Die eigene Firma gründen: Deine Schritte zur Gründung

Jeannine Klein
Jeannine Klein April 2021 11 Min

Inhaltsverzeichnis

Wenn Du in Deutschland eine eigene Firma gründen möchtest, benötigst Du einen aussagekräftigen Businessplan für Deine Existenzgründung. Hinzu kommen Kosten für die Firmengründung. Um ein Unternehmen zu gründen, benötigst Du beispielsweise Geld für die Anmeldung bei Behörden, die je nach Unternehmensform zwischen 200 und 6.000 Euro variieren. Von der innovativen Idee bis zu den ersten Umsätzen, bedarf es hoher Eigeninitiative, etwas administratives Geschick sowie engen Kontakt zu Ämtern und Behörden.

Firma gründen: Die Planungsphase

Im Vorfeld einer Firmengründung sollte neben den Kosten weitere Aspekte überlegt sein:

  • Mit welcher Idee möchtest Du ins Geschäftsleben treten?
  • Welche Rechtsform passt zu Deiner Geschäftsidee?
  • Wie stellst Du Dir die Finanzierung Deiner Geschäftsidee vor?
  • Welche Verträge, Rechte und Versicherungen sind wahrzunehmen bzw. abzuschließen?
  • Welche Arbeitsmittel benötigst Du, z. B. Firmenwagen, Laptop, Webauftritt usw.?

Dieser Businessplan stellt Deinen späteren persönlichen Erfolg sicher und beantwortet die folgenden Fragen:

  • Führst Du Deine Geschäftstätigkeit im Neben- oder Haupterwerb aus?
  • Wie stellst Du Dein Unternehmen im Internet dar? Wie sieht Deine Strategie für Marketing und Akquise aus?
  • Wie sicherst Du Dich beispielsweise mit Versicherungen ab, um finanziellem Ruin vorzubeugen?
  • Welche Art Kranken- und Rentenversicherung wählst Du? Privat oder gesetzlich?
  • Welche Genehmigungen musst Du beantragen?

Firma gründen: Kosten

Das Gründen einer Firma ist in Deutschland ist immer mit finanziellen Kosten verbunden, die von vornherein gut überlegt und einkalkuliert werden müssen. Wie hoch sich die Kosten für die Firmengründung tatsächlich belaufen, ist einerseits abhängig davon, welche Gesellschaftsform gewählt wird, andererseits von den individuellen persönlichen Ansprüchen des Inhabers.

Eins haben jedoch alle Gründer gemeinsam: Zu Beginn sind Investitionen nötig, um schnell und nachhaltig Einkünfte zu erzielen und das Unternehmen stetig zu optimieren. Zudem darf das Unternehmen keine Liquiditätsprobleme haben. Stelle daher sicher, dass zu Beginn ausreichend Eigenkapital oder ein Darlehen für die Anlaufphase der Gründung zur Verfügung stehen. Für kleine und mittelständische Unternehmen ist zur Existenzgründung zum Beispiel die Einzelfirma optimal geeignet.

Kosten GmbH (Gesellschaft mit begrenzter Haftung) Firma gründen

  • Gesellschaftervertrag und -liste: circa 320 Euro
  • Anmeldung Handelsregister (HRB/HRA): circa 100 Euro
  • Stammkapital: 25.000 Euro

Darüber hinaus fallen für die Firmengründung als GmbH weitere Gründungskosten für Notarkosten, die Gewerbeanmeldung oder Anmeldegebühren für Patente an. Die Kosten, eine Mini GmbH zu gründen sind deutlich geringer. Hier beträgt das notwendige Stammkapital nur einen Euro.

Eigene Firma gründen Einkaufsstraße Arbeit am Laptop

Kosten UG (Unternehmensgesellschaft, haftungsbeschränkt) Firma gründen

  • Einsatz/Stammkapital: 1 Euro
  • Gegenstandswert bei Gründung: circa 30.000 Euro
  • Eintrag Handelsregister (HRB/HRA): zwischen 140 und 150 Euro

Die Höhe der Notarkosten bei der Gründung einer UG variieren: So fallen für den Entwurf und die Beurkundung des Gesellschaftsvertrages laut Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) bei der Firmengründung Kosten in Höhe von 125,00 Euro an. Wer einen Mustervertrag verwendet, um die UG anzumelden, kann Kosten bei der Firmengründung sparen.

Kosten Holding gründen

Der klassische Aufbau einer Holding-Struktur sieht mindestens zwei Unternehmen vor. Beide Unternehmen müssen zwingend Kapitalgesellschaften sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Aktiengesellschaften, GmbHs oder UGs handelt. Eine Mischform aus unterschiedlichen Arten von Kapitalgesellschaften ist ebenfalls möglich. Entsprechend variieren hier die Kosten für die Gründung einer Holding.

Kosten AG (Aktiengesellschaft) gründen

  • Stammkapital: mindestens 50.000 Euro (25 Prozent in bar eingezahlt)
  • Dauer der Gründung: circa 2 Monate
  • Gründungskosten: circa 6.000 Euro
  • Jährliche Kosten: circa 6.500 Euro

Kosten Einzelunternehmen gründen

  • Grundkapital: 0 Euro
  • Gründungskosten: 50 bis 100 Euro

Firma gründen: Wichtiges vor der Firmengründung

Die Kosten für die Firmengründung variieren je nach Gesellschaftsform. Eines haben aber alle Rechtsformen gemeinsam: die steuerliche Datenerfassung von Zahlen, Fakten und Umsätzen. Darüber hinaus ist die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft in Deutschland Pflicht. Je nach Gesellschaftsart sind das Anmelden eines Gewerbes, die Eintragung ins Handelsregister bzw. die Beantragung einer Betriebsnummer erforderlich. Die Erstellung der jährlichen Einnahmen- und Übergangsrechnung ist rechtzeitig und vollständig von Dir beim zuständigen Finanzamt abzugeben. 

Wenn Du Dich selbst nicht gut genug mit Buchhaltung auskennst, lass die Unterlagen für das Finanzamt durch ein anerkanntes Steuerbüro erstellen. Die Richtigkeit und rechtzeitige Abgabe der Unterlagen sowie Steuererklärungen an das Finanzamt sollten stets oberste Priorität haben. Fällige Zahlungen sowie Vorauszahlungen müssen immer termingerecht erfolgen. Plane für den steuerlichen Teil daher lieber etwas mehr Zeit ein. Für die Gründung einer UG benötigst Du zum Beispiel eine notarielle Beurkundung, möchtest Du ein Gaststättengewerbe anmelden, ist eine Gaststättenerlaubnis notwendig.

Alle Schritte bis zur Firmengründung

Im Folgenden zeigen wir Dir, wie Du in wenigen Schritten eine Firma gründen kannst. Hast Du bereits eine Rechtsform gewählt und einen Gesellschaftervertrag erstellt, empfehlen wir Dir direkt bei Schritt 3 zu beginnen.

Schritt 1: Die passende Rechtsform wählen

Du hast Deine Geschäftsidee erfolgreich entwickelt und möchtest nun Deine Firma gründen? Dann solltest Du im ersten Schritt die passende Rechtsform für Deine Unternehmensgründung auswählen. Zur Gründung stehen Dir grob die Rechtsformkategorien EinzelunternehmenPersonengesellschaften und Kapitalgesellschaften zur Auswahl.

Einzelunternehmen

Als Einzelunternehmer kannst du sowohl als Freiberufler oder mit einem Kleingewerbe tätig sein. Auch denkbar ist die Ein-Personen-GmbH oder die Ein-Personen-AG. Die Gemeinsamkeit all dieser Rechtsformen ist, dass Du allein im Besitz Deiner Firma bist. Als Einzelunternehmer, Freiberufler und mit einem Kleingewerbe trägst Du Gewinne und Verluste selbst, benötigt allerdings kein Stammkapital.

Wenn Du eine Firma gründen möchtest und Du Stammkapital aufbringen kannst, eignet sich womöglich die Gründung der Ein-Personen-GmbH oder der Ein-Personen-AG. Diese zählen zu den Einzelunternehmen und Du bist alleinig im Besitz der Firma, allerdings musst Du für die Firmengründung der Ein-Personen-GmbH mindestens 25.000 Euro und für die Ein-Personen-AG mindestens 50.000 Euro Stammkapital hinterlegen. Die Haftung ist bei diesen Rechtsformen auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt.

Personengesellschaften

Bei Personengesellschaften stehen die beteiligten Gesellschafter im Fokus. Um eine Firma gründen zu können mit Rechtsformen der Personengesellschaften, werden mindestens zwei natürliche oder juristische Personen als Gesellschafter benötigt. Alle Gesellschafter haften persönlich und unbeschränkt auch mit ihrem Privatvermögen. Eine Kapitaleinlage ist üblich, aber keine Voraussetzung. Die Grundlage dieser Rechtsform stellt ein formfreier Gesellschaftsvertrag dar.

Zum Firma gründen steht Dir zum Beispiel die Rechtsform Offene Handelsgesellschaft (OHG) zur Verfügung. Hierfür sind mindestens zwei Gesellschafter, die beide gleichzeitig als Geschäftsführer fungieren und mit ihrem privaten Vermögen haften, notwendig. Die Gründung Deiner Firma als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) erfordert auch mindestens zwei natürliche privat haftende Personen, aber keinen Gesellschaftervertrag.

Bei der Unternehmensgründung als Kommanditgesellschaft (KG) tritt mindestens eine Person als persönlich haftender Komplementär mit Geschäftsführungsbefugnis auf und eine mindestens eine andere Person als Kommanditist ohne Geschäftsführungsbefugnis auf und haftet nur mit dem eingebrachten Kapital. Bei der Firmengründung einer GmbH & Co. KG oder AG & Co. KG handelt es sich um Mischformen, bei denen jeweils eine GmbH oder eine AG als Komplementäre auftreten. Von einer stillen Gesellschaft wird gesprochen, wenn Du Dich an einem Unternehmen mit Kapital beteiligst, aber nur im Innenverhältnis auftrittst und Du nicht an der Geschäftsführung beteiligt bist.

Kapitalgesellschaften

Bei der Gründung einer Firma als Kapitalgesellschaften steht das hinterlegte Kapital und die strikte Trennung der Gesellschaft als eigenständige juristische Person und ihren Gesellschaftern im Vordergrund. Zur Unternehmensgründung sind mindestens zwei natürliche oder juristische Personen notwendig und eine Kapitaleinlage, bei der je nach Gesellschaftsform zwischen 1 und 50.000 Euro variiert.

Kapitalgesellschaften sind handelsregisterpflichtig, sie sind zur doppelten Buchführung verpflichtet sowie zur Erstellung von Jahresabschlüssen und deren Veröffentlichung in elektronischer Form beim Bundesanzeiger. Neben Umsatzsteuer und Gewerbesteuer sind auch Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer relevant. Kapitalgesellschaften haften in der Regel mit ihrem Gesellschaftsvermögen.

Wenn Du eine Firma gründen möchtest mit der Rechtsform Unternehmergesellschaft (UG), musst Du lediglich einen Euro Stammkapital einbringen, das Unternehmen aber in eine GmbH wandeln, sobald Du 25.000 Euro Stammkapital erreicht hast. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) lässt sich mit 25.000 Euro Stammkapital als juristische Person gründen, dass Deine private Haftung beschränkt. Bei Penta kannst Du ein Geschäftskonto bereits in der Gründungsphase Deiner UG oder GmbH eröffnen.

Komplexere und börsennotierte Kapitalgesellschaften sind die Aktiengesellschaft (AG) oder die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Hierfür benötigst Du einen Vorstand, einen Aufsichtsrat und jährlich eine Hauptversammlung. Die Grundlage bildet eine Satzung. Das Grundkapital ist in Aktien zerlegt weshalb die Gesellschafter einer AG Aktionäre genannt werden. Das Mindestkapital zur Gründung beträgt 50.000 Euro.

Schritt 2: Gesellschaftsvertrag erstellen und notariell beglaubigen lassen

Wenn Du Dich für die passende Rechtsform entschieden hast, in der Du Deine Firma gründen möchtest, ist nun der Gesellschaftsvertrag zu erstellen. Falls Du Freiberufler bist oder ein Einzelunternehmen, ein Kleingewerbe, eine Ein-Personen-GmbH oder eine Ein-Personen-AG gründen möchtest, ist kein Gesellschaftsvertrag zu erstellen. Auch für die Gründung Deiner Firma als OHG, GbR oder KG ist das Erstellen eines Gesellschaftsvertrags nicht zwingend erforderlich, aber sehr zu empfehlen.

Bei allen anderen Rechtsformen ist ein Gesellschaftsvertrag beziehungsweise eine Satzung zu erstellen, wenn Du eine Firma gründen möchtest. Folgendes muss enthalten sein:

  • Name und Sitz der Gesellschaft
  • Zweck und Unternehmensgegenstand
  • Gesellschafter und Kapitalanteile
  • Gewinnverteilung
  • Geschäftsführung und Vertretungsbefugnisse
  • Regelung zur Übertragung von Anteilen
  • Sonderrechte

Für einige Rechtsformen ist zur Unternehmensgründung auch eine notarielle Beglaubigung des Gesellschaftsvertrag beziehungsweise der Satzung durch einen Notar nötig.

Schritt 3: Geschäftskonto für Dein Unternehmen in Gründung eröffnen

Für einige Rechtsformen ist die Eröffnung eines Firmenkontos zwingend erforderlich, um Deine Firma gründen zu können. Doch für jeden Unternehmer empfiehlt sich ein Geschäftskonto zur Trennung vom privaten Konto und auch, um Deine Unternehmensfinanzen bestens im Blick zu behalten.

Bei der Firmengründung von Rechtsformen, bei denen Du ein Stammkapital einzahlen musst, benötigst Du ein Geschäftskonto. Vorher kannst Du in diesen Fällen Deine Firma nicht ins Handelsregister eintragen lassen. Penta ermöglicht es Dir deshalb, auch während der Gründungsphase ein Konto für jegliche Rechtsformen zu eröffnen. Innerhalb von 15 Minuten hast Du den digitalen Kontoeröffnungsprozess bei Penta durchlaufen und nach 48 Stunden steht Dir Dein neues Geschäftskonto zur Verfügung. Nun kannst Du das Stammkapital auf Dein neues Geschäftskonto für die Gründung Deiner Firma überweisen.

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Schritt 4: Firmengründung im Handelsregister anmelden

Um die meisten Unternehmen gründen zu können, bedarf es einer Eintragung in das Handelsregister. Davon ausgeschlossen sind nur Freiberufler, Einzelunternehmer, Kleingewerbe, GbR oder stille Gesellschaften. Für die Gründung von allen weiteren Rechtsformen ist die Handelsregistereintragung notwenig.

Zur Anmeldung beim Handelsregister musst Du einen Antrag ausfüllen und die Gründungsdokumente mit einreichen. Hierzu zählen der Gesellschaftsvertrag und der Nachweis zum eingezahlten Stammkapital mithilfe eines Kontoauszugs von Deinem Geschäftskonto. Ein Notar hilft Dir beim vorbereiten Deiner Dokumente, beglaubigt diese und stößt dann die Eintragung ins Handelsregister beim Amtsgericht an. Je nach Rechtsform wird Deine Firma dann in die Handelsregister-Abteilung A oder -Abteilung B eingetragen. Die Kosten hierfür liegen zwischen 70 und 360 Euro.

Schritt 5: Gewerbe anmelden

Nur als Freiberufler musst Du kein Gewerbe anmelden. Zum Firma gründen in allen anderen Rechtsformen führt Dich aber der nächste Schritt zur Gewerbeanmeldung. Der Gewerbeschein ist beim zuständigen Gewerbeamt einzureichen und Du kannst Dich von einem Steuerberater unterstützen lassen. Die Kosten für die Gewerbeanmeldung liegen je nach Standort zwischen 15 und 60 Euro.

Schritt 6: Steuernummer beantragen

Nach der Gewerbeanmeldung informiert das Gewerbeamt Behörden und Institutionen wie die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer (HWK) und das Finanzamt über Dein Vorhaben. Jeder Unternehmer und jedes Unternehmen, auch Freiberufler, benötigen eine Steuernummer. Du muss die Steuernummer nicht aktiv beim zuständigen Finanzamt beantragen, wenn Du das Gewerbe angemeldet hast. Das Gewerbeamt übermittelt Deine Gewerbeanmeldung automatisch und Du erhältst daraufhin einen Fragebogen.


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