Was ist der Skonto, wie wird er berechnet und wie kannst Du von ihm profitieren?

Yasmin
Yasmin November 2020 7 Min

Inhaltsverzeichnis

Kunden einen Preisnachlass auf Deine Produkte und Dienstleistungen zu gewähren, klingt im ersten Moment aus Unternehmersicht nicht besonders verlockend. Gerade für Gründer, Freiberufler oder Freelancer, die dringend auf jeden Cent angewiesen sind. Einen Preisnachlass in Form des Skonto bei Barzahlung oder innerhalb eines verkürzten Zahlungsziels zu gewähren ist jedoch ein gutes Mittel, die Liquidität Deines Unternehmens zu stärken.

Gute Gründe, Skonto gewähren oder Skonto in Anspruch zu nehmen 

Als Unternehmer unterscheidest Du zwischen dem Kundenskonto und dem Lieferantenskonto. Wer seinen Kunden Skonto gewährt, kann damit ihre Zahlungsmoral stärken. Mit dieser kleinen Motivation erhältst Du Dein Geld entweder sofort oder innerhalb einer kurzen, festgesetzten Zahlungsfrist. So umgehst Du Zahlungsfristen von 14 oder sogar mehr Tagen. Im besten Fall vermeidest Du so auch Zahlungsverzögerungen durch Kunden, die Dein Zahlungsziel bis zum letzten Tag oder darüber hinaus ausreizen sowie das anschließende Mahnverfahren. Mit diesem zeitbedingten Preisnachlass sicherst Du Dir die für Dein Unternehmen so wichtige Liquidität. Skonto lohnt sich aber nicht nur bei der eigenen Rechnungsstellung: Du selbst profitierst ebenfalls bei der Beschaffung von Waren und Material, wenn Dein Lieferant Dir Skonto gewährt.

Lohnt es sich, einen Kredit aufzunehmen, um den Skonto zu ziehen?

Je höher die Rechnungssumme, desto lohnender kann es sein, Skonto in Anspruch zu nehmen. Gegebenenfalls kann es sich sogar lohnen, einen Kredit aufzunehmen, um den Preisnachlass zu nutzen. Entscheidend sind natürlich die Kreditbedingungen: Der Kreditzins sollte über einen kurzen Zeitraum gerechnet effektiv unter der Vergünstigung des Skontos liegen.

Der oder das Skonto?

Per Definition handelt es sich beim Skonto um einen Preisnachlass bei sofortiger Barzahlung oder Einhaltung einer kurzen Zahlungsfrist. Die Herkunft dieses kaufmännischen Begriffes ist italienisch: scontare = abrechnen, abziehen. Das Substantiv ist laut Duden sowohl maskulin als auch Neutrum: Du kannst also der oder das Skonto sagen. Die Mehrzahl lautet die Skonti oder die Skontos.

Wie viel Skonto ist üblich?

Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Regelung, die Unternehmen verpflichtet, Skonto zu gewähren. Bis 2002 durfte der Skontosatz gemäß des Rabattgesetzes der Bundesrepublik Deutschland bis zu drei Prozent betragen. Höhere Nachlässen galten als wettbewerbswidrig. Dieses Gesetz wurde 2002 an das EU-Recht angepasst. Wer seinen Kunden bei frühzeitiger Zahlung einen entsprechenden Preisnachlass anbietet, kann seit dem die Höhe des Skonto selbst festlegen. In der Praxis liegt der Satz meist zwischen zwei und fünf Prozent. Beim Zahlungsziel liegt immer unter der gesetzlichen Frist von 14 Tagen.

Wer darf Skonto gewähren?

Grundsätzlich dürfen alle Unternehmer ihren Kunden Skonto auf Waren und Dienstleistungen anbieten. Das gilt auch für Unternehmer, die aufgrund der Kleinunternehmerregelung von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit sind.

Obwohl es keine klaren gesetzlichen Regelungen gibt, gelten bei Handwerksbetrieben besondere Bestimmungen für die Gewährung von Skonto. Der Preisnachlass wird in der Regel nur auf Materialkosten gewährt. Folgende Rechnungsposten sind in der Praxis üblicherweise vom Skonto ausgenommen:

  • Dienstleistungen
  • Lohnkosten
  • Wartungsarbeiten

Skonto abziehen als Rechnungsempfänger

Um den Skonto auszurechnen, der Dir als Rechnungsempfänger gewährt wird, multiplizierst Du den Rechnungsbetrag mit dem Skontosatz. Bemessungsgrundlage ist dabei immer der Bruttorechnungsbetrag. Die Formel zur Berechnung des Skonto lautet also:

Skonto = Rechnungsbetrag (inkl. Umsatzsteuer) in Euro x Skontosatz in Prozent

Dabei musst Du berücksichtigen, dass sich damit nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Vorsteuer, die Du im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung geltend machen kannst, verringern.

Ein Beispiel:

Du erhältst für eine Ware oder eine Dienstleistung eine Skontorechnung über einen Betrag von 100 Euro netto. Zu dem Nettobetrag kommt noch die Umsatzsteuer von aktuell 16 Prozent. Der Bruttorechnungsbetrag liegt also bei 116 Euro. Dein Lieferant oder Dienstleister gewährt Dir drei Prozent Skonto bei einer Zahlung innerhalb von zehn Tagen nach Rechnungseingang.

Nach Abzug des Skontos ergibt sich daraus ein Nettobetrag von 97 Euro sowie eine Umsatzsteuer in Höhe von 15,52 Euro. Damit profitierst Du von einem Skonto von drei Euro – die Umsatzsteuer ist für Unternehmen, die zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, unerheblich, da diese als durchlaufender Posten direkt an das Finanzamt weitergegeben wird.

Entscheidend ist, dass nicht der Zeitpunkt, an dem Du die Zahlung veranlasst hast, relevant ist, um den Skonto zu ziehen, sondern der Eingang einer Zahlung beim Rechnungssteller.

Skonto auf brutto oder netto berechnen?

Ob Du den Skonto vom brutto oder netto abziehst, kommt darauf an, was der Rechnungssteller vorgibt. Weist die Rechnung einen festen Skontobetrag in Euro aus, ziehst Du diesen von Bruttobetrag der Rechnung ab. Ist ein Skontosatz in Prozent angegeben, hast Du die Wahl, ob Du den Nettobetrag oder den Bruttobetrag zur Berechnung zugrunde legst. Entscheidest Du Dich für den Nettoabzug, wird der Skontobetrag aus dem Nettobetrag der Rechnung ermittelt und vom Nettobetrag der Rechnung abgezogen. Auf den Restbetrag in netto schlägst Du die Umsatzsteuer auf und erhältst so reduzierten Bruttorechnungsbetrag. Beim Bruttoabzug bildet der Bruttobetrag die Grundlage für den Skontoabzug. Der errechnete Skontobetrag wird vom Brutto abgezogen, um den reduzierten Rechnungsbetrag zu erhalten.

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Was ist der Unterschied zwischen Skonto und Rabatt?

Wer seinen Kunden einen Rabatt gewährt, vereinbart diesen bereits bei Vertragsabschluss oder Verkauf. Er wird vom Nettobetrag, dem Rechnungsbetrag ohne Umsatzsteuer, abgezogen und in der Rechnung angegeben. Du kannst Rabatte sowohl in Prozent als auch in Euro gewähren. Üblich sind beispielsweise Mengenrabatte, die in der Regel gestaffelt gewährt werden, sowie Treue- oder Neukundenrabatte. Im Vergleich zum Skonto ist der Spielraum bei Rabatten mit fünf bis 20 Prozent deutlich größer.

Der Skonto beträgt meist drei bis fünf Prozent und wird unter der Voraussetzung gewährt, dass Dein Kunde seine Rechnung entweder sofort in bar oder innerhalb einer festlegten Frist frühzeitig bezahlt. Man spricht hier auch von einem zeitbedingten Preisnachlass. Das heißt, er wird erst nachträglich gewährt. Den Skonto ziehst Du vom Bruttobetrag, dem Rechnungsbetrag inklusive der Umsatzsteuer, ab.

Eines haben Skonto und Rabatt gemein: Bei der Berechnung musst du die Preisnachlässe auf den Verkaufspreis aufschlagen, um zu vermeiden, dass Du mit der Gewährung Deinen Gewinn schmälerst.

Skonto berechnen als Rechnungsaussteller

Der Skonto soll natürlich nicht zum Verlustgeschäft für Dein Unternehmen werden. Entsprechend musst Du den Skonto bei Deiner Preiskalkulation mit berücksichtigen und darauf achten, dass du genug Spielraum hast, um Deinen Kunden Skonto zu gewähren.

Skonto in der Rechnung ausweisen

Zu den Pflichtangaben in einer Rechnung zählt gemäß § 14 UStG Absatz 4 die Angabe einer vereinbarten Minderung des Entgelts. Gewährt Du Deinen Kunden Skonto, musst Du als Rechnungssteller auf Deiner Rechnung angeben, in welcher Höhe Du einen Preisnachlass gewährst und zu welchen Bedingungen dieser abgezogen werden kann. Dabei steht es Dir frei, einen Skontobetrag in Euro oder einen Skontosatz in Prozent anzugeben. Verwendest Du eine Buchhaltungssoftware für die Rechnungserstellung, kannst Du ganz bequem die Höhe des Skontos sowie die Zahlungsfrist auswählen, um Deinen Kunden Skonto zu gewähren. Eine entsprechende Formulierung wie „Zahlbar innerhalb von 7 Tagen abzüglich 3 % Skonto.“ wird dann automatisch in der Rechnung ergänzt.

Skonto korrekt verbuchen

Im Gegensatz zum Rabatt wird der Skonto erst nach Rechnungsstellung mit Begleichung einer offenen Forderung gewährt. Gewährst Du Deinen Kunden Skonto, stimmen am Ende die Rechnungssumme und der Zahlungseingang nicht über ein. Das bedeutet sowohl für den Rechnungssteller als auch für den Rechnungsempfänger, dass im Nachhinein eine separate Korrekturbuchung vorgenommen werden muss. Mit dem nachträglichen Preisnachlass wird die ursprüngliche Buchung teilweise storniert, wodurch sich alle zu buchenden oder gebuchten Beträge verringern. Das betrifft auch die Umsatzsteuer.

Lohnt sich der Skonto wirklich?

Wenn Du den Skonto in Deiner Preiskalkulation mitberücksichtigen und Du somit keine Umsatzeinbußen durch den Preisnachlass befürchten musst, ist der Skonto für Dich als Rechnungssteller ein wirksames Mittel, Deine Liquidität zu erhalten und gleichzeitig die Kundenbindung zu erhöhen. Auf der anderen Seite kann es sich für Dich als Unternehmer auch durchaus lohnen, den Skonto bei Deinen Lieferanten oder Dienstleistung zu ziehen. Gerade bei hohen Rechnungen kannst Du so gegebenenfalls auf einen zusätzlichen Kurzkredit verzichten und verringerst gleichzeitig Deine Betriebskosten. Ob es sich lohnt, kannst Du ganz einfach mit einem der zahlreichen Skontorechner im Internet herausfinden.

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