche Verfahren, um den Unternehmenswert zu berechnen

Es gibt unterschiedliche Methoden, um einzuschätzen, was ein Unternehmen wert ist. Je nach Verfahren dienen verschiedene konkrete Kennzahlen wie das EBIT, der Substanzwert oder der Ertrag eines Unternehmens dazu, den Firmenwert zu berechnen. Was Dein Unternehmen tatsächlich wert ist, hängt aber auch von immateriellen Werten ab. Hierzu zählen beispielsweise Deine Positionierung am Markt, das Alleinstellungsmerkmal (USP) Deines Unternehmens oder sein Entwicklungspotenzial. Am Ende gilt, dass Dein Unternehmen so viel wert ist, wie ein Käufer bereit ist, zu zahlen. Entsprechend spielt auch Dein Verhandlungsgeschick eine Rolle. 

Objektive Einschätzung

Während Unternehmensgründer beim Wert ihres Unternehmens vor Augen haben, wie viel Geld und Arbeit sie in den Aufbau investiert haben, richten Käufer ihr Augenmerk eher auf den Ertrag, den ein Unternehmen in der Zukunft erwirtschaften wird. Dadurch kommt es nicht selten zu unterschiedlichen Vorstellungen über den Wert eines Unternehmens.

Unternehmenswert im Ertragsverfahren berechnen

Das am häufigsten angewandte Verfahren, um den Wert eines Unternehmens zu berechnen, ist das Ertragswertverfahren. Bei diesem anerkannten Verfahren bemisst sich der Wert eines Unternehmens am Ertrag, also dem Überschuss, der künftig mit dem Unternehmen erzielt werden kann. Zur Berechnung wird der Durchschnitt der Erträge vor Steuern aus den letzten drei Jahren und den geschätzten Erträgen der kommenden drei Jahre durch den sogenannten Kapitalisierungszinssatz geteilt. Dieser Zins setzt sich aus dem Basiszins und dem Risikozuschlag zusammen:

  • der Basiszins gibt die Rendite einer risikofreien Alternativanlage an
  • der Risikozuschlag gibt die Differenz zwischen der erzielbaren höheren durchschnittlichen Rendite einer riskanten Anlage und dem Basiszins an

Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen liegt der Kapitalisierungszinsfuß zwischen 5 und 10 Prozent. 

Geht man von einem Ertrag von 250.000 Euro und einem Kapitalisierungszins von 10 Prozent aus, ergibt sich die folgende Formel:

Unternehmenswert = (250.000 x 100) / 10

Unser Beispielunternehmen wäre demnach 2,5 Millionen Euro Wert.

Vorbereitende Schritte

Um den Überschuss zu ermitteln, den Dein Unternehmen voraussichtlich erzielen wird, stellst Du zunächst eine Prognose auf Basis der bisherigen Entwicklung und einer Chancen-/Risiken-Analyse auf. Bei dieser Prognose betrachtest Du Dein Unternehmen in seinem Marktumfeld. Hinzu kommt eine langfristige Umsatz-, Kosten-, Ergebnis- und Investitionsplanung sowie die Ermittlung des Cashflows.

Vereinfachtes Ertragswertverfahren

Das vereinfachte Ertragswertverfahren wird vom Finanzamt angewandt, um die Höhe der Erbschaft- und Schenkungsteuer zu berechnen. Dazu wird das durchschnittliche Betriebsergebnis der letzten drei Jahre mit einem Kapitalisierungsfaktor multipliziert. Dieser wurde 2016 vom Bundesfinanzministerium auf 13,75 Prozent festgelegt.

Unternehmenswert im EBIT-Verfahren berechnen

Eine weitere gängige Methode ist das EBIT-Verfahren. Um den Wert Deines Unternehmens zu berechnen, multiplizierst Du hier den Gewinn vor Steuern und Zinsen (earnings before interest and taxes, kurz EBIT) mit einem branchenspezifischen Faktor (Multiples). Bei einem Reinertrag von 250.000 Euro und dem Faktor 4 wäre Dein Unternehmen dann 1 Million Euro wert.

Unternehmenswert im Substanzwertverfahren berechnen

Das Substanzwertverfahren beruht auf der Ermittlung des aktuellen Verkehrswerts eines Unternehmens. Dazu wird der Wert von materiellen, immateriellen, betriebsnotwendigen sowie nicht betriebsnotwendigen Vermögensgegenständen ermittelt. Zieht man von dieser Summe die Verbindlichkeiten und Schulden eines Unternehmens ab, erhält man seinen Substanzwert. Ziel dieser Methode ist zu berechnen, wie viel Kapital ein Käufer brauchen würde, um ein identisches Unternehmen zu schaffen. Der große Nachteil dieser Methode ist die Feststellung des Werts der immateriellen Güter. 

Substanz- und Liquidationswert

Man unterscheidet zwischen dem Substanzwert und dem Liquidationswert. Beim Substanzwert wird davon ausgegangen, dass ein Unternehmen nach Verkauf weitergeführt wird. Beim Liquidationswert wird der Wert des Unternehmens bei Liquidation ermittelt. Das heißt, es wird geschätzt, welche Erlöse mit dem Verkauf der einzelnen Wirtschaftsgüter erzielt werden könnten. 

Marktwert berechnen

Der Marktwert ergibt sich aus den Faktoren Angebot und Nachfrage. Bei börsennotierten Unternehmen entspricht er in der Regel dem Börsenwert eines Unternehmens. Eine hohe Nachfrage steigert den Marktwert. Dieser entspricht aber nicht unbedingt dem Substanz- oder Ertragswert. Diese können hier deutlich geringer ausfallen

Unternehmenswert im Vergleichswertverfahren berechnen

Eine weitere gängige Methode, um den Wert eines Unternehmens zu berechnen, ist das Vergleichswertverfahren. Für diese Methode steht nicht das eigene Unternehmen im Mittelpunkt, sondern es werden andere Unternehmen einer Branche betrachtet. Das in der Praxis am häufigsten genutzte Verfahren ist hier das Multiplikatorverfahren. Hierbei wird der Firmenwert aus einer Bezugsgröße und einem Multiplikator berechnet. 

Bei der Bezugsgröße handelt es sich um eine der üblichen Finanzkennzahl wie der Umsatz eines Unternehmens oder dem Jahresüberschuss. Um den Multiplikator zu errechnen, wird der Wert des Vergleichsunternehmens in Bezug zur ausgewählten Finanzkennzahl gesetzt. Dieses Verhältnis ergibt dann den Multiplikator. 

Ein Beispiel: Der Wert des Vergleichsunternehmens ist fünfmal so hoch wie Dein Umsatz. Damit beträgt der Multiplikator 5. 

Berechnest Du den Multiplikator für mehrere Vergleichsunternehmen, bildest Du aus den Ergebnissen den Durchschnitt und erhältst damit einen aussagekräftigen Multiplikator.

Um schließlich den Unternehmenswert zu berechnen, multiplizierst Du die Bezugsgröße mit dem Multiplikator.

Unternehmenswertrechner im Internet

Im Internet findest Du zahlreiche kostenlose Unternehmenswertrechner, um Dir einen ersten Überblick zu verschaffen. Beim Multiples-Rechner des Finance Magazins beispielsweise benötigst Du lediglich Angaben über 

  • Branche
  • Umsatz
  • EBIT
  • Nettofinanzschulden

Zusätzlich kannst Du die Berechnung des Unternehmenswertes anhand bewertungsrelevanter Fragen verfeinern.

Wie entscheidest Du Dich für ein Verfahren?

Eine allgemeingültige Formel, mit der Du den Wert Deines Unternehmens berechnen kannst, gibt es leider nicht. Neben der Berechnung der harten Kennzahlen spielen auch weiche Faktoren eine große Rolle bei der Unternehmensbewertung. Welches Verfahren sich am besten eignet, um den Wert Deines Unternehmens zu bestimmen, hängt vom Einzelfall ab. 

Bei Aktiengesellschaften bietet der Marktwert einen guten Anhalt. Bei kleinen Handwerksbetrieben ist das Substanzwertverfahren eine gute Methode. Hier wird einfach der materielle Werte wie die Werkstatt inklusive des Werkzeugs und vorhandener Materialien und Ersatzteile sowie der Wert eines Firmenfahrzeugs mit den Schulden und Verbindlichkeiten des Betriebes verrechnet. 

AWH-Methode für Handwerksbetrieb

Die AWH-Methode wurde speziell entwickelt, um den Wert kleinerer und mittlerer Handwerksbetriebe zu berechnen. Sie berücksichtigt auf Basis des Ertragswertverfahrens den Wert der Persönlichkeit der Firmeninhaber und berücksichtigt die finanziellen Gestaltungsoptionen durch Haftungsverflechtung von Privat- und Betriebsvermögen.

Für Unternehmen, die neben materiellen Werten über immaterielle Werte verfügen, geht diese Rechnung weniger gut aus. Hier spielen die Art der Unternehmensführung, Mitarbeitermotivation, das Angebot an Produkten und Dienstleistungen oder der vorhandene Kundenstamm eine wichtige Rolle. 

Beim Vergleichswert stellt sich die Frage, wie aussagekräftig eine einzige Kennzahl sein kann, um den Wert eines Unternehmens tatsächlich zu beziffern. 

Wer den Wert seines Unternehmens berechnen möchte, ist aufgrund der Komplexität sicher gut beraten, Experten bei der Unternehmensbewertung hinzuzuziehen.

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