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Was müssen Firmengründer bei der Steuererklärung beachten?

Jeannine Klein
Jeannine Klein Dezember 2019 5 Min

Inhaltsverzeichnis

Im Vergleich zu Privatpersonen ist die Abgabe der Steuererklärung für Firmengründer wesentlich komplexer. Angestellte reichen ihre Steuererklärung über ELSTER online beim Finanzamt ein, können alternativ aber auch noch die Vordrucke aus Papier nutzen. Als Firmengründer bist Du dazu verpflichtet, Deine Steuererklärung digital zu übermitteln. Abhängig von der Rechtsform Deines Unternehmens musst Du als Firmengründer unterschiedliche Steuerarten sowie unterschiedliche Vorgaben bei der Abgabe Deiner Steuererklärung berücksichtigen.

Grundsätze zur Steuererklärung für Firmengründer

Grundsätzlich gilt für die Steuererklärung von Unternehmern:

  • Einzelunternehmer und Personengesellschaften gelten als juristische Personen und geben eine Einkommensteuererklärung ab.
  • Einzelunternehmer und Personengesellschaften, die nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, benötigen für die Einkommensteuererklärung lediglich eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) als Anlage zur Steuererklärung.
  • Kapitalgesellschaften wie die GmbH und die UG, die AG oder Kommanditgesellschaften auf Aktien gelten als juristische Personen und müssen eine Körperschaftsteuererklärung abgeben.
  • Die Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft müssen ihre Einnahmen zusätzlich in ihrer privaten Einkommensteuererklärung angeben. 
  • Alle Unternehmen sind verpflichtet, eine Umsatzsteuererklärung abzugeben. Ausnahme sind Unternehmen, die aufgrund der Kleinunternehmerregelung von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit sind.
  • Alle Unternehmen sind verpflichtet, eine Steuererklärung für die Gewerbesteuer abzugeben. Ausnahme sind Freiberufler.
  • Firmengründer, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen, müssen Lohnsteuer für ihre Angestellten abführen. 

Wie wird das zu versteuernde Einkommen bei natürlichen Personen ermittelt?

Um das zu versteuernde Einkommen als Firmengründer eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaften für die Steuererklärung zu ermitteln, werden sämtliche Einkünfte berücksichtigt. Hierzu zählen beispielsweise Einkünfte aus 

  • einer selbstständigen Tätigkeit 
  • nicht selbstständiger Arbeit
  • Vermietung 
  • dem Gewerbebetrieb 

Bei einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro kannst Du Dein Einkommen mithilfe einer formlosen Einnahmen-Überschuss-Rechnung erklären. Dazu kannst Du die Anlage EÜR vom Finanzamt nutzen. Alternativ erstellst Du die EÜR mithilfe einer Buchhaltungssoftware, die in einem modernen Online Geschäftskonto wie dem von Penta bereits integriert ist. 

Die Höhe der Einkommensteuer in Deutschland unterliegt der Progression. Das bedeutet, mit steigenden Einnahmen stiegt auch die Steuerlast. Um Dein zu versteuerndes Einkommen und damit Deine Steuerlast zu mindern, kannst Du als Firmengründer zahlreiche Betriebsausgaben in Deiner Steuererklärung geltend machen. 

Wie wird das zu versteuernde Einkommen bei Kapitalgesellschaften ermittelt?

Kapitalgesellschaften unterliegen der Pflicht, die Körperschaftssteuer zu zahlen. Sie beträgt unabhängig von der Höhe der Einnahmen 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Das Einkommen wird anhand der Gewinne und Verluste des Unternehmens berechnet. Dazu erstellt das Unternehmen einen Jahresabschluss nach den Vorgaben des Handelsgesetzbuches. Zusätzlich muss eine Steuerbilanz erstellt werden, die von der eigentlichen Handelsbilanz abweichen darf.

Umsatzsteuererklärung für Firmengründer

Grundsätzlich sind alle Unternehmen verpflichtet, Umsatzsteuer auf erbrachte Leistungen und Lieferungen zu erheben. Die Umsatzsteuer wird monatlich oder quartalsweise mit der Umsatzsteuervoranmeldung direkt an das Finanzamt weitergereicht. Gleichzeitig kannst Du selbst Dir die Umsatzsteuer, die Du für Unternehmensausgaben gezahlt hast, in Form der Vorsteuer vom Finanzamt zurückholen. Im Rahmen der jährlichen Umsatzsteuererklärung werden die Voranmeldungen noch einmal überprüft.

Ausgenommen von der Umsatzsteuerpflicht sind Kleinunternehmer

Kleinunternehmerregelung

Damit das Finanzamt die Einstufung als Kleinunternehmer akzeptiert, dürfen Deine umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen gemäß § 19 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) folgende Umsatzgrenzen von 17.500 Euro im vorangegangenen Kalenderjahr und voraussichtlich 50.000 Euro im laufenden Kalenderjahr nicht übersteigen.

Gewerbesteuererklärung für Firmengründer

Mit Ausnahme des Freiberuflers sind alle Unternehmen verpflichtet, Gewerbesteuer zu zahlen. Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer, die direkt von der Gemeinde, in der Dein Unternehmen sitzt, erhaben wird.  

Einzelunternehmer und Personengesellschaften profitieren von einem Gewerbesteuerfreibetrag in Höhe von 24.500 Euro. Bis zu diesem Betrag zahlen sie keine Gewerbesteuer. Es werden lediglich Gewinne, die diesen Betrag übersteigen, versteuert. Das befreit Firmengründer aber nicht von der Pflicht, die Gewerbesteuererklärung abzugeben. 

Kapitalgesellschaften steht kein Freibetrag zu. Sie zahlen die Gewerbesteuer auf den gesamten Gewinn.

Lohnsteuerabgaben

Firmengründer, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen,  müssen sich auch mit der Lohnsteuer aus Sicht des Arbeitgebers befassen. Mit Ausnahme der Minijobber auf 450-Euro-Basis musst Du für Deine Angestellten Lohnsteuer an das Finanzamt abführen.

Wie Du Dein eigenes Gehalt als Firmengründer in der Steuererklärung angeben musst, hängt von der Rechtsform Deines Unternehmens ab.

Einzelunternehmer: Zahlst Du Dir als Inhaber einen Unternehmerlohn wird der Betrag steuerlich als Entnahme betrachtet.

Personengesellschaften: Das Gehalt für einen oder mehrere Geschäftsführer wird als Vorweggewinn betrachtet und kann daher steuerlich nicht als Betriebsausgabe geltend gemacht werden und nicht steuermindernd wirkt.

Kapitalgesellschaften: Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften werden wie Angestellte behandelt. Entsprechend muss das Unternehmen für sie Lohnsteuer abführen. Ihr Gehalt kann als Betriebsausgabe geltend gemacht werden und die Steuerlast mindern. Voraussetzung ist, dass die Höhe des Gehalts sich in einem angemessenen Rahmen bewegt.

Steuererklärung für Firmengründer: Lohnt sich der Steuerberater?

Grundsätzlich ist es für Firmengründer ratsam, sich Hilfe beim Steuerberater zu holen. Zum einen kennt ist er sich sehr gut mit den gesetzlichen Bestimmungen vertraut und steht Dir bei allen steuerlichen Angelegenheiten beratend zur Seite. Zum anderen kannst Du die Kosten für die Steuerberatung von der Steuer absetzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Steuerberater Firmengründern mehr Zeit für die Abgabe ihrer Steuererklärung verschafft. Ohne Steuerberater musst Du Deine Steuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt einreichen. Wenn Du einen Steuerberater beauftragst, verlängert sich die Abgabefrist bis zum 31. Dezember des Folgejahres. 

Beauftragst Du ihn im laufenden Geschäftsjahr mit den Abschlagszahlungen für die Lohnsteuer sowie der Umsatzvoranmeldung, sparst Du zudem Zeit, die Du als Firmengründer in den Aufbau Deines Start-ups stecken kannst.   

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