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Unverpackt-Laden eröffnen: So verkaufst Du Produkte in Deinem Zero Waste Laden

Yasmin
Yasmin April 2021 10 Min

Inhaltsverzeichnis

In deutschen Haushalten fällt täglich jede Menge Verpackungsmüll an. Ob nach dem Einkauf im Supermarkt, einer Shopping-Tour oder im Onlinehandel: 2018 fielen in Deutschland nach Angaben des Umweltbundesamts insgesamt 18,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an. Das entspricht pro Kopf im Durchschnitt über 200 kg. Private Verbraucher verursachen dabei knapp die Hälfte – das sind etwa 107 kg pro Jahr.

Die Zero-Waste-Bewegung hat dem Aufkommen an Verpackungsmüll, das seit 2010 um knapp 18 Prozent gestiegen ist, den Kampf angesagt. Um möglichst wenig Abfall zu produzieren und keine Rohstoffe zu verschwenden, soll Verpackungsmüll vermieden werden, bevor er überhaupt anfällt.

So bieten mittlerweile fast alle Cafés und auch zahlreiche Lebensmittelgeschäfte ihren Gästen und Kunden an, ihre eigenen Becher oder Mehrwegbehälter mitzubringen, um Verpackungsmüll zu vermeiden. Den Gedanken, Müll und die Verschwendung von Lebensmitteln zu vermeiden, verfolgen auch Gründer, die einen Unverpackt-Laden eröffnen. Statt eingeschweißter Großpackungen im Discounter erhalten Kunden hier genau die Menge, die sie benötigen. Und das überwiegend regional und saisonale in Bioqualität und vor allem unverpackt. 

Unverpackt-Laden eröffnen: Gute Startgründe

Obwohl die Verbraucher bereit sind, auf Verpackungsmüll zu verzichten, beharrt der Lebensmittelhandel auf dem Standpunkt, das Verpackungen das Geschäft effizienter und damit am Ende auch für den Verbraucher günstiger machen. Die Vorteile für den Handel liegen auf der Hand: Verpackte Lebensmittel erleichtern ihnen die Logistik, Ware muss nicht mehr gewogen werden und kann damit schneller kassiert werden. Hygiene, Frische und Schutz der Produkte werden ebenfalls gerne als Gründe angeben, nicht auf die Verpackung verzichten zu können. Ein weiteres Plus für den Handel ist gleichzeitig ein dickes Minus für den Verbraucher: Er ist gezwungen, größere Mengen zu kaufen, als er eigentlich benötigt. Das führt häufig dazu, dass Lebensmittel im Haushalt verderben, bevor sie aufgebraucht werden. 

Entsprechend ist es nachvollziehbar, dass immer mehr Verbraucher bereit sind, auf Verpackungsmüll zu verzichten. Laut einer Umfrage des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) bevorzugen knapp 80 Prozent der Befragten Obst und Gemüse, das nicht abgepackt ist. 85 Prozent der Befragten ist bereit, einen eigenen Beutel für Obst, Gemüse oder Brot zum Einkauf mitzunehmen. Natürliche und unverarbeitete Lebensmittel sind gesünder als industriell verarbeitete Produkte. Zusätzlich wird durch eine unverpackte und bedarfsgerechte Abfüllung die Verschwendung von Lebensmitteln und weiteren Materialien für die Herstellung der überflüssigen Verpackungen vermieden. Gleichzeitig spart der Verbraucher Geld und unterstützt mit dem Verkauf regionaler Produkte die Artenvielfalt. Es gibt also jede Menge gute Gründe, im Unverpackt-Laden einzukaufen – oder sogar seinen eigenen Unverpackt-Laden zu eröffnen!

Unverpackt Laden eröffnen zero waste Laden

Übersicht Unverpackt-Läden in Deutschland

Zero Waste liegt im Trend. Entsprechend werden überall in Deutschland Unverpackt-Läden eröffnet. Eine Übersicht der verpackungsfreien Läden findest Du beispielsweise beim NABU.

Original Unverpackt

In der Übersicht der Unverpackt-Läden darf Original Unverpackt (ou) natürlich nicht fehlen. Als einer der ersten Supermärkte weltweit hat sich die Gründerin Milena Glimbovski mit dem Original Unverpackt in Berlin dem Zero-Waste-Lifestyle gewidmet. Mittlerweile musste der Laden in der Wiener Straße leider schließen. Du kannst die organischen, natürlichen, nachhaltigen und biozertifizierten Lebensmittel, Kosmetik sowie alles für den Haushalt ganz ohne Einwegverpackung aber im Onlineshop bestellen. Geliefert werden sie mit dem Lastenrad in Pfandgläsern. Alternativ kannst Du Deine Bestellung in der PickUp-Location in Neukölln selbst abholen.

Unverpackt-Laden – Mehr als nur ein Shop

Ladeneröffnung ist nicht gleich Ladeneröffnung. Die notwendigen Schritte wie einen Businessplan, Finanzierungsplan erstellen, eine Markt- und Standortanalyse durchzuführen, die Zusammenstellung des richtigen Sortiments und die Marketing-Strategie gehören natürlich dazu, um einen Unverpackt-Laden zu eröffnen. Hinzu kommt aber noch eine große Portion Idealismus, da es vergleichsweise schwierig ist, Lieferanten oder Gehör für die rechtlichen, wirtschaftlichen, arbeitsmarkt- sowie sozialpolitischen Interessen der Gründer von Unverpackt-Läden zu finden. Unterstützung findest Du beispielsweise beim Unverpackt e.V., dem Verband der Unverpackt-Läden. Alternativ bieten Gründer, die bereits erfolgreich ihren Unverpackt-Laden eröffnet haben, in Workshops wertvolle Tipps und Hilfestellung bei der Ladeneröffnung und eine gute Plattform, um Dich mit weiteren Inhabern von Unverpackt-Läden zu vernetzen.

Voraussetzungen: Unverpackt Laden eröffnen

Grundsätzlich benötigst Du keine spezielle Ausbildung, um Deinen eigenen Unverpackt-Laden zu eröffnen. Idealismus allein reicht allerdings auch nicht aus. Zum einen musst Du natürlich Spaß am Umgang mit Kunden haben. Du benötigst aber auch grundlegende kaufmännische Kenntnisse, um Deine Buchhaltung, den Wareneinkauf oder Bestandshaltung zu managen. Natürlich kannst Du Dir hier professionelle Unterstützung holen, solltest aber zumindest die Basics beherrschen. 

Kenntnisse im Einzelhandel, der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft sind aber durchaus von Vorteil, da Du mit zahlreichen gesetzlichen Bestimmungen konfrontierst wirst. Angefangen beiden gesetzlichen Öffnungszeiten, die Auszeichnung Deiner Waren sowie der Kassensicherungsverordnung über betriebliche Versicherungen bis hin zu baulichen Vorgaben gibt es weitere Vorschriften zu beachten wie 

Lass Dich von diesen Vorschriften nicht abschrecken. Unterstützung findest Du beispielsweise bei der Industrie- und Handelskammer (IHK). Hier kannst Du Dich über die geltenden Gesetze und Vorschriften informieren oder an Fortbildungen teilnehmen.  

Schritte, um Deinen Unverpackt-Laden zu eröffnen

Hast Du Dich mit den relevanten gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften für den Lebensmittelhandel vertraut gemacht und Dir Wissen in Sachen Buchhaltung, Warenwirtschaft, Logistik und Marketing angeeignet, steht Deinem Traum, Deinen eigenen Unverpackt-Laden zu eröffnen, eigentlich nichts mehr im Weg und Du kannst Dich an die notwendigen Gründungsschritte machen. 

1. Rechtsform Deines Unverpackt-Laden

In welcher Rechtsform Du Deinen Unverpackt-Laden eröffnest, steht Dir im Prinzip frei. Allerdings eignen sich manche Rechtsformen besser für die Eröffnung eines Unverpackt-Ladens als andere. Zu diesen Rechtsformen zählen zum Beispiel Einzelunternehmen. Willst Du nicht alleine, sondern im Team gründen, ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) die einfachste Möglichkeit. In diesen Rechtsformen bist Du nicht verpflichtet, Dein Unternehmen im Handelsregister einzutragen, kannst aber einen freiwilligen Eintrag vornehmen lassen.

Alternativ steht Dir die Rechtsform der OHG, der offenen Handelsgesellschaft, zur Wahl. Bei diesen Gesellschaftsformen haftest Du mit Deinem Privatvermögen. Möchtest Du Deine Haftung beschränken, hast Du die Wahl zwischen der Gründung einer GmbH oder einer Mini-GmbH, der sogenannten UG (haftungsbeschränkt). Rechtlich gibt es zwischen den beiden Gesellschaftsformen keinen Unterschied. Allerdings sind das Ansehen und die Kreditwürdigkeit der GmbH aufgrund des auf dem Geschäftskonto hinterlegten Stammkapitals in Höhe von 25.000 Euro deutlich höher.

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2. Businessplan: Unverpackt-Laden eröffnen

Mit Deinem Businessplan formulierst Du Dein Konzept. Du machst Dir klar, welche Schritte notwendig sind, um Deine Geschäftsidee erfolgreich umzusetzen. Bedenke dabei insbesondere, was Dich persönlich als Besitzer eines Unverpackt-Ladens qualifiziert, welches Alleinstellungsmerkmal Deine Laden auszeichnen soll und welches Sortiment. Analysiere hierzu auch den Markt und den Wettbewerb sowie den Standort, an dem Du Deine Unverpackt-Laden eröffnen möchtest. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist Deine Marketing-Strategie: Wie soll Dein Laden heißen und mit welchen Mitteln willst Du Dein Geschäft bekannt machen, um Kunden zu gewinnen? 

Gleichzeitig legt Dein Businessplan dar, welche Kosten für die Gründung auf Dich zukommen, wie Du die Gründungskosten sowie den laufenden Betrieb finanzieren willst. Benötigst Du Fremdkapital, ist er die Grundlage bei der Investorensuche. 

3. Sortiment – Angebot in Deinem Zero Waste Laden

Welches Sortiment Du in Deinem Unverpackt-Laden anbieten möchtest, ist Dir überlassen. So kannst Du Dich beispielsweise ausschließlich auf Waren aus biologischem Anbau spezialisieren. Oder Du setzt aus Produkten auch der Region. So schonen kurze Transportwege zusätzlich die Umwelt. Gleichzeitig unterstützt Du lokale Manufakturen, indem Du ihre Produkte in Deinem Laden anbietest.

In erster Linie kommen einem bei unverpackten Produkten natürlich Obst und Gemüse in den Sinn. Das ist aber natürlich längst nicht alles. Das Angebot enthält zahlreiche weitere Produkte wie 

  • Kaffee, Tee oder Kakao
  • Müsli
  • Getreide
  • Reis und Nudeln
  • Mehl und Zucker
  • Milchprodukte
  • Eier
  • Essig und Öl
  • Gewürze und Kräuter
  • Käse

Darüber hinaus sind weitere Produkte aus dem Non-Food-Bereich wie Hygieneartikel, Seifen sowie Wasch- und Putzmittel möglich. Denkbar ist auch die Mehrwegbehälter, die Deine Kunden benötigen, mit in Dein Sortiment aufzunehmen. Hier sind Brotbeutel, Milchflaschen, Dosen, Netze oder Mehrweggläser denkbar. Der Vorteil: Laufkundschaft, die nur zufällig an Deinem Laden vorbeikommt, kann spontan ihren Einkauf in Deinem Unverpackt-Laden erledigen. Zudem kennst Du bei Deinen eigenen Gefäßen deren Gewicht und kannst es beim Wiegen der ohne Tara gleich mit berücksichtigen. Alternativ stellst Du die Behälter für Deinen Unverpackt-Laden im Rahmen eines Pfandsystems zur Verfügung.

Die Möglichkeiten sind unendlich. Die Herausforderung, Lieferanten zu finden, die Dir die Produkte für Dein Wunschsortiment auch unverpackt liefern, groß. Zum einen muss die Bereitschaft der Produzenten vorhanden sein, unverpackt zu liefern. Zum anderen muss sichergestellt sein, dass die Ware auch ohne Verpackung in einem einwandfreien Zustand geliefert wird. Hier kommt erneut die Regionalität sowie der Blick auf kleinere Hersteller ins Spiel, die sich hier meist flexibler zeigen und Deinen Ansatz mit Überzeugung unterstützen.

Die Unverpackt-Laden Einrichtung

Neben Deinem Sortiment ist die Einrichtung, um einen Unverpackt-Laden zu eröffnen, sicher einer der spannendsten Aspekte. Ein ansprechender Verkaufstresen, an dem Du die Ware abwiegst und kassierst. Klassische Warenregale, Mittelraumpräsenter und Gravity Bins, die für den Unverpackt-Laden typischen Warenspender. Denkbar ist auch, ein kleines Café zu integrieren, in dem Deine Kunden sich Deinen selbst gemachten Kuchen gleich vor Ort schmecken lassen können. Vorausgesetzt, Du verfügst über ein entsprechendes Budget oder einen schlüssigen Finanzierungsplan, der Investoren überzeugt, Dir beim Ladenbau finanziell unter die Arme zu greifen, sind Deiner Fantasie kaum Grenzen gesetzt.

Mobil und online

Willst Du die Kosten gering halten, starte einem mobilen Unverpackt-Laden. Vergleichbar mit Foodtrucks bietest Du Dein Sortiment auch Wochenmärkten oder Veranstaltungen an. Gleichzeitig kannst Du Dein Sortiment natürlich auch online anbieten. Mach Dir einen Plan über die Abwicklung und sichere Dir rechtzeitig die URL zum Namen Deines Unverpackt-Ladens.

5. Marketing-Konzept: Unverpackt-Laden eröffnen

Gutes Marketing ist nicht nur zur Eröffnung Deines Unverpackt-Ladens wichtig. Nutze neben klassischen Marketing-Instrumenten auch die Möglichkeiten der sozialen Medien, um potenzielle Kunden auf Dein Angebot aufmerksam zu machen.

6. Kosten bei Eröffnung Deines Unverpackt-Laden

Willst Du einen Unverpackt-Laden eröffnen, kommen erhebliche Gründungskosten auf Dich zu. Zum einen für die Suche und Anmietung des Ladens, der Einrichtung, die Warenbeschaffung, Beratungskosten, Marketing-Kosten für die Eröffnung sowie Gebühren für die Gewerbeanmeldung und gegebenenfalls für den Eintrag in das Handelsregister. Setzt Du mit Deinem Zero Waste Laden nicht Deine eigene Geschäftsidee um, sondern setzt auf ein Franchise-Konzept, musst Du hier zusätzliche Lizenzgebühren einplanen. 

Hast Du Deinen Unverpackt-Laden erfolgreich eröffnet, kommen weitere, laufende Kosten auf Dich zu. Zu den Unverpackt-Laden Kosten zählen beispielsweise

  • Die Ladenmiete sowie die Betriebskosten (Strom, Wasser, Telefon etc.)
  • Die Warenbeschaffung
  • Lagerkosten
  • laufende Kosten für Marketing und Vertrieb
  • Gebühren für Dein Geschäftskonto
  • Personalkosten (Verkauf, Buchhaltung, Reinigung)

7. Steuern und Versicherung

Wie jeden Unternehmer erwartet Dich auch beim Eröffnen eines Unverpackt-Ladens das Thema Steuern und Versicherung. Welche Steuerarten letztendlich für Dich relevant sind, hängt von der Rechtsform Deines Unternehmens ab. In der Regel zählen dazu die Einkommensteuer bzw. Die Körperschaftssteuer, die Gewerbesteuer und die Umsatzsteuer.

Bei der Absicherung Deiner betrieblichen Risiken zählen die Betriebshaftpflichtversicherung und die Rechtsschutzversicherung zu den Versicherungen, die jeder Unternehmer abschließen sollte, um sich gegen Schadenersatzansprüche Dritter wie Kunden, Lieferanten, Besucher und Mitarbeiter abzusichern. 

Sichere als Ladenbesitzer zudem Deine Ladeneinrichtung und Deine Waren gegen Schäden durch Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser oder Glasbruch mit einer Sach- und Ertragsausfallversicherung ab. Sie kommt im Schadensfall für den entgangenen Gewinn sowie für fortlaufenden Kosten auf.


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