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Der Deckungsbeitrag: die Kennzahl zur Kosten- und Leistungsrechnung

Jeannine Klein
Jeannine Klein Mai 2021 8 Min

Inhaltsverzeichnis

Eine der wichtigsten unternehmerischen Kennzahlen in der Kosten- und Leistungsrechnung ist der Deckungsbeitrag (DB, engl. Contribution Rate). Er gibt an, welcher Betrag Dir zur Verfügung steht, um Deine Fixkosten zu decken. Der Deckungsbeitrag kann dabei für einzelne Produkte berechnet werden.

Er kann aber auch Auskunft über den gesamten Absatz und damit dem Unternehmenserfolg geben. Diese Kennzahl ist für Dich als Unternehmer besonders wichtig: Eine der Voraussetzungen für Deinen Geschäftserfolg ist dafür zu sorgen, dass Deine Ausgaben Deine Einnahmen nicht übersteigen. Mithilfe des Deckungsbeitrages berechnest Du, ob Dein Unternehmen Gewinne der Verluste macht. 

Definition: Was ist der Deckungsbeitrag?

Beim Deckungsbeitrag handelt es sich um eine unternehmerische Kennzahl aus der Betriebswirtschaft. Mit ihr ermittelst Du, welcher Betrag Deinem Unternehmen zur Deckung Deiner Fixkosten zur Verfügung steht. Zu den Fixkosten zählen die Kosten, die in der Regel unverändert bleiben. Das heißt, sie fallen jeden Monat oder jedes Jahr in der gleichen Höhe an. Typische Beispiele für Fixkosten sind Mietzahlungen für Dein Büro, Löhne und Gehälter oder Kosten für externe Dienstleister wie Deinen Steuerberater. 

Für die Berechnung des Deckungsbeitrages sind neben den Fixkosten auch die variablen Kosten wichtig. Variable Kosten sind von der Produktionsmenge abhängig und fallen entsprechend unterschiedlich hoch aus. Typische Beispiele für variable Kosten sind Strom-  oder Transportkosten. Aber auch Gehälter können zu den variablen Kosten zählen: Beschäftigst Du freie Mitarbeiter, zahlst Du ausschließlich die erbrachte Leistung, die je nach Auftragsvolumen unterschiedlich hoch ausfällt. 

Ausgaben, die sich aus Fixkosten und variablen Kosten zusammensetzen, werden als Mischkosten bezeichnet. Ein gutes Beispiel für Mischkosten ist die Stromrechnung: In der Regel zahlst Du eine festgelegte Grundgebühr zuzüglich der Kosten, die für den Stromverbrauch anfallen. 

Wie wird der Deckungsbeitrag berechnet?

Um den Deckungsbetrag zu berechnen, ziehst Du die variablen Kosten vom Umsatz ab. 

Die Formel zur Deckungsbeitrag Berechnung lautet:

Deckungsbeitrag = Umsatz – variable Kosten 

Man spricht hier auch vom Deckungsbeitrag 1 (DB1)

Die variablen Kosten erhältst Du, in dem Du die Fixkosten von den Gesamtkosten abziehst. 

Die Formel für den variablen Kosten lautet:

Variable Kosten = Gesamtkosten – Fixkosten

Den Umsatz berechnest Du, indem Du die Verkaufsmenge mit dem Verkaufspreis multiplizierst.

Die Formel für den Umsatz lautet:

Umsatz = Verkaufsmenge x Preis

Wenn der Deckungsbeitrag die Fixkosten übersteigt, sprechen wir von einem positiven Deckungsbeitrag und im umgekehrten Fall von einem negativen Deckungsbeitrag

Deckungsbeitrag berechnen: Beispiel 

Der Kleinunternehmer Finn zahlt in seinem Büro monatlich eine Miete in Höhe von 1.000 Euro. Er hat zwei Angestellte, die jeweils ein monatliches Gehalt in Höhe von 1.600 Euro bekommen. Somit belaufen sich seine monatlichen Fixkosten auf insgesamt 4.200 Euro. 

Die variablen Kosten für diesen Monat belaufen sich auf 3.000 Euro. Der Umsatz für den Monat beläuft sich auf  8.000 Euro.

Laut Deckungsbeitragsberechnung (Umsatz – variable Kosten) liegt der Deckungsbeitrag bei 5.000 Euro. Damit liegt er 800 Euro über den Fixkosten. Das heißt, Finn ist fein raus: Er verzeichnet in diesem Monat einen Gewinn. 

Mehrstufige Deckungsbeitrag

Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung ermöglicht detailliertere Einblicke und damit zugleich eine Basis für bessere Entscheidungen. Für die Berechnung werden die Fixkosten zunächst in bereichsfixe, produktgruppenfixe oder allgemeine Kosten unterteilt.

Übersteigen die Fixkosten den Deckungsbeitrag, verzeichnet Finn einen Verlust. Um langfristig erfolgreich zu sein, besteht jetzt Handlungsbedarf. Hier hast Du als Unternehmer verschiedene Möglichkeiten:

  • Senkung der variablen Kosten durch größere Bestellmengen oder Wechsel des Dienstleisters
  • Umsatz steigern durch eine Preiserhöhung
  • Prozesse innerhalb des Unternehmens effizienter gestalten und Zeit einsparen

Die verschiedenen Arten des Deckungsbeitrages

deckungsbeitrag 1 und 2
Formel für das berechnen von Deckungsbeitrag 1 und 2

Die Betriebswirtschaftslehre unterscheidet zwischen verschiedenen Formen des Deckungsbeitrages:

  • Gesamtdeckungsbeitrag
  • Stückdeckungsbeitrag
  • Relativer Deckungsbeitrag

Der Gesamtdeckungsbeitrag stellt den gesamten Umsatz mit den variablen Kosten für die gesamte produzierte Menge in einem Bemessungszeitraum gegenüber. Die Formel, um den Gesamtdeckungsbeitrag zu ermitteln, lautet: 

Gesamtdeckungsbeitrag = Umsatz – variable Kosten x Menge.

Der Stückdeckungsbeitrag ist relevant, um den Deckungsbeitrag pro Stück eines bestimmten Produktes zu berechnen. Die Formel, um den Stückdeckungsbeitrag zu berechnen, lautet:

Stückdeckungsbeitrag = Preis pro Stück – variable Kosten / Stück x Menge

Die variablen Kosten pro Stück erhältst Du, indem Du die gesamten variablen Kosten durch die gesamte Stückzahl teilst. So ermittelst Du den absoluten Deckungsbeitrag oder auch den Deckungsbeitrag in Prozent, den Du mit dem Verkauf von einem einzigen Produkt erwirtschaftest. 

Der relative Deckungsbeitrag ist relevant, um bei finanziellen oder produktionsbedingten Engpässen herauszufinden, welche der verschiedenen Produkte für ein Unternehmen rentabel sind. Der entscheidende Faktor ist häufig die Produktionszeit.

Bei dem relativen Deckungsbeitrag geht es also nicht nur um die Berechnung von Kosten. Es geht auch darum, Prozesse innerhalb des Unternehmens zu optimieren, um die Produktion eines Unternehmens effizienter zu gestalten. 

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Deckungsbeitrag 1 und 2 & die Deckungsbeitrag Formel

Neben dem Deckungsbeitrag 1 (DB 1) kenn die Betriebswirtschaftslehre auch den Deckungsbeitrag 2 (DB 2), Deckungsbeitrag 3 (DB 3) und Deckungsbeitrag 4 (DB 4). Diese Deckungsbeträge beziehen weitere Faktoren ein und dienen damit einer intensiveren Analyse der Effizienz gewisser Aspekte. 

Der Deckungsbeitrag 2 ist interessant, wenn für die Herstellung eines Produkts oder die Erweiterung der Produktpalette Anschaffungen wie Maschinen oder Material notwendig werden. Insbesondere junge Unternehmen müssen genau abwägen, ob sich eine solche Anschaffung tatsächlich lohnt. Hierzu dient ihnen die Berechnung des Deckungsbeitrags 2. 

Die Formel zur Berechnung lautet: 

DB 2 =DB 1 – produktfixe Kosten

Deckungsbeitrag 3

Deckungsbeitrag 3 ist die Differenz zwischen Deckungsbeitrag 2 und produktgruppenspezifischen Fixkosten

Die Formel zur Berechnung lautet:

DB 3 = DB 2 – produktgruppenspezifischen Fixkosten

Deckungsbeitrag 4

Der Deckungsbeitrag 4 beschäftigt sich mit der Höhe der Kosten, die in einer bestimmten Abteilung verursacht werden. Dieses Ergebnis kann zusätzlich auf die verschiedenen Kategorien der Produkte umgerechnet werden. 

Die Formel zur Berechnung 4 lautet: 

DB 4 = DB 3 – bereichsfixe Kosten

Wer den Deckungsbeitrag nicht anhand der Formeln ermitteln möchte, dem stehen im Internet zahlreiche Deckungsbeitragsrechner beispielsweise von blitzrechner.de zur Verfügung. 

Wozu brauchen Unternehmer den Deckungsbeitrag?

Für Unternehmer ist es in erster Linie wichtig, keine Verluste zu verzeichnen. Die Höhe der Fixkosten hilft ihnen dabei zu ermitteln, ab welchem Punkt sie mit einem bestimmten Produkt oder dem gesamten Absatz Gewinne verzeichnen können. Sind die Fixkosten höher als der Deckungsbeitrag, verzeichnen sie Verluste. Sobald der Deckungsbeitrag die Fixkosten übersteigt, verzeichnen sie Gewinne

Entsprechen die Fixkosten dem Deckungsbeitrag, spricht man vom Break Even Point. An diesem Punkt gleichen die getätigten Ausgaben den Einnahmen und ein Unternehmen verzeichnet Gewinne. Den Break Even Point (BEP) berechnest Du, indem die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag teilst. 

Die Formel zur Berechnung des Break Even Points lautet:
BEP = Fixkosten / DB

Warum spielt der Deckungsbeitrag eine so wichtige Rolle? 

Für Unternehmen ist es wichtig, ob die Produktion eines bestimmten Produktes rentabel ist. Insbesondere für junge Unternehmen kann dieser Aspekt erfolgskritisch sein, da ihnen häufig keine großen finanziellen Rücklagen zur Verfügung stehen. Um finanzielle Engpässe zu vermeiden, müssen sie ihre variablen Kosten, die Fixkosten sowie den Deckungsbeitrag möglichst genau bereits im Voraus berechnen. 

Des Weiteren spielt er eine wichtige Rolle beim Verkauf sogenannter Komplementärprodukte. Hierbei handelt es sich um Produkte, deren Funktionen voneinander abhängig sind. Sie werden daher häufig vom Kunden zusammen gekauft. Ein typisches Beispiel sind Drucker und Druckerpatronen. Als Unternehmer kannst Du die Deckungsbeiträge der beiden Produkte errechnen. Tatsächlich ist es nicht selten, dass ein Unternehmen für das eine Produkt höhere Fixkosten als den Deckungsbeitrag verzeichnet und dieses Produkt somit alleine nicht rentabel ist. Die Einnahmen aus dem Komplementärprodukt können diesen negativen Deckungsbeitrag allerdings wieder ausgleichen. Somit kann das Unternehmen Schlüsse ziehen, ob die Gewinnes des einen Produkts die Verluste des anderen Produkts gewinnbringend ausgleichen kann. 

Der Deckungsbeitrag bildet somit eine gute Grundlage für die Berechnung des Gewinns. Du kannst den Gewinn berechnen, indem Du alle fixen Kosten innerhalb des zu errechnenden Zeitraumes von dem Deckungsbeitrag subtrahierst. Um den Gewinn zu ermitteln, musst Du noch alle Steuern von diesem Betrag abziehen.

Einnahmen und Ausgaben im Blick

Der Deckungsbeitrag ist eine wichtige Kennzahl, um den Erfolg Deines Unternehmens oder einzelner Produkte und Dienstleistungen zu berechnen. Voraussetzung ist, dass Du Deine Einnahmen und Ausgaben stets im Überblick behältst. Dabei hilft Dir das Online Geschäftskonto von Penta. Es bietet Dir eine übersichtliche Anordnung Deiner Einnahmen und Ausgaben, die Möglichkeit, verschiedene integrierte Buchhaltungsprogramme zu nutzen, sinnvolle Partnerschaften für alle Unternehmer und vieles mehr für einen stressfreieren Arbeitsalltag. 

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