Erhalte 60€ für jedes Unternehmen, das Du für Penta wirbst.
Prämie sichern
Mehr

Den eigenen Verlag gründen: So kannst Du zum Verleger werden

Yasmin
Yasmin Mai 2021 11 Min

Inhaltsverzeichnis

Die Digitalisierung macht es möglich: Als Autor bist Du heute nicht mehr auf das Wohlwollen von Verlegern angewiesen. Dank Online Self Publishing und Books on Demand kannst Du Deine Bücher auch ohne einen Verlag herausbringen. Oder Du gehst noch einen Schritt weiter und wirst Dein eigener Verleger. Einen Verlag zu gründen, ist gar nicht so schwer. Natürlich gibt es im Verlagswesen aber einige Besonderheiten und rechtliche Grundlagen zu beachten.

Was ist ein Verlag, was ist ein Verleger?

Medienunternehmen, die Werke der Literatur, Kunst, Musik, Unterhaltung oder Wissenschaft vervielfältigen und verbreiten, werden als Verlag bezeichnet. Autoren senden ihre Manuskripte an den Verlag, damit ihr Werk gedruckt und über den Handel oder den Verlag selbst verkauft wird. An der Spitze des Verlages steht der Verleger, der gemeinsam mit seinen Lektoren darüber entscheidet, welche Manuskripte tatsächlich veröffentlicht werden.

Welche Arten von Verlagen gibt es?

Das Verlagswesen unterscheidet zahlreiche Arten von Verlagen. Zu den unterschiedlichen Verlagsarten zählen beispielsweise:

  • der Buchverlag
  • der Zeitungs- und Zeitschriftenverlag
  • der Onlineverlag
  • Independent-Verlage
  • Spezialverlagen für Loseblattsammlungen, Hochschulschriften oder Formulare
  • Kunst- und Musikverlage
  • Hörbuchverlage
  • Film-, Software- oder Spieleverlage

Diese eher klassischen Verlagsarten unterscheiden sich vom Eigen- und Selbstverlag: Während klassische Verlage die Werke zahlreicher Autoren drucken und veröffentlichen, werden im Eigen- oder Selbstverlag ausschließlich die eigenen Werke des Inhabers publiziert.

Bücher ohne Verlag veröffentlichen

Wer seine Werke ohne einen Verlag veröffentlichen möchte, nutzt eine Self-Publishing-Plattform. Marktführer ist der deutschsprachige Anbieter Books on Demand (BoD). Das Besondere: Dein Buch wird erst gedruckt, wenn es tatsächlich bestellt wurde. So sparst Du Kosten, Lagerfläche und wertvolle Ressourcen. Weitere bekannteste Anbieter sind Amazon Kindle Direct Publishing (KDP), epubli oder Tolino Media, die sich ausschließlich auf eBooks fokussieren. 

Dein Alleinstellungsmerkmal: Was für einen Verlag möchtest Du gründen?

Entscheidend für Dein Vorhaben, einen eigenen Verlag zu gründen, ist Dein Konzept. Das heißt, zunächst einmal entscheidest Du Dich für eine Medienart. Im nächsten Schritt, ob Du ausschließlich Deine eigenen Werke veröffentlichst oder ob auch andere Autoren publizieren möchtest. In diesem Blog-Beitrag wollen wir uns auf die Gründung eines Buchverlages fokussieren. Die notwendigen Schritte, um einen Selbstverlag oder einen regulären Verlag zu gründen, weichen im Wesentlichen kaum voneinander ab. 

An die großen Verlage wie Springer, Random House, Westermann, Klett oder Cornelsen, die ein umfangreiches Sortiment und unterschiedliche Genres bedienen, wirst Du nicht herankommen. Erfolgversprechender ist es, einen Buchverlag für ein Nischenthema zu gründen, das Du mit Deinen eigenen Werken oder den Werken weiterer Autoren besetzen kannst. 

lastschriften

Eröffne jetzt Dein Penta Geschäftskonto

Welche Voraussetzungen und Qualifikationen musst Du mitbringen, um einen Verlag gründen zu können?

Eine abgeschlossene Berufsausbildung im Verlagswesen oder eine besondere fachliche Qualifikation sind keine Voraussetzung, um in Deutschland einen eigenen Verlag zu gründen. Was Du brauchst, ist zunächst ein gutes Konzept, um Deine Nische erfolgreich zu besetzen. Darüber hinaus schadet es nicht, wenn Du eine ausreichende finanzielle Rücklage mitbringst. Bücher verkaufen sich nicht immer sofort. Dafür in der Regel aber in einen längeren Zeitraum immer wieder. Entsprechend musst Du als Verleger erst einmal investieren, während die Gewinne auf sich warten lassen. Für die sorgfältige Kalkulation Deiner Einnahmen und Ausgaben solltest Du also auch unternehmerische Fähigkeiten wie kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse mitbringen. Empfehlenswert sind zudem handwerkliche Kenntnisse in der Herstellung von Druck-Erzeugnissen wie Satz, Typografie, Layout sowie unterschiedliche Papierarten und Drucktechniken. Nicht zu vergessen: Wenn Du Deinen eigenen Verlag gründest, bist Du auch für Marketing, Vertrieb und Logistik verantwortlich.

Unterstützung, um Dir das benötigte Wissen anzueignen und einen Verlag zu gründen, bieten beispielsweise die Industrie- und Handelskammern (IHK). Neben Seminar- und Weiterbildungsangeboten erhältst Du hier auch wertvolle Tipps, welche Richtlinien und rechtlichen Voraussetzungen Du erfüllen musst, um einen Verlag zu gründen.

Natürlich musst Du nicht alles selbst machen und kannst Dir Spezialisten an Bord holen. Du musst zu Beginn nicht unbedingt eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, sondern kannst ganz nach Bedarf Freelancer wie Lektoren, Übersetzer, Grafiker oder Fotografen einsetzen, um Deine Personalkosten gering zu halten.

Verträge mit Autoren

Vergleichbar mit Dienstverträgen bei Freelancern solltest Du auch mit Deinen Autoren schriftliche Verträge abschließen. Der Vertrag regelt, wie und in welchen Medien Du die Leistungen Deiner Autoren verwerten willst. Beachte beim Entwurf insbesondere die Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes, des Verlagsgesetzes und die Vorschriften des Bügerlichen Gesetzbuches (BGB) über die Allgemeine Geschäftsbedingungen. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels bietet einen entsprechenden Normvertrag an, den Du als Verleger dort anfordern kannst.

Verlag: Voraussetzungen, Richtlinien und gesetzliche Regelungen

Ein Verlag gilt als Gewerbe. Entsprechend benötigst Du einen Gewerbeschein, um einen Verlag zu gründen. Im Gegensatz zu vielen handwerklichen Berufen brauchst Du keine weitere gewerberechtliche Erlaubnis, um Verleger zu werden. Unabhängig davon, ob Du einen Selbstverlag oder einen regulären Verlag gründest, musst Du Deinen Verlag beim Finanzamt anmelden. Außerdem besteht für Dich als Verleger die Pflicht zur Mitgliedschaft in der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

Passende Rechtsformen wählen, um einen eigenen Verlag gründen zu können

Die Wahl einer Rechtsform, in der Du Deinen Verlag gründen möchtest, steht Dir grundsätzlich frei. Bei Deiner Entscheidung solltest Du allerdings bedenken, dass Dein Haftungsrisiko als Verleger recht hoch ist. Empfehlenswert sind daher Gesellschaftsformen, die Deine Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränken. Dazu zählen beispielsweise die GmbH, die UG (haftungsbeschränkt) oder die GmbH & Co. KG. Für die Gründung einer GmbH musst Du allerdings ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro auf Deinem Geschäftskonto hinterlegen. Das Gleiche gilt für die Gründung der GmbH & Co. KG, einer Mischform aus der GmbH und einer Kommanditgesellschaft (KG), da hier zunächst auch eine GmbH gegründet werden muss. Im Gegensatz dazu benötigst Du für die Gründung einer UG nur einen Euro Startkapital. Die UG hat allerdings den Nachteil, das Du 25 Prozent Deiner Einnahmen zurücklegen musst. Haben Deine Rücklage eine Höhe von 25.000 Euro erreicht, bist Du verpflichtet, die UG in eine GmbH umzuwandeln.

Gründest Du einen Selbstverlag, bietet sich die Gründung als Einzelunternehmer an. Deine Tätigkeit kann unter Umständen auch als künstlerische Tätigkeit eingestuft werden. Diese Einstufung hat steuerrechtliche Folgen: Du giltst als Freiberufler und hast den Vorteil, keine Gewerbesteuer zahlen zu müssen. Kläre diese Einstufung vor Aufnahme Deiner Tätigkeit unbedingt mit Deinem zuständigen Finanzamt.

Willst Du einen Verlag als eingetragener Kaufmann, UG oder GmbH gründen, bist Du zudem verpflichtet, Dein Unternehmen in das Handelsregister eintragen zu lassen.

Gesetzliche Regelungen für Verlage

Für Verleger gelten bestimmte Spielregeln. Willst Du einen Verlag gründen, solltest Du Dich daher mit den folgenden Gesetzen vertraut machen: 

Darüber hinaus musst Du wissen, dass Du verpflichtet bist, Abgaben an die Künstlersozialkasse zu leisten, da Du als Verleger zu den klassischen Verwertern publizistischer Leistungen zählst. 

Richtlinien für Verlage

Neben den gesetzlichen Regelungen musst Du weitere Richtlinien beachten, wenn Du einen Verlag gründen möchtest. 

ISBN (International Standard Book Number)

Die ISBN wurde Anfang der 1970er-Jahre weltweit schrittweise eingeführt und dient als eindeutiges Identifikationsmerkmal für Bücher. Ältere Publikationen haben entsprechend nur vereinzelt eine ISBN. Du erhältst die ISBN im ISBN-Shop der ISBN-Agentur in der MVB GmbH. Eine ISBN kostet aktuell 70 Euro plus Mehrwertsteuer. Das Pendant für Zeitschriften und Schriftenreihen ist die ISSN (International Standard Serial Number).

EAN-Code

Der EAN-Code ist eine 13-stellige Nummer, die sich aus dem Ländercode, Unternehmenscode und der Artikelnummer zusammensetzt. Die letzte Stelle ist eine Prüfziffer. Die Nummer wird zusätzlich als Strichcode abgebildet und benötigt, um Bücher über den Einzelhandel zu verkaufen. 

Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB)

Das Verzeichnis lieferbarer Bücher ist ein Katalog des deutschen Buchhandels. Er umfasst über 2,5 Millionen deutschsprachige und zum Teil auch fremdsprachige Titel inklusive bibliografischer Angaben aus über 21.000 Verlagen.

Pflichtexemplare für die Deutsche Nationalbibliothek (DNB)

Verlage sind dazu verpflichtet, der Deutschen Nationalbibliothek jeweils zwei Exemplare auf eigene Kosten zur Verfügung zu stellen. Der Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek umfasst alle Publikationen in Schrift, Bild und Ton, die seit 1913 in Deutschland, in deutscher Sprache, als Übersetzung aus der deutschen Sprache oder über Deutschland veröffentlicht wurden. Dabei ist es unerheblich, ob eine Publikation in einem Verlag erschienen ist, privat verlegt wird oder ob es eine ISBN bzw. ISSN besitzt.

Titelschutz

Bei dem Titelschutz handelt es sich um den urheberrechtlichen Schutz von Namen oder Bezeichnungen von Werken wie Büchern, Zeitschriften oder Zeitungen. Im Gegensatz dazu schützt das Urheberrecht den Inhalt eines Buches oder einer Zeitschrift.

Impressumspflicht

Gemäß der Pressegesetze der Länder muss jedes Druck-Erzeugnis ein Impressum mit Name oder Firma sowie Anschrift oder Geschäftssitz des Druckers und des Verlegers enthalten; beim Selbstverlag den des Verfassers oder des Herausgebers. 

Vereine für Verlage

Börsenverein des Deutschen Buchhandels 

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit Sitz in Frankfurt am Main vertritt als die Interessen der Verlage, Großhändler und dem Buchhandel.

VG-Wort 

In der Verwertungsgesellschaft WORT haben sich Autoren und Verlage zur gemeinsamen Verwertung von Urheberrechten zusammengeschlossen, um unter anderem sicherzustellen, dass Autoren und Verlage, die ihr geistiges Eigentum zur Verfügung stellen, eine angemessene Vergütung erhalten.

penta blog

Erlebe digitales Business Banking mit Penta

Verlag gründen: Dein Businessplan

Hast Du Dich für eine Verlagsart entschieden und Dich mit den fachlichen und formalen Voraussetzungen, Richtlinien und gesetzliche Regelungen auseinandergesetzt, hältst Du Dein Konzept, um einen Verlag zu gründen, schriftlich in Deinem Businessplan fest. Um Dir Orientierung zu geben und Geldgeber von Deiner Geschäftsidee zu überzeugen, sollte Dein Businessplan folgende Angaben enthalten:

  1. Dein Konzept: Was möchtest Du veröffentlichen, wer ist Deine Zielgruppe?
  2. Markt- und Wettbewerb: Wie sind Deine Chancen im Wettbewerb?
  3. Kostenplanung: Wie hoch sind die Gründungskosten, wie hoch sind die laufenden Kosten und wie willst Du sie bezahlen? Hast Du Eigenkapital und wie viel Fremdkapital benötigst Du? Wann rechnest Du mit Einnahmen, um Fremdkapital zurückzuzahlen?
  4. Wie sieht Deine Marketing- und Vertriebsstrategie aus?

Welche Kosten musst Du einplanen, um einen Verlag gründen zu können?

Die Kosten für Deine Verlagsgründung hängen davon, welche Art von Verlag Du gründen willst. Grundsätzlich kannst Du zwischen Gründungskosten und laufenden Kosten unterschieden. Zu den Gründungskosten gehören beispielsweise:

  • Beratungskosten
  • Kosten für die Suche geeigneter Geschäftsräume inklusive der Maklergebühren
  • Anwalts- und Notarkosten (abhängig von der Rechtsform)
  • Anschaffungskosten für die Einrichtung und technische Ausstattung
  • Gebühren für die Gewerbeanmeldung und den Handelsregistereintrag
  • Rücklagen

Zu den laufenden Kosten zählen beispielsweise:

  • Miete oder Pacht
  • Nebenkosten
  • Materialkosten
  • Kosten für die ISBN
  • Gebühren für Dein Geschäftskonto
  • Marketing-Kosten
  • Steuern und Versicherungen
  • Lagerkosten
  • Vertriebskosten

Steuern und Versicherungen für Verlage

Als Verleger zahlst Du in der Regel Einkommensteuer bzw. Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und die Umsatzsteuer. Um Dein betriebliches Risiko zu minimieren, kannst Du Dich mit unterschiedlichen Versicherungen absichern, wenn Du einen Verlag gründen möchtest. Hierzu zählen neben der gewerblichen Rechtsschutzversicherung auch die Betriebshaftpflicht und die Inhaltsversicherung. 

Die Betriebshaftpflicht­versicherung sichert Dich gegen Personen-, Sach- und Vermögens­folgeschäden, die beispielsweise durch Urheberrechtsverletzungen entstanden sind ab – unabhängig davon, ob der Schaden von Dir oder Deinen Angestellten verursacht wurd. Die Inhalts­versicherung versichert Dein Geschäfts­inventar sowie Bücher und Material gegen Feuer, Einbruch­diebstahl, Sturm, Hagel und Leitungs­wasser.

Verlag gründen: Finanzierung und Fördermittel

Dir steht Eigenkapital zur Verfügung, Du kannst eine fachliche Eignung nachweisen und einen gut durchdachten Businessplan vorlegen, hast Du gleich mehrere Möglichkeiten, die Gründung Deines Verlages zu finanzieren. Entweder mit einem einen klassischen Bankkredit oder mithilfe von Investoren

Alternativ kannst Du Dich auch um staatliche Fördergelder bewerben, um Deinen Verlag zu gründen. Einen Förderkredit für die Existenzgründung zu erhalten, ist in der Regel auch ohne Sicherheiten und mit wenig Eigenkapital möglich. 

Die KfW Bankengruppe bietet Existenzgründern unterschiedliche Förderkredite an: 

  • ERP-Gründerkredit „StartGeld“ (bis zu 125.000 Euro)
  • ERP-Kapital für Gründung (bis zu 500.000 Euro)
  • ERP-Gründerkredit „Universell“

Darüber gibt es in den einzelnen Bundesländern eigene Förderprogramme für Existenzgründer. Du kannst Dich unter www.foerderdatenbank.de darüber informieren, welche weiteren Fördermöglichkeiten Dir zur Verfügung stehen, um einen Verlag zu gründen.

Marketing und Vertrieb für Verlage

Um einen regulären Verlag zu gründen, musst Du bei Deiner Marketing-Strategie zwei Zielgruppen im Auge behalten: Zum einen Deine Leser, zum anderen Autoren, deren Manuskripte Du veröffentlichen möchtest. Die beste Werbung ist natürlich ein Bestseller, der in Deinem Verlag erschienen ist. Bis es soweit ist bleiben Dir die klassischen Online- und Offline-Maßnahmen. Deine Unternehmenswebsite, Content Marketing, Onlinemarketing, SEO und Social Media sind geeignete Maßnahmen, um Deine Kompetenz zu unterstreichen und Deine Produkte und Dienstleistungen bekannt zu machen. Ein guter Mix aus klassischer Werbung und Onlinemarketing ist meist ein guter Weg, um Leser auch in der analogen Welt zu erreichen. Wo Du den Schwerpunkt setzt, hängt von der Nische ab, die Du besetzen möchtest. Je nach Thema erreichst Du Deine Zielgruppe online oder offline.

Beim Vertrieb bist Du ebenfalls gut beraten, auf einen Mix aus dem Direktvertrieb, Onlinevertrieb und den Einzelverkauf über den Einzelhandel oder Bahnhofsbuchhandel zu setzen.

Das digitale Geschäftskonto für Dein Business

Nach oben